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Hamner K Anzeiger

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General-Anzeiger

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Die Sgelpaltene Petttzeil« oder bete* «au« 10 M

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

'âwttonsdriuk und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhaus« in Hanau.

AMcher Organ für Äak- and Fandkreis Ham».

Im Nellamenteil die Zelle « Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. BerantworU. Nedakteur: T. Schrecke» da K««

Nr. 92 N-rnsp»-char,schlich Nr. 230. Donnerstag den 20. April

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^ernsprechanschltch Nr. 230 1911

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeits­nachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.

Wir richten deshalb an alle Interessenten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbeitsver- mittelungsstelle — Langstraße Nr. 41 hier — anzumelden.

Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt.

Hanau den 31. Oktober 1910. 1119

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Bei der beginnenden Bautätigkeit machen wir darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen im § 24 des Bau- Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. Juli 1900 Unternehmer von Regiebauten Arbeits-Nachweisungen bei der unterzeich­neten Behörde einzureichen haben.

Als Unternehmer eines Regiebaues gilt jeder, welcher nicht ein Baugewerbe im Jnlande betreibt, also nicht Mit­glied einer Vau-BerufSgenosienschaft ist, ob er die Kennt­nisse und Fertigkeiten dazu besitzt oder nicht.

Unternehmer, welche der oben erwähnten gesetzlichen Verpflichtung nicht rechtzeitig nachkommen, „können in eine Ordnungsstrafe bis zu 100 Mark genommen werden.

Wegen der Form der einzureichenden Nachweisungen verweisen wir auf die Bekanntmachung des Reichsversiche­rungsamtes vom 12. Dezember 1887 (Amtsblatt von 1888 S. 5) abgedruckt im „Hanauer Anzeiger" vom 3. Dezember 1888 Nr. 283 u. ff.

Hanau den 4. Avril 1911. 9701

Der Magistrat.

Hild.

Eberhardschule.

Mnaden- und Mädchen-Mittelschule).

Die Aufnahme der für die 9. Klassen angemeldeten Schüler und Schülerinnen erfolgt am

Montag den 24. April, vormittags 10 Uhr.

Die für höhere Klassen angemeldeten Schüler und Schüle­rinnen werden am Dienstag den 25. April, um 8 Uhr vormittags, ausgenommen. 9683

Hanau den 20. April 1911.

Die Rektoren.

Bartmuß u. Ickler.

Gewerbliche Fortbildungsschule.

Diejenigen Eewerbeunternehmer, welche Ostern 1911 fortbildungsschulpflichtige gewerbliche Arbeiter eingestellt haben, werden ersucht, sie zur persönlichen Anmeldung im Schulgebäude, Erbsenstratze Nr. 3/5, bis zum 23. April 1911 zu veranlassen.

Hanau den 19. April 1911. 9725

Der Direktor der gewerbl. Fortbildungsschule.

Geißler.

Handelsregister.

1. Firma: „Geschw. Limburg" in Hanau.

Inhaberin des Handelsgeschäftes ist

Fräulein Johanna Sperzel in Hanau, welche es zu Hanau unter der abgeänderten Firma: „Geschw. Limburg Nachf., Inhaberin Johanna

Sperzel"

als Einzelkaufmann fortführt.

2. Eingetragen ist am 13. April 1911 die Gesellschaft mit beschrankter Haftung in Firma:

„Dr. Oehler u. Co., Gesellschaft mit beschränkter Haf­tung, Großkrotzenburg, mit dem Sitze in Großkrotzen­burg".

Der Eesellschaftsvertrag ist am 11. März und 10. April 1911 festgestellt.

Gegenstand des Unternehmens ist Handel und Fabri­kation chemischer Produkte, Drogen, Fruchtwasser, Essen­zen, Tinkturen, Photochemikalien und natürlicher und künstlicher Rohstoffe zur Parfümfabrikation.

Das Stammkapital beträgt 425 000 Mark.

Zur Deckung seiner Stammeinlage bringt der Gesell­schafter Dr. phil. Eugen Oehler in Offenbach a. M. in die Gesellschaft ein die zu Großkrotzenburg gelegene chemische Fabrik und das bisher mit ihr unter der im Handelsregister inzwischen gelöschten Firma „Eugen Oehler" zu Großkrotzenburg von ihm betriebene Handelsgeschäft nach dem Stande der Bilanz vom 1. Januar 1911 und zwar:

1. das Fabrikgrundstück nebst Zubehör zum Werte von 109 052 Mark 25 Pfg.,

2. die fertigen und halbfertigen Waren, Maschinen und Gerätschaften zum Werte von 129 326 Mark 98 Pfg.,

3. ausstehende Forderungen von 14 852 Mark 51 Pfg., 4. Bargeld, Wertpapiere und Wechsel von 90 500 Mk. 46 Pfg.

zusammen zum Werte von 343 732 Mark 20 Pfg.

