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«retn. ev. Waisenhaus« bl Hanan. Erscheint ,Kch mtt Ausnahme der Sonn-und Feiertage, mit belletristischer Vellage. verantroortl, NÄaktèur: E. Schr»a»T d» Kam«,

Nr. 68 ^-r«ft.rechanschl«ß Nr. 230. Dienstag den 21. März

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Fcer«sprecha»schl«tz Nr. 230 1911

Die beMeNmNer Et außer d.llattthaitWZM 14 Seiten.

Amtliches.

Landkreis Hanau.

Die unterm 3. November 1910, V. 6354, wegen Um- Baues der Braubachbrücke angeordnete Sperrung des Land­weges nun Dörnigheim bis Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim wird hiermit aufgehoben und die genannte Strecke dem freien Verkehr übergeben. Mit Bezug auf meine Kreisblatt­bekanntmachung vom 15. November v. I., V. 6601, in Nr. 268 des „Hanauer Anzeigers" bringe ich dies zur öffent­lichen Kenntnis.

Hanau den 18. März 1911. V. 1573

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur. #

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Zur Vernichtung der Schnaken und ihrer Brutstätten werden im Laufe des Winters die Keller der Gebäude in Außenstadtlagen seitens der Stadt ausgebrannt. An die Hausbesitzer der Innenstadt richten wir die Bitte, die Keller ihrer Häuser ebenfalls ausbrennen zu lassen, da eine wirk­same Bekämpfung der Schnakenplage nur durch ein gemein­sames Vorgehen erzielt werden kann.

Hanau den 22. Dezember 1910. 6951

Der Magistrat.

Dr. Eebeschüs.

Aufgebot.

Die Ehefrau des Taglöhners Balthasar Maul Katha­rina geb. Kuhn in Frankfurt a. M., Rendelerstraße 34, hat beantragt, den verschollenen Johann Konrad Kuhn, geboren am 14. Juni 1866 in Hüttengesäß, zuletzt wohn­haft in Frankfurt a. M., für tot zu erklären.

Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf

Freitag den 6. Oktober 1911, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebots­termine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung er­folgen wird.

An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforde­rung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht An­zeige zu machen. 6909

Langenselbold den 10. März 1911.

Königliches Amtsgericht.

Handelsregister.

Firma: Quarzlampen-Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Hanau.

Am 17. Februar 1911 ist der Ingenieur FritzGirard in Hanau zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Derselbe ist befugt, die Gesellschaft in Gemeinschaft mit dem Kauf­mann HippolytMelesin Hanau zu vertreten und in gleicher Weise die Firma zu zeichnen. HippolytMeles und Leopold Johann Busse bleiben daneben, wie bisher, zur Vertretung der Gesellschaft und zur Zeichnung der Firma berechtigt.

Gefundene und verlorene Geoenstönde re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 2.60 Mk., 1 dunkel- gelber Kinderschuh (frisch besohlt), 1 Lorgnette, 1 Double- Brosche.

Verloren: 1 Panzerbrosche (Knoten) mit Rubin, vom Paradeplatz bis Ramsaystraße eine goldene Damen­halskette mit Anhänger.

Zugeflogen: 1 blaue Brieftaube mit Ring am Fuß mit folgenden Zeichen III E. R. 10 R. 167.

Hanau den 21. März 1911.

Politische Rundschau».

Der oldenburgische Landtag beschäftigte sich mit der Rc- gkerungsdenkschrift, in der die Ergebnisse der vom Landtage als Vorbedingung für die Verabschiedung der Besoldungs­vorlagen geforderten Prüfung niedergelegt sind, welche Ver­einfachung und Verbilligung in der Staatsverwaltung möß= JW) Jet Sex einens sät diele DcuklLriÜ und die Belolduiws-

vorlagen niedergesetzte Ausschuß hatte noch allerhand Vor­schläge in der Richtung des Landtagswunsches gemacht, die der Landtag zumeist annahm, aber im allgemeinen ist aus dieser großen, mit großer Spannung erwarteten Aktion wenig genug herausgekommen. Einer Prüfung bezw. einer Neueinteilung des Landes und Beseitigung der Zwischen­instanz der Aemter wiedersprach die Regierung so energisch, daß sie abgelehnt wurde. Im großen und ganzen sind die Vereinfachungen im Staatsbetriebe, die man in anderen Bundesstaaten erstrebte, hier bereits früher durchgeführt. Die Aufhebung der Oberschulkollegien, die der Landtag be­schloß, wird die Regierung nicht vornehmen, wie sie er­klärte. Nun die Vorbedingung erfüllt ist, wird der Landtag die Desoldungsvorlagen, die nächste Woche beraten werden, wohl annehmen.

