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Hanmer K Anzeiger

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Vkerkekfährkich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg-, Rt M* lvärtige Nbonnenten mit dem betreff. Postaufschla-, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanan«

General-Anzeiger

ANiliiiies Organ für Stabs» and FaMreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Derantwortl. Râltenr: L Schrecker tu KanaU

^t. 164 syernfprechanschlns; Nr. 230.

Montag den 17. Juli

eyerttsprechanschlus; Nr. 230 1911

'Amtliches.

. Der East- und Landwirt Friedrich Aßmann in Dörnig­heim, Kr. Hanau, hat am 3. Juni d.J. nachmittags den 3jähr. Sohn Jakob des Schreiners Karl Lapp aus Dörnigheim, welcher beim Spielen in den Main gefallen war, durch sein entschlossenes Eingreifen vom Tode des Ertrinkens gerettet.

Hierfür spreche ich ihm öffentlich meine Anerkennung aus. A I. 2756

Cassel den 5. Juli 1911.

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Stadtkreis Hanau.

Bânntmachsmg

Die Urliste derjenigen hiesigen Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen und Geschworenen berufen werden können, ist vom 17. d. Mts. ab eine Woche lang auf dem Rathaus, Zimmer Nr. 12, ausgelegt.

Innerhalb dieser Frist können Einsprüche gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste bei uns ange­bracht werden.

Hanau den 14. Juli 1911. 17575

Der Magistrat.

Dr. Eebeschus.

Einstellung von Drei- und Vierjährig-Freiwilligen für die Matrosenartillerie-Abteilung Kiautschou (Küstenartillerie) in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1911, Ausreise nach Tsingtau: Ja­nuar 1912 bezw. 1913, Heimreise: Frühjahr 1914 bezw. 1915. Bedingungen: Mindestens 1,64 Meter groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1892 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung).

In Tsingtau wird ausser Löhnung und Verpflegung täg­lich 0.50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommisfion ausgestell­ten Meldescheines zum freiwilligen Diensteintritt auf drei bezw. vier Jahre zu richten an:

Kommando der Stammabteilung der Matrosenartillerie Kiautschou, Cuxhaven.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände?t

Gefunden: 1 Markttasche, 1 silberne Ahr mit silb. Kette, 1 silbernes Halskettchen, verschiedene Papiere für den Anstreicher Franz Schäfer.

Verloren: 1 schwarzes Schlangenarmband.

Zugelaufen: 1 schwarzer Dobermann mit Halsband. Hanau den 17. Juli 1911.

Politische Rundschau.

Der Kaiser besichtigte Samstag vormittag das Schul­schiff „Hansa" und begab sich noch vor Tisch nach Vangenäs wegen einiger Vorbereitungen für das dort zu errichtende Frithjof-Denkmal. Nachmittags 5 Uhr fand Tanz auf der „Hohenzollern" statt, an welchem 26 Norwegerinnen bis kurz vor 8 Uhr teilnahmen. Das Wetter ist nicht mehr so be­ständig, es wechseln vielfach Wind und Regen. An Bord ist alles wohl.

Die Ratifikation des am 24. Juni in Berlin unter­zeichneten Handels- und Schiffahrtsvertrages zwischen Deutschland und Japan nebst dem zugehörigen Zollab­kommen vom 15. Juli, ist in Tokio ausgewechselt worden. Nach Artikel 19 des Vertrages und Artikel 7 des Zollab­kommens treten beide Vereinbarungen am 17. Juli in Kraft.

Eine Kundgebung des Hansabundes. In einer aus allen Teilen Deutschlands und von führenden Persönlichkeiten der Industrie, des Handels, des Handwerks und der Ange­stellten zahlreich besuchten Konferenz in Berlin hat das Direktorium des Hansabundes einstimmig wie folgt Stellung genommen: Das Direktorium des Hansabundes be­dauert, dass durch den Austritt des Herrn Landrats a. D. Rötger und seiner Freunde aus dem Hansabund der Zusam- menschluh des erwerbstätigen Bürgertums in Gewerbe, Handel und Industrie beeinträchtigt und damit die dringend notwendige Verteidigung der gemeinsamen Interessen der genannten Erwerbsstände erschwert worden ist. Das Direk­torium hat in genauer Prüfung die Ueberzeugung ge­wonnen, dass die für das Ausscheiden der erwähnten Mit- glreder angeführten Gründe nicht stichhaltig sind. Insbe­sondere weist das Direktorium die Behauptungen auf das

