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Mauer K Anzeiger

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Dierkeljöhrllch 1.80 ML, monatlich 60 Psg., für aus- märtige Abonnenten mit dem betreff. PostausschlaA Die einzelne Nummer kostet 10 $f&

Notationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waffenhause» in Sanou.

General-Anzeiger

AMlichrs Organ fit Stabt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

ElnrLckungsgebShrt

Sie ^gespalten« Petitzeil« oder bereu Naum 80 Ptz im NeNamenteU bh Zeil« <5 Psg, verantwort!. RSaktèur: S. Schrecke» tu -an«,

Nr. 166 ^-rnwrechanschlitst Nr. 230.

Amtliches.

Candkreis F)anau.

Bekanntmachuna betreffend Untersuchung von eingeführtem Klauenvieh.

Zur Entlastung des Kreistierarztes Wittlinger hier in seinen durch die Untersuchungspflicht des in den Negierungs- Bezirk Cassel einzuführenden Klauenviehs erheblich ver­mehrten Dienstgeschäften ist vom Herrn Regierungspräsi­denten in Cassel bis auf weiteres genehmigt worden, daß die Tierärzte Hufnagel in Hanau und Teloy in Helden­bergen bei der Untersuchung des einzuführenden Klauen- viehs mit der Vertretung des Kreistierarztes betraut werden.

Zur Durchführung dieser Maßnahme werden für das auf dem Landwege in den Regierungsbezirk Cassel ein- zuführende Klauenvieh 2 Untersuchungsstellen gebildet und zwar

1. Mainkur-Fechenheim für die Einfuhr von Klauenvieh aus der Provinz Starken­burg und dem Regierungsbezirk Wiesbaden.

2. Windecken

für die Einfuhr von Klauenvieh aus der Provinz Ober­hessen.

Für die Untersuchungsstelle Mainkur-Fechenheim ist der Tierarzt Hufnagel in Hanau (Telefon Nr. 465 Amt Hanau) und für die Untersuchungsstelle Windecken der Tierarzt Teloy in Heldenbergen (Telephon Nr. 33 Amt Heldenber- gen) als ständiger Vertreter des Kreistierarztes mit der Vornahme der Untersuchungen allgemein von mir beauf­tragt worden. Die rechtzeitig von den beteiligten Metzgern und Händlern pp. zu erstattenden Anmeldungen für die in Mainkur-Fechenheim bezw. in Windecken vorzunehmenden Untersuchungen von Landtransporten haben bei den ge­nannten Tierärzten unmittelbar zu erfolgen.

Die beteiligten Viehhändler und Metzger mache ich auf die Untersuchungspflichtigkeit auch des auf dem Landwege in den diesseitigen Regierungsbezirk eingeführten Klauenviehs einschließlich Schlachtvieh noch besonders aufmerksam und verweise zur genauen Beachtung auf die hierunter abge­druckten landespolizeilichen Anordnungen des Herrn Re­gierungspräsidenten in Cassel.

Schließlich bemerke ich noch, daß die nach der landes­polizeilichen Anordnung vom 23. Dezember 1909 fvergl. Regierungs-Amtsblatt von 1909 Seite 372/74 Nr. 772 und Amtliche Beilage zum „Hanauer Anzeiger" Nr. 1 vom 22. Januar 1910) der Kontrolle des Kreistierarztes unterstell­ten Magerschweinetransporte der Schweinehändler, sowie die auf dem Landwege über Klein-Steinheim (Mainbrücke)

Die itstlieiiiffjen WeltausstellMgen 1911.

Von Dr. Kurt Heinrich (Rom). *

(Nachdruck verboten.)

Man hatte mir gesagt, daß, wenn ich zu Frankreich hinüberkäme, ich eine „deutsche Niederlage" erkennen würde. Als ich aber dann hinüberging zu dem anderen, wie ein Pendant zu unserem eigenen Hause wirkenden Pavillon, über dem die Trikolore der Republik weht, erstaunte ich über die maßlose Leichtfertigkeit und Einseitigkeit eines solchen Urteils.

Nicht nur waren, wie ich schon früher bemerkt habe, auch hier wie in dem angrenzenden Belgien, durchaus noch nicht alle Kisten ausgepackt, und stieß man noch auf manche un­gemütliche Provisorien, nein, vor allem fehlte so gänzlich die großlinige, von künstlerischen Gesichtspunkten aus be­stimmte oder doch unbestimmte Organisation. Die ersten großen Säle mit den hundert Mannequins der Pariser Mo­denindustrie wirken besonders beim wiederholten Sehen, lediglich wie ein großer Ramschbasar, in dem die „kleinen Leute" nach Herzenslust auswählen können. Nur wenn das der Zweck eines solchen Weltausstellungsunternehmens ist, nämlich zeitweilige Filialen möglichst zahlreicher Firmen an einem Platze zu errichten, etwa wie während der Saison in einem Modebade, wird man diese französische Art gutheißen können. Dagegen hat die deutsche Ausstellungsleitung aller­dings wohl mehr dahin gestrebt, durch Auswahl und Anord­nung der Gegenstände sowohl möglichst günstig zu orien­tieren, wie zugleich einen künstlerischen Gesamteindruck zu erzielen. Daß aber ein deutscher Angestellter für solche Prin- zrpieri nur Verachtung hat und deutschen Besuchern — die oft nur zu sehr empfänglichen Boden darstellen — diese seine Anschauung nock zu suggerieren sucht, ist doch wohl etwas araerlich.

