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Erstes Blatt.

einer

Vezugspr-tsi

Dittkeli^rlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für MO» wärtige Abonnenten mit dem betreff. Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des «rein. ev. Waisenhauses in Hamm.

General-Anzeiger

AMihts KM« fit Mt- und Landkreis Kanan.

Erscheint tSglkch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

NnrScksngsgebLhrt

Die bgespaltèns PetitzeU« oder deren NW« A PÄ hu Neklamenteil die Zeile 45 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. 6<5t<dM in Hana»,

Nr. 111 %ernhned)<t»?d)l«f$ Nr. 330. ^ws

Freitag den 12. Mai

Ferttsprechai»schl«ttz Nr. 330 1911

Re belltigeNumM «mssR Mßer dIMMWIO 14 Seiten.

Amtliches.

Landkreis F)anau.

Diejenigen Herren Bürgermeister, in deren Gemeinden sich Vermittelungsagenten für Jmmobilienverträge (Im­mobilienmakler) befinden, mache ich auf die nach den Ver­fügungen vom 2. Oktober 1900 (Nr. 35 der Amtlichen Bei­lage) und vom 21. Dezember 1907, V. 12353 (Nr. 1 der Amt­lichen Beilage vom 7. Januar 1908) jährlich wenigstens einmal vorzunehmende Revision der Geschäftsbücher der ge­nannten Agenten aufmerksam. Ich ersuche, wo die Revision noch nicht stattgefunden hat, diese bald nachzuholen.

Hanau den 11. Mai 1911. V.

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Unter Hinweis auf die Verfügungen vom 9. Mai 1901, St. 2024 — Nr. 109 des „Hanauer Anzeigers" von 1901 — und vom 24. Oktober 1910, St. 1868 — Nr. 9 der Amt­lichen Beilage zum Anzeiger von 1910 — werden die Herren Bürgermeister ersucht, bis zum 17. d. Mts. folgende Ver- zeichnisse einzureichen:

1. Ein Verzeichnis der selbständigen, in den Gewerbesteuer- klassen III. und IV. besteuerten Handwerker — aufzustellen nach der Rolle für 1910,

2. ein Verzeichnis sämtlicher gewerbesteuerfreien selbst­ständigen Handwerker. In letzterem sind die Handwerker getrennt in folgenden Abteilungen:

a) nach einem gewerblichen Jahresertrage bis einschl. 500 Mk.,

b) von mehr als 500 Mk. bis einschl. 1000 Mk. und

c) von mehr als 1000 Mk. «ufzuführen.

Die Kontrollen der steuerfreien Gewerbe stehen den Herren Bürgermeistern zur Verfügung, sie werden auf Ver­langen alsbald zugesandt werden.

In die Verzeichnisse sind auch diejenigen Handwerker aufzunehmen, welche neben dem Handwerk einen anderen Gewerbszweig (beispielsweise ein Spezereigeschäft usw.) betreiben.

Die sorgfältige Aufstellung der Verzeichnisse mache ich den Herren Bürgermeistern zur Pflicht.

Hanau den 10. Mai 1911. St 1254

Der Vorsitzende des Steuerausschusses der Eewerbesteuerklasse III und IV.

I. V.: Karbe.

Stadtkreis Han au. Bekanntmachung.

Der auf Mittwoch den 31. Mai d. I., vormittags 11 Uhr, anberaumte Termin zur Vergebung der Arbeiten zum Zwecke der Zulegung des Wassergrabens zwischen Kirchstratze und der Hanau—Aschaffenburger Eisenbahn in Großauheim wird aufgehoben.

Hanau den 12. Mai 1911. 11657

Vaurat Wohlfarth.

Gefundene ob verlorene Gcnenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 8 Mk., 1 silbernes Kettenarmband.

Verloren: 1 goldner Armreif mit 3 Opalen.

Entlaufen: 1 schwarzbrauner Kriegshund m. Eeschl. Hanau den 12. Mai 1911.

Politische RundTcbati.

