Erstes Matt.
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General-Anzeiger
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Notationodruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hana«.
Amtliches Organ für Lla-t- uni MKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
im NeklameuteU die Zell, 45 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Sattlet tu Hanan,
I^r. 78 W eritf prM aiitch li»st Nr. 230.
Samstag den 1. April
Ferusprechanschlns; Nr. 230 1911
Die LeM Nimmer mnfait außer d.MnhaltW-M
24 Seiten.
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Amtliches.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 25. bis 31. März 1911: 2 Fahrburschen, 3 Hausburschen, 4 Taglöhner.
Gesucht werden 2 tüchtige Dienstmädchen. Hanau den 1. April 1911. 8221
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Hus Hanau Stadt und £an<L
Hanau, 1. April.
Zur Entwässerungsvorlage.
Weder das Bestreben, die Zulässigkeit der Entwässe- rungsordnung zu verteidigen, noch die Absicht, der Gründung eines Haus- und Erundbesttzervereins entgegen zu treten, gab zu den Ausführungen der Artikel vom 22. und 29. v. M. die Veranlassung. Lediglich zur Bekämpfung der Art und Weise, in welcher dabei gearbeitet wurde, hielt sich deren Verfaffer verpflichtet, die Einwohnerschaft darüber aufzuklären, daß die vorgebrachten Behauptungen der Agitatoren den Tatsachen nicht entsprechen. Die Gründung eines Hausbesitzervereins zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen durch gegenseitiges Nähertreten hält der Artikelschreiber nicht nur für berechtigt, sondern auch für erstrebenswert; einen Zusammenschluß der Haus- und Grundbesitzer zur Beeinflussung der städtischen Verwaltung im Eigeninteresse hält er dagegen für einen verhängnisvollen Fehler.
Keine öffentliche Verwaltung darf sich bei ihren Maßnahmen von Erwägungen leiten lassen, welche eine Gruppe ihrer Interessenten auf Kosten der anderen begünstigt. Auf das Verlangen einer besonderen Bevorzugung arbeiten aber Bestrebungen hin, welche die Wahl von Stadtvertretern davon abhängig machen wollen, daß die Entschließungen der Gewählten nur in ihrem Sinne erfolgen dürfen. Kein Stadtverordneter könnte ohne Verletzung seiner eidesstattlichen Erklärung mit dieser Belastung wirken.
Wie schädlich die besonderen Interessenvertretungen bei der Zusammensetzung öffentlicher Körperschaften für das Allgemeinwohl wirken, zeigen zur Genüge unsere Parlamente. Wer sich nicht darüber hinaus setzen kann, seinen eigenen Vorteil zurücktreten zu lassen, wenn damit eine Unbilligkeit gegen die-Gesamtheit verbunden ist, der taugt nicht zu einem Vertreter der letzteren. Nur wer für das Wohl der gesamten Einwohnerschaft wirken will, hat das Anrecht, sich um ein Stadtverordnetenmandat zu bewerben, Verfechter von Sonderinteressen sind dazu nicht berufen. Daß eine Veranlassung zu der Annahme vorhanden ist, als hätte die Stadtverwaltung bei dem Erlaß der Entwässerungsordnung Bestimmungen zu ungunsten der Hausbesitzer getroffen, glaubte der Verfasser widerlegen zu sollen. Ob die Entwässerungsordnung der rechtlichen Grundlagen überhaupt entbehrt, wird nach den Mitteilungen des Hausbesitzervereinsgründers gerichtlich entschieden werden, sodaß diesbezügliche Auseinandersetzungen einen Zweck zur Zeit nicht haben.
Wichtig wäre es jedoch, die Frage zu prüfen, welche Folgen eintreten, sobald zu ungunsten der Stadtverwaltung entschieden würde. Bei Ungültigkeitserklärung der Ent- wüsserungsordnung treten dann die alten Bestimmungen von 1906 wieder in Kraft, nach denen die Vorausbelastung und die Benutzungsgebühren zu bezahlen sind.
Die Deckungsftage der neu erforderlichen Beträge von ca. 100 000 Mark für Verzinsung und Amortisation, sowie ca. 70 000 Mark für die Mehrausgaben beim Betrieb wäre alsdann neu zu beschließen. Vielleicht nimmt der Hausbesitzerverein die Sache gleich in die Hand und macht der Stadtverwaltung diesbezügliche Vorschläge.
Möglicherweise folgt er aber dem Beispiel einer anderen Interessengruppe des Stadtparlaments, welche besser zu kritisieren vermag, wie positive Arbeit zu leisten.
Na, das wird sich ja zeigen! Hoffentlich haben sich bis dahin die Nerven des Verfassers von dem Stoß erholt, welchen ihm der Hausbesitzerverein versetzt hat, sodaß er, bei aüenfallsiger Beratung darauf hin zu wirken vermag, daß auch bei den etwaigen neuen Bestimmungen das Wohl der Gesamtheit den Sonderinteressen vorangeht.
