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Hanauer K Aiueiaer

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verantwort!. Redakteur: E. 6 titelet ta Han«,

^L 149 Aeritsprechanschlits; Nr. 230.

Donnerstag den 29. Juni

fycr«h>ted)anfd)htf$ Str. 230 1911

Attttliches.

Stadt- und Landkreis Hanau.

Mit Rücksicht auf die Gefahr der Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche werden die im Stadt- und Land­kreise Hanau für den Monat Juli anstehenden Viehmärkte einschließlich der Schweinemärkte im Auftrage des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel untersagt.

Hanau den 28. Juni 1911. p. 7097

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Der beurlaubte Kreisarzt Medizinalrat Dr. Eichenberg Hier wird in den Kreisärztlichen Geschäften bis zum 3. k. M. von dem prakt. Arzte Dr. med. Münzel in Fechenheim ver­treten.

Hanau den 28. Juni 1911. V. 4200

Der König!. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Ranau.

Mit Rücksicht darauf, daß im Großherzogtum Hessen das Beobachtungsgebiet sich noch bis dicht an die Stadt Hanau erstreckt, werden im Auftrage des Herrn Regierungspräsi­denten zu Cassel die Samstagsschweinemärkte in hiesiger Stadt bis auf weiteres noch untersagt.

Hanau den 26. Juni 191. P. 7022

Königliche Polizeidirektion.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung. Sie Vudeanuult. «„«^-â»»»- a ill mm

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uv au wvHiuug sovrniiHugen ist uet ^eti von 8—12 Uhr für Herren geöffnet. 16081

Der Oberbürgermeister.

Dr. Eebeschus.

politische Rundschau.

Die Landtagssession wurde gestern geschlossen, nachdem das Abgeordnetenhaus in drei unmittelbar aufeinander folgenden Sitzungen durch Obstruktion an der Erledigung seiner Tagesordnung verhindert worden war.

Zur Schließung des preußischen Landtages. Gegen­über den gestrigen Vorgängen im Abgeordnetenhaus ist Wolffs Bureau ermächtigt, folgendes festzustellen: Der Schluß des Landtages war, wie bekannt, für Ende dieses Monats in Aussicht genommen. Die nähere Bestimmung des Zeit­punktes hing für die Staatsregierung von dem Fortgange der parlamentarischen Arbeiten ab. Das Fortbildungsschul­gesetz erhielt in der Kommission für die Regierung eine un­annehmbare Fassung und es bestand keine Hoffnung, daß hierin im Plenum noch eine Aenderung eintreten könne. Auch die Aussicht, noch mehrere andere Gesetze zu verab­schieden, wurde durch den Verlauf der letzten Sitzungen des Abgeordnetenhauses zerstört. Infolgedessen sah die Siaats- regierung trotz des glatten Fortgangs der Geschäfte im Herrenhause sich veranlaßt, von der erteilten Allerhöchsten Ermächtigung, den Landtag zu schließen, unverzüglich Ge­brauch zu machen.

Die Abgeordnetenhauskommission für den Gesetzentwurf über die ländlichen Fortbildungsschulen, die gestern tagen sollte, ist abgesagt worden. Damit ist der Gesetzentwurf, be­treffend die Verpflichtung zum Besuche ländlicher Fort­bildungsschulen in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Sachsen, sowie in der Rheinprovinz ebenso wie des Pflicht­fortbildungsschulgesetz für diese Saison erledigt.

Eine Generalinspektion für die griechische Armee. Trotz lebhafter Opposition seitens unabhängiger und militärischer Abgeordneter und des früheren Premierministers Dragumis wurde die Regierungsvorlage betreffend Schaffung einer Generalinfpektion in der Armee und Uebertragung derselben an den Kronprinzen Konstantin mit 134 gegen 22 Stimmen angenommen. Zahlreiche Offiziere und ehemalige Mitglie­der des Militärbundes wohnten der zeitweise sehr lebhaften Kammersitzung bei und entfernten sich ostentativ, als Veni- selos das Wort ergriff. In der öffentlichen Meinung herrscht die Befürchtung, daß die unzeitgemäße Wiedereinstellung des Kronprinzen in den Heeresdienst Anlaß zu neuen Wirren geben könnte.

