WiHTuuitnüSgt
Bezugspreis» vierkelsShrNch ISO DL, monatlich 60 Pfg., sSr »n«. «artige Wonnenten mit dem betreff. Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Notationsdruck und Verlag bet Buchdrucker«! des •ereilt, eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Awtlicher Organ für AM- and Landkreis Sam».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn* und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die ^gespaltene Petitzeile oder beten tat« Pfg in RetlamentrU Ne Zelle 45 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: L Schreit«« tu Kam»,
^èk. 148 Ferttsprechaitschlnst Nr. 230.
Mittwoch den 28. Juni
Ferusprechattschltts; Nr. 230 1911
Die beMeNWM wWt * -.Mn-MMst-
13 Seiten.
Hierzu „Amtliche Beilage Nv. 5".
■wfcMMiMiiUMMbaitag^'SMaamB«
Slmtliches.
Bekannlmachung
Ich weise darauf hin, daß alle Anträge auf Gestattung von Haussammlungen für das Jahr 1912 mit dem vorgeschriebenen Kollektenorganisationsplan spätestens bis zum 1. August d. Js. unmittelbar an den Herrn Oberpräsidenten hier einzureichen sind. Bei Kollekten, die sich über den hiesigen Bezirk hinaus auch auf den Regierungsbezirk Wiesbaden erstrecken sollen, sind für jeden Bezirk getrennte Anträge einzureichen.
Anträge, die nach dem 1. August d. I. eingehen, können nur dann Berücksichtigung finden, wenn die Kollekten zur Beseitigung eines Notstandes dienen sollen und die Anträge nicht vorher eingereicht werden konnten.
Cassel den 20. Juni 1911.
Der Regierungs-Präsident.
Eandkreis Hanau.
An die Ortspolizeibehörden des Kreises.
Die Königliche Eisenbahn-Direktion in Frankfurt a. M. hat zur Verhütung der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche ihre Dienststellen angewiesen, die Empfänger von Viehsendungen in allen Fällen auf die in den Amtsblättern Nr. 22a und 23 veröffentlichten landespolizeilichen Anordnungen des Herrn Regierungspräsidenten in Caßel vom 2. und 7. ds. Mts. A. III. 2225 und 2225a aufmerksam zu machen und bei dem Verdacht, daß ein Verstoß gegen das Viehseuchen-Gesetz beabsichtigt ist, der Ortspolizeibehörde auf schnellstem Wege unter kurzer Darstellung des Sachverhalts Anzeige zu erstatten.
Die Ortspolizeibehörden weise ich hierdurch an, bei jeder von den Eisenbahndienststellen eingehenden Nachricht über den Verdacht des Verstoßes gegen das Viehseuchengesetz und die von dem Herrn Regierungspräsidenten erlaßenen landespolizeilichen Anordnungen sofort Ermittelungen anzustellen und sofern ein strafbares Verschulden vorliegt beim Amtsanwalt Strafantrag zu stellen.
Ich erwarte eine genaue Durchführung dieser Anordnung. Hanau den 26. Juni 1911. V. 3888
Der Königliche Landrat.
Frhr. L a u r.
Zur Belohnung landwirtschaftlicher Dienstboten stehen dem Kreisausschutz 150 Mark aus Kreismitteln zur Verfügung.
Bei Verteilung dieses Betrages können Dienstboten, welche mindestens 15 Jahre im Landkreise in ein und demselben landwirtschaftlichen Betriebe treu gedient und in den letzten 5 Jahren eine Belohnung nicht erhalten haben, berücksichtigt werden.
Anträge, denen die Dienstbücher und Führungszeugnisse der Dienstherrn beizufügen sind, sind durch Vermittelung der Herren Bürgermeister bis zum 15. Jüli d. J. hierher einzureichen.
Hanau den 26. Juni 1911. A. 2323 Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Ran a u
Mit Rücksicht darauf, daß im Großherzogtum Hessen das Beobachtungsgebiet sich noch bis dicht an die Stadt Hanau erstreckt, werden im Auftrage des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel die Samstagsschweinemärkte in hiesiger Stadt bis auf weiteres noch untersagt.
Hanau den 26. Juni 191. p- 7022 Königliche Polizeidirektion.
Frhr. L a u r.
Bekanntmachung.
Das nördlich der Straße 95 belegene Stück des Weges . Gemarkung Hanau-Kesselstadt Flur 5 Nr. 78 von ca. 175 qm soll
am Samstag den 1. Juli d. ^., vormittags 9 Uür,
im kleinen Sitzungssaal des Rathauses öffentlich versteigert werden.
Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. Hanau den 7. Juni 1911. 15003
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 29. d. Mts., vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Kaufmannsgerichts statt. Hanau den 27. Juni 1911. 16019
Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.
