Erstes Blatt.
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Kolatkonsdruck und Verlag der Buchdruck««! des verein, «v. Waisenhauses in Hanau.
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Amilchts Organ für L'tadt- uni Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
EinrSLungsgeSilhr»
Sie gespaltene Petitzell» oder beten Naum 20 P^ im Neklameutell die Zeit, 45 Psg.
Verantwortl. Redakteur: 6. Schrecker in Harum,
Nr. 54 Fernsprechanschlttsr Nr. 230.
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Samstag den 4. März
Fer»kprecha«schl«s; Nr. 230 1911
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18 Seiten.
Amtliches.
Unter Bezugnahme auf die Verordnung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau vom 13. Mai 1905, betr. Verbot der Ausfuhr von Reben aus reblausverseuchten Gemarkungen (veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 21 von 1905), wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, datz zurzeit die Gemarkungen Wellmich, Nochern, St. Goarshausen, Bornich, Laub, Lorch, Geisenheim, Biebrich, Wiesbaden, Hochheim und Winkel, sämtlich im Regierungsbezirk Wiesbaden, als reblausverseucht zu gelten haben.
Cassel den 23. Februar 1911. A III 832
Der Regierungspräsident. V. 1134
I. V.: Rietz von Scheurnschlotz.
Die in der Sammelwasenmeisterei Bruchköbel — Station der Hanau-Friedberger Eisenbahn — gewonnenen Erzeugnisse (etwa 250 Häute von Grotzvieh, 800 Felle von Kleinvieh, 14 500 Klg. Fett, 24 000 Klg. Fleischmehl und 3500 Klg. Knochen, Klauen und Eisen) sollen für die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 im Submissionswege an den Höchstbietenden vergeben werden.
Preisangebote werden bis 15. März d. I. an den Unterzeichneten erbeten. Die Verkaufsbedingungen werden auf Wunsch übersandt.
Hanau den 23. Februar 1911.
Der Vorsitzende
A. 754
der ^erwaltungskommission der Sammelwasenmeisterei.
Frhr. Laur, Kgl. Landrat.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Mit Rücksicht auf die starke Ausbreitung der Feldmäuse im letzten Sommer ist ein Ueberhandnehmen dieser Schädlinge zu befürchten, wenn ihre Vertilgung nicht energisch und gemeinsam betrieben wird.
Auf Anregung des Herrn Regierungspräsidenten beabsichtigen wir daher, gegen diese Schädlinge durch Anwendung eines geeigneten Vertilgungsmittels auf dem städtischen Grundbesitz vorzugehen, können uns davon aber nur nachhaltigen Erfolg versprechen, wenn auch die Besitzer bezw. Pächter von Privatgrundstücken und Gärten bereit find, sich unserem Vorgehen anzuschlietzen.
Als bestes Vertilgungsmittel wurde uns der Löffler'sche Mäusetyphusbazillus empfohlen. Die Firma Josef Schwarte in Frankfurt a. M. übernimmt die Lieferung dieser Vernichtungsmittel zum Preise von 35 Pfg. pro Morgen. Die gleiche Firma, welche das Mittel für eine grötzere Anzahl von Gemeinden bereits geliefert hat, gibt auch kleinere Quantitäten ab. Es wollen sich deshalb die Interessenten zwecks gemeinsamen Bezuges auf dem städtischen Polizeiamt, Langstratze Nr. 41, umgehend melden, da solche, zusammenbezogen. billiger als im Einzellauf sind.
Die jedem Mittel beigegebene Gebrauchsanweisung gibt Aufschluß über das Anwenden des Mäusetyphusbazillus.
Es wird noch bemerkt, daß diese Vernichtungsmittel unschädlich für Menschen Wild und Haustiere (Hunde, Katzen und Geflügel) sinh.
Ferner wird die Auslegung von baryumcarbonat- haltigem Brot (Mäusebrot) empfohlen. Dieses Brot muß in die Mauselöcher versenkt und dann mit Erde bedeckt werden. Bei Aufbewahrung dieses Giftes ist selbstverständlich eine besondere Vorsicht erforderlich.
Hanau den 1. März 1911.
Der Magistrat.
z. A.: Bartmutz. 5429
Bekanntmachung.
Die Lieferung des für die Verwaltung erforderlichen Schreibpapiers und der Briefumschläge soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden.
Der Bedarf wird festgestellt auf:
ca. 20 000 Vogen Normal-Kanzlei 4a,
ca. 10 000 Bogen Normal-Kanzlei 4a liniiert,
ca. 15 000 gelbe unbedruckte Briefumschläge und
ca. 15 000 mit Firmcndruck.