Bei der Ablösung der Vorausbelastung haben zu bezahlen
129 Hausbesitzer bis zu 100 Mk.,
346 Hausbesitzer über 100 bis 200 Mk.
320
229
„
200
300
300
400
143
yy
yy
400
yy
500
yy
164
yy
yy
500
yy
600
yy
91
yy
yy
600
yy
700
yy
75
yy
yy
700
yy
800
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53
yy
yy
800
yy
900
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32
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900
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1000
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yy
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1100
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20
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yy
1100
yy
1200
yy
15
yy
yy
1200
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1300
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12
yy
yy
1300
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1400
yy
6
yy
yy
1400
yy
1500
yy
3
yy
yy
1500
yy
1600
yy
2
yy
yy
1600
yy
1700
yy
3
yy
yy
1700
yy
1800
yy
1
yy
yy
2200
yy
2300
yy
1
yy
yy
2300
yy
2400
yy
1
yy
yy
3000
yy
3100
yy
1
(Stadtschlotz)
yy
4000
yy
4100
yy
1673
Der Durchschnittsbetrag ergibt ca. 415 Mark. Ungefähr % aller Häuser bleiben unter demselben. Ein Betrag von über 1000 Mark entfällt auf 91 Hausbesitzer.
* Postdienstliches. Um dem Publikum die Auflieferung von Paketen weiter zu erleichtern, hat das Reichs-Postamt zugelassen, daß die Abholung von Paketen aus der Wohnung der Absender nicht wie bisher bloß schriftlich, sondern auch durch Fernsprecher bei der Postanstalt beantragt werden kann. In den Verzeichnissen der Fernsprechteilnehmer werden die Postdienststellen, an die solche Anträge gerichtet werden können, besonders gekennzeichnet werden. Diese Abholung erstreckt sich auf gewöhnliche Pakete und auf solche Orte, wo die Paketbestellung mit Pferden ausgeführt wird. Die an den abholenden Paketbesteller zu entrichtende Einsammlungsgebühr beträgt 10 Pfg. für das Paket.
* Die Ordnung betr. die Benutzung der stâdt. Wasserleitung zum Privatgebrauch in Hanau liegt der heutigen Ausgabe unseres Blattes (siehe Beilage) bei. Die Ordnung tritt, wie der Magistrat bekannt gibt, mit dem heutigen Tage in Kraft.
* Ein konservativer Kreisverein Hanau, umfassend den Stadt- und Landkreis Hanau, ist kürzlich gegründet worden.
* Stadttheater. Am heutigen Samstag fällt die Vorstellung aus, da den Mitgliedern der Abend für das Künst- lerfest in der Eentralhalle zur Verfügung gestellt worden ist. Morgen Sonntag nachmittag wird zum letzten Male „Der fidele Bauer" gegeben (ermäßigte Preise) und abends im Abonnement B. „Di e geschiedene Frau". Beide Operetten hat Leo Fall komponiert und da derselbe bekanntlich auch „Die Dollarprinzessin" geschaffen hat, drei Werke, deren Erfolge geradezu beispiellose sind, steht Leo Fall heute unbedingt an der Spitze unserer modernen Operettenkomponisten. — Am Montag geht neu einstudiert als einmalige Aufführung zum Vesten der Schauspieler-Unter- stützungskassen des Deutschen Bühnenvereins Hermann Sudermanns Schauspiel „Johannisseuer" in Szene (Abonnement C.).
* 3m Tonbild-Theater, Ecke Bangertstraße 14, ist ein prachtvolles Programm für diese Woche eingestellt. Wir erwähnen: Hochseefischerei, Naturaufnahme; Moritz und seine Söhne, komische Szene von Herrn Prince; Kindliche Fantasie, Szene aus der Zeit Ludwigs XV.; Das Porträt der Tante Iulia, komische Szene; Heu-Duett „Schöne Ri- sette", Tonbild; Des Müllers Haß, Drama; Wasserfälle in Böhmen, interessante Naturaufnahme; Muskelbewegungen der Atlethen, Sportaufnahme; sowie vorzügliches Einlage- Programm.
* öüjähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr. Wir hatten bereits an dieser Stelle erwähnt, daß beabsichtigt war, die Jubelfeier der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Paradeplatze abzuhalten. In einer nun gestern abend stattgehabten Sitzung des großen Festausschusses lagen Pläne und Kostenvoranschläge für verschiedene, zur Abhaltung des Festes geeignete Plätze vor und wenn auch allseitig anerkannt wurde, daß der Paradeplatz infolge seiner zentralen Lage für ein Fest, bei dem großer Fremdenverkehr zu erwarten steht, sehr vorteilhaft ist, so sind doch die Kosten für Herrichtung desselben für ein rein lokales Fest entschieden zu hoch. Einzäunung, Kanalisation, Wasserleitung. Beleuchtung, sowie die hübsche Ausschmückung des
Festplatzes, würden allein Tausende von Mark an Kosten verursachen. Nach eingehender Besprechung wurde deshalb beschlossen, von dem Paradeplatz Abstand zu nehmen und das Fest in den Tagen vom 22.—24. Juli auf dem schön gelegenen und von allen Seiten zugänglichen Sportplatz an der „Schönen Aussicht" abzuhalten. Da die Platzfrage somit endgültig gelöst ist, werden nunmehr die Einzelausschüsse mit ihren Arbeiten beginnen und das Fest zu einem echten und wahren Volksfest zu gestalten suchen.
