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«liniier K Anzeiger

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vierkelsährNch 1.80 3JIL, monatlich 60 Psg., für au» vârtige Abonnenten mit dem betrefs. Postausschtag. Sie einzelne Nummer tostet 10 Psg.

Kotatklmsdruck und Verlag der Buchdrucker«! des verein, ev. Waisenhaus«» in Hanau.

Gcncral-Anzeiger

AwiliihkS GlW für Stob und Landkreis Kann»

ClnrtÜfmtgsgebiUrt

Die Sgespakkn» Petttzeil« oder bette Raum 20 Ph^ im SUktamenteU btt Zeit« 45 Psg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwort!. Redakteur: T. Schrecker in Hana»,

Mk. 44 ^(riih’tfdmiddrhtB Nr. 230.

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Amtliches.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Nach Ausbau einer Teilstrecke des Fifcherhüttenweges auf etwa 35 m sind die Straßenkostenbeiträge für diese Strecke für 1 lfd. m Baugrundstücksfront auf Grund der Abrechnung der Sauarbeiten festgesetzt wie folgt:

1. Grunderwerb 103,63 Mk.

2. Erste Einrichtung 53,73 Mk. Die Kosten der (Entwässerung betragen ortsstatutarisch 25 Mk. für 1 m Daugrundstücksfront. Hanau den 13. Februar 1911. 4469

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntniachttira.

Nachdem der Abanderungsplan der Fluchtlinien nörd« llch der Lamboystrahe, zwischen Hanau-Friedberger Eisen­bahn, Exerzierplatz und Kasernement des 3. Eisenbahn- Regiments, durch Beschluß vom 7. d. Mts. förmlich fest­gestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 non nun an im städtischen Ver­messungsamt, Rathaus Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt. Hanau den 16. Februar 1911. 4467

Der Magistrat.

Dr. Eebefchus.

Laiidivirtschllstlichtt Martin Hmi

Nächste Versammlung Samstag den 25. Februar 1911, nachmittags M3 Uhr, im Gasthaus zum goldnen Löwen hier. Tagesordnung.

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Besprechung über den gemeinschaftlichen Bezug von Früh- jahrssaatfrüchten.

3. Dortrag des Landwirtschaftslehres Herrn L ü g g e r aus Kassel über die Anwendung der künstlichen Düngemittel mit besonderer Berücksichtigung des schw. Ammoniaks unter Vorführung von Lichtbildern.

4. Besprechung über die Hengstestation in Wilhelmsbad.

5. Gemeinschaftliche Reise nach Cassel zum Besuche der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts- gesellschaft.

8. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Vekannt-

Symphonie- und Arien-Abend.

Der Symphonie- und Arien-Abend, den gestern abend Frau Marta Ohlf-Vick unter Mitwirkung der hie­sigen Ulanenkapelle veranstaltete, war ein Treffer. Frau Ohlf-Vick, bei uns keine Unbekannte, ist nicht nur eine technisch und musikalisch, sondern auch seelisch reich be­gabte Sängerin mit einer sehr umfangreichen Stimme. Die mühelos weiche, stätige Tongebung, die Präzision des Ansatzes, die anschauliche, mit dem Ton verschmelzende Wortprägung brachten ihr auch gestern wohlverdienten Bei­fall. Hatten wir früher schon Gelegenheit, Frau Ohlf-Vick bei dem Vortrage ihrer Volkslieder bewundern zu können, so führte sie uns gestern in das schwierigere Gebiet der Arie, jener Gesangsstücke, in welchen sich Gefühle und Empfin­dungen bis zum völligen Ergüsse des Herzens aussprechen, und wir müssen sagen, daß die Sängerin auch hierbei wieder glänzend bestanden hat. Sie sang die „Schubertsche „All­macht". die Arie der Regia aus „Oberon", der Fides aus dem „Prophet" und „Ja, die Liebe hat bunte Flügel" aus „Carmen". Die Begleitung dieser Lieder glückte Herrn Ober- musikmeister Urbach mit der Ulanenkapelle (verstärkt) völlig einwandfrei. Herr Urbach verstand es durch das stets so mustergültig folgende Orchester seine Auffassung der Arien vollkommen in diskreter Weise herauszubringen, was zur Folge hatte, daß die Harmonie zwischen Sängerin und Kapelle sich erfreulich gestaltete. Mit den zwei Sätzen der unvollendeten Symphonie in H»moll von Schubert voll­brachten Herr Urbach und seine Kapelle eine Orchester- leistung allerersten Ranges. In Schuberts Tonkunst tritt uns überall überströmende Fantasie. Gewalt des Ausdrucks und unerschöpflicher Reichtum hinsichtlich melodischer und harmonischer Erfindung in genialster Originalität ent­gegen. Schubert schrieb im Gegensatz zu seinem großen Vor­bilde, Beethoven, einen mehr homophonen Stil, demgemäß

Ticnstlin den 21. Februar

machung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen.