Das Jubiläum des Deutschen Handelstages. Der Deutsche Handelstag begann seine Jubiläumstagung, zu der er in Heidelberg zusammengetreten ist, wo er vor 50 Jahren ge­gründet wurde, mit einem Besuch Mannheims. Ueber 300 Damen und Herren hatten der Einladung der Mannheimer Handelskammer Folge geleistet. Auf dem gestrigen von etwa 700 Vertretern von 150 deutschen und 11 ausländischen Handelskammern, insgesamt von etwa 800 Herren und Damen besuchten Begrüßungsabend der Teilnehmers am 50. Jubiläum des Deutschen Handelstages brachte beim Fest­mahl in der Stadthalle der Vorsitzende des Badischen Handelstages Kommerzienrat Engelhard-Mannheim als

erster Redner ein Hoch auf Kaiser, Fürst und Vaterland aus. Der Heidelberger Handelskammerpräsident, Kommer­zienrat Schott, toastete auf Deutschlands Handel und In­dustrie. Namens der Stadt Heidelberg bewillkommnete Oberbürgermeister Dr. Wilkens die Versammlung, indem er daran erinnerte, daß er schon vor 25 Jahren die gleiche ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen hatte. Namens der Gäste dankte der Präsident des Deutschen Handelstages, Stadtrat Kaempf, für die warme Bewillkommnung, und schloß mit einem Hoch auf das herrliche, gastliche Heidelberg, den badi­schen Handelstag und auf Mannheim und die Mannheimer Handelskammer unter bewundernden Ausdrücken für die großartige Mannheimer Industrie.

Erhöhtes Ruhegehalt für Alt-Pensionäre. Die bedrängte Lage und die Wünsche der vor der Gehaltsrege­lung im Jahre 1908 pensionierten Beamten bildeten den Gegenstand einer für Dienstag vom Zentralverband pensio­nierter deutscher Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten so­wie Lehrer einberufenen öffentlichen Versammlung im Saale des Musikerheims zu Berlin. Nebst einer großen Zahl pen­sionierter und aktiver Beamten nahmen daran auch die Land- tagsabgeordneten Geheimrat Dr. Boenisch und Dr. Runzr teil. Nach den Ausführungen des Vorsitzenden Geheimen Baurats von Schütz und des Syndikus Maximilian Goerlich handelt es sich um folgende Sachlage: Während die nach dem neuen Gesetz von 1908 pensionierten Beamten ein den Teuerungsverhältniffen angemessenes Ruhegehalt beziehen, sind die vorher in den Ruhestand Getretenen (Alt-Pensionäre) auf ihre früheren unzureichenden Bezüge angewiesen. Ihre Wünsche um Aufbesserung hatten nur den Erfolg, daß ein „Fonds zu Ausgleichsunterstützttngen für Alt-Pensionäre und Relikten" gegründet und im letzten Etat auf 3*/a Millionen Mark erhöht wurde. Die Alt-Pensionäre machen aber geltend, daß dieser Fonds zu einer wirkliches Sanierung nicht ausreiche, sowie daß der Bezug von Unterstützungen für Beamte unwürdig sei. Die Alt-Pensionâre forderten daher am Dienstag in ihrer Resolution die Gleichstellung ihrer Ruhegehalte mit denen der Neu-Penfionâre, eventuell wenigstens eine prozentuale Gehaltserhöhung resp. Erhöhung der Bezüge für Hinterbliebene. Die nationalliberale, die fortschrittliche und die freikonservative Partei haben übrigens, wie mit Dank hervorgehoben wurde, bereits darauf bezüg­liche Anträge eingebracht. In der Diskussion bezeichnete Abg. Dr. Runze^ (Vp.) die geschilderten Zustände als be­schämend und führte sie auf die verunglückte Finanzreform, auf die allzu häufigen Ministerkriscn und die hinter diesen Erscheinungen liegenden politischen Mißstände zurück. Er versprach die Unterstützung seiner Partei für die engere For­derung der Resolution. Abg. Dr. Boenisch (Zentr.) betonte, daß die gegenwärtige Frage eine durchaus unpolitische und keine .Parteilache sei. Es sei des preußischen Staates un­würdig, seine alten Beamten, die Träger des Staatsge­dankens, auf Gnadengaben zu verweisen. Die Zentrums­partei werde nicht hinter den übrigen Fraktionen in der Ver­fechtung dieser Sache zurückstchen. Nachdem noch Ober­landesgerichtsrat Petrich, Bürgermeister v. Karnap und andere Herren, speziell auch über die prozentuale Gehaltserhöhung gesprochen hatte, wurde die vorgeschlagene Resolution ein­stimmig angenommen.

