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AMtionsdnick und Verlag der Buchdruckerei des «rein. ev. Waisenhauses tu Hanau.

Bezugspreis, Vieri, lsShrNch 1.80 TOL, monatlich Bö Pfg., fUf ü» ivârtige Abonnenten mit dem betreff. Postausschtag. Die einzeln« Rummet lostet 10 Psg.

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Die Sgespaltenr Petttzeil, oder deren Rama 20 Pf- im RetlameateU die Zeit, 45 Psg,

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. verantwort!. Redakteur: T. Schrecker tu Haaa^

^L Öb ^erttfvredMnMHitft Nr. 230.

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Amtliches.

Stadtkreis kjanau. Bekauttimachttnst.

Die Lieferung des für die Verwaltung erforderlichen Schreibpapiers und der Briefumschläge soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden.

Der Bedarf wird festgestellt auf:

ca. 20 000 Vogen Normal-Kanzlei 4a,

ca. 10 0(10 Bogen Normal-Kanzlei 4a liniiert, ca. 15 000 gelbe unbedruckte Briefumschläge und ca. 15 000 mit Firmendruck.

Das zu liefernde Papier muß den Anforderungen ge­nügen, welche an das von den Staatsbehörden verwendete Papier gestellt werden.

Angebote unter Beifügung von Proben, sowie Angabe des Gewichts von 1000 Bogen Kanzleipapier sind bis

12. März 1911, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, im Zimmer 14 des Rathauses abzugeben. Daselbst ist etwa sonst gewünschte Auskunft zu erhalten.

Hanau den 2. März 1911. 5431

Der Magistrat.

Hild.

Attsschreiben.

Der Bedarf an Lebensmitteln, wie Fleisch, Brot, Milch, Butter und sonstigen Bedürfnissen, wie Kolonialwaren, Seife usw. für das städtische Pflegehaus für die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 19,12 soll vergeben werden.

Die Angebote sind bis zum 15. März d. J., vormittags 13 Uhr, in Zimmer Nr. 2 des Armenamtes, Rathaus, Lang- stratze Nr. 43, abzugeben, wo auch die Lieferungsbeding­ungen in der Zeit von 8—12 Uhr vormittags aufliegen.

Im laufenden Jahre betrug der Verbrauch des Pflege- Hauses u. a. etwa 5550 Laibe Brot zu 1,125 Kilogr., 17 000 Brötchen, 450 Kilogr. Ochsenfleisch, 70 Kilogr. Kalbfleisch, 320 Kilogr. Schweinefleisch, 45 Kilogr. Speck, 560 Kilogr. verschiedene Wurstwaren, 150 Kilogr. Schmalz, 125 Kilogr. Nierenfett, 50 Kilogr. Lungen, 265 Kilogr. Mehl, 80 Kilogr. Erbsen, 70 Kilogr. Linsen, 70 Kilogr. Bohnen, 185 Kilogr. Kaffee, 185 Kilogr. Malz, 130 Kilogr. Nudeln, 110 Kilogr. Reis, 50 Kilogr. Eries, 40 Kilogr. Hafergrütze, 55 Kilogr. Graupen, 30 Kilogr. Sago, 32 Kilogr. Erünkern, 5 Kilogr.

Tee, 80 Liter Essig, 50 Liter Speiseöl, 215 Kilogr. Zucker, 3750 Liter Milch, 225 Kilogr. Salz, 100 Kilogr. Backobst, 450 Kilogr. Butter, Limburger- und Edamerkäse, 640 Stück Eier, 1050 Stück Handkäse, 130 Stück Bücklinge, 550 Stück Heringe, 30 Kilogr. meiste, 105 Kilogr. gelbe, 260 Kilogr. Schmierseife, 50 Kilogr. Soda, 325 Liter Petroleum, 75 Kilogr. Sand, 60 Dosen Wichse und Schuhfett, 15 Dosen Putzpomade usw. Hanau den 1. März 1911. 5711

Der Magistrat.

Hild.

Gefundene unb verlorene Genenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie-Söckchen mit 11.07 Mk., 1 Schulaufgabenbuch für Jonas Bamberger.

