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Hanauer K Anzeiger

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General-Anzeiger

Die bgèspÄien« Petitzetl« ietjet deren Staat 10 $fj

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Notationsbruck und Verlag der Buchdruckerei des wtein. ev. Waisenhaules in Hanau.

Amtliches Organ für Stobt« and FauLkrtis Kana«.

im NâMuteil die Zeile Ä Pfg,

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Derantwortl. Redakteur: L Schrecker in Hana»

Nr. 65 ^mtfo>rtd)(UtWttf$ Nr. 230.

Freitag den 17. März

Fernsprechaitschlttfr Nr. 230

1911

Lie LeMeNvMtt Maßt Mn d-UMMmOW

14 Seiten.

Amtliches.

Städtisches Wasserwerk.

Es wird hierdurch zur Kenntnis gebracht, daß in den tagen vom

20. bis einschließlich 24. März d. 3.

eine Spülung des Wasserrohrnetzes vorgenommen wird.

Es ist hierzu die Absperrung der Wasserleitung in den einzelnen Straßen notwendig und erfolgt dieselbe jeweils:

von 9^ Uhr abends ab.

Zur Spülung kommen:

1. am Montag den 20. März d. J.

Hauptrohrstrang vom Wasserwerke I Lis zum Westbahn­hofe, sämtliche Straßenzüge in Kesselstadt, sowie Salisweg bis zum Bahnübergang, Philippsruher Allee, Mainkanal und Goldene Aue.

2. am Dienstag den 21. März d. J.

B. d. Kanaltor, Kanalplatz, NußaÜee, Diakoniffenstraße, Fischerhüttenweg, Katharina Belgicastraße, Vorstadt, V. d. Kinzigbrücke, Frankfurterlandstraße, Hochstädterlandstraße, Kattenstraße, Huttenstraße, Heffenstraße, Karolinenstraße, Salisweg von Rosenau bis Bahnübergang, Teichweg, Eu- stav-Adolsstraße, Kurfürstenstraße, Bruchköbelerlandstraße, Fasanerieweg, Fallbachstr atze, Körnerstratze, Josephstratze, Kleine Hainstratze, Hospitalstratze, Brückenstratze, Bangert- stratze, Bleichstraße, Herrnstratze, Langstratze, Sternstratze, Hammerstratze, Marktplatz N. westliche Seite, Römerstratze, Heumarkt N., Krämerstratze, Frankfurterstratze, Bangert, Nebenstraße, Steinheimerstraße von Römerstraße bis zur katholischen Kirche.

3. am Mittwoch den 22. März d. 3.

Hainstraße, Wilhelmstraße, Kinzigstraße, Türkische Gärten, Vogenstratze, Marienstratze, RamsaystraO, Lamboystraße, Lützowstratze, Blücherstraße, Scharnhorststraße, Aepfel-Allee, Holzabfuhrweg, Wredestraße, Friedbergerstraße, Antoniter­stratze, Querstratze, Uferstratze, Rordstratze, Schirnstraße, Rappenstraße, Predigerstratze, Wolfsstraße, Im Schloßhof, Baderstraße, Engestraße, Reustratze, Kl. Sandstraße, Tiefe­straße, Marktstraße, Schlotzstratze, Steinstraße, Schulstratze, Marktplatz A., Metzgerstraße, Erbsenstratze, Frohnhofstraße, Iohanneskirchstraße, Iohanneskirchplatz, Marienkirchstraße, Kleine Fahrstraße, Kleine und Große Dechaneistraße.

