Hanauer K Anzeiger
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General-Anzeiger
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Die 8 gespaltene Petitzell« oder deren Vmm APsK im Neklameuteil Me Zeil« 45 Pfg.
Berantwortl. Redakteur: S. Schrecker ia Hana»
Mr. 147 Bernsprechanschlitsr Nr. 230.
Dienstag den 27. Juni
Wernsprechanschlitst Nr. 230 1911
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Mit Rücksicht darauf, daß im Großherzogtum Hessen das Beobachtungsgebiet sich noch bis dicht an die Stadt Hanau erstreckt, werden im Auftrage des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel die Samstagsschweinemärkte in hiesiger Stadt bis auf weiteres noch untersagt.
Hanau den 26. Juni 191. p. 7022
Königliche Polizeidirektion.
Frhr. Laur.
Landkreis Hanau.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der . Landweg Nr. 15 von Niederrodenbach nach Neuenhatzlau von Station 2,9 bis Station 4,0 + 80 d. i. vom Abzweig des Landweges Nr. 16 beim Uebergang der Bebraer-Eisenbahn bis zur Kreisgrenze Gelnhausen für die Zeit vom 28. ds. Mts. bis einschl. 4. Juli ds. Js. für Fuhrwerk von mehr als 20 Zentner Ladegewicht, sowie für Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.
Hanau den 26. Juni 1911. V. 4126
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Das diesjährige Ober-Ersatzgeschäft für den Aushebungsbezirk Hanau-Stadt findet am 4. und 5. Juli, für den Aushebungsbezirk Hanau-Land am 5., 6., 7. und 8. Juli d. Js. im Easthause »Zum Sandhof" in Hanau statt und beginnt morgens 8--. Ahr.
Die Militärpflichtigen haben sich pünktlich 7% Uhr morgens einzufinden.
Die Eltern und über 14 Jahre alten Geschwister (Schwestern wie Brüder) derjenigen Militärpflichtigen, von welchen Reklamationen eingereicht sind, haben im Aushebungstermin behufs Feststellung ihrer Arbeitsfähigkeit zu erscheinen, sofern deren Erwerbs- bezw. Aufsichtsunfähigkeit nicht, gemäß § 33,5 Schlußsatz der Wehrordnung, durch Zeugnisse beamteter Aerzte (Kreisarzt und dergl.) nachgewiesen wird.
Militärpflichtige, welche ohne genügende Entschuldigung im Termin nicht erscheinen oder beim Aufruf ihres Namens nicht anwesend sind, haben eine Geldstrafe bis zu 30 Mark ober entsprechende Haft zu gewärtigen.
Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit Geldstrafe bis zu 15 Mark oder entsprechender Haft geahndet.
Desgleichen wird auch das Singen auf den Straßen in der Stadt Hanau bei gleicher Strafe verboten.
Die itânWn Welt-luMmgen 1911").
Von Dr. Kurt Heinrich-Rom.
(Nachdruck verboten.)
III.
Zum ersten Male in diesem Jubiläumsjahr haben jetzt die römischen Hotelwirte Gelegenheit, das, was sie wirkliche Jubiläumspreise nennen, zu fordern, d. h. ihren in dem unsäglich teuer gewordenen Rom schon gewiß nicht niedrigen Tarif mit freundlicher Miene zu verdoppeln. Denn zum ersten Male ist die Stadt voller Besucher, zum ersten Male schiebt es sich auch in einer auch für den Kenner italienischer Straßenlebhaftigkeit auffallenden Mastenbewegung durch die Cafäs, wo alle Zeitungslektüre inhibiert ist, über den Korso, hinauf zum Pincio, und wieder hinab in die glühenden Ausstellungstäler.
And das Komitee atmet auf und freut sich des patriotischen Enthusiasmus, der, von der glorreichen Enthüllungsfeier des gewaltigen Nationaldenkmals vom 4. Juni entzündet, nun mit Worten der Anerkennung und des tönenden Lobes nicht geizt für alles, was die Kapitale des zu neuem Glanze erstandenen Vaterlandes, das unveräußerliche Rom, den Augen bietet.
Also füllen Scharen italienischer Provinzialen die Säle des Kunstausstellungspalastes und der zwölf Pavillons. Und auch für die Römer ist es „Saison" geworden, auf den gelben Kieswegen knirschen die Räder der Equipagen und Autos, raschelt die Seide eleganter Sommertoiletten, und man freut sich des herrlich leuchtenden Gesamtbildes von
*) Im nächsten seiner Berichte wird unser Herr Mitarbeiter nunmehr auf die Turiner Weltausstellung übergehen. Eine frühere Berichterstattung hierüber war nicht angängig und nicht zweckmäßig, weil erst jetzt. allmählich ein Gesamtüberblick und ein vergleichendes, kritisches Urteil über die Leistungen der Nationen auf der Turiner Ausstellung uwglich wird. D. Red.