Geschäftsführer ist Dr. phil. Eugen O e h l e r zu Offen­bach a. M. mit der Befugnis zur Bestellung von Prokuristen. Die. Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen in der „Frankfurter Zeitung" in Frankfurt a. M. 9703

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1. vom 11. April 1911, zu 2. vom 13. April 1911.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen 1. das in der Gemarkung Rückingen belegene, im Grundbuchs von Rückingen Artikel 390 zur Zeit der Eintragung des Ver­steigerungsvermerkes auf den Namen des Schnallenschmieds Christian Carl Schreiber 2., Friedrichs Sohn, in Rückingen eingetragene Grundstück

Ktbl. H Nr. 53 Acker beim Kreuzweiher, 2,56 Ar,

0,18 Tlr. Reinertrag,

2. die in derselben Gemarkung belegenen, an gleicher Stelle auf den Namen der Ehefrau des Vorgenannten Louise Christine, geb. Kuprian, eingetragene Grundstücke: Ktbl. A Nr. 269 Acker das Hattergaßfeld, 5,41 Ar,

0,95 Tlr. Reinertrag,

KM. G Nr. 59 Acker die Judenweide, 2,57 Ar,

0,45 Tlr. Reinertrag,

3. das in der Gemarkung Langendiebach belegene, im Grundbuchs von Langendiebach Artikel 959 auf den Namen des vorgenannten Christian Carl Schreiber 2. eingetragene Grundstück

Ktbl. 17 Nr. 79 Acker beim Heidensee, 5,27 Ar,

0,23 Tlr. Reinertrag

am 16. Juni 1911, vormittags 9 Uhr,

durch das unterzeichnete Gericht.— an der Gerichtsstelle — versteigert werden.

Langenselbold den 8. April 1911. 9727

Königliches Amtsgericht.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 goldener Kettenring, 1 Rosenkranz (weiße Perlen), 1 goldener Armreif, 1 alte defekte Goldin- uhr.

Verloren: 1 kleines Portmonnaie mit 2,85 Mark, 1 silbernes Armband.

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.

Hanau den 20. April 1911.

politische RundTd^aw.

Der Kaiser auf Korfu. Der Kaiser begab sich Mitt­woch morgen vom Achilleion über Perama und Canons nach Earitza und verweilte bei den Ausgrabungen. Zu­gegen waren außerdem der Gesandte Freiherr von Wangenheim und Herr Armour. Prof. Dörpfeld sprach über Alter und historischen Inhalt der homerischen Ge­sänge im Zusammenhang mit den neueren Ausgrabungen in Griechenland. Der Kaiser nahm das Frühstück auf Herrn Armours Jacht „Utowwana" ein.

Das Gesetz zur Entlastung des Reichsgerichts das der Reichstag im Vorjahre angenommen hatte, sollte sich nach Presseäußerungen nicht bewährt haben. Wie eine par­lamentarische Korrespondenz von maßgebender Seite hört, ist jedoch gerade das Gegenteil der Fall. Das Gesetz hat die Wirkung gehabt, daß beim Reichsgericht monat­lich etwa 100 Revisionen weniger als bisher eingelegt werden und die Termine viel früher angesetzt werden können. Nachdem die vom Reichstag bewilligten Hilfs­richter angestellt sind, werden im allgemeinen alle Revisiönen im Laufe von 3 Monaten erledigt.