Verloren: 1 schwarzes Herrenportemonnaie mit 8.40 Mk., 1 schwarzes Portemonnaie mit einigen Leihhauszetteln von Grimm, 1 Schlüsfelchen usw.

Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Ab­zeichen, m. Eeschl.

Hanau den 7. Marz 1911.

Politische RundTd/>au.

Der Kaiser übernachtete in der Nacht zum Montag auf der „Deutschland". Montag vormittag besichtigte er in Be­gleitung des Staatssekretärs v. Tirpitz die Kaiserwerst.

Der deutsche Kronprinz in Port Said. Der deutsche Kron­prinz ist am Montag an Bord der „Arabia" in Port Said eingetroffen. Die Ueberfahrt war von bestem Wetter be­günstigt. Bei seiner Ankunft in Port Said wurde der Kron­prinz vom Gouverneur im Namen des Khediven und vom deutschen Gesandten Fürsten zu Hatzfeld-Wildenburg be­grüßt. Darauf begabter sich im Sonderzug nach Kairo, wo er mit der Kronprinzessin zusammentrifft.

Bischof Dingelstad f. Wie aus Münster in Westfalen ge- meldet wird, ist Bischof Dr. Hermann Dingelstad dort Mon­tag vormittag halb 11 Uhr nach kurzem Krankenlager ge­storben. Der Bischof war schon längere Zeit leidend, doch wurde kein äuffani» erst ick den letzten Tagen ernst. Noch

Dienstag den 7. März

bei der Beerdigung des Oberpräsidenten Frhrn. von der Recke nahm er zu Fuß an dem Leichenbegängnis teil.

Drohungen der entlassenen Arbeiter in Frankreich. Der Sekretär des Verbandes der Elektrotechniker Pataud rif^t-’t« an den Varon Rothschild ein Schreiben, in dem er mit Nach­druck verlangt, daß die infolge eines Streiks vor fünf Mo­naten entlassenen Mitglieder seines Syndikats wieder ein­gestellt würden. Er wisse, daß Varon Rothschild, wenn er auch dem Verwaltungsrate der vereinigten Elektrizitäts­gesellschaften nicht angehöre, doch seine Strohmänner der Wiedereinstellung der Elektrizitätsarbeiter, wie übrigens auch der Eisenbahnbeamten, sich widersetzen. Pataud schließt mit der Drohung, die Arbeiter würden ins antisemitische Lager übergehen, falls Rothschild ihren Forderungen kein Gehör schenke. Gleichzeitig fordert Pataud den Baron Roth­schild auf, die Regierung möge nicht nur für die Wieder­einstellung der Eisenbahnbeamten, sondern auch für die der Elektrotechniker eintreten. Der halboffiziöse „Petit Pari- sien" meldet dazu, daß die Bahngesellschaften nach wie vor fest entschlosien seien, eine etwaige Forderung der Regierung nach Wiederanstellung der entlaßenen Arbeiter abzulehnen. Die Präsidenten und Verwaltungsräte der Vahngesell- schaften wurden sogar eher ihre Entlastung geben, als daß sie einer Maßnahme zustimmten, die sie mit ihrer Würde und dem Interesse der Vahngesellschaften für unvereinbar hielten.

Hk. Portugal und Frankreich. Provisorisches Handels- Abkommen zwischen beiden Ländern. Durch Notenaustausch

I vom 17. Februar d. Js. ist zwischen Frankreich und Portugal ein provisorisches Handelsabkommen getroffen worden, wo­rin sich beide Länder bis zum Abschluß eines endgültigen Handels- und Schiffahrtsvertrages hinsichtlich der Einfuhr­zölle und Verbrauchssteuern gegenseitig die Behandlung als meistbegünstigte Nation zusichern. Unberührt durch das Abkommen Bleibt indes der Grundsatz, wonach Portugal Spanien und Brasilien Sondervergünstigungen gewährt und beide Länder im Interesse des nachbarlichen Verkehrs den angrenzenden Ländern Erleichterungen einräumen können. Die portugiesische Regierung räumt außerdem u. a. den in dem nachfolgenden Verzeichnis aufgeführten französischen Waren die darin angegebenen Zollsätze ein. Das Abkommen bleibt bis zum Abschluß eines endgültigen Handelsvertrages in Geltung. Den beiden vertragschließen­den Parteien steht indes frei, drei Monate nach Kündigung von diesem Abkommen zurückzutreten.

