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Erstes Blatt.

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MerkekfährNq 1.80 Mk., monatlich 60 M., Wr <m* lvârtige Abonnenten mit dem betreff Postaustchla-, Sie einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

jWakkonsdruck und Verlag der Buchdruckerei de» «rein, eo. Watjenhauje» in Hanau.

Gcncral-Anzeigcr

Amtliches ©rgan für SUN- und FMKreis §ana

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrLckungsgeLIlh^

Die ^gespaltene Petttzeil« oder bettet Nau« 20 IM im Netlamenteil die Zette 45 Pf»

verantwortl. Nebakteur: G. Schrecker ta Hana«

Nr. 48 A-r»spr-chanschlich Nr. 230. Samstag den 25. Februar

^er»»sftrechankchl«si Nr. 230 1911

Lie fitHiifif summet «mstlßt Nier d.UMMrSbltv 16 Seiten.

MneeeeHsraaisaH®^^

Amtliches. Candkreis k>anau.

Proviantamt Hanau hat 50 Stück Prellsteine von verschiedenen Dimensionen (bis ca. 1 m Länge und 28/32 cm Stärke) freihändig zu verkaufen.

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Be­kanntmachung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen.

Hanau den 24. Februar 1911. V 1022

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis stanau. Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 18. bis 24, Februar 1911:

2 Hausburschen. 1 Schneider, 7 Tagelöhner.

Gesucht werden 5 Dienstmädchen.

Hanau den 25. Februar 1911. 4921

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Handelsregister.

1. Unter der Firma:

• „Richard Zeiger­betreibt zu Großauheim der daselbst wohnhafte Schuh­warenhändler Richard Zeiger ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann.

2. Unter der Firma:

„Hugo Schenck Verlag der Hanauer Zeitung und Buchdruckerei" betreibt zu Hanau der daselbst wohnhafte Redakteur Hugo Schenck ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann.

3. Firma: „Jean Gleiß" in Hanau.

Die Firma ist erloschen.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1. vom 18. Februar 1911, zu 2. vom 20. Februar 1911 und zu 3. vom 21. Februar 1911. 4903

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuchs von Hanau Band 73

Stadtthcater in Hanau.

„Das Glas Wasser'.

Lustspiel in 5 Auszügen von Scribe. Frei bearbeitet von Max Grube.

Zum Andenken an den hervorragenden Bühnenschrift­steller Scribe, der vor 50 Jahren (20. Februar 1861) aus dem Leben schied, hat die Direkton unseres Siadttheaters dessen Lustspiel „Das Glas Wasser" am Mittwoch zur Auf- führung gebracht. Es ist ja nicht zu verkennt«, daß daS Stück uns heute schon ein ganz klein wenig abgestanden er­scheint, dagegen muß anerkannt werden, daß eine immer fort­schreitende Handlung voll und ganz zu ihrem Rechte kommt. Das Lustspiel ist früher einmal Repertoirstück aller Bühnen gewesen, heute wird cs nur hier und da noch heivorgtsucht, wenn es sich um Gastspielrollen dreht oder um einen Akt der Pietät. Der Beweggrund sür die Aufführung an unserer Bühne ist am Eingang dieser Besprechung dargeian, hinzu- gekommen ist eip Gastspiel deS Intendanten und Ehren­mitgliedes des Hofiheaiers in Meiningen, Geh. HofralS Max Grube, der die Veikörpernng des „Balingbroke" zu seinen Lublmgsrollcn zählt. So bot er auch hier ein überlegene« Spiel, tr war liebenswürdig, humorvoll und gewandt, kurz, der Ersolg seiner Darstellung war ein durchschlagender, so daß er nicht nur großen Beifall zu erzielen vermochte, sott» der» auch über den Emp'ang eines hübschen LorbeerkranzeS dankend quittieren konnte. In den Ersolg des Abend« konnte sich auch Frl. Ballin teilen, der in der Herzogin eine Aufgabe ^gefallen war, die ihr besonder« zusagte. Sie war in Sprache und Haltung ganz vortrefflich. Auch Frl. Marta Arens wußte die etwas langatmige Rolle der „Königin" mit anerkennenswerter Liebenswürdigkeit durch- juführen und zeitigte mit ihrer Darstellung einen Erfolg, der ihrem Talent zur Ehre gereicht. Auch da« Liebespaar war bei Herrn Hell alâ „Ma>ham" und Frl. Gum - p r e ch t als «Abi'aait" in den besten Hände»». Mit der