Der Hansabund. Die angekündigte Sitzung des Hansa- bundpräsidiums hat gestern stattgefunden und die folgende einmütige Erklärung des Präsidiums erbracht: Das am 28. Juni 1911 zusammengetretene Gesamtpräsidium des Hansa­bundes gibt zunächst seinem Bedauern über den Austritt des Herrn Landrats a. D. Rötger Ausdruck. Zu diesem ver­antwortungsvollen Schritt war nach einmütiger Ansicht der unterzeichneten Präsidenten und Vizepräsidenten ein Anlaß nicht gegeben. Die Prüfung der Sachlage und des Brief­wechsels zwischen Herrn Landrat a. D. Rötger und Herrn

Geheimrat Rießer ergibt, daß begründete Zweife! über In­halt und Tragweite des einstimmigen Präsidialbeschlusses betreffend die Stellungnahme des Hansabundes zu den Wahlen und Stichwahlen nicht bestehen konnten, und zwar sowohl nach dem Wortlaut des Beschlusses wie nach den seiner Fassung vorausgegangenen Verhandlungen im Ee- samtpräsidium. Dieser Beschluß, der mit Ermächtigung des Präsidiums in den „Mitteilungen" des Hansabundes vom 24. November 1910 und seitdem wiederholt öffentlich be­kannt gemacht worden ist, hat das Prinzip festgestellt, daß der Hansabund die Ausgabe von Stichwahlparolen in allen Fällen den politischen Parteien zu überlassen habe, zu deren ausschließlichen Zuständigkeit sie gehört. Eine wirtschaftliche Vereinigung, die Mitglieder aller bürgerlichen politischen Parteien umfaßt, darf sich unter keinen Umständen zur Aus­gabe von Stichwahlparolen drängen lassen, falls sie nicht ihre Lebensinteressen gefährden will. Eine Ausnahme von diesem Prinzip zuzulassen, ist denn auch, wie hiermit fest- gestellt wird, seitens des Herrn Landrats a. D. Rötger

weder bei der Beschlußfassung selbst, noch in den mehr als sechs Monaten, die seit jenem Präsidialbeschlusse vergangen sind, beantragt worden. Die von Herrn Rötger beanstandete Veröffentlichung des im Anschluß an den Hansatag verbrei­teten Werbeaufrufs entspricht zunächst formell dem Recht und der Pflicht des geschäftsführenden Vorsitzenden und überdies einer ihm durch einstimmigen Präsidialbeschluß vom 29. September 1910 ausdrücklich erteilten Ermächti­gung. Inhaltlich aber enthält dieser Werbeaufruf, der die Bekämpfung der einseitigen demagogischen Agrarpolitik und die Durchsetzung einer besseren Würdigung der gewerblichen Arbeit zum Gegenstände hat, nicht die geringste Abweichung von dem bis dahin auch von Herrn Landrat a. D. Rötger vertretenen.Progravuu Ftansabundes. „Das Präsidium des Hansabundes ist sich bewußt, feine schwere nationale Aufgabe die gemeinsamen Interessen aller Kreise der In­dustrie und gleichermaßen des Handels, des Gewerbes, Hand­werks und der Angestellten nach Maßgabe der Satzungen

zu vertreten, bisher durchgeführt zu haben und wird dieser

Pflicht bis zur endgültigen Erreichung ihrer Ziele auch in der Folge unbedingt nachkommen, gez. Dr. Rießer, Richt, Erafemann, Dr. Steche, Hirth.

Die türkische Studienkommission ist gestern in Kiel ein­getroffen und hat zunächst die Anlagen der Kruppschen Germaniawerft besichtigt, auf der die Unterseeboote und die für die Türkei angefertigten Minen besonderes Inte­resse erregten, dann auch die Kaiserliche Werft und die Ho- wald-Werke. Auch der Panzerkreuzer „Blücher" und das Linienschiff „Schleswig-Holstein" wurden besichtigt. Mittags gab die Werft im Hotel Bellevue der Kommission ein Frühstück.