Verzeichnis der französischen Waren, denen bei der Einfuhr Iin Portugal die nachstehend angegebenen Zollsätze ein« geräumt sind.

Nummer beS norinqits. $oHtnrf3 Reis

886 - Instrumente, Werkzeuge und Geräte, nicht besonders aufgeführt, für Künste und Handwerk, Landwirtschaft und Garten­bau (einschließlich der Säemaschinen, Düngervcrteiler und im allgemeinen aller Instrumente und Apparate, mit denen Handarbeit ausgeführt oder er­leichtert wird), für 1 Klg......20 aus 438 Schutzreifen aus Leder für Räder von • Kraftwaqen und anderen Fahrzeugen, für 1 Klg.......... 150 aus 440 Kautschuk und Guttapercha in Schutzreifen und Luftschläuchen für Räder von Kraft­wagen und anderen Fahrzeugen, für

1 Klg. .......... . 50 aus 504 Stiche und Drucke, mehrfarbig, und Litho­graphien, für 1 Klg. ...... 600 Das Abkommen ist von den beiderseitigen Regierungen durch Verordnungen vom 20. Februar 1911 in Kraft gesetzt worden. — Das Deutsche Reich genießt in Portugal be­kanntlich das Recht der meistbegünstigten Nationen, sodaß deutschen Waren ebenfalls die obigen Zollsätze zu Gute kommen müssen.

Hus Dab und fern.

36. Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Cassel.

§§ Cassel, 6. März. Heute abend 6K Uhr wurde im Sitzungssaale des Ständehauses der 36. Kommunallandtag durch den Königl. Kommissar, Se. Exzellenz Herrn Ober­präsidenten Hengstenberg, eröffnet. Die Abgeordneten waren bis auf zwei, die durch Krankheit ferngehalten wur­den, sämtlich erschienen. Se. Exzellenz der Herr Oberxräsi- dent erschien kurz nach 6K Uhr, begleitet vom Landeshaupt­mann Frhr. Riedesel zu Eisenbach sowie den Räten des Oberpräsidiums, nahm am Tische der Negierungsvertreter Aufstellung und eröffnete den Landtag mit folgender An-

FernsprechattlÄlttsr Nr. 230 1911

spräche: „Geehrte Herren! Nachdem des Königs Majestät die Einberufung des Kommunallandtages auf den heutigen Tag zu genehmigen geruht haben, heiße ich Sie namens der Kgl. Staatsregierung bei Ihrem Zusammentreten herzlich willkommen. Sie stehen am Beginne einer Tagung von vor­aussichtlich nicht langer Dauer. Die Kgl. Staatsregierung hat Ihnen Vorlagen diesmal nicht zu machen. Die Anträge und Berichte, die Ihnen Ihre Verwaltung unterbreitet, ge­währen zwar Einsicht in eine Fülle wertvoller, stetig fort­schreitender Arbeit im Dienste der öffentlichen Wohlfahrts befassen sich aber in diesem Jahre nicht mit grundlegenden Neuerungen. Sie werden die Berichte über die Ergebniss« der Verwaltung, den Verhandlungen über die Voranschläge und den übrigen Vorlagen wiederum die Ueberzeugung ent­nehmen dürfen, daß Umsicht, schaffensfreudige Hingabe und weise Sparsamkeit ein erfreuliches Gesamtbild entstehen lassen. Die Dezirksverwaltung hat in der Inanspruch­nahme ihres Kredites seither bewußt eine sehr nützliche Zu­rückhaltung geübt. Die Ihnen zugehende Anleihevorlage hält den Bedarf in den engsten Grenzen und sieht nur Not­wendiges vor. Der Ihnen erstattete Bericht über die Wan- derarbcitsstätten eröffnet einéfi lehrreichen Einblick in den Werdegang der neuen Einrichtung. Die vorgeführten Ergeb­nisse des ersten Betriebsjahres berechtigen zu der Annahme, daß dem Wanderbettcl mehr und mehr der Weg versperrt werden wird, ohne daß diese Errungenschaft allzu teuer er­kauft werden müßte. Die sehr beträchtlichen, immer noch zunehmenden Aufwendungen für die Fürsorgeerziehung Minderjähriger legen die Frage nach den greifbaren Er­folgen dieser Einrichtung besonders nahe. Da erscheint die Bezeugung des Verwaltungsberichtes höchst erfreulich, dah bei nicht weniger als 76 Prozent der entlassenen Zöglinge der Zweck der Fürsorgeerziehung als erreicht gelten darf. Gewiß, daß das vortreffliche Einvernehmen Bestand be­halten werden wird, daß zum Segen des Bezirks bisher zwischen Ihrer Verwaltung und den Organen der König»