Der russische Botschafter in Washington Baron Rosen ist zeitweilig zum Verweser des Ministeriums des Aeußern ernannt worden.

Die russische Duma hat gestern dem Ministerpräsidenten Stolypin ein Mißtrauensvotum erteilt.

Der Streik der Straßenbahner in Bremen ist beendet. Ein Drittel hatte von vornherein ihre Beteiligung ver­sagt, die übrigen kommen jetzt scharenweise zur Direktion, werden aber nur unter den neuen Bedingungen und Hinterlegung von 100 Mark angestellt. Heute früh er­folgte die Aufnahme des vollen Betriebes.

Marokko. Ueber die Lage der Hauptstadt Fez hat der Vertreter des Sultans El Mokri ein Telegramm vom 2. Mai erhalten. Es geht daraus hervor, daß die Bevölkerung sich ruhig verhält, daß es zwar an frischen Lebensmitteln fehlt, daß aber noch ein genügender Vor­rat von Konserven vorhanden ist. Einzelne' Nahrungs­mittel, die selten werden, haben sehr hohe Preise er­reicht. Am 2. Mai haben vier Stämme, darunter die Hyaina dem Sultan ihre Hilfe angeboten. Es ist wohl darauf zurückzuführen, daß die Mahalla des Sultans am 4. Mai einen Ausfall machte, wie heute offiziell bestätigt wird. Die Mahalla hat dabei zwar 30 Mann verloren, aber acht Gefangene gemacht. Auf Seiten der Stämme werden 50 Tote gezählt.

Die Vorgänge in Mexiko. Auf Einladung des ameri­kanischen Botschafters Wilson versammelten sich aefiern

in Mexiko die Vertreter der fremden Staaten auf der amerikanischen Botschaft, um über den Plan für ein ge­meinschaftliches Vorgehen zum Schutz der Fremden zu beraten, falls die Ereignisse besondere Maßregeln er­fordern sollten. Nach der Beratung stattete Wilson dem Auswärtigen Amt einen Besuch ab und legte dem' Minister des Aeußern den verabredeten Plan vor.

Parlamentarisches.

mb. Die Schiffahrtsabgabenkommissio« faßte gestern einen Beschluß über den § 11 betreffend die Abgabenerhebung auf Grund einer in der Unterkommission erzielten Ver­ständigung. Nach dem Kompromiß soll die Abgabenerhebmrg beginnen: Für den Rheinverband, wenn die Regulierung Sonderhausen-Straßburg, sowie die Maiukanalisalirm von Aschaffenburg bis zur Mündung in den Rhein und Me Reckarkanalisterung von Heilbronn bis zur Mündung in de« Rhein fertiggestellt sind. Außerdem ist der Beginn der Ab­gabenerhebung auf der Mosel mit der Saar, der Lahn, dem Rhein oberhalb Straßburg, dem Main oberhalb Aschaff«- 'burg und dem Neckar oberhalb Heilbronn abhängig von der bergwärts fortschreitenden Vollendung der RegulierungS- und Kanalisi«rungsarbett«n. Die Abgabenechebung soll im Weser» verband beginnen, wenn einschließlich der Bauzinsen drei­viertel der veranschlagten Grsarntkosten für die hier nach der Vorlage in Aussicht genommene« Bauten verausgabt sind und der Weser aus dem Waldecker Sammelbecken Waffer in regelmäßigen Betrieben zugeführt wird. Bei dem Elbo«- band soll mit der Abgabenerhebung begonnen werden, wem» einschließlich der Bauzinsen dreiviertel der veranschlagten De­samtkosten für die in der Vorlage vorgesehenen Bauten ver­ausgabt sind rmd mindestens die Hälfte der vorgesehenen Mindestvertiefungen der Fahrwassers auf der ganzen Strecke erreicht ist. Die Kommissstm hat sich in dem Anträge noch dahin verständigt, daß für den Rheinverband als Abgabe höchstens brehtiertei der Tarifsätze erhoben werden sollen, bis die vorgesehene Wafsertiefe von 2*7* Meter zwischen Mann­heim und St. Doar hergestellt ist.— In der weitergeführten Aussprache über den fortschrittlichen Antrag betreffend Ein­führung mm Strombeiräten für bfe ostmärkischen Wasser­straßen wandte sich der volksparteiliche Antragsteller gegen die gestrigen Ausführungen des Ministers von Breitenbach ukkd suchte den Nachweis zu führen, daß die Erhebung von Abgaben auf den ostmärkischen Wasserstraßen gegen di« Reichsverfassung verstoß«. Ein Zentrumsabgeordneter wider» sprach diesen Ausführungen und legte Verwahrung ein gegen das unbegrenzte Mißtrauen des fortschrittlichen Redners. Im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten säßen doch nicht nur Bureaukraten, sondern auch annähernd Denränftige Menschen (Heiterkeit), di« auch etwas vom praktisch«« Leben verständen. Von nationalliberaler Teste verlcmgt« man, daß eine verschieden« Strompolitik innerhalb des Deutschen Reiches vermieden werden müsse. Die Strompolitst müsse einheitlich sein. Die Verhandlung hierüber wird westergeführt.