entschiedenste zurück, daß die Leitung des Hansabundes, ent­gegen den vereinbarten Richtlinien, eine einseitig links ge­richtete Parteipolitik verfolge, es an Klarheit in ihrer Stellung gegenüber der Sozialdemokratie fehlen lasse und den Schutz der nationalen Arbeit gefährde. Das Direkto­rium stellt gegenüber diesen Behauptungen fest: 1. Der Hansabund denkt nicht daran und hat niemals daran ge­dacht, sich in das Schlepptau einer einzelnen politischen Par­tei zu begeben; vielmehr finden die Angehörigen aller poli­tischen Parteien in ihm Platz und bei ihm Unterstützung, so­weit sie die Gewähr dafür bieten, daß sie auf dem Boden der bei der Begründung des Hansabundes vereinbarten Richt­linien stehen und somit für die Gleichberechtigung des Ge­werbes, des Handels und der Industrie im Staats- und Wirtschaftsleben eintreten. 2. Eine irgendwie geartete Unterstützung oder Förderung der Sozialdemokratie kann für den Hansabund niemals in Frage kommen, insbesondere auch nicht bei den Wahlen einschließlich der Stichwahlen; der Hansabund beharrt vielmehr bei dem im Präsidialbe­schluß vom 24. November 1910 festgestellten und auf dem Hansatage vom 12. Juni 1911 wiederholten Grundsätze, daß er die Sozialdemokratie, da sie sich außerhalb der bestehen­den Staats- und Gesellschaftsordnung stellt und den ein­seitigen Klassenkampf predigt, ebenso zu bekämpfen hat, wie das seitens der in ihm vertretenen bürgerlichen politischen Parteien geschieht. 3. Der Hansabund ethält sich in den­jenigen Fragen der Zollpolitik, in welchen die Interessen der einzelnen in ihm vertretenen Erwerbszweige ausein­andergehen, in Gemäßheit seiner Richtlinien jeder Partei­nahme, sucht vielmehr nach Möglichkeit auf eine Aus­gleichung der bestehenden Gegensätze hinzuwirken. Auf der anderen Seite lehnt es das Direktorium ab, sich durch irgen- welche Rücksichten von dem Kampfe gegen die Agrar-Dema­gogie abdrängen zu lassen, deren die gemeinsamen Inter­essen von Gewerbe, Handel und Industrie schwer schädigen­den Uebergriffe den unmittelbaren Anstoß zur Begründung des Hansabundes gegeben haben. Das Direktorium bekundet seinen festen Willen, durch das bedauerliche Abschwenken einer Anzahl von Mitgliedern sich weder zu schwächlichen Konzessionen nach rechts, noch zu einer Verschiebung seines Schwerpunktes nach links verleiten zu lassen. Das Direk­torium ist vielmehr entschlossen, den durch den Hansabund aufgenommenen Kampf für die Gleichberechtigung des er­werbstätigen Bürgertums unter der Leitung seines ver­dienten Präsidenten unbeirrt auf dem durch die gemein­samen Interessen von Gewerbe, Handel und Industrie vor­gezeichneten Wege fortzusetzen.

Lord Kitchener wurde zum britischen diplomatischen Agenten von Aegypten ernannt.

Der argentinische Gesandte in Washington, der sich gegenwärtig in Caracas befindet, unterzeichnete den allge­meinen Schiedsgerichtsvsrtrag mit Ecuador. Er wird vor­aussichtlich auch bald den gleichen Vertrag mit Venezuela unterzeichnen.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" über Marokko.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt in ihrer Wochenrundschau: Mit Befriedigung werden in Deutsch­land die Erklärungen zur Kenntnis genommen, die in der Pariser Kammer am 11. Juli der französische Minister des Aeußern zur Marokkofrage abgegeben hat. Seine Worte haben, wie in Frankreich, so auch bei uns günstig gewirkt und die Gesinnung, die daraus spricht, wird in Deutschland erwidert. Für den Fortgang der gegenwärtig zwischen uns und Frankreich in der marokkanischen Frage geführten Ver­handlungen behält die wechselseitige Bekundung einer ach­tungsvollen freundlichen Stimmung ihren Wert. Auch in der Presse beider Länder, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, ist die Erörterung der Marokkofrage mehr und mehr auf einen ruhigen Ton gestimmt, der, wo eine Ver­ständigung aufrichtig gesucht wird, der richtige ist.

Die Marokko-Verhandlungen.

Die Marokkoverhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich, die vornehmlich in Berlin geführt werden, lie­fern den Pariser Blättern gar keine aktuelle Ausbeute, da sie vollständig geheim sind. Auf die vielen Kombinationen, mit denen man sich namentlich in Paris über die Stoff­armut hinwegzuhelfen bemüht, braucht man nicht ernsthaft einzugehen. Nur über die Rolle, die das Wort „Kompen­sationen" in jenen Kombinationen spielt, wäre etwas zu sagen. Es ist auffallend, daß sich die französischen Blätter geradezu überbieten in Erfindungen und Märchen über ^.Kompensationen", die Deutschland angeblich zu fordern gewillt sei. Eine derartige Auffassung würde, wie die „Deutsche Orient-Korrespondenz" mit Recht bemerkt, der Sachlaae keineswegs entsprechen. Wer „Kompensationen"

verlangt, gibt damit gleichzeitig zu verstehen, daß er ge­wisse Rechte oder Forderungen aufzugeben bereit ist. Davon hat man aber bis jetzt von deutscher Seite nichts verlauten lassen. Im Gegenteil liegt jetzt der Kreuzer „Berlin" vor Agadir zum Zeichen dafür, daß sich Deutschland in Marokko durch Fäinkreich nicht überraschen lassen will. Erst müssen Deutschlands vertraglich festgelegte Rechte anerkannt wer­den, dann wird man auf deutscher Seite vielleicht auch über Kompensationen zu sprechen bereit sein. Die Kompen­sationsobjekte aber werden möglicherweise weit eher in Ma­rokko selbst, als außerhalb der marokkanischen Grenzen liegen.