1 lichen Staatsregierung gewaltet hat, erkläre ich mit dem Wunsche, daß Ihre Beratungen reiche Früchte tragen mögen, den 36. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Cassel hiermit für eröffnet." Der langjährige Alterspräsident, der 86jährige Bürgermeister Herr Hold aus Obermeiser (Kreis Hofgeismar), übernahm den Vorsitz und berief die an Jahren jüngsten Mitglieder des Hauses, Herrn Landral v. Erunelius-Hersfeld und Landrat v. Gehren-Homberg. Er gedachte sodann in Worten der Treue und Liebe des Kai­sers und Königs und brachte, alter Tradition getreu, dem Landesherrn die Huldigung des Hauses zu Beginn der Ar- .beit dar, indem er seine Ausführungen mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser schloß. Herr Landral v. Erunelius-Hersfeld gab sodann die Anwesenheitsliste be­kannt, wobei sich ergab, daß Herr Bürgermeister Strauß- Hersfeld heute in feinem Hotel in Cassel erkrankt sei, wahr­scheinlich aber schon in den nächsten Tagen an den Arbeiten des Landtags wieder werde teilnehmen können. Herr Bür­germeister Docke-Eschwege fehlt entschuldigt: auch er ist er­krankt. Der Alterspräsident erbittet Vorschläge für die Wahl des Bureaus des Landtags. Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda beantragt namens des Wahlvorbereitungs« ausfchusses die Wiederwahl des langjährigen und bewährten Vorsitzenden, Herrn Kammerherrn und Rittergutsbesitzer Rabe von Pappenheim-Liebenau (Kreis Hofgeismar). Der Alterspräsident stellt fest, daß diese Wahl durch Zuruf er­folgen kann, wenn sich kein Widerspruch erhebt: dies ge­schieht nicht: Herr v. Pappenheim ist gewählt. Er nimmt die Wahl mit Dank an und versichert, sich zu bemühen, die Verhandlungen unparteiisch und zum Besten des Landes zu leiten. Herr v. Pappenheim übernahm sodann den Vorsitz und ersuchte um weitere Vorschläge zwecks Bildung des Bureaus. Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda schlug im Namen des Wahlvorbereitungsausschusses Herrn Ober­bürgermeister Dr. E e b e s ch u s - Hanau als stellvertreten­den Vorsitzenden und die Herren Landrat und Kammerherr v. Ditfurth-Rinteln und Sanitätsrat Dr. Kind-Fulda als Schriftführer, die Herren Landrat v. Aschoff-Melsungen und Sanitätsrat Dr. v. Wild-Cassel als stellvertretende Schriftführer vor. Sämtliche Herren wurden gewählt und nahmen die Wahlen an. Der Herr Vorsitzende gedachte nun» mehr in Worten der Anerkennung des im abgelaufenen Jahre verstorbenen Herrn Bürgermeister Reinhcrd-Lan« dershausen (Kreis Hersfeld), der über 25 Jahre hindurch dem Kommunallandtage angehört und seit 1886 ununter­brochen mit Umsicht und Fleiß im Landesausschuß mitge» arbeitet hatte. Das Haus werde diesem gewissenhaften Mit-

I arbeitet ein dankbares Andenken bewahren. (Die Abge» I ordneten erhoben sich zum Zeichen der Zustimmung von den 1 Sitzen.) Herr Kammerherr v. PavpeirLeim bearüßte jobaun