Bei der Jubiläumshauptversammlung des Journalisten- Penfionsvsreins in Pest erschien der Ministerpräsident und hielt in Erwiderung auf die Begrüßungsansprache des Prä­sidenten des Pensionsvereins eine Ansprache, worin er aus­führte, die Idee, den Arbeitern der Presse nach einem be­wegten, mühevollen Tagewerk einen sorglosen Lebensabend zu sichern, sei um so sympathischer, als jedes Werk der Men­schenliebe und der Humanität in der Zeitungswelt lebhafte Unterstützung finde. „Ich darf sagen", fuhr der Minister fort, „daß auch die heftigen Angriffe, denen ich in meiner öffentlichen' Laufbahn wiederholt ausgesetzt gewesen bin, mich niemals verleiten, in Klagen gegen die Presse auszu­brechen. Wenn die Blätter mich oft kritisiert haben, haben sie mir anderseits oftmals wertvolle Anregungen und be­achtenswerte Winke gegeben. Ich bin fest überzeugt, daß die Dienste, welche die Preffe dem nationalen Fortschritt und der Entwicklung leistet, ungemein wertvoll sind. Ich fühle mich gedrungen, dieser meiner Ueberzeugung öffentlich Aus­druck zu verleihen." Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. An dem Festmahl nahmen sämtliche in der Hauptstadt weilenden Mitglieder des Kabinsttts, das Prä­sidium des Reichstages, der Oberbürgermeister, zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten und Vertreter des Wiener Journalistenvereins Konkordia teil.

Der Kaiser von Rußland hat den Großfürsten Boris Wladimirowitsch beauftragt, im Frühjahr nach Rom zu reisen, um ihn bei den Jubiläumsfeierlichkeiten zu ver­treten.

Die Abstimmung des russischen 'Reichsrats, die am 17. März die von der Regierung empfohlene Errichtung nationaler Kurien in den Semstwos der Westprovinzen verwarf, soll die Stellung des Ministerpräsidenten Stoly­pin schwer erschüttert haben.

Die Justizkommrsfion des Staates Kalifornien hat die Annahme eines Gesetzentwurfes empfohlen, durch den Asiaten vom Landerwerb ausgeschloffen werden sollen.

Hus Ban au Stadt und Eand.

Hanau, 21. März.

* Passionskonzert des Marienkirchenchores. (Volkskir­chenkonzert.) Durch den überaus zahlreichen Besuch seines letzten Konzertes ermuntert, hat sich der Kirchenchor der Marienkirche bewogen gefühlt, noch ein Passionskon­zert vorzubereiten, das gewiß einem Bedürfnis vieler Gemeindeglieder entsprechen wird. Das Konzert findet dm Dienstag den 11. April (Karwoche), abends 8 Uhr, in der Marienkirche statt. Außer unserm Meister, Herrn D. P a u l st i ch, der diesmal einige seiner schönsten Ehoral- vorspiele in das Programm einflechten wird, sind als Mit­wirkende die junge Künstlerin Fräulein De Grote von hier, der allverehrte -Herr AdolfMüller und der Kon­zertsänger Friedrich Lamb aus Frankfurt gewonnen worden. Im Mittelpunkt des Konzerts steht die Karfrei­tagskantate von Rebay, ein von hervorragenden Tonkünstlern außerordentlich günstig beurteiltes Werk. Es führt im Geiste unter das Kreuz und läßt den qualvollen Tod des Heilandes miterleben und mitfühlen. Dem Tenor ist die Rolle des Erzählers zugewiesen, während der Bari­ton einige Worte des Erlösers wiederzugeben hat. Diese sind - «-und. ar vertont, ^ ihre Wiedergabe durch Herrn A Müller einen unauslöschbaren Eindruck hinterlassen dürfte. Der Chor schließt sich an geeigneten Stellen mit Bitten und Bekenntnissen an. Sie sind einem frommen Ge­müte entsprungen und werden ihren Zweck nicht verfehlen. Es sei besonders auf den dreistimmigen Frauenchor „An deinem Krcuzesstamme, Herr Jesu, laß uns steh'n", den Bachschen Choral „Wenn ich einmal soll scheiden", „O Lamm E o t t e s u n s ch u l d i g" und den überwältigen­den Schluß „a u f d a ß w i r F r i e d e n h ä t t e n, und durch seine Wunden sind wir geheilt" hingewiesen. Das vollstän- I dige Programm wird demnächst veröffentlicht. Der E i n - tr it tsi)r«is soll wieder nur 20 Vkg. betragen. An In­

teressenten werden Numeri erte Plätze & 1 Mark abgegeben. Wann und durch wen der Vorver­kauf der Programme beginnt, wird noch bekannt gegeben.