4. am Donnerstag den 23. März d. 3*

Fischerstratze, Glockenstraße, Lothringerstraße, Steinheimer­straße von Römerstratze bis Steinheimertor, Steinheimer- landstraße, Pedro Jungstraße, Dammstratze, Mainstratze, Vor dem Steinheimertor, Reue Anlage von Steinheimer­straße bis Erimmstraße, Bebraerbahnhofstraße von Gärtner- straße bis Erimmstraße, Erimmstraße, Eärtnerstraße, Nürn­bergerstraße von Marktplatz bis Schnurstraße, Marktplatz N. nördl., südl. und westl. Seite, Kirchstraße, Franz. Allee, Schützenstraße, Schäferstraße, Hahnenstraße, Altstraße, Lin­denstraße, Kölnischestraße, Paradiesstraße, Kleinestratze.

5. am Freitag den 24. März d. Z.

Philipp-Ludwigsanlage, Paradeplatz, Mühlstraße, Jahn- stratze, Hasenpfad, Eberhardstraße, Sandeldamm, Rhön­straße, Eartenstraße, Mühltorweg, Erünerweg, Waldstraße, Echwindefurth, Röderstraße, Vernhardstratze, Spessartstraße, Leipzigerstraße, Ostbahnhof, Am Ostbahnhof, Freigericht­straße, Rohrstraße, Eüterbahnhofstraße, Dettingerstratze, Birkenhainerstraße, Auheimerweg, Neue Anlage von Au- Heimerweg bis Erimmstraße, Weberstratze, Akademiestraßr, Friedrichstraße, Augustastraße, Viktoriastraße, Schnurstraße, Hirschstratze, Leimenstratze, Salzstratze, Langstratze, Sand­straße, Ballplatz, Rosenstraße, Fahrstraße, Wallweg.

Wir machen unsere Wafferabnehmer darauf aufmerksam, daß sie für die betreffenden Tage für Schließung sämtlicher Wafferzapfstellen nach 9% Uhr abends sorgen, zur Ver­hütung von Schäden, welche nach Wiederanstellung der Wafferleitung durch das auslaufende Waffer verursacht werden könnten.

Es ist dafür gesorgt, daß bei einem etwa ausbrechenden Brande die abgestellten Straßen sofort wieder unter Druck gesetzt werden können.

Hanau den 16. März 1911. 6625

Städtisches Wasserwerk.

von Eätzler.

Fischerei-Verpachtung.

Königliche Oberförsterei Wolfgang.

Am Freitag den 24. März d. I., von vormittags lO1^ Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft „Zu den drei Rindern" in Hanau a. M., die fiskalische Fischerei im Bannwaffer des Mains vom Hanauer Zollhause bis an das Ende des Philippsruher Schloßgartens, sowie im Mainkanal vom Haupt-Zollamtsgebäude bis zum Aus­fluß in den Main auf 6 Jahre und zwar vom 1. April 1911 bis zum 31. März 1917 erneut öffentlich meist­bietend verpachtet werden, da die im vorigen Termin abgegebenen Gebote zu gering waren.

Der Unterzeichnete erteilt über die zur Verpachtung kommende Fischerei auf Ansuchen nähere Auskunft.

Die Verpachtungsbedingungen werden vor Beginn der Versteigerung bekannt gemacht. 6599

Wolfgang den 16. März 1911.

Der Forstmeister. Fenner.

Nrchholzverkauf.

Königliche Oberförsterei Hana«. Schutzbezirk Bruchköbel.

Montag den 27. März 1911, vormittag 10 Uhr, im „Deutschen Hof" (Lamboystraße) zu Hanau.

Eichen: 230 Abschnitte 1.—5. Kl. = 116 Iw,

Rotbuchen: 3 Abschnitte mit 3 km,

Hainbuchen: 13 Abschnitte mit 4 kw,

Rüstern: 3 Abschnitte mit 3 fm,

Erlen: 20 Abschnitte mit 9 fm.

Die Hölzer liegen an der neuen Militärbahnlinie im Bruchköbeler Staatswalde. Auf Antrag erteilen Hege­meister Haust- Bruchköbel und Forstaufseher Röring- Hanau, Bruchköbelerlandstr. 31, mündlich nähere Aus­kunft. Bei rechtzeitiger Bestellung sind Aufmaßlisten durch Forstaufseher N ö r i n g gegen Schreibgebühr zu beziehen. 6601

Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 gelbe Peitsche, 1 Schlüsselring mit 6 Schlüsseln.