Hild.
Bekanntmachung.
Am Freitag den 30. d. Mts., vormittags 9 Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt. Hanau den 27. Juni 1911. 16021
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts. ____________________Sild.____________________
Gefundene nnd verlorene GesienUnde k.
Gefunden: 1 Korb mit Kirschen mit dem Namen Adam Oster, Markthalle Frankfurt, 1 schwarzseidener Pompadour (in der Turnhalle liegen geblieben), 1 Paar weiße Damenhandschuhe.
Zugelaufen: 1 gelbe trächtige Dachshündin.
Hanau den 27. Juni ^Si^. »^««-^«.
Politische Rundschau.
Fürst und Fürstin von Bülow werden Freitag vormittag zu kurzem Aufenthalt in Berlin eintreffen.
Das preußische Abgeordnetenhaus lehnte gestern den freisinnigen Antrag auf Einführung des Reichstagswahlrechtes für das preußische Abgeordnetenhaus ab.
Konferenz der Landesdirektoren. Die heute in Berlin zu einer dreitägigen Konferenz zusammentretenden Landes- direktoren der preußischen Provinzen werden außer der Errichtung öffentlich rechtlicher Lebensverstcherungsanstatten Fragen der Fürsorgeerziehung, des Hebammenwebens und der Krüppelpflege erörtern, sowie darüber sprechen, wie die den Chausseebaupflichtigen aus der beständigen Zunahme des Automobilverkehrs erwachsenden Unkosten eingeschränkt werden können.
Wahre Worte. Bei der Abwendung unserer Politik von den manchesterlichen Bahnen und dem Grundsätze des „freien Spieles der Kräfte" sagte der konservative Abgeordnete von Kleist-Retzow in einer Rede vom 17. September 1878: „Unser gegenwärtiges politisches Leben bringt es mit sich, und es ist das ein Vorteil unseres politischen Lebens, daß es die verschiedenen Kreise, die Besitzenden und die Nichtbesitzenden, die Gebildeten und die Nichtgebildeten in viel größere Gemeinschaft miteinander bringt wie je zuvor. Wie nun die Sonne mit ihren Strahlen zunächst die Berggipfel erleuchtet und dann in das Tal erwärmend niedersinkt, wie die Flöße auf den Bergen entspringen und die Täler bewäßern, so kommen umgekehrt auch gewaltsame Waßerfluten herunter von den Höhen in die Täler und um so schneller, gewaltiger und zerstörender, wenn die Ufer nicht ausgebaut und die Abhänge von den Wäldern gelichtet sind. Darum ist die erste Forderung an die deutsche Nation, daß die besitzenden und gebildeten Klaßen sich es wieder bewußt werden, mehr bewußt, als cs jetzt der Fall ist, daß alles, was sie haben an Bildung und Besitz, sie als ein anvertrautes Gut zu verwalten haben, daß das Bewußtsein unter ihnen lebendig wird, Reiche und Arme sind nebeneinander vor Gott gestellt, daß sie alle aufeinander angewiesen sind, der Reiche aus den Armen und der Arme auf den Reichen." — Das sind Worte, die auch heute noch ihre volle Geltung haben und stets zeitgemäß bleiben.
Hansa-Bund und Zentralverband. Das Organ des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, die Deutsche Jndu- striezeitung, bemerkt zu dem Austritt des Landrats Rötger aus dem Hansabund folgendes: Der Schritt des Herrn Landrats a. D. Rötger kommt nicht unerwartet; wer die Haltung des Präsidenten des Hansa-Bundes schon seit der Gründung des Bundes nicht aus einem einseitigen Parteistandpunkt beobachtet hat, der konnte darüber nicht im Zweifel sein, daß die deutsche Industrie, die im Zentralverband Deutscher Industrieller ihre hauptsächlichste und einflußreichste Vertretung sieht, dem stark ausgesprochenen agitatorischen und var-
teipolitisch einseitigen Vorgehen des Hansa-Bundes auf die Dauer nicht Hilfe leisten kann, und daß infolgedeßen ein schwerer Konflikt zwischen den führenden Kreisen des Hansa- Bundes unvermeidlich sein wird. Die Vorgänge auf der Hansa-Bund-Tagung am 12. ds. haben die Entscheidung gebracht. Der Vorsitzende des Direktoriums des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, der vor zwei Jahren mit dem Vorsitzenden des Zentralverbandes des deutschen Bank- und Bankiergewerbes die Versammlung im Zirkus Schumann einberufen hatte, ist aus dem Direktorium des Hansa. Bundes im Einverständnis mit dem Direktorium des Zen- tralverbandes