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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bet verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

A«W» Organ fit Stabt Mi Mkreis Kanan.

EksrückmegsgebL-r»

Die ItzespaUen« Petitzell« oder bett* SW« M Mz i» ReklamenteU dir Zell« 45 Phz.

Erscheint tägkch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Vellage. Derantwortl. Skedakte«: «. S^ttdet ta S®**

Fernsprechanschlutz Nr. 230 1911

Nr. 91 W-rnsprecha«schl,.k Nr. 230. Mittwoch bcii 19. April

Amtliches.

Stadt- und Eandkreis kjanau.

Mit Bezug auf meine Kreisblattbekanntmachung vom 28. März d. J. V. 1810 bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß auf Antrag interessierter Gemeinden seitens des Großherzoglichen Kreisamts Büdingen wegen der Heu­ernte die Walzung an einigen Straßen verlegt wurde. Die Walzung der Straße Hainchen—Langenbergheim findet nunmehr vom 18. Mai bis 10. Juni und Höchst—Straße Altenstadt— Eichen vom 2. bis 10. August statt.

Hanau den 18. April 1911. V. 2165

Der Kgl. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Eandkreis Ran au»

An die Herren Jagdvorsteher des Kreises.

Wie alljährlich, soll auch während der diesjährigen Brutzeit der Raben und Krähen eine Vernichtung dieser Vogelarten sowie deren Nester mit Brut vorgenommen werden.

Zur tatkräftigen Bekämpfung der Rabenplage ist die Mitwirkung der Behörden aller benachbarten Kreise und Bezirke erbeten worden. Es ist deshalb auch erforder­lich, daß die Herren Jagdpächter sich durch Abschieden und Verscheuchen der alten Raben in ihren Jagdbezirken an den getroffenen Maßnahmen beteiligen. Ich ersuche, dieselben auf Grund der Jagdpachtverträge durch schrift­liche Aufforderung zur Beteiligung an dem Vernichtungs­werk anzuhalten, ev. im Unterlassungsfall geeignete Maßnahmen auf Kosten der Jagdpächter zu treffen.

Hanau den 12. April 1911. A 1371

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Schulnachricht.

Städtische Höhere Mädchenschule.

Die Aufnahmeprüfung der neu eintretenden Schüle­rinnen findet

Donnerstag den 20. d. Mts., vormittags 9 Uhr, die Aufnahme der für Klaffe X, 1. Schuljahr, ange­meldeten Schülerinnen Freitag den 21. d. Mts., vor­mittags 10 Uhr, statt.

Hanau den 19. April 1911. 9623

Der Direktor.

Bungen st ab.

Gewerbliche Fortbildungsschule.

Der Unterricht des neuen Schuljahres beginnt am Mon­tag den 24. April 1911. Die Neuanmeldungen sind in der Zeit vom 18. bis 22. April im Schulgebäude, Erbsen­straße 3/5, zu bewirken.

Zum Schulbesuche verpflichtet sind alle im Bezirk der Stadt Hanau beschäftigten, noch nicht 18 Jahre alten ge­werblichen Arbeiter, auch die nur probeweise angenomme­nen Lehrlinge.

Die Anmeldungen für den freiwilligen Unterricht, so­wohl für das Zeichnen der Schulknaben am Mittwoch und Samstag nachmittag, als auch für den über die Ziele der Pflichtfortbildungsschule hinausgehenden Tages- und Abendunterricht haben vor dem Schulbeginn zu erfolgen.

Nicht mehr schulpflichtige junge Leute, welche noch nicht in einer praktischen Lehre stehen, können als Tagesschüler an dem Unterricht teilnehmen.

Hanau den 6. April 1911. 8765

Der Direktor der gewerblichen Fortbildungsschule.

Geißler.

Verdingung von Erdarbeiten zur Regulierung des kleinen Bachs in der Zusammenlegungssache von Niedergründau im Kreise Gelnhausen.