Verloren: 1 dunkelbrauner frischbesohlter kleiner Kinderschuh.

Entlaufen: 1 Bastard (Wolfsspitz), 1 Wolfshündin, 1 schwarze Dachshündin (kleine Raffe), 1 Schäferhund (auf den Namen „Lux" hörend).

Hanau den 17. März 1911.

PoUtiTtbe Rtmdfcbae.

Die Stichwahl in Gießen-Grunverg-Nidda. Nach einer parteiamtlichen Erklärung der Nationalliberalen mar der auf Stimmenfreigabe lautende Beschluß vom vori­gen Samstag nicht gültig, da der Besprechung die Zu­ständigkeit mangelte. Die vom nationalliberalen Wahl­kreisvorstand veröffentlichte Kundgebung lautet: Am ver­gangenen Samstag fand im Hotel Kaiserhof in Gießen eine Vorbesprechung statt, an der einzelne Mitglieder des Wahlkreisvorstandes, des engeren und weiteren Vorstandes des nationalliberalen Vereins Eietzen teilnahmen und bei der es sich um die Frage drehte, ob zur Beschlußfassung über die Stichwahlparole eine Vertrauensmännerversamm­lung einberufen werden solle. Die am Samstag veran­staltete Besprechung konnte ein endgültiges Resultat nicht zeitigen mit Rücksicht auf den unterm 29. Januar 1911 ge­faßten Beschluß der Vertraucnsmännerversammlung, „daß im Falle einer Stichwahl zwischen einem bürgerlichen Kan­didaten und dem Sozialdemokraten der bürgerliche unter­stützt werden soll". „Mit Stimmenmehrheit," so hieß es in diesem Beschluß weiter, „wird angenommen, daß über diese Frage keine Vertrauensmännerversammlung mehr einbe­rufen werden soll, sondern, daß sie nur durch den Wahl­kreisvorstand, verstärkt durch den engeren Vorstand des Nationalliberalen Vereins Gießen, erledigt werden soll." Mit Rücksicht auf diesen Beschluß war für Mittwoch den 15 d. M., nachmittags, ins Hotel Viktoria der gesamte Wahlkeisvorstand, sowie der engere Vorstand des national­liberalen Vereins Eießen eingeladen, und diese allein zu­ständigen Körperschaften faßten folgenden Beschluß: „In Ausführung des Beschlusses der Vertrauensmännerversamm­lung vom 29. Januar gibt der Wahlkreisvorstand, verstärkt durch den engeren Vorstand des Nationalliberalen Vereins Gießen folgenden Beschluß bekannt: Die Nationalliberale

Partei des L Hessischen Reichstagswahlkreises Eietzen-Erün. berg-Nidda fordert ihre Anhänger und Freunde auf, bei der demnächstigen Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten, Kontrolleur Beckmann, und dem Kandidaten der Deutsch- sozialen Partei, Oberlehrer Dr. Werner, ihre Stimmen dem bürgerlichen Kandidaten zu geben. Wenn auch das die Nationalliberale Partei schwer beleidigende Verhalten des Herrn Dr. Werner bei der früheren Reichstagswahl und die von antisemitischer Seite auch in diesem Wahlkampf gegen unseren Kandidaten, unsere Parteiführer und unsere Partei gerichteten verletzenden Angriffe es uns schwer machen, für Dr. Werner einzutreten, so halten wir es doch für unsere nationale Pflicht, unter Ausschaltung der persönlichen Mo­mente, alles zu tun, was zur Verhinderung der Wahl des Sozialdemokraten beitragen kann. Zum Schluß bemerke« wir, daß Herr Dr. Werner die seinerzeit gegen unsere Par­tei geäußerte Beleidigung in einem Schreiben vom 14. März 1911 mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenom­men hat." — Die Fortschrittliche Volkspartei hat beschlossen, ihren Wählern zu empfehlen, für den Sozial­demokraten zu stimmen.

