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Skotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des «rein. es. Waijeichaules tn Sanaa.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: S. SchrrSrrt» Sanaa.

Nr. 102 F-rrrsprechanfchlich Nr. 230.

Dienstag den 2. Mai $e*»f»»«^nwttß Nr. 230 1911

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

Der Auftrieb der zum diesjährigen Weidegang auf der Kreisjungviehweide angemeldeten Fohlen und Rinder er­folgt am Dienstag den 9. Mai, vormittags halb 9 Uhr. Die Tiere sind nach Gattungen und Gemeindebezirksweise ge­trennt an dem kurz vor der Weiche der Hanauer Kleinbahn abzweigenden Waldweg aufzustellen. Es werden nur ge­sunde, gut entwickelte und zur Zucht geeignete Tiere zum Weidegang zugelaffen; junge Bullen und Hengste werden nicht ausgenommen.

Um die Tiere an die Weide leichter zu gewöhnen, wird nochmals auf die im Hanauer Anzeiger am 1. März und 18. April d. I. veröffentlichten Bedingungen verwiesen, wo­nach die zur Weide zu bringenden Tiere schon vorher an den Aufenthalt im Freien und an kaltes frisches Wasser gewöhnt sein müssen. Zubereitete Tränke darf ihnen nicht mehr ge­währt werden.

Zur Verhütung der Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die aufzutreibenden Rinder mindestens 3 Wochen im Besitz der jetzigen Eigentümer gewesen sein müssen, daß aus dem Beobachtungsgebiet Bergen, Niederdorfelden, Gronau, Eronauerhof und Dottenfelderhof Rinder nicht aufgetrieben werden dürfen und der Transport von Rindern durch das Beobachtungsgebiet nur auf Grund tierärztlicher Beschei­nigung und unter den üblichen Vorsichtsmaßregeln erfolgen kann.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, den Viehbesitzern, welche Weidetiere angemeldet haben, von dem Aufnahme­termin und den Bedingungen sofort Kenntnis zu geben. Be­sondere schriftliche Aufforderungen ergehen nicht-

Hanau den 1. Mai 1911.

Der Königliche Landrat. Frhr. Laur.

Zunge Leute von guter Führung und mit guter Hand­schrift für Kanzleiarbeiten sofort gesucht, Maschinenschreiber bevorzugt. Meldungen mit Lebenslauf, Zeugnissen und Lohnansprüchen baldigst erdeten.

Hanau den 2. Mai 1911.

Der Königl. Landrat. Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Lieferung von 2200 Meter Haurandsteinen aus Vasaltlava soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für UU ». ' '■■'-.immil — ->—— -m»»— u——-......... "°"

Frischer Spargel.

Von Professor Dr. K. F. Jordan.

Unter den jungen Gemüsen, die im Frühjahr Gaumen und Herz jedes Feinschmeckers erfreuen, nimmt der Spargel die erste Stelle ein; und zwar verdankt er diese einesteils der zarten Beschaffenheit seiner Gewebe, anderenteils dem Gehalt an Bitterstoff, der — wenn in angemessener ge­ringer Menge vorhanden — ihm jenen feinen pikanten Ge­schmack verleiht, der den meisten Menschen sympathisch ist. Wenn andere dagegen nichts vom Spargel als Nahrungs­und Eenußmittel wissen wollen, so ist dieser zweifache Standpunkt wohl nur durch den Grundsatz zu erklären: De gustibus non est disputandum (Ueber den Geschmack läßt sich nicht streiten). Es mag auch sein, daß der Spargel manchen Personen nicht bekömmlich ist, da er, in großen Mengen genossen, Blutharnen erzeugen kann. Im allge­meinen aber ist er sogar der Gesundheit dienlich; kommt es doch häufig vor, daß ein Stoff, mäßig genossen, günstig, im Uebermaße ausgenommen, schädlich auf den Organismus wirkt. Man denke nur an die homöopathischen Arzneien, die großenteils verdünnte schwere Gifte sind, sowie an den Alkohol, das Nikotin, das Opium usw. Der Genuß des Spargels vermehrt die Urinabsonderung und ist dadurch im Stande, die Entfernung für den Körper nachteiliger Produtte des Stoffwechsels zu befördern. Eigentümlich ist dabei der durchdringende Geruch, den der Spargel dem Urin verleiht. Nicht bekannt ist übrigens in weiten Kreisen sein großer Nährwert, der sich aus seinem Reichtum an Ei- weitzstoffen und besonders an Asparagin herschreibt, einer stickstoffhaltigen Verbindung, die im Zellsaft gelöst enthalten ist, durch Umwandlung von Eiweißstoffen entsteht und — bei Anwesenheit von Kohlehydraten — wieder in solche zu­rückverwandelt werden kann. Das Asparagin ist der charak- teristische Bestandteil des Spargels und hat nach ihm seinen

die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Mate­rialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 8. Mai, vormittags 12 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa er­schienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 29. April 1911. 10653

Der Magistrat.

Hild.

Politische RtmdTdtatL

Das Kaiserpaar und Prinzessin Viktoria Luise haben gestern mittag die Rückreise von Korfu nach Deutschland angetreten.