Die Herren OrtsvorstSnde haben streng darüber zu wachen, dag die Militärpflichtigen in nüchternem Zustande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung erscheinen.
Die Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen. Die Militärpflichtigen sind darauf hinzuweisen, daß sie die Losungsscheine mitzubringen haben.
Die den Ortsvorständen in den nächsten Tagen im Umschlag zugehenden besonderen Ladungen sind den einzelnen Militärpflichtigen ungesäumt auszuhändigen; über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 30. Juni d. J. eine Bescheinigung hierher einzusenden.
Die Herren OrtsvorstSnde haben zur Erteilung etwaiger Auskunft an den Tagen, wo sich Militärpflichtige aus ihren Gemeinden stellen, bei dem Geschäft anwesend zu sein und dürfen sich vor seiner Beendigung nicht entfernen, auch haben sie dafür Sorge zu tragen, daß die Eltern, die über 14 Jahre alten Brüder und die unverheirateten Schwestern der Reklamierten, sowie diejenigen Mannschaften, welche infolge Reklamation zur Disposition der Ersatzbehörden entlasten und über deren spätere Dienstpflicht noch nicht entschieden ist, in ihrem eigenen Jn--^7e Mr Stelle sind.
Hanau den 19. Juni 1911.
Der Zivilvorfitzende der Ersatz-Kommission des Aushebungsbezirkes Hanau. Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Ordnung betr. die Deckung der Kosten der Entwâfferungs- anlage vom 9. Septbr. 1910 für das Rechnungsjahr 1911 zur Erhebung kommenden Kanalbeiträge liegt auf dem städt. Kanalbureau — Verwaltungsgebäude der städt. Licht- und Wasterwerke — vom 28. d. Mts. ab zwei Wochen lang aus.
Einsprüche find binnen einer Frist von vier Wochen, beginnend mit dem ersten Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist, bei uns vorzubringen.
Hanau den 26. Juni 1911. 15915
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Großauheim belegene, im Grundbuchs von Großauheim Band 31 Artikel 1635 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des
weißen Fastaden, aufsteigenden Rampe« und Stufen, die jetzt mit dem Tiefblau des Himmels und des überall verschwenderisch vorrückenden Grüns des Parks wie der umliegenden Berge einen wundervollen Akkord von Frühling und, Sommer zugleich ergeben.
Seit nicht viel mehr als einer Woche ist denn auch der letzte Pavillon geöffnet. And — je später der Abend, desto schöner die Gäste, möchte man sagen. Schon äußerlich macht sich der in dem charakteristischen maurisch-gotischen und renaistancenahem Mischstil gehaltene Bau Spaniens mit seiner charakteristischen freien „Maßwerk"-Ornamentik in kräftiger stolzer Eigenart geltend. Auch der - historischen Modellen nachgebildete Patio mit interessanten Gobelins in den Seitengängen und den wertvollen Rüstungen aus der glorreichen Zeit Altkastiliens hat eine gewisse nationale Suggestionskraft. Und dann tritt man in die Säle, von vornherein in ziemlicher Spannung, da die Spanier Zu- loaga und Anglada ja schon zu den Schlagern der Eesamt- ausstellung gehören.
In einem Sale hängen mehr als achtzig (ein Katalog dafür existiert noch nicht, einige andere sind übrigens inzwischen „veraltet") Bilder von einem Meister, der dasselbe Instrument, auf dem Zuloaga wie Anglada mit virtuoser Technik immer dieselben Saiten laut, schrill und nervenpeitschend oder kitzelnd erklingen lasten, mit müheloser Sicherheit in seiner ganzen naturgleichen Vieltönigkeit zu spielen weiß. Ich meine Sorolla y Bastida. Während mir sonst fast überall in den Sälen — abgesehen von wenigen Großen und vor allem von den Retrospektiven — die technische Absichtlichkeit und eine dabei sich äußernde törichte Dogmatik zu Bewußtsein kam, hatte ich hier sofort das geradezu befreiende, jubelnde Gefühl: der Mann kann alles malen, was er sieht und was er liebt; und er malt es mit einer durch viel Studium erworbenen Sicherheit in der Wahl der Ausdrucksmittel, sodaß der Ausdruck dessen — Erscheinung. Farbe. Form, Licht —, was der Künstler hat
Tagelöhners Wilhelm Hesse und Frau Katharina geb. Seitz zu Großauheim je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:
Krtbl. N Nr. 812/370 rc. Pfortenweingarten (Ecke Louisen- und Wiesenstraße) 4,33 ar,
— 1,02 Mark Reinertrag —
— Erundsteuermutterrolle Nr. 1329 — zu der dem Ehemann gehörigen ideellen Hälfte — am 11. August 1911, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — au der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Hanau den 16. Juni 1911. 15901
Königliches Amtsgericht, Abt. 2.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Gemäß Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten in Cassel vom 23. Juni d. Js. scheiden der Hof Entenfang, die Gemeinden Mauswinkel und Kirchbracht im Kreise Gelnhausen aus dem Sperrgebiete aus und treten zu dem Beobachtungsgebiete.