Das zu liefernde Papier mutz den Anforderungen ge
nügen, welche an das von den Staatsbehörden verwendete Papier gestellt werden.
Angebote unter Beifügung von Proben, sowie Angabe des Gewichts von 1000 Vogen Kanzleipapier sind bis
12. März 1911, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, im Zimmer 14 des Rathauses abzugeben. Daselbst ist etwa sonst gewünschte Auskunft zu erhalten.
Hanau den 2. März 1911. 5431
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Nach Ausbau der Katharina-Belgica-Stratze auf einer Strecke von rd. 57 Meter sind die Stratzenkostenbeiträge für diesen Straßenteil für 1 Meter Baugrundstücksfront auf Grund der Abrechnung der Bauarbeiten festgesetzt wie folgt:
1. Erunderwerb 111,03 Mk.
2. Erste Einrichtung 35,77 Mk.
Die Kosten der Entwässerung betragen ortsstatutarisch
25 Mk. für 1 Meter Baugrundstücksfront.
Hanau den 25. Februar 1911. 5383
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Den Hauseigentümern wird dringend empfohlen, die Anschlüffe der Aborts an die Entwässerungsanlage mög
lichst bald zu bewirken, da neben den Ableitungsgebühren der Ordnung betr. die Deckung der Kosten der Entwässerungsanlage die Erubenentleerungsgebühren zu bezahlen sind, solange die Abortgruben noch in Betrieb find.
Hanau den 10. Februar 1911. 4225
Der Magistrat.
Dr. G e b e s ch u s.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Rüdigheim belegenen, im Grundbuchs von da, Band I Artikel 14 in Abteilung I unter Nr. 4, 5, 6, 7, 8, zur Zhit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Heinrich Rau, Johann Heinrichs Sohn, in Rüdigheim eingetragenen Grundstücke: Kartenblatt 16 Parzelle Nr. 210, im Dorfe, Hausgarten, 2 ar 58 qm,
Kartenblatt 13 Parzelle Nr. 78, auf dem heiligen Stock, Acker, 4 ar 26 qm,
Kartenblatt 16 Parzelle Nr. 35, die Wiesengärten, Wiese, 4 ar 31 qm,
Kartenblatt 13 Parzelle Nr. 165/77, auf dem heiligen Stock, Acker, 9 ar 1 qm,
Kartenblatt zu 16 Parzelle Nr. 857,342, im Dorfe, Borngaffe Nr. 62, 3 ar 38 qm, Hofraum,
a) Wohnhaus,
b) Scheuer mit Stall,
c) Schweinestall,
am 2. Mai 1911, nachmittags 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Rüdigheim — in der Gastwirtschaft Uhrig — versteigert werden.
Die Grundstücke sind bei einem Reinertrag von 10,11 Mk. und einem Nutzungswert von 60 Mk. zur Grundsteuer und Eebäudesteuer veranlagt.
Erundsteuermutterrolle Artikel 267 und Eebäude- steuerrolle Nr. 62.
Hanau den 21. Februar 1911. 5421
Königliches Amtsgerichts 2.
Gefundene und verlorene GeacnWnde re.
Gefunden: 1 schwarzer Damenschirm mit rötlicher Borde, 4 Schlöffel an einem Ring.
Verloren: 1 schwarzer Sammet-Damengürtel.
Zugelaufen: 1 junger Bernhardinerhund, schwarz und weiß gefleckt, m. Eeschl.
Hanau den 4. März 1911.
Politische Rundschau.
Auch der neunte Tag der Reichstagsdebattrn über den Militäretat verlief gestern, ahne datz der Etat erledigt
wurde. Heute und Montag finden keine Sitzungen statt, (Den Bericht siehe in dem 2. Blatt.)
Zm vreutzischen Abgeordnetenhaus« kam es gestern 3* einer Debatte über die Schiffahrtsabgaben. Minister von Breitenbach versicherte, datz er alles tun werde, die Durchdringung des Echiffahrtsabgabengefetzes zu fördern.
Verstorben. Der langjährige Führer der bayerischen Zentrumspartei, Prälat Dr. v. Daller, ist gestern in Freising gestorben.
Die österreichische Delegation hat nach dem Schlußwort des Berichterstatters, der unter lebhaftem Beifall der Majorität dem Marinekommandanten das vollste Vertrauen aussprach, den Marine-Etat auch in der Spezialdebatte angenommen.
Hus Ban au Stadt und Cand.
Hana«, 4. März.