Erdarbeiten : 4715 cbm zu lösen, 16350 qm Böschungs­flächen zu planieren und anzusäen.

Die Verdingungsbedingungen und ein Auszug aus Dem Kostenanschlag nebst den zugehörigen Maffenberech- nungen und Zeichnungen liegen bei dem Vorsitzenden der Ausführungskommission, Bürgermeister Emmel zu Niedergründau zur Einsicht offen.

Die zum Angebot nötigen Auszüge des »Preis- und Massenverzeichnisses sind gegen Einsendung von 50 Pfg. von Oberlandmesser Streichelt zu Hanau, Birken­hai nerstr. la, zu beziehen.

Angebote sind mit der ausdrücklichen Erklärung, daß der Bieter sich den ausgelegten Bedingungen unterwirft, schriftlich in verschlossenem Umschläge spätestens bis zum Beginn des Verdingungstermins an Oberlandmeffer Streichelt abzugeben.

Der Verdingungstermin findet am Freitag den 28. April d. I., vormittags 9 Uhr, in der Gastwirtschaft von Emmel in Niedergründau statt.

Der Zuschlag erfolgt auf Grund der im Preisver­zeichnis von dem Bewerber geforderten Einheitspreise entweder im Termin oder spätestens 14 Tage nach dem Termin.

Hanau den 15. April 1911. 9489

Königliche Spezialkommission.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Robert Sommer in Hanau. Inhabers der Firma „Arnold Gerhardt" in' Hanau wird Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters und Anhörung der Gläu­biger über die dem Verwalter festzusetzende Vergütung und die ihm zu erstattenden Auslagen anberaumt auf den

12. Mai 1911, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 5.

Hanau den 13. April 1911. 9571

Königliches Amtsgericht 5.

Politische Run dich au.

Ein Geschenk des Kaisers ist dem Vaterländischen Mu­seum in Celle zuteil geworen. Das Museum besitzt eine Ehrenhalle der ehemaligen Königlich-Hannoverschen Armee, in welcher sich zahlreiche Andenken an das Königreich Han­nover befinden. Als Schmuck für diese 156 Quadratmeter große und 10 Meter hohe Ehrenhalle hat jetzt der Kaiser ein Riesengemälde „Das Gefecht in der Göhrde" zum Geschenk gemacht, das in seinem besonderen Auftrage von dem Schlachtenmaler Professor Röchling hergestellt worden ist.

Deutschland und die bedrohliche Lage in Marokko. Die „Köln. Ztg." läßt sich anscheinend offiziös aus Berlin mel­den: „Auf dem Wege über spanische und französische Blätter haben auch Nachrichten Eingang gefunden, welche die Lage bei Fez in etwas sehr pessimistischer Tonart schildern. Es ist nicht ganz leicht, über die Vorgänge dort so auf dem laufen­den zu bleiben, daß man sich ein bestimmtes Urteil bilden könnnte, da bekanntlich immer eine Reihe von Tagen ver­geht, bevor Nachrichten von Ort und Stelle bei uns ein­treffen. Immerhin aber gestatten die Berichte, die von deut­scher Seite aus über die Vorgänge vorliegen, die pessi­mistische Auffassung der Dinge wesentlich abzuschwächen. Zwar geht auch aus ihnen hervor, daß die Verhältnisse in jenem Teil Marokkos eine etwas abnorme Gestalt ange- nommmen haben, aber nichts berechtigt dazu, sie nun schwarz in Schwarz zu sehen. Wenn auch von verschiedenen Stämmen aus Angriffs auf Fez unternommen worden sind, so kann es doch als sicher gelten, daß diese Angriffe in keinem Zu­sammenhang miteinander stehen. Sie sind unabhängig von­einander erfolgt und geben nicht im geringsten berechttgten Anlaß dazu, nun etwa an ein abgekartetes Spiel der Un­ruhstifter zu denken, was einzig und allein die Sachlage wirklich ernst gestalten könnte. Man wird daher gut tun, alle jene Hiobsposten fremdländischen Ursprungs mit einer tüchtigen Dosis Vorsicht und Ruhe aufzunehmen."