Blatt Nr. 3797 im Erundstücksverzeichnis unter Nr. 1 und 2 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver­merkes auf den Namen des Architekten und Kirchenbau­meisters Johann Adam Rüppel und dessen Ehefrau Sibille geborene Langenberg in Vonn je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke:

Nr. 1 Kartenbl. GG Parz. Nr. 162/35 Acker das neue Mühlfeld = 22,18 ar,

Nr. 2 Kartenbl. GG Parz. Nr. 429/40 rc. Acker da­selbst = 29,81 ar, (E.-St.-M.-R. 2971)

am 9. Mai 1911, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.

Hanau den 22. Februar 1911. 4843

Königliches Amtsgericht Abt. 2.

Nutz- und Brennholz-Berkanf

Am Dienstag den 7. März 1911, von vormittags 9 Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft „Zur Stadt Hanau" (W. Schaaf) in Niederrodenbach aus den Schutzbezirken Oberrodenbach und Niederrodenbach, Jagen 30b, 34a, 42a, 23a u. b, 29a 43b, 61b und Totalität:

1 Nutzholz:

Eichen: 1 St. A 1. Kl. = 2,18 hn, 32 St. B 1. bis 5. Kl. — 20,83 km,

Buchen: 12 St. B 2.-5. Kl. = 8,43 Im, 2 Stangen 2. Kl.

Erlen: 21 St. v 4.-5. Kl. — 11,35 hn, 21 rm Nutz­scheit 2. Kl.,

Fichten u. Weißtannen: 109 St. Bauholz 1.—4. Kl. = 57,65 km, 269 Stangen 1.—3. Kl.,

Kiefern: 23 Sägeblöcke 1—3. Kl. = 37,82 frn, 103 St. Bauholz 1—4. Kl. = 103,39 fm, 4 Stangen

1. u. 2. Kl., 93 rm Nutzscheit 2. Kl.

2. Brennholz:

Elchen: 78 rm Scheit, 136 rm Knüppel, 35,4 Hdt. Wellen Reiser 3. Kl.,

Buchen: 256 rm Scheit, 371 rm Knüppel, 81,9 Hdt. Wellen Reiser 3. Kl.,

And. Laubholz: 26 rm Scheit, 69 rm Knüppel, 4,7 Hdt. Wellen Reiser 3. Kl.,

Nadelholz: 120 rm Scheit, 9 rm Knüppel, 147,8 Hdt.

Wellen Reiser 2. u. 8. Kl. öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden. Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen entgegen.

Die betreffenden Förster erteilen über das zum Ver­kauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft.

Königliche Oberförsterei Wolfgang. 4825

Rolle des „MarqniS von Torry" wußte sich Herr Bruno Reichardt anch recht annehmbar abzufinden.