Hanau den 26. Juni 1911. V 4081
Im Schlacht- und Viehhof zu Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.
Hanau den 26. Juni 1911.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 70 Pfg. bar.
Verloren: 7 Mark bar.
Zugelaufen: 1 brauner Jagdhund m. Eeschl., 1 junger hellgelber Hund, erwa ft, Jahr, alt m. Eeschl.
Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen.
Zugeflogen: 1 schwarz-bläuliche Brieftaube mit Ring am Fuß mit Nr. 1662 — 132 — 10 und Adler mit Krone.
Hanau den 27. Juni 1911.
Politische Rundschau.
Der Kaiser in Kiel. Der Kaiser hörte gestern den Dortrag des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg und des Staatssekretärs v. Kiderlen-Wächter. Zur Frühstückstafel an Bord der „Hohenzollern" waren geladen: der Reichskanzler, Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter, der amerikanische Botschafter Hill, der amerikanische Marineattache, Korvettenkapitän Traut, Kontreadmiral Bagder, Kapitän z. S. Winterhalter von der „Louisiana", Kapitän z. S. Hoogerwerfs von der ,„Kansas", Kapitän z. S. Rodgers von „Admiral
ausdrücken wollen, stets ungezwungen, restlos und wie selbstverständlich erreicht wird, ohne daß er zu einem isolierten Ton, einem abgezogenen kunstgeschwollenen „Motiv" wird. Sorolla hat eben noch die Ehrfurcht vor den Dingen und deshalb malt er, selbst wenn ihn zunächst nur das Sonnenlicht auf einem braunen Knabenrücken lockte oder der Reflex des blauen Himmels im feuchten llfersand oder „im dunklen Laub die Goldorangen blühend", immer malt er doch Dinge, die in ihrer Lebendigkeit wie aus der Natur herausgerissen erscheinen. Dabei hat er im einzelnen einen äußerst verwegenen Impressionismus entfaltet, wie z. B. in dm „Mädchen mit der Puppe", hat in dem Bildnis Heiner Kinder — zweier Mädchen in leuchtenden roten Kleidern und eines Knaben in grau — in einem sonoren Kolorismus geschwelgt, hat überhaupt Lokalfarben von wundervoll reiner Leuchtkraft, aber daneben auch auf feinen spanischen Marinen ein Vibrieren des südlichen Lichtes, ein die Farben und Formen auflösendes Sfumato, daß man ihn hier den Lichtmalern par excellente zuzählen darf. Auch seine Porträts, besonders sein sympathisches Selbstbildnis, haben in der vornehmen Sicherheit der Auffassung und in der schönen Tonigkeit erste Qualitäten, ohne den Künstler freilich wohl in die Reihe der ganz Großen zu setzen, an deren Spitze sein Landsmann Velazquez steht.
Dann bringt es die weise Ausgeglichenheit Sorollas (ich erlaube mir, darin keine Rückständigkeit noch Mangel an Selbständigkeit zu sehen) mit sich,' daß die national-spanischen Charakterklänge, die uns aus den Kompositionen Zuloagas und Angladas mit der grellen Wucht aller für moderne Orchesterwirkung adaptierten Instrumente ent- gegengklingen, bei ihm nicht so sehr und vor allem nicht sofort vernehmbar sind. Aber sie sind da, spanische Sonne, spanisches Ambiente und der spanische Kolorismus mit seinem dominierenden Gelb. Und wenn man das ebenso vornehm gefühlsinnige wie malerisch großzügige und deli- alte Bild seiner Frau als Rekonvaleszentin, mit dem weiten