Gegen den Abgeordneten Karl Liebknecht ist auf Be­schluß des Kammergerichts ein Hauptverfahren vor beut Ehrengericht der Anwaltskammer Berlin eröffnet worden.

Frankreich und Rußland. In Besprechung der Debatte der Duma über die äußere Politik erörtert der „Temps" insbesondere die Bemerkungen des Abg. Miljukow, daß Rußland bei den Verhandlungen über die Bagdadbahn­frage die Interessen seiner Verbündeten geopfert habe, und schreibt: Haben sich dies die Verbündeten Rotz, lands nicht allein zuzuschreiben? Potsdam ist die Fest, stellung der offenkundigen Wahrheit, daß Rußland in Friedenszeiten, normale Beziehungen zu den zentral, europäischen Mächten und wegen des Orients in erster Reihe zu Oesterreich-Ungarn unterhalten muß. Was hat Frankreich getan, damit die Wiederaufnahme dieser Be­ziehungen seinem Einfluffe nicht entschlüpfe? In bett Jahren 1909 und 1910 hat Iswolski die französische Regierung wissen lassen, daß er den Wunsch hege, mit Wien zu sprechen, und glücklich wäre, wenn er in Paris den Vermittler- und Berührungspunkt dafür finden könnte. Was hat man ihm darauf geantwortet? Was hat man getan, um diesen Wunsch zu erfüllen ? Nichts I Mas hat es nicht verstanden, daß die Stunde geschlagen hatte, sich für eine Politik der Aktion oder der Untätigkeit ja entscheiden. Was die Bagdadbahnfrage anlangt, so können Frankreich und England keineswegs behaupte«, daß Rußland sie über seine Absicht in Unkenntnis ge­laffen habe. Der französische Botschafter in Petersburg Louis war über das, was geschehen sollte, unterrichtet und er hat auch den Quay d'Orsay unterrichtet. Anstatt zu begreifen, daß Rußland' dasselbe tun wollte, was Frankreich im Jahre 1904 mit England und im Jahrs 1909 mit Deutschland getan hatte, zog man es hier vor, eine zweideutige Haltung zu beobacht«! und daran zu erinnern, daß Rußland einst versprochen hatte, über Bagdad nicht ohne Frankreich zu verhandel«. Von dieser Verpflichtung war jedoch in den Archiven des Quay d'Orsay keine Spur zu finden. Wie dem auch sei, non französischer Seite war Rußland niemals aufgefordert worden, die asiatischen Probleme vom europäischen Ge­sichtspunkt aus zu betrachten. Konnte man von den Ruffen verlangen, daß sie französischer als die Franzosen seien? So ist denn ein unerfreulicher Bündniszustand geschaffen worden und es ist höchste Zeit, daß diHes Uebel durch ein positives Zusammenwirken wieder gut ge­macht wird.

Die spanische Deputiertenkamm« verhandelte weiter über den Gesetzentwurf betreffend die Verwaltung und Rechnungslegung von Staatsgeldern Der Mtuisterpräfi- dent erklärte, er sei geneigt, den Artikel 24, der sich aus die Frist für Reklamationen gegen den Anfall von den in Staatsbesitz übergegangenen Gütern der toten Hand bezieht, zurückzuziehen, um ihn redaktionell umzüändern.

Die griechische Deputiertenkammer sprach der Regierung mit 211 gegen 6 Stimmen das Vertrauen aus.

Die amerikanische Regierung will den Kalistrett mit Deutschland durch private Verhandlungen aus der Welt schaffen.

Der permanente Ausschuß des mexikanischen Kongress« hat einstimig die Vorlage über Aufhebung der konstitu­tionellen Garantien für die Dauer von 6 Monaten ange* nommen.