Unsere „Hanauer Künstler" in Homburg vor ver Höhe. Ueber eine sehr erfolgreiche „FIederma»s"-Auf- fnhrung lesen wir im „TaunuSboten": Ku r h a u Shea ter. „Die Fledermaus", Operette in 3 Akten von Johann Strauß. „Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein“ sagt man sich, vergleichsweise den Stand der modernen Operette betrachtend, unwillkürlich immer wieder, wenn die Fledermaus, die im­mer noch dauernd gespielte, unveränderlich wirksame und oft gehörte Operette über die Bühne geht. Diese Operette ist hinsichtlich ihrer Musik im wahrsten Sinne des Wortes das was sie sein soll, nämlich eine Abart der Oper, die imstande ist, mir dem Begriff Operette im allgemeinen vollends aus- znsöhnen. Hier bietet sich nicht eine aufdringliche Kette von musikalischen Schlagern dar, feine sinnlich - sentimentale Zusammenstellung von Tanzmelodien, Couplets und mattsarbigen Chansons, sondern aus jeder musi­kalischen Blume, die uns aus diesem herrlichen „Strauß" ent­gegenleuchtet, weht der berückende Dust einer eigenartigen Sphäre: des warm pulsierenden, Iait)enben unb liebenben Wienerischen Wesens. Strauß Sache war es nicht, einen guten Einfall nach allen Richtungen bin breit zu treten, und gar in die „Fledermaus" Hal er seine quellende Er­findungsgabe bi« zum lleberlaufen hineinfprndeln lasten. Jede Müstknummer ist schon rein äußerlich genommen ein vollendetes JuftrumentatlonSkunstwerk geistreichster Zeichnung und wenn man näher tnuhört, dann fühlt man, wie die handelnden Westalten gewissermaßen aus der Musik heraus­gewachsen sind und daß bie Musik die Szenen aus der Bühne nicht nur ornamentisch umrankt. Individuelles Leben steckt in jeher Slrauß'schcn Note unb was er uns heißen Herzens in Tönen vorplandert. daS genießen wir als jubelnden Wahl- spruch einer unverwüstlichen Künstlernatur, die den bitteren Kelch des Lebens energisch unb verächtlich von sich geschleu­dert hat und mit glühender Seele hoch den Becher perlenden nnb sonnenheiteren FrolffiunS schwingt. — Die Rollen der „Fledermau»".OpereIte sind einigermaßen routinierten Spiel» hätten meist die geläufigsten und doch ersordert ihr« ivrr-

Gefunden auf dem Marktplatz: 15 Lot grau* und blaue Wolle. Abzuholen aus dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 24. Februar 1911.

Gefundene und verlorene Geuenstände re.

Verloren: 1 Päckchen graue Strickwolle, 1 rotes Tischdeckchen mit Borde, 1 Kastenschrankschlüstel.

Zugelaufen: 1 braunweiße Iagdhündin.

Entlaufen: 1 hellgrauer Pinscher m. Geschl.

Hanau den 25. Februar 1911.

Politische Rundschau.

Der Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbunde», der alle zwei Jahre stattfindct und der in diesem Jahre in Detmold ahgehallrn wird, findet auf besonderem Wunsch deS Fürsten zur Lippe nicht, wie früher bekannt gemacht, am 16. Juli, sondern am Sonntag den 23. Juli statt. — Der Abgeordnetentag des Preußischen Landes-KriegerverbandeS wird am Montag den 24. Juli ebenfalls in Detmold ab» gehalten.

Ein Rindereinfuhroerbot gegen Deutschland. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht einen Erlaß des Ackerbau­ministeriums, wonach wegen der in Deutschland herrschenden Lungen-, Maul- und Klauenseuche die Einfnbr von Rindern und anderen Klauentieren zu Zucht- und Nutzzwecken ver­boten wird. Zu „Nutzzwecken" wird deutsches Rindvieh kaum nach Oesterreich ansgelührt werden, da wir bei der Fleischknappheit in Deutschland diese nützlichen Tiere selber gebrauchen.

