Erstes Blatt.
Halliuier K Anzeiger
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MertekjShrNch 1.80 ML. monatlich 60 W. M« M* wârtige Abonnenten mit dem betreff. Postaufschla» Die einzelne Nummer kostet 10 Vfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei See verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Auzeiger
Amll'chcr OM» für Stabt und fanbkttia Amr.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Eonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrstckunssgebSh«
Die ögespslkene Petitzeile oder deren Statist 20 Ph^ int Reklamenteil die Zeile 45 Pfg.
verantwort!, Revakteur: S. Schrecker in Hana»
^L 89 M-rns^-chat.schl«k Nr. 230. Samstag den 15. April
Fernsprechanschlitk Nr. 230 1911
Wie ringsum alles knospt und sprießet Und froh dem Leben sich erschließet Nach Winternacht im Frühlingslicht, So darfst auch du, o Seele, heute Dich öffne« einer Osterfrende, Die hell durch alhes Dunkel bricht.
O Sonne, tritt aus deinen Schleiern, Laß uns ein leuchtend Ostern feiern Mt Lerchensang und Veilchenduft l Zeig allen Herzen, die da klagen, Die trauern, zweifeln, bangend fragen, Die lichtumfloff^ne leere Gruft!
Der Bürge, der für uns geduldet, Der auf sich nahm, was wir verschuldet, Er lebt — habt ihr ihn nicht gesehn? Es muß der König aller Schrecken, Der Tod, vor ihm die Waffen strecken, Sein Reich wird mit der Welt vergeh«.
Uns aber blühet ewiges Leben; Wenn wir uns ganz dem Herrn ergeben, So teilt er uns sein Leben mit Und führt uns, wenn wir auferstanden, Zur Heimat in den goldnen Landen, Die seine Liebe uns erstritt.
Elisabeth Ehrhardt.
Die Mflttawr nmfitüf Mer d.llnttthattmMrt- 16 Seiten
sowie eine vierseitige Osterbeilage.
Bekanntmachung.
Das Ortsstatut betreffend die Anstellung des Leiters der Wanderarbeitsstätte Hanau liegt von heute ab zwei Wochen im Zimmer Nr. 11 des Rathauses zur Einsichtnahme auf.
Hanau den 15. April 1911. 9465
Der Magistrat.
Hild.
Hus Ban au Stadt und Tand.
Anna«, 15. April.
* Redaktionell. W Des hl. Osterfestes wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Dienstag den 18. April zur gewohnten Stunde.
* Kornblumentag. Wie in vielen anderen Städten Deutschlands, so soll auch in Hanau am 10. Mai, dem Tage, an welchem vor 40 Jahren in Frankfurt der Friedens- schluß zwischen Deutschland und Frankreich stattfand, ein Kornblumentag abgehalten werden. Das Erträgnis ist den hiesigen Veteranen zugedacht, von denen ein großer Teil nicht mit Glücksgüterm gesegnet ist und einen kleinen Ebren- sold sehr wohl zu schätzen wissen wird. Eig Komitee ist in der Bildung begriffen und wird am nächsten Mittwoch seine erste Sitzung abhaUen, worauf dann die Bekanntgabe weiterer Einzelheiten erfolgen wird. Heute schon können wir die er- freuliche Mitteilung machen, daß die hiesige Firma W r o n k er sich in hochherziger Weise bereit erklärt hat, die sämtlichen benötigten Kornblumen kostenlos zur Verfügung zu stellen.
* Künstlerfest. Dank der regen allgemeinen Anteilnahme war der pekuniäre Erfolg ein äußerst günstiger. Nachdem numehr sämtliche Spesen gedeckt worden sind, konnten rund 2000 Mark an die Humanitären Anstalten der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger abgeführt werden. Der Festausschuß spricht dem Ehrenkomitee sowie allen Freunden und Gönnern seinen tiefempfun- dendsten Dank aus, und knüpft daran die Hoffnung, daß auch in Zukunft das Interesse der Hanauer an dem Schauspielerstand nicht erlahmen möge.
* Johanneskirchenchor — Hauptprobe. Der Jo- hanneskirchenchor wird den morgen vormittag stattfindenden HauptgotteSdienst durch den Vortrag einiger wirksamer Ostergesänge mit verherrlichen helfen. Die Hauptprobe findet heute abend um 8 Uhr in der Kirche statt, wozu die Mitglieder alle freundlichst eingeladen werden.
* Vom Buchberg und Hahnenkamm liegen uns zwei Karten vor, welche außergewöhnlich ansprechend wirken. Beide sind Herbststimmungen. Der Hahnenkamm vor Sonnen-Aufgang im Nebel und Morgentau mit herbstlichen Farbenkontrasten bezeichnen wir als ein kleines Meisterwerk des Malers P. Schmiegelow. Die Buchberg-Aussicht zeigt ein sanftes Wiesengrün, die schlängelnde Kinzig und das freundliche Langenselbold. Da die Auflage nur mäßig groß und bereits zur Hälfte abgesetzt ist, empfiehlt es sich, die beiden Kärtchen sich bald zu sichern. Erschienen sind beide im Verlag von A. Zippelius, Krämerstr. 11.