Hanau den 18. Februar 1911.

Der Vorsitzende. Frhr. Laur, Königl. Landrat.

Politische Rundschau.

Auszeichnungen für die Rettung der Mannschaften des „U 3“. Der Kaiser erließ nachstehende Kabinettsordre an den Chef der Marinestation der Ostsee: Im Anschluß an meine Ordre vom 20. Januar 1911 verleihe ich hierdurch nachbenannten Angehörigen meiner Marine und der Ver­waltung des Kaiser Wilhelm-Kanals, welche sich bei der Rettung der Besatzung und bei der Bergung des Unter­seebootes „U 3" teils unter Nichtbeachtung des eigenen Lebens rühmlichst hervorgetan haben, als Ausdruck meiner warmen Anerkennung folgende Auszeichnungen: Den Roten Adlerorden vierter Klasse dem Kapitänleutnant v. Forstner und dem Oberlootsen Freiwald, den königlichen Kronen­orden vierter Klaste am Bande der Rettungsmedaille dem Oberleutnant z. S. Max Valentiner, den königlichen Kro­nenorden vierter Klaste dem Werftinspektor Natzke von der Werst in Kiel, die Rettungsmedaille am Bande dem Tor- pedobootsmannsmaatcn Friedrich Heinrich und dem Tor­pedoheizer Johann Gießner, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens dem kommissarischen Tauchermeister Toepper vom Kaiser Wilhelm-Kanal, das Allgemeine Ehrenzeichen dem Meistersmaaten Peter Iepp, sowie den Tauchern Vustaeus und Lampe vom Kaiser Wilhelm-Kanal.

Ermäßigung der Bier-Uebergangsabgaben. Wie aus Vundesratskreisen verlautet, ist die Entscheidung der Frage einer Ermäßigung der Uebergangsabgabe für Vier aus den süddeutschen Staaten und Elsaß-Lotbringen nach der Drau- steuergemeinschast in allernächster Zeit zu erwarten. Die Uebergangsabgabe beträgt nach dem Etatvoranschlag für 1911 rund 7 Millionen Mark. Die Ermäßigung dürfte sich auf höchstens eine Million belaufen, die natürlich fast aus­schließlich Bayern zu statten käme, weil Bauern das meiste Bier nach der Drausteuergemeinschaft ausführt. Die Ent­scheidung ist ausschießlich Sache des Bundesrats.

Der Marineausschuß der ungarischen Delegation nahm das Budget für die außerordentlichen Erfordernisse der Marine an. In der Debatte bemerkte der Marinekomman­dant Montecuccoli, daß sich bei den Plänen für die neuen Schlachtschiffe die gemischte Kommission auf vier Türme zu je drei Geschützen geinigt habe. Redner betonte weiter, daß eine Erneuerung der Torvedoslotte sich neuerdings als not­wendig herausgestellt habe.

Rußland und China. Nach einer Petersburger Meldung

der modulatorische Teil weniger der freien Stimmführung (dem Kontrapunkt) entspringt, als vielmehr durch rein harmonische Kombinationen zu einer gegebenen Melodie in das Leben gerufen wird. Die hierdurch geminderte Selbst­ständigkeit der einzelnen Teile ist wohl der Hauptgrund für jene Schattenseite, der man in seinen Jnstrumentalwerken begegnet. Die Durchführungen bestehen nämlich nicht selten statt aus thematischer Arbeit aus einfachen Transpositionen, und somit tritt an die Stelle des sich an Bedeutung steigern sollenden Inhalts lediglich die Wiederholung des schon zum Bewußtsein Gelangten. Dieses alles kann einem Mnsikkörper leicht zur Charybdis werden, doch die Ulanenkapelle hielt sich wacker bis zum Schluß. Auch die übrigen Konzert­nummern (Beethoven, Tschaikowsky. Chopin, Bochorini und hierbei wieder ganz besonders die beiden letzteren) waren technisch gut ausgearbeitet und stellten der Leistungsfähig­keit der Kapelle und ihres Obermusikmeisters ein gutes Zeugnis aus. Das zahlreiche Publikum ehrte mit Recht durch reichen Beifall die Konzcrtveranstaltcr. —st.

Stndtthcntcr in Hanan.

„Boccaccio".

Operette in 3 Akten von F. v. S u p p 6.