Mittelschule und Lehrerberus. Nach einer Bestimmung des Kultusministers muffen, wie die „Köln. Ztg." meldet, Schüler, die sich dem Lehrerberuf widmen wollen und eine voll entwickelte Mittelschule bis zum Abchluß mit genügendem Erfolg besucht haben, bei ihrem Uebertritt in eine dreiklassige Präparaudenan- stalt ohne Prüfung endgültig in die zweite Klaffe ausgenommen werden. Das bedeutet einen Erfolg und eine Berechtigung für die Mittelschulen, die auf ihre weitere Entwickelung nur günstig wirken kann. 1

Ein Aufruf zur Sammlung eines Wahlfonds der dentsch-ion« servativen Partei hat folgenden Wortlaut: Parteifreunde! Die Zeit der Reichstagswahlen naht heran, von allen Seiten läuft man Sturm gegen die konservative Partei. Ein Wahlkampf von kaum je gekannter Heftigkeit steht uns bevor. Unsere gesamten konservativen Interessen stehen dabei auf dem Spiele. Alles, was wir geistig, wirtschaftlich, kulturell und sozial unser nennen, ist in Gefahr. Die Opferwilligkeit unserer Parteifreunde muß sich demgegenüber mit aller Kraft und Hingebung beweisen, wenn wir nicht Schaden leiden sollen. Es ergeht deshalb der Ruf an I alle unsere Freunde im Lande, zur Bestreitung der allgemeinen

kungSvolle Durchführuug ungeheuer viel Spielgeschick und »freiidigkeit. WaS in der gestrigen Aufführung geboten wurde, fand bereits an Ort und Stelle seine wärmste Aner­kennung durch den oft sogar während der offenen Szene et» schallenden Applaus und die andauernd animierte Stimmung der Fledermaus. — Herr Wiesinger führte seinen Eisenstein mit Eleganz, frischer Liebenswürdigkeit und — wo es sein mußte — mit feinhumoristischer Färbung durch. Manche» nicht üble Extempore Herrn Wiesingers verriet wieder sein« Bemühungen, durch selbständiges Schaffen den Genuß der Unter­haltung für die Zuschauer nach bester Möglichkeit zu erhöhen. Auch gesanglich war Herr Wiesinger vortrefflich. Fräulein Mia Adam spielte als Rosalinde mit Charme und Grazie. Als Sängerin errang sie mit dem ebenso charakleristischen wie temperamentvollen Vortrag deS CzardaS einen vollen Erfolg. Eine famose Leistung bot Fräulein HarvcS al» Adele. Ihr Gesang war frisch unb stets stimmungsvoll, da­zu kam ein zwangloses Spiel, besten Lebendigkeit viel Ver­gnügen bereitete. Herr Schneider ließ als „Frosch" seine ganze komische Darstellungsfähigkeit spielen und ergötzte da­durch die Zuschauer aufs" beste. Der GesängniSdirektor de» Herrn Mothes wollte uns nicht recht gefällig und flüssig ge­nug erscheine». Von den übrigen Mitwiikenden seien noch zusanrmeniastend genannt Frau Schneider-Sieg (Prinz Or> lofSfgX Herr Wall brück (Alsred), Erich Hell (Dr. Falke), Herr Droz-Dupont (Dr. Blind) unb Fräulein Ballin (Ida). Herr Direktor Stetster leitete gestern abend persönlich b« R-gie der von ihm äußerst farbenreich und durchaus stilecht inszenierten Operette und darf balür voll und ganz Anspruch auf Zustimmung unb Anerkennung erheben. Am Dirigenten- pult stand der tüchtige Herr Kahler, der mit Hilfe unseres Kurorchesters dem Komponistm der Operette alle Ehr« er» wies. — Homburger „Kreiszeitung" schreibt: Kurhaustheater. Als 13. Vorstellung im Abonnement brachte die Direktion ©teffter uns gestern abend bie Johann Strauß'sche Operette: „Die Fledermaus". Die Strauß'sche Musik übt stets feine bewährte Zugkraft ans und so kann man von der büiftigtn Handlung absehen und mit den heiteren ansprechenden Kom­positionen sowie den Leistungen der mitwirkenden Künstle« âufricben fein. Alan unterhielt sich vortrefflich und bU