* Vuchberg-Schlltzhütte. Von Ostern ab ist die ständige Wirtschaft auf dem Buchberg eröffnet, nachdem die Schutzhütte fertiggestellt ist. Für Speisen, Getränke, Kaffee rc. ist bestens gesorgt. (Siehe Inserat.)
* 25jähriges Bestehen. Das Ostern 1886 gegründete Baugeschäft Hermann Mesenberg kann in diesen Tagen auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus kleinen Anfängen heraus hat es der Geschäftsinhaber verstanden, durch unermüdlichen Fleiß, weitschauenden Blick und solide Geschäftsgrundsätze den Kreis seiner Bautätigkeit immer weiter auszudehnen, auf diesem Gebiete nach mancher Richtung hin aneifernd und befruchtend zu wirken. Er hat verschiedene Schulgebäude errichtet, Kirchen umgebaut; hier auf Einzelheiten einzugehen, würde jedoch zu weit führen. Möge die Firma weiter gedeihen und sich kräftig entwickeln.
* Der Vorstand des „Vereins der Hanauer Hausund Grundbesitzer" vers ndet soeben an sämtliche Hausbesitzer von Hanau-Kesselstadt, soweit dieselben noch nicht Mitglieder des Vereins sind, nachstehendes Zwkularschreiben: „Wir setzen voraus, daß Ihnen die Vorgänge genügend bekannt, die zur Gründung unseres Vereins geführt haben, so daß wir uns darauf beschränken können, nur ganz flüchtig die Ereignisse der letzten Zeit zu schildern. Im Laufe des vorigen Jahres wurde durch die hiesige Stadtverwaltung ein Statut unter der Bezeichnung „Ordnung bctr. die Deckung
der Entwâfferungsanlage der Stadt Hanau" auSgearbeit» und von dem Stadtverordneten-Kollegium trotz der Bedenke^ die selbst der Bezirksausschuß gegen den Entwurf geltend gemacht hatte, genehmigt. Da innerhalb der vorgcschriebeneu Frist seitens der Bürgerschaft ein Einspruch nicht erfolgt war, trat die „Ordnung" in Kraft. Erst jetzt und nachdem den Hausbesitzern die Benachrichtigung zuging, wonach sie auf Grund dieser „Ordnung" zur Zahlung des siebenfachen Betrages ihrer Gebäudesteuer, unter der Bezeichnung „An- schlußgebühr" herangezogen wurden, kamen sie zur Erkenntnis ihrer Versäumnis. Es entstand die Frage, wie war eS möglich, daß eine solche Ordnung, die einen großen Teil der Bürgerschaft in der einseitigsten Weise belastet, indem fi« den Hausbesitzern an den alten Straßen — außer den diversen sonstigenGebührenrc. — nahezu eine ’/* Million in Form einer sog. Anschlußgebühr aufladet, während ein anderer Teil der Bürger — die Hausbesitzer an den neuen Straßen — vollständig befreit blieb, da der von ihnen geleistete Straßenbeitrag (25 Mark pro Frontmeter) rechtsirrtümlich von der Stadtverwaltung auf die Gründstücks-Entwässerung verrechnet wurde und gesetzlich nicht alS Kompensation der bett Hausbesitzern an alten (historischen) Straßen auferlegten „Anschlußgebühr" gelten kann, ohne Widerspruch seitens der Betroffenen blieb ? Die Frage ist einfach zu beantworten 1 Erstens, weil die Hanauer Bürgerschaft in ihrer Gesamtheit sich durch eine geradezu unbegreifliche Gleichgültigkeit an alles öffentlichen Angelegenheiten auszeichnet, zweitens, weil die Hanauer Hausbesitzer — entgegen denjenigen anderer Städte — vereinzelt dastanden und zurzeit der ersten Bekanntgabe der „Ordnung" ohne jede berufene Vertretung ihrer Interessen sich befanden. Diese Jnteressen-Vertretung der HauS- und Grundbesitzer hat fich nunmehr unser Verein zum Ziel gesetzt. Wenn sich aus Vorstehendem ergibt, daß zwar der äußere Anlaß zu der Gründung des „Verein der Hanauer Haus- und Grundbesitzer" in der Bekämpfung einer unhaltbaren Stadt-Verwaltungssache gegeben war, so wird die Tätigkeit unseres Vereins durch die Erledigung dieser Angelegenheit keineswegs begrenzt sein, sondern das Arbeitsfeld unserer Bestrebungen ist ein überaus großes, wir Sie am ehesten au« bem umstehenden Auszug unserer Satzungen ersehen wollen. (Folgt Satzungsauszug.) Wir bitten Sie in Ihrem eigenen Interesse, ungesäumt das anhängende Anmeldeformular zwecks Beitritt zu unserem Verein auszufullen und mit Ihrer Unterschrift versehen, mit Benutzung beiliegenden Kuverts un« zu überweisen."