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Erstes Matt.

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VlerkekMrllch 1.80 SJtL, monatlich BO Pfg., fHt au» Därtige Abonnenten mit dem betreff. Postausschlag. Sie einzeln« Nummer kostet 10 Pfg.

Notationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeigtr

Amtliches Organ für Äa-t- und Landkreis Aman.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EintSckungsgeMhrt

Die ögefpalken« Petitzelle «Ser deren Naum 20 P^ im Neklameuteil di« Zeil« 45 Pfg.

verantwort!. Redakteur: 6, Schrecker in Hana»,

Nr. 59 ^ernsprechanschlitst Nr. 23V.

Freitag den 10. März

^ernfprecha«schlttsr Nr. 23V 1911

Die Mfletaoitt mfcht an Set -.MttisltmKltö

14 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

3m Auftrage des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel wird mit Rücksicht auf die Gefahr der Verbreitung der Maul-

«nd Klauenseuche auf Grund des § 64 Absatz 2 der Bundes­ratsinstruktion vom 30. Mai und 27. Juni 1895 auch die Abhaltung des auf den 22. d. Mts. hier anstehenden Bieh- marktes untersagt.

Hanau den 8. März 1911. P. 2782

Königliche Polizei-Direktion.

________________J. V.: Karbe.

Landkreis Fjanau.

Die wegen Ausbruches der Maul- und Klauenseuche in den Stadtteilen Bockenheim, Ginnheim und Eckenheim für den Polizeibezirk Frankfurt a. M. seinerzeit angeordneten Sperr- und Schutzmaßregeln sind aufgehoben worden. Die Seuche ist erloschen.

Hanau den 8. März 1911. V. 1306

Der Königl. Landrat.

J. V.: Karbe.

In der Gemarkung Oberissigheim ist die Schweineseuche festgestellt worden.

Hanau den 10. März 1911. V. 1337

Gefundene und verlorene Gesienstände re.

Gefunden: 1 Liter-Matz, 1 Hausschlüssel und 1 Schlinke an einer Schnur, 1 gelbe gestreifte Pferdedecke (gez. Nr. 12), 1 Steinmetzhammer, 1 Paket (enthaltend 1 graue Frauenhose, 1 schwarze Schürze und 1 hellgrauer Lappen), 1 goldene Damenuhr.

Stehen geblieben bei Gastwirt Gauwitz, Heu­markt 9: 1 vierräderiger Handwagen. Empfangnahme da­selbst; desgleichen bei Pfersdorf, Marktplatz 11: 1 Herren­zylinder und 1 Päckchen mit Litze; desgleichen in der Marienkirche: 1 Damenschirm mit gelbem Griff; Empfang­nahme bei Kirchendineer Erasmeher, Schlotzstratze 2.

Hanau den 10. März 1911.

Politische Run dich au.

Die auswärtige Politik im englischen Parlament.

London, 8. März. Oberhaus. Viscount Morley er­klärte in Erwiderung einer Anfrage von Lord Selbourne, es sei die Ansicht der Admiralität, datz unter den bestehen­den Berhältnisten die Wirkung der Errichtung eines inter­nationalen Prisengerichts und der Londoner Deklaration auf Großbritannien als Kriegführenden bei der Leitung der Operation zur See unbeträchtlich sein würde. Lord Des- borough eröffnete die allgemeine Verhandlung über die Londoner Deklaration, die er als eine Reihe von neuen Ge­setzen bezeichnete nach denen ein künftiger Seekrieg geführt werden würde.