Die Justizunterbeamten Preußens haben an den Justiz- minister eine Petition gerichtet, in der sie u. a. ihre Gleich­stellung mit den Sicherheitsbeamten erbitten, ferner Aende­rungen der Titel und Uniformen, Verkürzungen der Dienst- stunden, Regelung des Ferienurlaubs, Erhöhung der Ent­schädigung für die Bereinigung der Gefangenen von 3 auf 10 Pfg. und Erhöhung des Wohnungsgeldzuschuffes bis zu % Höhe der den mittlerne Beamten gezahlten Zulage.

Bischofskonferenz in Mainz. Der preußische Episkopat, einschließlich des Erzbischofs von Freiburg (für Hohen- zollern) und des Bischofs von Mainz (für einige 1866 von Hessen an Preußen abgetretene Orte), will in diesem Jahre seine Konferenz ausnahmsweise nicht in Fulda, sondern in Mainz abhalten und zwar im Anschluß an die dort statt­findende Katholiken-Versammlung. Dieser soll durch die An­wesenheit der meisten norddeutschen Bischöfe ein besonderer Glanz verliehen werden.

Die Sympathien der Amerikaner für die mexikanischen Rebellen. Das Washingtoner Staatsdepartement fordert von der mexikanischen Regierung die bindende Versicherung, daß sich der Erenzzwischensall bei Agua Prieta nicht wieder­holt. Die amerikanische Kavallerie mußte die Bewohner von Douglas gestern gewaltsam hindern, über die Grenze zu eilen und den Insurgenten zu helfen, nachdem die Stadt be­schossen und Schule und Zollhaus getroffen waren. Die Rebellen schlugen den Angriff der Regierungstruppen ab. Der Plan der Insurgenten ist anscheinend, Kämpfe an der Grenze zu forcieren, um die Regierung mit Washington zu entzweien. Der Bundesrat beabsichtigt auf Antrag des Se­nators Stone eine Untersuchung der ganzen mexikanischen Affäre.

Die portugiesische Regierung ist bereit, die Lösung der (Streitfrage über die Güter der geistlichen Orden dem Haager Schiedsgericht zu übergeben, sobald einer der Beteiligten einen dahin gehenden Vorschlag macht.

Der Mißstimmung Portugals über die von Spanien aus gegen das neue Regiment betriebene Agitation sucht die Regierung zu Madrid durch Taten den Boden zu ent­ziehen. Sie hat den früheren portugiesischen Offizier Ka­pitän Paiva Conceiro ausgewiesen. Concerto verbreitete von der spanischen Grenze aus Schmähschriften gegen die republikanische Regierung, in deren einer behauptet worden war, daß Deutschland und England im Begriffe seien, di« portugiesischen Kolonien untereinander zu teilen.

Revolution in Portugiesisch-Südafrika? „Daily Expreß* meldet über Johnnisburg, daß in der portugiesischen Kolo­nie Laurenzo-Marques eine revolutionäre Bewegung aus» gebrochen ist. In der Kolonie hat das alte portugiesisch« Königshaus noch zahlreiche Anhänger. Die Zahl der Repu­blikaner wollen jetzt die alten Beamten sowie die noch jetzt monarchisch gesinnten Bewohner vertreiben und haben sich mehrerer öffentlicher Gebäude bemächtigt. In einer Fabrik werden Explofionsstoffe hergestellt, die erforderlichen Be­standteile haben sie aus den Minen von Transvaal bezöge». Die Revolutionäre fordern, daß der Gouverneur unverzüg­lich abdanke. Der Gouverneur hat um Truppenverstärkunge» nach Lissabon gekabelt. In britischen Regierungskreise« be­zweifelt man, daß die portugiesischen Truppen in Laurenzo Marques stark genug find, um die revolutionäre Bewegung zu unterdrücken. Die Regierung hat daher unverzüglich bis Entsendung eines britischen Kreuzers nach der Delagoa-Bay veranlaßt.