Spanische Ovationen für den „Panther".

Aus dem spanischen Hafen Corunna wird gemeldet, daß Kanonenboot „Panther" auf der Fahrt nach Deutschland daselbst erwartet werde. Die Behörden beabsichtigen, zu Ehren der Offiziere des „Panther" Festlichkeiten zu ver- anstalten. Auch der Mannschaft des „Panther" wolle man einen besonders freundlichen Empfang bereiten, um auf dem Umwege einer deutschfreundlichen Kundgebung die Un­zufriedenheit Spaniens mit der französischen Marokkopolitik zu bekunden.

Spaniens Antwort auf Frankreichs Vorstellungen.

Ein Telegramm aus offiziöser spanischer Quelle besagt: „Die Vorstellungen, die der französische Geschäftsträger der spanischen Regierung gemacht hat, haben sich, wie es scheint, darauf bezogen, daß man in die Reihen des Tabor von Larasch einen aus der Mahalla von Vendahan desertierten Reiter ausgenommen hat und daß man den Soldaten dieser Mahalla und derjenigen unter dem Befehl des Leutnants Thiriot steht und nach Elksar marschiert, verboten hat, be­waffnet zu ihrem Lager zurückzukehren. Die spanische Re­gierung soll geantwortet haben, sie kenne diese Fälle nicht und werde Erkundigungen einziehen. Gleichzeitig soll sie aber in den fteundschaftlichsten Ausdrücken an die Vorbe­halte erinnert haben, die sie vom ersten Augenblick an wegen des Auftretens der ftanzösischen Instrukteure im Norden der Lukkos formuliert hatte, und von neuem die Versiche­rung gegeben haben, daß Spanien über Elksar hinaus und südlich vom Lukkos keine Aktion plane. Es sei auch möglich, daß man die Meldungen der ftanzösischen Presse über eine angebliche schlechte Behandlung französischer Staatsange­höriger und Schutzbefohlener in Elksar dementiert und das Pariser Kabinett habe wissen lassen, daß man in jeder Form die Instruktionen des Oberstleutnants Sylvestre er­neuert habe, die ihm vorschreiben, jede Belästigung und Schädigung dieser Personen zu vermeiden."

Die spanische Regierung läßt sich also nicht verblüffen. Sie weiß, daß sie auf sicherem Boden steht, da Frankreich durch sein Vorgehen in Marokko das Recht verwirkt hat, anderen Mächten Vorstellungen zu machen. Man macht des­halb in Madrid das Klügste, was man tun kann: man dreht den Spieß um. In Madrider politischen Kreisen wird be­tont, daß die angeblichen Zwischenfälle rn Elksar teils auf starker Uebertreibung beruhen, teils auf, freier Erfindung der Presse der ftanzösischen Kolonialparter. Es hätten keine spanischen Soldaten den Luccosflutz überschritten, wo sich Truppen unter französischem Kommando befinden. Die Ur­sache der Reibungen liege in dem Uebereifer ftanzösischer Agenten, der kaum in den Intentionen ihrer Regierung liegen dürste. Auch einzelne Bestrebungen, die Eingebore­nen aufzuwiegeln seien gänzlich erfolglos geblieben. Gou­verneur Raisuli und sein Vertreter in Elksar hätten sich mit den Maßnahmen des Obersten Sylvstre völlig einver. standen erklärt. Es liege daher kein Grund zu Streitig­keiten vor.

Demgegenüber bleiben die Franzosen bei ihren An< schuldigungen. So wird neuerdings aus Elksar gemeldet, daß die Spanier die scherifischen Mannschaften fortgesetzt teils zur Desertion verleiten, teils gewaltsam festnehmen und zum Eintritt in den spanischen Tabor zwingen. Die Mahalla des Kaids Bendahan sei infolgedessen bis auf wenige Mann zusammengeschmolzen. Gegenwärtig befänden sich im spanischen Lager an 3500 Soldaten; deren Offiziers erklärten offen, daß diese Streitkräfte dazu bestimmt seien, einen eventuellen französischen Angriff zurückzuschlagen.

General Moinier in Casablanca.

Aus Casablanca wird gemeldet: General Moinier, den mit dem Kreuzer „Forbin" aus Rabat eintraf, wurde von den Konsuln Frankreichs und Englands sowie von dem Pascha der Stadt empfangen, die ihn zu seinem raschen und erfolgreichen Feldzuge beglückwünschten.