Das Kanonenboot »Iltis" ist zum Schutze der Deutschen in Kanton eingetroffen. Die Unruhen in der Stadt nehmen einen bedrohlichen Charakter an.

Die deutsche Hochseeflotte hat heute von Kiel aus die Frühjahrsreise angetreten.

Zum Tode des Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die aus der fürstlichen Residenz Bückeburg unerwartet eingetroffene Nachricht von dem Ableben des Fürsten Georg versetzt unser Kaiserhaus in Trauer und erweckt in ganz Deutschland warme Teilnahme. Im schaumburgischen Lande herrscht tiefe Betrübnis um den Landesherrn, von dessen großer Be­liebtheit noch vor wenigen Jahren die Beteiligung der Be­völkerung an der Silberhochzeit des fürstlichen Paares allge­mein sichtbares Zeugnis ablegte. Der nun Hingeschiedene Fürst, der 1870-71 beim Stabe des 7. Armeekorps ins Feld rückte, wichtigen Entscheidungen des Krieges beiwohnte und mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse heimkehrte, hat seine bundestreue Gesinnung stets bewährt. Das Andenken des edeldenkenden und gütigen Fürsten wird in Ehren bleiben. — Der Reichsanzeiger schreibt: Seine Hochfürstliche Durch­laucht Fürst Georg zu Schaumburg-Lippe ist gestern im 65. Lebensjahre nach 18jähriger glücklicher Regierung aus dem Leben geschieden. Mit dem fürstlichen Hause, das Seiner Majestät dem Kaiser durch nahe Verwandtschaft verbunden ist, und der Bevölkerung des Fürstentums, das in dem Ent­schlafenen einen gütige:: Landesherrn von treuer deutscher Gesinnung betrauert, vereinigen sich die deutschen Fürsten und das deutsche Volk in herzlicher Teilnahme.

Selbsthilfebestrebungen in der Privatbeamtenbewegung. Unter zahlreicher Beteiligung der Zweigvereine aus den

Namen (der Spargel heißt botanisch Asparagus officinalis); es kommt aber auch in einer Anzahl anderer Pflanzen — z. B. in Getreide- und Kartoffelkeimen, der Runkelrübe usw. — vor.

Da das Asparagin sich in den jungen Sprossen der Spar­gelpflanze vorzugsweise im Dunkeln bildet, muß die Grund- achse (auch Wurzelstock oder Rhizom genannt), bevor die jungen Stengeltriebe aus der Erde Hervorbrechen, mit Erde bedeckt oder „gehäuft" werden. Letzteres werden dann ab­geschnitten oder „gestochen" ehe der Spargelkopf (die Blatt- knospe an der Spitze) durche Ablagerung von Blattgrün oder Chlorophyll ergrünt ist. Der in den Büchsen konser­vierte Spargel ist oft zarter als der frische Spargel, steht diesem aber an pikantem Geschmack nach, weil das Asparagin durch das in den Büchsen enthaltene Wasser allmählich ausgelaucht (ausgesogen) wird.

Die pflanzliche Zugehörigkeit des Spargels führt uns in die reiche Fülle der lilienartigen Gewächse, und zwar in die unmittelbare Nähe der Maiblumenarten. Er ist von Haus aus eine Dünenpflanze und verlangt Sandboden. Die Blüte ist unscheinbar grüngelb; die sechsblättrige Blüten- Hülle umschließt sechs Staubgefäße und einen Stempel, aus dem zur Zeit der Fruchtreife eine erst grüne, später rot werdende einsamige Beere hervorgeht. Die Samen dienten zur Zeit der Kontinentalsperre als Kaffeesurrogat. Die ausgewachsene Pflanze ist reich verzweigt; die Blätter sind klein, schuppenförmig ausgebildet; aus ihren Achseln oder Winkeln gehen Büschel von grünen nadelförmigen Zweigen („blütenlose Vlütenstiele") hervor, die man oft fälschlich für die Blätter hält. Bon aufgeschossenen Spargelstengeln bauen sich bei uns die Juden, sofern sie noch an ihren Kul- tusgebräuchen festhalten, bei ihrem Palm- oder Laubhütten­feste in Gärten oder Hoftäumen zierliche Hütten zur Er­innerung daran, daß ihre Vorfahren bei ihrem 40jährigen Nomadenleben in der Wüste in Hütten wohnten, sowie zur Dankfeier für die Ernte, namentlich der Weintrauben.