• Ernannt. An Stelle des in den Ruhestand versetzte» RechnungsrevisorS beim hiesigen Landgericht, Rechnung-rat Wiemann ist der Obersekrelär Griesel beim Landgericht hier zum Rechnung-revisor ernannt worden.
* Parolemusik. Die Ulanen kapelle wird morgen mittag folgende Stücke im Schloßgarten spielen: 1. „Hochzeit-marsch und Drautgesang* a. d. Op. „Romeo und Sulia", von Fr. Gonnod. 2. „FrühlinyS-Erwachrn*, Romanze von E. Bach. 3. Ouvertüre z. Ov. „DaS Feldlager in Schlesien*, von G. Meyrrbeer. 4. Szene aus der „Fritbfos-Sagr*, von M. Bruch. 5. „Kaisermarsch*, von Richard Wagner.
* 4. Kammermusikabend. In dem am nächsten Montag, abends 7*/i Uhr, in den Sälen der „Centralhallr* statt- findenden letzten diesivinterlichen Kammermusikabend der Frankfurter Quartettvereinigung (Hock- Quartet«) wird u. a. auch die Sängerin Frl. Elly Berlow auS Köln Mitwirken. Für die Konzertbesiicher dürften einige Pressestimmen über das Austreten der Sängerin in anderen Städten von Interesse sein, so äußert sich die „Wiesb. Ztg.* über dieselbe gelegentlich ihrer Mitwirkung in einem Kammer» musikabend im dortigen Kurhaus wie folgt: „Den vokale» Teil der Abends hatte Frl. Elly Berlow übernommen, die sich mit Liedern von Brahms, Reger, R. Siranß und H. Wolf hier in überraschend günstiger Weise einführte. Di« Sängerin verfügt über ein in allen Registern gleich ausgiebiges nnd wohlklingendes Organ, das besonders in breit angelegten Gesängen, wie die „Mainacht* von .BrahmS und Wolfs „Gesang Wrylas* zu eindrucksvollster Wirkung kommt. Dorlrag und Phrasierung sind geradezu mustergültig. Frâul. Beilow wurde von dem zirml'ch zahlreich versammelten Pu» blikuin sehr freundlich ausgenommen und stürmisch zu einet Zugabe genötigt." t— Das „Wfesb. Tagebl.* schreibt: „In Frl. Berlow lernte man eine Sängerin von nicht alltäglichen stimmlichen Qualitäten kennen. Ihre sonore Alistimme ist in allen. Registern von seltener Ausgeglichenheit und Füll«.* Aehnlich lauten auch mehrere andere uns vorliegende Rezensionen über dir Künstlerin.
* Concordia-Säle. Zu dem morgen, Sonntag abend, in den Concordia-Sälen fiattfinbeuben Streich, Konzert unserer Ulanenkapelle Hal Herr Obermusikmeister Urbach nachstehendes Programm zusammeugestellt: „Abschied der Gladiatoren*, Marsch von A. Blankenburg. Ouvertüre z. Op. „Fidelio*, von L. v. Beethoven. Große Faiilasie a. b. Op. „Der Bajazzo*, von R. Leoncavallo. „Chant sann paroles“, von Tschaikowsky. Ouvertüre z. Optt. „Die Frau Meisterin*, von Fr. v. Suppö. Divertissement a. d. Op. „Der fliegende Holländer*, von R. Wagner. „Wiegenlied* von A. Jscinanit und „Trautes Dâmmerstündchen* für Streich» inftrumente. Humonstische Ouvertüre, von A. Rtidloff. „Jugendübermul", Fantasie-Solo für Tubas Campanaphon. „Ein lustiges Quartett“, Scher; • Potpourri für Oboe, Klarinette, Fagott und Waldhorn. „Purzelbaum*, brillanter Galopp von R. Eilenberg.
* Katholischer Arbeiterverein. Heute abend um 9 Uh, ist ein wichtiges Referat des Herrn Kaplai« Trageser über „Die Verleumdnn gen gegen das Papst- t u tu“. Alle Mitglieder wollen bitte dazu erscheinen.
• Vogelsberger Höhen-Club (V. H. C.) Zweig- verein Hanau. Nächsten Montag den 6. März, abends 9 Uhr, MonatsversammInttg im „Restaurant Mohr* untere! Sälchen), worauf alle Mitglieder nochmals aufmerksam gemacht werden. Freunde der Sache sind stets willkommen.
• Der Stenographen-Verein Stolze-Schrey eröffnet am nächsten Montag einen Anfângerkur uS in der vereinfachtev Stenographie, worauf wir hier noch besonders Hinweise» (s. Anzeige).