Wünsche zum Postscheckoerkehr. Die Aeltesten der Kauf« Mannschaft von Berlin haben in einer Eingabe an den Staatssekretär des Reichspostamts die Wünsche der von ihnen vertretenen Handelskreise für die bis zum 1. April 1912 auf dem Wege der Gesetzgebung zu regelnden Vor« schriften über den Post-Ueberweisungs- und Scheckverkehr zum Ausdruck gebracht. Sie erkennen in der Eingabe an, daß die Reichspostverwaltung seit Bestehen des neuen Dienstzweiges bereits mannigfache Verbesserungen einge­führt und zahlreiche Mängel beseitigt hat, sie find jedoch der Meinung, daß noch manche Aenderungen an den jetzigen Bestimmungen vorgenommen werden müssen, wenn der Ueberweisungs- und Scheckverkehr in allen Bevölkerungs­schichten die erwünschte Verbreitung finden soll. In dieser Hinsicht treten die Aeltesten ein: für eine weitere Verein­fachung der Einrichtungen, für eine beschleunigte Abwicklung des Verkehrs, für eine engere Verbindung des Postscheckver­kehrs mit dem Reichsbankgiroverkehr, für die Portofreiheit der Sendungen voij den Kontoinhabern an die Scheckämter und last not least für eine gründliche Reform des gegen­wärtigen Tarifs. Für diesen letzten und wichtigsten Punkt stellen sie die Forderung auf, daß die Kosten für Vareinzah- lungen mittels Zahlkarten, die jetzt für je 500 Mark oder einen Teil dieser Summe 5 Pfg. betragen und vom Zah­lungsempfänger zu tragen sind, auf 5 Pfg. ohne Rücksicht auf die Höhe des Betrages festgesetzt und vom Einzahler ent­richtet, sowie durch Freimarken verrechnet werden, daß ferner die Gebühr für Barrückzahlungen an Scheckstunden auf ein Zehntel vom Tausend, an Nichtkunden auf zwei Zehntel vom Tausend, auf durch 5 teilbare Beträge nach oben abgerundet, festgesetzt und für jede Buchung eine Gebühr von 2 Pfg. er­hoben wird. Die feste Gebühr von 5 Pfg. bei Auszahlungen, die lleberweisungsgebühr von 3 Pfg., vor allem aber die Zu- schlaggebühr von 7 Pfg., die jetzt bei mehr als 600 Buchungen im Jahr zur Erhebung gelangt, sollen wegfallen. Bei An­nahme der vorgeschlagenen Sätze werden nach Ansicht der Aeltesten der Kaufmannschaft aus dem Postüberweisungs- und Scheckverkehr sich so hohe Einnahmen ergeben, daß nicht allein die Ausgaben darin reichlich Deckung finden, sondern der Reichs-Postverwaltung noch ein ansehnlicher lleberschuß verbleibt.

Marokko. Wegen der durch die Ereignisse in Fez hervor­gerufenen Eährung unter den Stämmen am Mulujafluß suchte der französische Oberkommissar bei der Regierung um die Ermächtigung nach, verschiedene Erenzpuntte stärker zu befestigen. Die Ermächtigung wurde gewährt. General Toutee ergriff Maßnahmen, aus den verfügbaren Truppe« der Division in Oran ein Detachement auszuheben, das dazu bestimmt ist, gewisse Erenzpuntte stärker zu besetzen.

Die Lage in Mexiko. Obgleich Gomez fortdauernd die Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen bestreitet, herrscht in Washington die Ansicht vor, daß die Friedens­aussichten günstig seien. In diesem Sinne depeschierte der Botschafter Wilson aus der Stadt Mexiko, fügte indessen hinzu, die dorttgen Amerikaner seien neuerdings sehr be­unruhigt.

Jugend und Heldentum.

Tief, unausrottbar tief, sitzt der Jugend die Begeisterung für alles Große, Hohe und Heldenhafte im Blut, daß sie es febst in feiner größten Verzerrung noch erkennt. Nur da­rauf ist es ja zurckzuführen, daß gewisse Schundromane bei der Jugend großen Absatz gefunden haben. Denn die Ju­gend sieht in dem Helden der Schundliteratur nicht in erster Linie den Verbrecher, dem kein Mittel schlecht genug ist, um seine Pläne durchzusetzen, sondern den Mann, der der llebermacht der Staatsgewalt und der ganzen bürgerlichen anständigen Gesellschaft trotzt. Verdienstvolle Menschen und Jugendfreunde sind lange bemüht, die Jugend aus dem ge­fährlichen Banne der Vebrecherliteratur zu hefteten und ihr eine gesunde, geistige Nahrung zu bieten.

Eine s lche enthalten zweifellos am allerwenigsten die sozialdemokratischen Schriften, die Mordanschläge gegen ge­krönte Häupter und andere hochgestellte Personen als er- laubt hinstellen, um auf diesem Wege zu dem vielgepriesenen Zukunftsstaate zu gelangen. Man denke nur daran, daß beispielsweise die Schreckenstaten russischer Revoluttonäre und Nihilisten von der Sozialdemottatte stets verherrlicht worden sind, ebenso wie die in Deutschland begangenen anarchistischen Verbrechen, mögen sie auch noch so verab- scheuenswurdig gewesen sein, nie die Mißbilligung der Sozialdemokratie gefunden haben. Daß unsere Jugend vor Schrrften bewahrt bleiben muß, die derartige Anschau­ungen über Heldentum vertreten, liegt auf der 5iand. Eben- so ungeeignet sind freilich jene bleichsüchtigen Schriften der