London, 8. März. Unterhaus. Jowett (Arbeiterpar­tei) fragte Sir Edward Grey, ob während der Zeit seiner Amtsführung irgendeine Verpflichtung gegen Frankreich übernommen oder Frankreich das Versprechen gegeben mor­sen sei, datz in gewissen Fällen britische Truppen zur Unter­stützung der Operationen der französischen Armee entsendet werden würden. Der llnterstaatssekretär des Auswärtigen Amts Mc Kinnon Wood verneinte die Frage. Higham (Lib.) fragte, ob die Regierung dem von dem Präsidenten Tast ausgesprochenen Wunsch nach einem englisch-amerikanischen Vertrag zur Regelung aller wie immer gearreten Streit­fragen durch ein Schiedsgericht ihre Aufmerksamkeit zuge- wendet habe. Unterstaatssekretär Mc Kinnon Wood er­widerte, datz alle derartigen Vorschläge natürlich wohl­wollend geprüft werden würden. Balfour, der auf die Bagdadbahnsrage zu sprechen kam, führte aus, England könne gegenwärtig nicht umhin, mit großer Besorgnis auf die Entwickelung zu blicken, die gerade jetzt in der europä- tschen Politik in Verbindung mit den Eisenbahnunterneh­mungen in Kleinasien und Mesopotamien vor sich gehe. Er höre, daß Deutschland und die Türkei die jetzt in der Ent­wicklung begriffenen Strecken des Bahnbaues nach ihrem eigenen Belieben aufführten, aber man nähere sich der wei­tern Entwicklung durch die geschäftliche, politische und stra­

tegische Interessen Englands sehr nahe berührt würden. Welchen Weg gedenkt die Regierung einzuschlagen je nach­dem die Zweiglinie von Bagdad nach Ehanikin gebaut oder die Hauptbahn von Bagdad nach dem Süden fortgeführt wird? Die Zweigbahn sei mehr wirtschaftlicher als strate­gischer Art, aber ihre Bedeutung sei zweifelsohne groß, und sie bedeute eine Bedrohung des britischen Handels. Welche Sicherheiten würde dieser Handel besitzen, wenn die An­schlüße zwischen Bagdad im Westen und der persischen Grenze im Osten hergestellt würden? Als Ersatz für die bestehen­den Händelswege, die Großbritannien beherrsche und die in großem Maßstabe durch britische Unternehmungen hergestellt worden seien, werde man eine zum Teil deutsche, zum Teil russische Strecke erhalten. Seiner Ansicht nach müßte diese Angelegenheit Sir Edward Grey ernste Sorge bereiten. Balfour betonte sodann das Ueberwiegen der Interessen Großbritanniens und die Wichtigkeit seiner strategischen Interessen im Persischen Golf. Diese Interessen würden un­zweifelhaft durch gewisse Eisenbahnpläne bedroht. Der Staatssekretär des Auswärtigen Sir Edward Grey stimmte Balfour bei was die Wichtigkeit der britischen Handelsinte­ressen in jenem Erdraum angeht. Balfour habe aber nicht gesagt, welche Hebel oder welche Macht Großbritannien be­säße, um den Gang der dortigen Ereignisse zu beherrschen. Der Minister wies auf das Vorgehen der Regierung unter Balfour in betreff der Bahn hin. Balfour habe in seiner Rede nicht gezeigt, daß die gegenwärtige Regierung je in einer günstigeren Lage gewesen sei, um für die britischen In­teressen Bedingungen zu vereinbaren, als die vorige Regie­rung. Die Zeit, in der man sich der Bahn hätte widersetzen sollen,, rpeyn man sich ihr überhaupt widersetzen müßte, sei die vor Erteilung der Konzession gewesen. Letztere sei eine deutsche Konzession in türkischem Gebiet. Sie bleibe heute wie sie war, als sie erteilt wurde, und es liege innerhalb der Rechte der deutschen Inhaber, deren Bestimmungen im tür­kischen Gebiet auszuführen wie ès ihnen gefällt. Die ur­sprüngliche Konzession umfasse die Zweiglinie Bagdad-Cha- nikin. Selbst wenn das englisch-russische Abkommen nicht bestanden hätte, würde es unter keinen Umständen in den letzten Jahre für England möglich gewesen sein, Konzessio­nen in Nordpersien zu erlangen. Wenn ee Konzessionen haben müsse, so müßten sie in Südpersien liegen. Nordpersien befindet sich außerhalb seines Bereichs. Seit Jahren sei bekannt, daß britische Interessen nur im Süden gefördert werden können, und diese Tatsache bleibe unberührt durch alles, was die gegenwärtige Regierung getan hat. Soweit der britische Handel durch Verbürgung gleichmäßiger Rechte geschützt werden könne, werde er auf diesen Bahnen geschützt werden. Mehr als dies könne die Regierung nicht tun. Herr Balfour habe gemeint, daß diese Verbürgung gleicher Rechte in der Praxis für den britischen Handel ungünstig sein könnte. Die einzige Sicherheit dagegen, erklärt der Minister, sei, andere Straßen für den britischen Handel herzustellen, die ihm eigen seien. England könne unmöglich eine Kon­zession wegnehmen, die die Deutschen von der Türkei erlangt haben, es könne ihnen in dem Bau der Bahn nicht Halt gebieten. Wohl aber könnte es Bürgschaften für gleichmäßige Bedingungen erlangen, und es sei in jedem Falle zu der Forderung berechtigt, datz es keine Vorzugssätze geben solle. Wenn das nicht hinreichte, so habe es keine andere Wahl, als Konzessionen für den Bau anderer Bahnen zu erlangen, die unter seiner eigenen Herrschaft stehen werden. Es sei nicht ganz so hilflos wie man nach Balfours Rede vermuten könnte. Diese Bahnen befänden sich in türkischem Gebiet und würden viel Geld kosten. Die türkische Regierung habe vor wenigen Jahren die Zustimmung für eine dreiprozentige Erhöhung der Zölle für einen beschränkten Zeitraum erhal­ten. Seither habe sie um eine vierprozentige Erhöhung er­sucht. Dieser Satz könne ohne Englands Zustimmung nicht erhoben werden. „Es liegt mir außerordentlich daran", er­klärt der Minister, „daß wir unsere Zustimmung geben, denn ich wünsche die neue Ordnung in der Türkei gestärkt zu sehen und im Besitz solcher Hilfsmittel, die sie instand setzen, eine starke und gerechte Regierung in allen Teilen des türkischen Reiches zu begründen. Ich weiß, datz für diesen Zweck Geldmittel nötig sind, aber wenn das Geld verwendet werden soll für den Bau von Bahnen, die eine Quelle zwei­felhafter Vorteile für den britischen Handel sein können, und mehr noch, wenn das Geld zum Bau von Bahnen ver­wendet werden soll; welche die von britischer Seite be­herrschten Verkehrsmittel ausschalten, dann mutz ich sagen, daß es für uns unmöglich sein wird, einer vierprozentigen Zollerhöhung zuzustimmen, solange wir nicht die Ueber­zeugung gewonnen haben, daß die britischen Handelsinte- reßen hinreichend gesichert sind. Wir haben weder ein Recht noch einen Anspruch darauf, gegen die Ausführung der Bag­dadbahn nach den Bestimmungen der Bauerlaubnis durch