* Von den kommenden Manövern. Die Zeitein­teilung für die größeren Truppenübungen 1911 im 18. Armee­korps ist nun festgesetzt. Die Brigademanöver dauern drei Tage, die Divisionsmanover fünf Tage und das KorpSmanöver zwei Tage. Als letzter Divistonsmanövertag ist der 16. September und als letzter Korpsmanèvcrtag der 20. Sep­tember bestimmt. Ihre Regimentsübungen erledigen im Ma­növergelände das Füsilier-Regiment Nr. 80 und die Infan­terie-Regimenter Nr. 81, 115, 116, 117 und 118, sowie di« Feldartillerie - Regimenter Nr. 25, 27, 61 und 63. Di« Brigadeübungen der 42., 49. und 50. Infanterie * Brigade, sowie die 21. und 25. Feldartillerie-Brigaden werden gleich­falls im Manövergelände abgehalten. DaS 21. Pionier­bataillon wird die Brigademaniver bei der 42. Infanterie- Brigade und das 25. Pionierbataillon bei der 49. oder 50. Infanterie-Brigade, je nach Anordnung der 25. Division, mitmachen.

Hk. Monopole bei Ueberlanbzentralen. Die kürz­lich in Nr. 58 von uns wiedergegebene Eingabe der Han­delskammer zu Hanau vom 6. er., betr. Ver­meidung von Monopolen bei lleberland- zentralen, hat der Herr Regierungspräsident zu Cassel im Wortlaut an die Landräte deS Regierungsbezirks, an den Polizeipräsidenten zu Cassel, an die Polizeidirektoren zu Ha­nau und Fulda und an di« Magistrat« zu Cassel, Hanan, Marburg, Fulda und Eschwege zur Kenntnisnahme und Be­rücksichtigung abschriftlich mitgeteilt.

* Hansa-Bund. Auf Bitte des Vorstandes der hiesige« Ortsgruppe wird Herr Fabrikant Theodor Böhm ans Offenbach heute Dienstag, abends 8% Uhr, im großen Saale der „Concordia" einen Vortrag mit Lichtbildern über seine Reise nach China und Japan halten. Die Mitglieder des Hansa-Bundes sind hierzu freundlichst eingeladen, und sind auch Nichtmitgfieder und Damen als Gäste will­kommen. Der Eintritt ist völlig frei.

* Kaufm. Fortbildungsschule. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß der heute in der Centralhalle statt­findende Elternabend nicht öffentlich ist. Zutritt haben daher nur die vom Schulleiter oder von den Schülern mit Einwilligung des Lehrerkollegiums ein­geladene Personen. Der Eintritt ist frei; für die Pro­gramme werden zur Deckung der Unkosten 10 Pfg. er­hoben. — Die öffentliche Entlassungsfeier wird Sonntag den 26. März, vormittags 11 Uhr, im Saale des Stadtschloffes abgehalten; das Schuljahr schließt mit dem 5. April.

* Stadttheater. Die heutige Wiederholung der G«- dächtnisseier für Karl Gutzkow mit Prolog und Auf­führung des Dramas „Uriel A c o st a* beginnt um 7 Uhr. Morgen, Mittwoch, kommt zum zweiten Male der prächtig« „Fid «l« Bauer" im Abonnement A und am Donnrrstag abend 8 Uhr außer Abonnemmt bei ermäßigten Preisen zum 14. Male der Operettenschlager LehLr'S „Der Graf von Luxemburg" zur AuMhrung. In d« Titelpartie wird der 1. Spieltenor Herr Max Jahn vom Stadttheater in Saarbrücken auf Engagement gastieren. Am Freitag abend halb 8 Uhr geht neu «instudiert „Madame sans gène*. das überaus erfolgreiche und fesselnde Lustspiel Victorien Sardou'« mit FrI. Dallin in der Titelrolle im Abonnement B in Szene unb auch der Samstag abend bringt außer Abonnement bei kleinen Preisen eine Neu­einstudierung, indem das beste Werk von Max Halbe, das Drama „Jugend" zum ersten Male hier wieder auf der Bühne erscheint, welches mit seiner im höchsten Grad« spannenden Handlung sicherlich großes Interesse finden wird. Die beiden Hauptrollen des „Annchen" und „Hans" âden von Frl. Gumprecht bezw. Herrn Hell dargestcllt. Am Sonntag nachmittag ist zum letzten Male bei ermäßigten Preisen die wundervolle Suppö'sche Operette „Boccaccio" und am Sonntag abend im Abonnement C „Der fidel« Baue r". •

* Künstlerfest. Alles sieht mit Spannung der immer näher rückenden Veranstaltung unserer Bühnenmitglieder ent­gegen. DaS Fest findet Samstag den 1. April (Anfang halb 8 Uhr abends) in sämtlichen Räumen der „Central- Halle" statt. Der Reinertrag fließt den Humanitären An­stalten der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger zu. Der Vorverkauf hat nun bereit» an der Theaterkasse be­gonnen. (Preis der Plätze: 1. Platz Mk. 3.—, 2. Platz Mk. 2.50, Nebknsaal (unnumeriert) Mk. 2.—). Der Titel des Festes „Entdeckungsreise nach dem Nordpol" verspricht der Veranstaltung ein ganz eigenartiges Gepräge zu geben. Die Ausschmückung der Räumlichkeiten liegt in den Händen I bewährter Fachleute. Wegen der Kostümierung wollen sich die Mehrten Besucher feint Soracu UMUhen. Sämtliâ