Orientpolitik Frankreichs. Präsident Fallieres hat ein Dekret unterzeichnet, das die orientalische Politik Frankreichs in neue Bahnen lenken soll. Es soll eine Kom­mission ernannt werden, die aus Mitgliedern der Regie­rung, 8 Beamten der entsprechenden Departements und zwei Sekretären bestehen wird und die die Richtlinien für die Orientpolitik Frankreichs angeben sollen.

Neue englische Unterseeboote. In der nächsten Zeit wird eine neue Kategorie von Unterseebooten auf Stapel gelegt werden, die in der Periode 1912/13 fertig werden sollen. Es handelt sich um 800 to Boote, die eine Oberflächenge­schwindigkeit von 15 Knoten haben und mit Schnellfeuer­geschützen noch unbekannten Kalibers armiert sind.

Unruhen in Haiti. Aus Port au Prince wird gemeldet, daß es im Norden der Insel Haiti infolge der lebhaften Tätigkeit des revolutionären Komitees zu ernsten Unruhen gekommen ist. Präsident Simon hat sich mit einer größeren Truppenabteilung an Bord des Dampfers Antoine Simon nach dem Norden begeben um den Aufruhr im Keime zu ersticken.

Keine Aussperrung in Den Betrieben Des sächsisch- thüringischen Färbereiverbanves.

Meerane, 28. Juni. Wegen Nichtbewilligung der Forderung, den Fabrikbetrieb an Samstagen anstatt um 6 Uhr bereits um 4 Uhr zu schließen, waren die organisierten Arbeiter nnd Arbeiterinnen der Stückfärberei und Appretur­anstalt von C. Battp in Meerane in den Ausstand getreten. Die gleiche Forderung hatten auch die Arbeiter der Firma I. H. Bornemann in Meerane gestellt. Hier war es aber zu keiner Arbeitseinstellung gekommen, da die Firma den Ver­trauensmann der Arbeiter direkt an die Konvention gewiesen hatte. In Greiz hatte nun eine Versammlung des Sächsisch- Thüringischen Färberei-Verbandes beschlossen, daß, falls die Arbeiter bis zum 23. Juni die Arbeit zu den bisherigen Bedingungen nicht ausgenommen haben, sämtliche Firmen ' der Konvention ihre Betriebe heute, den 28. Juni, schließen würden. Etwa 8000 bis 10 000 Arbeiter in den Städten Glauchau, Meerane, Greiz, Gera, Weida, Netzschkau, Mylau und Reichenbach würden dadurch ausgesperrt worden sein. Zu dieser Maßnahme ist es zum Glück nicht gekommen. Der Streik bei der Firma C. Batty ist heute beendet worden. Die Einigungsverhandlungen, die vom Bürgermeister geführt wurden, haben dazu geführt, daß die Arbeiter jetzt Sams­

tags um 5 Uhr statt um 6 Uhr Feierabend haben. Der gleiche Beschluß gilt für die Firma Bornemann. Die ange- drohte Generalaussperrung der Färbereiarbeiter tritt daher nunmehr laut Beschluß des Sächsisch-Thüringischen Färberei­verbandes nicht in Kraft.

Hus Ranau Stadt und fand.

Hanau, 29. Juni.

* Erledigte Pfarrstelle. Die Pfarrstelle zu Markö­bel, Klaffe Windecken, kommt infolge Verletzung ihres bis­herigen Inhabers am 1. Oktober b. J. zur Erledigung. Be- werbungsgesuche sind an das Patronat der Stelle des Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein einzureichen.

* Gerichtsferien. Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September 1911. Während der Ferien werden nur in Feriensachen Termine abgehalten und Entscheidungen erlassen.

* Aeltere Postnachnahmeformulare. Die Frist für bett Aufbrauch der von der Privatindustrie hergestellten älteren Nachnahmekarten und Nachnahmepaketadressen läuft mit End« Juni b. I. ab. Vom 1. Juli ab dürfen deshalb derartig« Formulare mit angeklebter Zahlkarte oder mit einem daran befestigten losen Postanweisungsformular nicht mehr benutzt werden.