Die Lage in Marokko. Aus Fez wird vom 13. April ge­meldet: Die Mahalla Bremonds trug tags zuvor einen Sieg über die Scherardas davon, die vierzig Tote und 80 Ge­fangene verloren. Alle Postboten wurden ausgeplündert; ein nach Mekines bestimmter Bote wurde von Aufrührer» der Raselma erschaffen. Nur Spezialkuriere, die die Brief­schaften in ihreu Gewändern eingenäht trage«, tonne* passieren.

Die chinesisch-japanische Kommission zur Revisto« bet koreanisch-mandschurische« Grenzlinie ist noch ihrem Bo, stimmungsort abgereist.

Ras Hab and fenu

Franffurt, 18. April. Der Borstand des Deutsch«» Schützenbundes tagte über Ostern unter seinem Dorfitze»- den Pilipp-Nürnberg in Frankfurt gemeinsam mit bee Ortsausschüssen für das Teutsche Bundesschießen in» Jahre 1912. Es wurde endgültig der 14. bis 21. Zuk 1912 festgelegt. Dann wurde beschlossen, für das dies­jährige Bundesschießen in Gotha bat Betrag vom Mk. 3000 zu bewilligen.

Friedberg, 18. April. Wie aus zuverlässiger Quell« verlautet, trifft das Zarenpaar in Friedberg bereits i» Juli zu längerem Aufenthalt ein. Während desselben wird der Zar nach einem Besuch des Kaisers in Fried­berg einen Besuch bei Kaiser Wilhelm auf Schloß Wilhelmshöhe abstatten, um dort auch mit dem Oheim des Königs von England dem Prinzen Arthur m» Connaught zusammentreffen.

Herborn, 18. April. Auf dem Basaltsteinbruch „Sag* bei Beilstein sind in den letzten Tagen sämtliche aus­wärtigen Arbeiter entlassen worden. Der Betrieb soll, wenn auch nicht eingestellt, so doch ganz erheblich einge­schränkt werden.

Bebra, 18. April. Auf dem Bahnhöfe Gerstungen wurde vor einigen Wochen der Oberbahnhofsvorsteher Wahrenberg auf dem Rangiergleise von einem Zuge er­faßt und etwa sechszig Meter mitgeschleift. An den hier­bei erlittenen schweren Verletzungen ist der Bedauerns­werte im Eisenacher Krankenhaus gestorben.

Heidelberg, 17. April. Hier stürzte sich eine ältere Witwe aus dem dritten Stockwerk ihrer in der Schiller­straße gelegenen Wohnung. Das Motiv der Tat ist un­bekannt. Die Frau trug schwere Verletzungen davon. In einem hinterlassenen Briefe traf sie ihre letzten Be­stimmungen bezüglich ihres Begräbnisses.

Eberdach a. N., 18. Zlpril. Der geheimnisvolle Ein­bruch in die Stadtkaffe scheint seine Aufklärung zu finden. Der Metzger Bauer aus Neckarelz und seine Frau wurden unter dem dringenden Verdacht, den Einbruch begangen zu haben, verhaftet.

Duderstadt, 18. April. Ein furchtbares Brandunglück hat Ostcrsamstag und Ostersonntag den eichSfeldischrn Markt- flecken Lindau heimgesucht. Bis zur Stunde sind 38 Wohn- Häuser und 38 Hintergebäude in Flammen auf gegangen. Ein beträchtlicher Teil der Ortschaft ist in einen Trümmerhaufen verwandelt worden. Samstag nachmittag 1/s3 Uhr kam das Feuer zum Ausbruch, man vermutet durch Kinder, die ein Osterfeuer anzünden wollten. Das Feuer wurde zuerst de-