mb. Die Handels- und Olewerbekommisston des Abgeordnetenhauses hat gestern zunächst 3 Petitionen betreffend Wahrung des Freien Wettbewerbs bei bet Er­richtung der Ueberlandzentrale beraten. Der Birichterstatt« führte unter Vorlage eines reichen Materials aus, daß bie Petenten wohl darin recht hätten, daß, wenn beim Bau von solchen Zentralen nur 3 große maßgebende Firmen in Be­tracht kämen, die Befürchtung nicht abzuweisen sei, daß diese Firmen das ganze Geschäft an sich zögen und gleichzeitig die Materiallieferung und Installation für si« zu einem Monopol würden, wenn die Regierung dagegen nicht energisch Stel­lung nähme. Di« Regierungsvertreter erklärte«, daß schon der vorjährige Erlaß vom August den Beweis liefere, rote bie Regierung bemüht sei, die Monopolbestrebung«« zu unter­binden und daß sie den betreffenden Kreisen und Behörden Anweisung gäbe, wie sie sich dagegen schützen sollen. Ein konservativer Redner führt aus, daß bisher trotz alledem nichts erreicht sei, er bittet die Regierung, ihre Autorität energisch zu wahren. Ein nationalliberales Mitglied meint, der Landivirtschaftsminister solle die Erttchtung von lleber- landzentralen nicht zu sehr begünstigen. Sin anderer Nationalliberaler erklärt, er möchte Wasser in den Wein gießen, er glaube nicht, daß den großen Firmen Schaden verursacht würde, denn man müsse anerkennen, daß bei der immerhin bestehenden großen Gefahr solcher Anlagen, in den weilten Fällen diese Firmen bevorzugt werden, da sie in allen Artikeln Präzisionsware lieferten und stets bie neuesten Er- findungen ausnutzten. Ein fortschrittlicher Redner erklärt, daß die betreffenden Firmen hauptsächlich deshalb immer den Vogel abschießen, weil die Offerten für die Ueberlandzentralen umsonst gemacht würden. Würden die Kreise und Behörden bei Einziehung von Offerten diese zahlen, so könnten auch andere Firmen sich beteiligen, wenn dabei von vornherein erklärt würde, Material- und Jnstallationslieferungen müssen nicht immer an dieselbe Firma vergeben werden. Im üb- eigen wäre man in den Kreistagen mit sehr hoher Stirn- mung für die Ueberlandzentralen eingetreten, weil die Guts- besitzer den großen Vorteil daraus hätten, daß sie Kraft be- ziehen könnten. Freilich wäre oft übersehen worden, daß der Landmann die Kraft auch immer nur eine kur» Seit des