Mittwoch den 19. Juli

eingeführten Viehtransporte, endlich die aus dem Schlacht­viehhofe Frankfurt a. M. direkt dem Schlachthofe Hanau zuzuführenden Schweine und Kleinviehtransporte von dieser Anordnung nicht berührt werden, vielmehr in Hanau der vorgeschriebenen amtstierärztlichen Untersuchung zu unter­ziehen sind.

Die Herren Bürgermeister in Fechenheim, Bergen, Bi­schofsheim, Dörnigheim, Hochstadt, Wachenbuchen, Windecken, Kilianstädten, Eichen und Erbstadt ersuche ich die vorstehen­de Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.

Hanau den 14. Juli 1911. V. 4255

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Ravolzhausen—Hüttengesäß und zwar von Sta­tion 2,5—4,5 + 40, d. i. vom Bruderdiebacherhof bis Hütten­gesäß bezw. Einmündung des neuerbauten Landweges in Landweg Nr. 17, für die Zeit vom 20.—24. d. M. und von Station 0,0—2,5, d. i. von Ravolzhausen nach Bruderdie­bacherhof, vom 25. bis einschl. 28. d. M. für Fuhrwerke und Reiter polizeilich gesperrt.

Hanau den 18. Juli 1911. V. 4694

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Die Gebrüder Jean und Heinrich Nickel in Langenselbold beabsichtigen die Verlegung der Flutschleuse in Station 1 + 90 nach Station 2 + 29 ber Gründau bei der Ober- mühle zu Langenselbold.

Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß etwaige Einwendungen gegen die Anlage innerhalb zwei Wochen, vom Tage der Veröffent­lichung dieser Bekanntmachung gerechnet, bei dem Unter­zeichneten mündlich oder schriftlich in zweifacher Ausferti­gung angebracht werden können. Später eingehende Ein­sprüche bleiben unberücksichtigt.

Zur Erörterung der rechtzeitig eingehenden Einsprüche steht Termin

am Mittwoch den 2. August d. I., vormittags 10 Uhr, im Bureau des Kreisausschusses, woselbst auch die Zeichnung der Anlage zur Einsicht ausliegt.

Die Antragsteller und Interessenten werden hiermit zu diesem Termin mit dem Bemerken eingeladen, daß auch im Falle ihres Ausbleibens eine Erörterung der eingegangenen Einsprüche erfolgen wird.

Hanau den 15. Juli 1911. ^ A. 2675

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Frhr. Laur.

Daß Deutschland auf dieser Ausstellung mit großem Aplomb auftrete oder irgendwelche eklatanten Triumphe feiert, wird ja niemand behaupten wollen; aber das konnte wie schon früher ausgeführt wurde, nicht einmal in der Ab­sicht liegen. Dagegen wird man aber nicht bestreiten können, daß alle Sektionen und Klassen sich auf guter Höhe halten, daß es ein angenehmeres Wandern durch ihre als durch viele andere Räume ist, und daß auch gerade in den Abtei­lungen, die den italienischen Markt heute besonders inte­ressieren, z. B. Maschinenindustrie, alle Materien unserer Produktion sehr geschickt zur Geltung kommen.

Schon die ersten Schritte im Deutschen Haus bringen durchweg sympathische Eindrücke. Ich meine damit nicht die paar guten Bilder in dem Festsaal von A. Kampf, Zügel, P. Meyerheim, die Geheimrat Ravenä aus seinem Privat­besitz hergeliehen hat, sondern ebenso die verschiedenen ge­schmackvollen Muster zimmer großer deutscher Firmen, die sich daram anschließenden Musiksäle, die nur in vornehmster Auswahl vertretenen Juwelen- und Edelmetallstücke, bei denen aber auch schon, wie überhaupt bei der reichen Schau unserer nationalen Arbeitsleistung, die erfreuliche Beobach­tung gemacht werden kann, daß alle Teile Deutschlands heute in fruchtbarem Wetteifer im Streben wie im Erfolge zusammenkommen. So sind hier neben den Köstlichkeiten der Jdar-Obersteiner Edelindustrie Meisterstücke süd- und nord­deutscher Juweliere aus Pforzheim, Mainz, Berlin, Bremen zu sehen, und mit besonderem Vergnügen schaute ich die montierten Bernsteinarbeiten der Danziger Firma M. Stumpf u. Sohn, die das sonnte Vorweltharz zu bisher kaum geahnten distinguierten Wirkungen zu steigern wissen. Auch die in dem „Kaiserzimmer" aufgestellten Cadinen- Majoliken wirken sehr gut, wie denn überhaupt dieser ganze Raum nicht nur eine recht geschmackvolle Huldigung für den deutschen Herrscher, sondern auch eine sehr achtungswerte Leistung deutscher Edelmetallkllnstler darstellt. Und gleich daneben wieder zeigt die Abteiluna »Chemie und Eisen".