Deutscher Industrieller ausgeschieden. Es wird sich für uns noch reichlich Gelegenheit bieten, zu diesem bedeutungsvollen Vorgänge Stellung zu nehmen. Aber schon heute möchten wir dem bereits hervortretenden Versuch, den Zentralverband Deutscher Industrieller als den einseitigen Vertreter der sogenannten schweren Industrie zu charakterisieren, entgegentreten, da dieser Versuch dazu dienen soll, die Bedeutung des gemeldeten Vorgangs abzuschwächen. Die diese Meinung verbreiten und wißen, daß sie unzutreffend ist, machen sich der bewußten Fälschung der öffentlichen Meinung schuldig, und die, welche den Zentralverband Deutscher Industrieller nicht besser kennen und ihn in Wirklichkeit für den Vertreter der schweren oder gar nur der rheinisch-westfälischen schweren Industrie hallen, die kennen weder die Geschichte, noch den Arbeitskreis und die Mitgliedschaft dieses größten und umfassendsten aller industriellen Verbände, und haben somit kein Recht, über ihn mitzusprechen. Wir werden diesen Versuchen, der öffentlichen Meinung Sand in die Augen zu streuen, nachdrücklich entgegentreten. Auch die Unterstellung weisen wir zurück, als ob der Rücktritt des #erxM,i|aniumi&j^ aus^dem Hansa-Bund mit einer konservativen Kandidatur in Merseburg zusammenhinge. Herrn Rötger selbst ist von einer solchen Kandidatur nichts bekannt. Im übrigen verrät eine so ungeheuerliche Verdächtigung einen bedenklichen Tiefstand politisier Gesinnung, und es ist erstaunlich, daß ernste Zeitungen derselben Raum gegeben haben.
Der deutsch-japanische Handelsvertrag. Kürzlich war offiziös gemeldet worden, daß der neue Handels- und Schifffahrtsverllag zwischen Deutschland uni) Japan abgeschloßen worden ist. Dieser Vertrag wird, wie dem „Berl. Tgbl." gemeldet wird, am Mittwoch den Bundesrat in seiner letzten Plenarsitzung vor den Sommerferien beschäftigen. Es ist an- zunehmen, daß der Bundesrat am Mittwoch seine Jnkraft- setzung bestimmen wird. Da der bisherige Verllag mit Japan schon am 16. Juli sein Ende erreicht, muß natürlich die Veröffentlichung des Verllages unmittelbar nach der Bun- desratssitzung geschehen, damit man doch wenigstens weiß, was man nach zwei Wochen in Japan für Zölle zu bezahlen hat.
Das ungarische Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf an, der die Nachtarbeit in Industrie-Betrieben ver. bietet.
Zu den englischen Krönungsfeierlichkeiten schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": „In glanzvoller und harmonischer Weise sind die Krönungsfeierlichkeiten verlaufen. Jeder Tag Bestätigte von neuem, daß das brittsche Volk an den Festlichkeiten freudigsten Anteil nahm, und wie Millionen der Bevölkerung die damit verbundenen Anstrengungen nicht scheuten, um Augenzeugen der großarttgen Deran. staltungen sein zu können. Bei jedem Anlaß gelangte die Verehrung des Volles für den König und die Königin zu begeistertem Ausdruck. Zugleich zeigte die auf innerstem Antrieb beruhende lebendige Tettnahme der Bevölkerung an den Festlichkeiten abermals, mit welcher Auhänglichkett die Briten an alten Traditionen festhalten, eine Wesensart, die in weit höherem Grade, als in gewöhnlichen Zeiten erkennbar ist, das öffentliche und private Leben des britischen Volkes beeinflußt. Wll Deutsche haben mit dankbarem Jn- tereße wahrgenommen, welch herzlicher Empfang unserem Kronprinzenpaar und dem Prinzen Heinrich von der königlichen Familie und den amtlichen Kreisen sowie von der Bevölkerung überall, wo sie in der Öffentlichkeit ersannt wurden, bereitet worden ist."
Englischer Besuch in Tsingtau. Aus Tsingtau wird der Deutschen Kabelgrammgesellschaft gemeldet: Der englische Vizeadmiral Winsloe traf mit zwei Schiffen zu viertägigem Besuch hier ein und wurde vom Admiral herzlich begrüßt. Zur Unterhaltung der Gäste sind Festmäler, sportliche Veranstaltungen und Ausflüge vorgesehen.
Der Seemannsstreik.
Amsterdam, 27. Juni. Von den rund 35 großen Dampfern, die augenblicklich im hiesigen Hafen liegen, find etwa Zwanzia von dem Streik betroffen. Die Polizei sperrte dâs