* Im katholischen Arbeiterverein hält heute abend 9 Uhr ein auswärtiger Herr einen Vortrag über die „Einwürfe gegen die Beichte". Da der Vortrag zugleich auf den Empfang der Osterbeichte vorbereiten soll, ist es Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen.
* Im Centraltheater (Paradeplatz) hat nunmehr auch das Tonbild feinen Einzug gehalten. Im übrigen wird auch das dieswöchentliche Programm eine große Zugkraft ausüben, denn die Auswahl der vorzuführenden Bilder ist wohlgelungen. Das Programm ist im Inseratenteil veröffentlicht.
• Oratorienverem. Die aktiven Mitglieder werden auf die heutige Annonce, betr. Probe morgen Sonntag vormittag 11 Uhr im Stadtschloßsaale, besonders aufmerksam gemacht.
* Schloffergesellen-Prüfimg. Zu der am 29. und 30. März stattgefundenen Schlossergciellen - Prüfuirg in der Werkstätte des Vorsitzenden der Prüfungskommission Herrn Jg. Peteler, Schnurstraße 16 hier, hatten sich 11 Prüflinge gemeldet, wovon 10 die Prüfung abgelegt und bestanden haben; der 11. hatte kein Gesellenstück angefertigt und konnte somit zur Prüfung nicht zugelassen werden. Nächster Prüiunqstermin anfangs Oktober d. I.
* Katholische Gemeinde. Morgen ist Osterkommmtion für die gesamte weibliche Jugend, für die Jung« frauenkongregation, die Christenlehrschülerinnen, die Erstkommunikantinnen von vorigem Jahre und für alle schon aus der Christenlehre entlassenen Jungfrauen. — Nächsten Sonntag ist sodann gemeinsame Osterkommunion für die katholischen Männer, für Kasino, Männerverein, Arbeiterverein, Lesezirkel und Kaufm. Verein. Es ist am nächsten Samstag ein auswärtiger Geistlicher zum Beichihören da.
* Schwedische Krone. Die aus 3 Damen und 2 Herren bestehende Sängergesellschaft „Sarrs Eène" gibt Samstag und Sonntag Vorstellungen. Die Leistungen der Gesellschaft sind, besonders in humoristischen Vorträgen, sehr gute; das Programm ist in jeder Beziehung dezent, deshalb ein Besuch empfehlenswert. — Im Saale findet Sonntags Tanzmusik statt.
* Berichtigung. In unserer gestrigen Berichterstattung über das Weinser-Konzert hat sich ein sinnentstellender Druckfehler eingeschlichen. In der dreizehnt-letzten Zeile fehlt hinter „Ansprüchen" das Wörtchen „nicht". Die betr. Stelle muß heißen: „nicht vollauf genügt hätte."
* Leichenländung. In Frankfurt a. M. ist aus dem Main eine unbekannte männliche Leiche geländet worden. Alter etwa 30—35 Jahre, Größe 1,60—1,65 Mtr., schwarzer Spitzbart; Kleidung: Zugstiefel, dunkle Hose, grau« Strümpfe, leinene Unterhose.
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II Roßdorf, 1. April. (Ziegenzucht verein.) Wie wir schon früher berichteten, war man hier der Gründung eines Ziegenzuchtvereins näher getreten. Dieselbe ist nun. mehr erfolgt und traten sogleich 27 Mitglieder demselben bei. Vorsitzender ist Herr W. Altenburg.
O Ravolzhausen, 30. März. (Beigeordnetem wähl.) In der gestrigen Sitzung der Gemeindevertretung wurde der Landwirt und seitherige Schöffe Daniel Karl Schäfer hier, anstelle des verstorbenen Beigeordnete« Friedrich Bauer, einstimmig zum Beigeordneten der hiesiger Gemeinde gewählt. Herrn Schäfer, der sich wegen seine« ehrbaren und biederen Charakters hier allgemeiner Beliebtheit zu erfreuen hat, ist hierdurch ein neuer Beweis des in ihn gesetzten Vertrauens gegeben worden.
Weitere Berichte „Aus Stadt und Land" im zweiten Blatt und in der Beilage.
fußballsport
* Erster Hanauer F-utzballklub 1893-Germania Bockenhcim. Morgen Sonntag nachmittag um 3 Uhr werden sich auf dem Sportplatz an der schönen Aussicht di- ersten Mannschaften beider Vereine zum Retourspiel gegen- übertreten und darf bei der Spieltüchtigkeit Germanins auf «n schönes Spiel zu rechnen sein. müßte doch 93 vor 14 Sagen bei dem Vorspiel in Bockenheim, allerdings mit Ersatz spielend, mit 1: 0 Federn lassen und gilt e$ deshalb morgen, diese Scharte ausznwetzen. Vor dem Spiel der ersten Mann- schäften werden um halb 2 Uhr die zweiten Mannschaften genannter Vereine zum Privat-Wcttspiel antreten und bürste auch dieses voraussichtlich von Äuteresie fein.