die deutschen Inhaber und der Türken Einwendungen zu erheben. Aber wenn wir ersucht werden, unsere Zustimmung zur Schaffung weiterer Einnahmequellen für die türkisch« Regierung zu geben, so haben wir das Recht, zu verlangen, daß die türkische Regierung, bevor wir unsere Zustimmung geben, uns klar macht, daß die Einnahmen für den Zweck verwendet werden sollen, dem wir sie gewidmet sehen möch­ten, nämlich für eine ordentliche Verwaltung und di« Stärkung des türkischen Reichs, und nicht für den Bau von Bahnen, welche die türkische Regierung aus strategischen Gründen wünschen mag, die aber unter Umständen di« Rechte des britischen Handels schädigen mögen. Das ist unsere Stellung bezüglich der Vagdadbahn." Was Kueit und den Persischen Golf anlangt, erklärt der Minister, so sei da» eine ganz andere Frage. Er habe sorgfältig betont, daß di« Vagdadbahn eine deutsche Konzession im türkischen Gebiet sei, aber wenn die Bahn über das türkische Gebiet hinaus­gehen soll, dann wird der Gang der diplomatischen Stellung­nahme Englands in der Frage ganz anders. Es strebe nicht danach, den Statusquo in Persien zu stören, der zum größten Teil von ihm aufgebaut worden sei. Es habe das Piraten» tum unterdrückt und den Persischen Golf für den Handel ge­öffnet. Es verfolge keine Politik des Vordringens im Per­sischen Golf oder der Erwerbung irgendwelchen Gebiets. Aber wenn andere den Statusquo störten, dann müßte es zweifelsohne seine Mittel anwenden, um die Stellung zu behaupten, die es in Persien innehabe. (Lauter Beifall auf allen Seiten.) Denn es sei ein Teil des Statusquo, das es Vertragsverpflichtungen mit dem Schech von Kueit einge­gangen sei. Es müsse bei allen Verhandlungen, die es dort geben mag, oder allen Veränderungen, die stattfinden mögen, darauf sehen, daß seine Vertragsverpflichtungen mit dem Schech für die Erhaltung seiner Stellung erfüllt wer­den. „Ich hoffe", schließt Sir Edward Grey, „klargelegt zu haben, welches im einzelnen unsere Stellung ist und welches die Grenzen für unser Vorgehen sein müssen, ebenso die Grenzen, innerhalb deren wir unserer Ansicht nach etwas tun können, um die britischen Handelsinteressen und das, was bisher als der Statusquo am Persischen Golf betrachtet worden ist, zu sichern." Noel Buxton (liberal) betont die Wichtigkeit der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland bei der Regelung der Pro­bleme in Vorderasien. Auf eine Anfrage, ob er die gegen­wärtige Zeit dazu benutzen wolle, besondere Konzessionen für Handelswege für britische Waren zu sichern, erwiderte Sir Edward Grey, er lege den allgemein gegebenen An­regungen über die Möglichkeit anderer Wege große Bedeu­tung bei. Aber er wolle nicht im voraus dem Erfolg irgend­welcher Schritte, die die Regierung in dieser Richtung etwa unternehme, dadurch Abbruch tun, daß er vorher angebe, welche besonderen Mittel die Regierung in dieser Ange­legenheit vielleicht anwenden werde.