Königreichen Bayern und Württemberg, den Großherzog» tümern Baden und Hessen, aus der Provinz Hessen-Nassau und den Reichslanden Elsaß-Lothringen tagten am 30. April cr. im Hotel „Russischer Hof" zu Würzburg die Bezirksverbände II und IX des Deutschen Privatbeamten-VereinS. Aus dem der Versammlung erstatteten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß der Deutsche PrivaHeamtrn-Verein (Sitz Magdeburg) imb namentlich seine auf dem Grundsatz« der Selbsthilfe basierten Versicherungskassen, recht günstige Fortschritte ge­macht haben. Der Verein weist einen Zugang von 3710 Mitgliedern auf. In der Pensionskasse wurden 1955 Ver­sicherungen, in der Witwenkasse 493, in der Begräbniskass« 342 Versicherungen neu abgeschlossen. Insgesamt laufen jetzt in der Pensionskasse 92 126 Anteile, in der Witwen­kasse 17 692 Anteile, in der Begräbniskasse 39 924 Anteil«, zu je 100 Mk. gerechnet, in der Krankenkasse 11 666 An­teil«. Das Vermögen der Kassen und das bei Vereins be­trägt über 18 000 000.— Mk. Seit ihrem Bestehen zahlte die Pensionskasse an Alters- und Jnvaliditätspensionen 1340670.— Mark. In der Witwenkasse wurden bisher 654 547.— Mk. Witwenrrntm gezahlt; in d«r Begräbnis­kasse gelangten bisher 625 026.— Mk. Sterbegeld zur Aus­zahlung. Die Krankenkasse zahlt« bisher an Krankengeld sowie für ärztliche Behandlung, für Arzt und Arzneien ins­gesamt 1 474 800.— Mk. Diese Leistungen wurden noch durch die zahlreichen WohlfahrtSeinrichtungen des Vereins wesentlich unterstützt; im Berichtsjahre wurden ea. 26 000.— Mark an Unterstützungen und 6500.— Mk. an Erziehungs­beihilfen gewährt. Es sind dies« Zahlen erfreuliche Beweis«, daß trotz deS Verlangens nach Staatshilfe auch die Selbst­hilfe in der Privatbeamtenbewegung rüstig fottschreittt. Der staatlichen Versicherung für Privatbeamte stimmte die Würz­burger Versammlung zu; sie befürwortete eine baldige Lösung der Frage und ersuchte dringend um Zulassung der BersicherungSkassen des Deutschen Privatbeamien-Vereins als Ersatzinstitute. Die Versammlung befaßte sich dann nament­lich mit der Frage, ob weiblichen Angestellten die Aufnahme in die Pensionskasse zu ermöglichen wäre, was aus ver­sicherungstechnischen Gründen abgelehnt werden mußte. Zur Stèllenlosenverstcherung wurde wegen der technischen Schwierig­keiten eine abwartend« Stellung eingenommen; bagtgen wurde eine Erweiterung der Krankenversicherung in Aussicht gestellt Die Hauptversammlungen bei Vereins und seiner Kassen, deren Vorlagen auf der Vertreter-Versammlung durchbesprochen wurden, tagen am 11. und 12. Juni in Berlim

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Aus New- Pork, 1. Mai wird berichtet: Der deutsche Botschafter Graf v. Lernstoff wohnte als Ehrengast einem Bankett des Union League Klubs bei, auf dem der Präsident

In den ältesten Zeiten schon — vor Jahrtausenden —- blühte die Spargelkultur. Jedenfalls kennt man ein alt- ägypttsches Gemälde, das dies vermuten läßt. Es handelt sich um eine Abbildung von Opfergaben im Grabe der Stufenpyramide von Sakkara aus der fünften Dynastie (2750—2625 v. Chr.). Dort sieht man zuoberst auf einem Haufen von Früchten und Gemüsen ein Spargelbündel, fein säuberlich mit Schnüren umwickelt. Diese Opfer hatte man dem Verstorbenen mit ins Grab gelegt, damit er seine Lieb­lingsspeise auch im Tode nicht entbehren sollte.

Die Römer schätzten den Spargel sehr, und nach Plinius wurde Spargel in Ravenna „gemästet"; von den stärksten Spargelstangen gingen nur drei auf ein Pfund. In Gallien und Germanien, wohin der Spargelbau von den Römern gebracht worden war, gedieh er — wegen der Schwierigkeit seiner Kultur — zuvörderst nicht; erst im 10. Jahrhundert ist wieder von Spargelzucht die Rede; aber seit dem 16. Jahrhundert fand sie eine allgemeine Verbreitung, und Hyronimus Vock spricht in seinem Neuen Kräuterbuche, das 1539 erschien, vom Spargel als von einem gemeinen Salat der Welschen und Hispanier, der nunmehr, wie andere Lecker­bissen, auch nach Deutschland gekommen sei, eine lieblich« Speise für die Leckermäuler.

Gegenwärtig finden sich ausgedehnte Spargelkulturen bei Braunschweig, Lübeck, Beelitz, Horburg bei Kolmar, lllm; in Frankreich bei Argenteuil usw.

Ueber die beste Art der Zubereitung gehen die Ansichten auseinander. Man itzt ihn mit zerlassener — auch mit fester — Butter, mit einer Art Eiersauce und als Salat mit Essig und Oel. Ich finde, daß er mit zerlassener Butter am besten schmeckt; aber er muß vorher — beim Kochen — in aus. rei^cnbem Matze gesalzen werden (Nachsalzen verdirbt den Geschmack), und die Butter wird am besten etwas braun an- gelassen; eine Zutat von frisch geriebener harter Semmel (kern fertiges Praparat!) gestaltet den Geschmack in gün. ftigem Sinne eigenartig und etwas träftiger. — Jm allge-