ffernsprechanschlitsr Nr. 230 1911

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Liste der für das Rechnungsjahr 1911 steuerfrei ver­anlagten Personen (Einkommen unter 900 Mark) liegt vom 20. Juli 1911 ab zwei Wochen lang im Steuerbureau, Markt 14, 1 Treppe hoch, Zimmer 25, aus.

Einsprüche sind binnen vier Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist bei uns anzubringen.

Hanau den 15. Juli 1911. 17669

Der Magistrat.

I. A. Bartmuß.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Mau­rermeisters Johann Wilhelm Hack zu Hanau ist infolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin auf

den 18. August 1911, vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht in Hanau, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 5, anberaumt.

Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichtsschreiberei des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten nieder­gelegt.

Hanau den 13. Juli 1911. 17685

Königliches Amtsgericht 5.

Gefunden auf dem Markplatz: 1 Korb. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 18. Juli 1911.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 kathol. Gebetbuch.

Verloren: 1 goldene Kameebrosche, 1 Herrenuhr, 1 Damenregenschirm mit Knopf, 1 Herrenportemonnaie mit etwa 8—10 Mk. und einer Radfahrkarte für Wilhelm Kurz, 1 goldenes Uhrberlogue.

Entlaufen: 1 Foxterrierhündin.

Hanau den 19. Juli 1911.

PolltiTcbe Run dich au.

Die bayerische Regierung verhandelt mit Preußen be­hufs wirksamer Vorbeugung der Seuchenverschleppung durch die Schweineausfuhr aus Norddeutschland nach Bayern. Preußen hat größtes Entgegenkommen zugesagt. Es ver­lautet, der Bundesrat werde das Rindereinsuhrverbot aus Schweden und Norwegen im Herbst aufheben.

in der vor allem auch die verschiedenen Sprengstoffabriken (Nobel) ihren Stand haben, wie wertvoll ein künstlerisch geschicktes Arrangement auch dem sprödesten Stoff zu gute kommt. Nun gehts zu den Schiffsmodellen von Schichau. Es ist natürlich nun garnicht möglich, selbst nur in dieser summarischen Weise auch nur auf die verschiedenen Gruppen und Abteilungen der deutschen Industrie einzugehen. Und etwa gar ein Urteil über die ausgestellten Erzeugnisse der Spitzenindustrie, Feinmechanik, Nahrungsmittel, Photo­graphie, Parfümerie zu geben, ist für den Richtfachmann völlig unmöglich. Auch was die zweifellos mit dem größten Interesse beschickten Maschinenhallen anbetrifft, so kann ich meinen allgemeinen Worten in dem vorigen Artikel wenig einzelnes hinzufügen. Ich glaube auch nicht, daß es viele Nichttechniker geben wird, die bei der verwirrenden Mannig­faltigkeit der Systeme und Kombinationen, die sich ja von Jahr zu Jahr steigert, auch nur für den Moment das Wesen einer bestimmten Maschine, ihre Vorzüge gegenüber einem anderen Typ, wirklich erfassen könnten. Etwas ganz anderes ist es, unter guter Führung eine einzelne Fabrik wirklich in Tätigkeit zu sehen. Car zu oft muß man sich also hier mit einigen mit gutem Glauben hingenommenen Zahlen begnügen, die die Arbeitsleistung eines solchen dampfspeien­den oder elektrizitätsdurchzitterten eisernen Sklaven illu­strieren. So will mir eine Eismaschine, die stündlich 80 Kilo, gramm Eis zu produzieren vermag, in diesen italienischen Hundstagen, die durch die gewöhnliche Schattentemperatur von 30 Grad Celsius charakterisiert werden, ganz besonders imponieren. Und wer kann sich eines starken Eindrucks er­wehren, der vor dem elektrischen Blitzfeuer mit rotierender Scheiuwerferlinie der Berliner Firma Julius Pintfch er­fährt, daß es eine totale Leuchtkraft von 75 Millionen Ker­zen zu erzielen vxrmag.

Und dann wird einem auch in verblüffender Vielseitig­keit vor Augen gestellt, was die Elektrizität in dem mensch­lichen großen wie kleinen Haushalt heute schon leistet aabt