Hus Ban au Stadt und Eand.

Hanan, 10. März.

* Stadttheater. Die Operette „DerVogelhändlerâ geht am heutigen Freitag im Abonnement C in Szene und es sei betont, daß von dem wundervollen Werk anderer Ver­pflichtungen wegen nur wenige Aufführungen stattfinden können, auch ist es aus demselben Grunde nicht möglich, diese Operettte an einem Sonntagabend zu geben. Morgen Samstag kommt bei ermäßigten Preisen „Glaube und Heimat" zur Wiedergabe, welches voraussichtlich auch nicht mehr wiederholt werden wird. Das packende Stück hat hier dieselbe Wirkung wie an sämtlichen anderen deutschen Bühnen ausgeübt, sodaß die Auszeichnung desselben mit dem Grillparzer-Preis wohl berechtigt ist. Der Sonntag nachmittag bringt bei ermäßigten Preisen die letzte Auf­führung der Jarnoschen Operette „Das Musikanten- mäde l", wieder mit Frl. H a r v e s in der Titelpartie, und am Sonntag abend ist im Abonnement A neu einstudiert das entzückende Lustspiel „Krieg im Frieden" von Gustav von Moser und Franz von Schönthan. Allein schon der Name dieser beliebten Lustspieldichter bürgt für einen in jeder Beziehung angenehmen Theaterabend. Die Spiel­leitung hat Herr Direktor Steffter, welcher gleichzeitig die Rolle des Leutnants v. Reif-Reiflingen darstellen wird. — Am Montag abend geht als Vorstellung bei volkstümlichen Preisen zum letzten Scribes Lustspiel „Das Elas Wasser" in Szene.

* Konzert in der Centralhalle. Die Hanauer Stadt­kapelle gibt am nächsten Sonntag in den von der Künstler­gesellschaft „Samstagia" festlich dekorierten Sälen ddr Een- tralhalle ein großes Konzert und hat hierzu folgendes Pro­gramm aufgestellt: Bayerischer Defilier-Marsch (zu Ehren des 90. Ceburtstaaes Sr. Kal. Hoheit des Drim-Reaeut«