* Ruhegehaltskasse für Kommunalbeamte. Ueber die Ruhegehalts-, di« Witwen- und Waisenkaffe für die Kom­munalbeamten des Regierungsbezirks Cassel wird im letzten Amtsblatt der Rechnungsabschluß nebst Vermögensübersicht mitgeteilt: Bei der Witwen- und Waisenkass« gleicht sich der Betriebsfonds in Einnahme und Ausgabe mit 41260.83 Mk. aus. Es wurden 12 774.95 Mk. Witwen- und Waisen- gelder gezahlt. Am Schluffe des Rechnungsjahres 1909 be­trug das Vermögen 199 65 UM Mk-, gegen das Vorjahr ein Zugang von 55 686.47 Mk. Die Ruhegehaltskasse zahlte an Ruhegehältern 66 256.93 Mk. Das Vermögen betrug am Schluffe des Rechnungsjahres 1909 114851.51 Mk., gegen das Vorjahr ein Zugang von 27 062.49 Mk.

* Vogelsberger Höhen-Club. Zu dem alljährlich am ersten Sonntag im Juli auf der Höhe des Hoherodskopf stattfindenden Hoherodskopffestes unternimmt der V. H. C. Hanau nächsten Sonntag feine 8. ordentliche Wanderung dorthin. Die Teilnehmer fahren morgens um 6.11 Uhr vom Nordbahnhof ab (Fahrkarte 4. Klasse bis Hartmannshain und zurück 2.80 Mark), in Windecken und Stockheim um­steigen, Ankuft auf Station Alteburg um 10.04 Uhr. Wan­derung über den Ernstberg nach Sichenhausen (Rast bei Gastwirt L. Fischer), Hoherodskopf Klubhaus an 12.15 Uhr, Gemütliches, fröhliches Zusammensein mit den übrigen Zweigvereinen bis um 5 Uhr nachmittags. Während dieser Zeit findte an der in der Nähe des Klubhauses im Walde sich steil erhebenden Felsgruppe eine Wiederholung des im Vorjahr schon einmal dort aufgeführten von Herrn Carl Steiniger, Frankfurt, verfaßten Einatters „Am Wild- frauborn" statt. Der Rückmarsch führt über Herchenhain nach Hartmannshain, Abfahrt von dort mit der Vogelsberg­bahn um 8.04 Uhr abends, Ankunft in Hanau-Nord um 11.20 Uhr.

* Masseneinspruch. Der vomVereinderHaus-und Grundbesitzer am 2. und 3. d. M. beim Magistrat ein­gereichte Massen-Einspruch ist ohne Angabe von Gründen zurückgewiesen worden. Es wird daher auch in dieser Sache gegen den Magistrat der Stadt Hanau der Klageweg be­schritten. Gegen die neueste „Abänderung der Ordnung bett, die Deckung der Kosten der Entwässerungsanlage" (Be­kanntmachung Nr. 141 Hanauer Anzeiger vom 20. Juni) hat der Verein bereits Einspruch erhoben und wie folgt be­gründet: „Der Verein der Hanauer Haus- und Grundbesitzer erhebt hiermit Einspruch gegen das aufgelegte Statut be­treffend Abänderung der Ordnung über die Deckung der Kosten der Entwässerungsanlage. Durch diese Abänderung werden wesentliche Grundsätze des Kommunalabgaben-Ee- setzes über die gleiche Behandlung bei Heranziehung zu Ge­bühren und Beiträgen verletzt. Unter der Voraussetzung, daß das Statut vom 9. September 1910 zu Recht bestehen sollte, ist der Bestand des § 3 dieser Ordnung notwendig. Wird der § 3 im Sinne der Abänderung vom 27. März 1911 ersetzt, so würden alle diejenigen Hausbesitzer, die vor der Rechtskraft dieser Aenderung an Stelle eines alten Gebäu­des einen Neubau errichtet haben, nach anderem Maßstabe bezw. höher herangezogen, als diejenigen, die nach der Rechtskraft neue Gebäude an die Stelle alter Gebäude er­richten."

* Stenographen-Gesellschaft „Eabelsberger". Heute abend halb 9 Uhr außerordentliche Monatsversammlung im Ver­einslokal.

* Ein Hanauer Flugtechniker wird, wie er uns mitteilt, am nächsten Freitag vormittag mit einem in aller Stille erbauten Aeroplan von Frankfurt aus eine Fahrt nach Hanau unternehmen und zwischen 9 und 10 Uhr auf dem kleinen Exerzierplatz landen.