Mit allgemeinerem Beifall und größerem Behagen ist hier wohl noch nie ein Werk aufgenommen worden, als am Sonntag abend die von Herrn Direktor S t e f f t e r mit un­geheurer Sorgfalt inszenierte und mit glänzender Aus­stattung versehene Operette „Boccaccio", die im Libretto sowohl wie in der Komposition zu fesseln versteht. Die Haupthandlung ist bekanntlich die Liebe Boccaccios zu Fiametta, der Pflegetochter des Cewürzkrümers Lamber- j tuccio, die der Herzog von Florenz schließlich als seine eigene Tochter anerkennt und sie mit dem Prinzen Pietro ver­mählen will. Pietro aber tritt zurück, als Boccaccio das Mädchen für sich in Anspruch nimmt, und setzt sein Liebes­

Fernsprcchattschlus; Nr. 230 1911

hat der Entwurf der Antwort der chinesischen Regierung auf die russische Note dort keinen befriedigenden Eindruck hervorgerufen wegen des halb entgegenkommenden, halb ausweichenden Charakters, der ihr, wie vielen anderen chinesischen Erwiderungen, eigen ist. Eine solche Antwort, die nur sehr eingeschränkte, fast einer Ablehnung der russi­schen Forderungen gleichkommende Zugeständnisse enthalte, könne man in Petersburg, trotz der Bereitschaft zu einer güt­lichen Verständigung, keineswegs für genügend ansehen.

Hus aller Mell.

DaS Unwetter im Reiche.

Köln, 20. Febr. Die te'earophüchen und telephonischen Verbindungen nach Nord-' und Mitteldeutschland sind zum grössten Teil noch gestört. Durch den orkanartigen Sturm wurden allenthalben auf den Chausseen zahlreiche Säume entwurzelt und Säume nmgewvrlrn usw. In Viersen riß der Sturm einen eisernen Schornstein um, der auf da? Dach eines benachbarten Hauses geschleudert wurde. In Holt wurde eine große Buche umgerissen, welche aus ein Bauern­haus stürzte und diele? zum größten Teil demolierte. Durch umlKifliegenbe Dachziegel wurden mehrere Personen verletzt. Die durch den Sturm unterbrochen gewesenen Fernsprech- leitiingen nach Paris, Metz, Trier und Straßburg sind jetzt wieder heogestellt.

Das Sturmleiter ans Ver Nordsee.

Cuxhaven, 20. Febr. Das Sturmwetter der letzten Tag, hat heute früh mit einer Sturmflut seinen Höhepunkt über, schritten. Bald nach Mitternacht sprang der Wind nach Nordwesten um und nahm unter Regen und Hagel eine orkan- artige Stärke an. Die See wurde hoch aufgeworfen und er­goß sich in gewaltigen Wassermassen in die Elbe. Die Flut stieg so schnell, daß man im Hillen kaum das Notwendiaste in Sicherheit bringen konnte. Gegen ß Uhr morgen? erreicht« die Flut ihren höchsten Stand mit 7,12 Meter. Die Hafen­gegend stand doch unter Wasser, und die vom Sturm ge­peitschten Wellen haben überall Schaden angerichtet über dessen Umfang noch keine genauen Mitteilungen vorliegen. In dem fürchterlichen Seegange strandete da? non Kiel nach Hamburg bestimmte große Hamburger Bollichiff „Steinbock", mehrere HilfSdampfer weilen bei dem Schiff. Weitere Einzel­heiten sind noch nicht gemeldet. Der Bremer Dampier „Werdenlels" stieß in der Elbmündung mit dem englischen Dampfer „Cogent" zusammen, wobei letzterer schwer be­schädigt wurde. In der Elbmündung befinden sich außer mehreren großen Segelschiffen rund 60 große Dampfer, di« hier vor dem Sturm und Unwetter Schutz suchen. Der Wind ist heute auf Stärke 7 gefallen, doch herrscht noch immer eine sürchterliche Brandung. Son der See liegen noch keine Nach­richten vor, da noch keine Dampier angenommen sind. Nach den telegraphischen Meldungen der BeobachlnngSstationen auf Borkum und Helaoland ist die Sturmflut nranlin gewesen.

abenteuer mit Isabella, der schönen Frau des Faßbinder» Lothcringè, fort. Dazwischen spielen andere belustigend« Liebesabenteuer, wobei im Gegensatz zu neueren Erzeug­nissen die Grenzen niemals überschritten werden. Hand in Hand mit,diesen günstigen Vorbedingungen für den Erfolg einer Operette ging eine Aufführung, die unserer Bühnen- leitung und dem Künstlerpersonal zur Ehre gereichte. Vor allem haben wir Frl. Mia Adam zu nennen, die als „Boccaccio" eine nicht leichte Aufgabe zu bewältigen hatte, jedoch sich glänzend bewährte und die Partie gesanglich und darstellerisch vorbildlich durchführte. sodaß ihr nach jedem Aktschlusse rauschender Beifall gezollt wurde. Aber auch Frl. Monti als „Fiametta" war ganz entzückend im Spiel und noch erfolareicher in der Bewältigung des gesanglichen Teiles der Partie. Blumenspenden und starker Beifall waren die äußeren Zeichen ihres Erfolges. Ganz liebreizende ver- sührerifche Frauen stellten Frl. Harves und Frau Lies­chen Schneider, als Isabella und Beatrice, auf die Bretter, auch Frl. N a t h u s i u s als Ecwürzkrämersfrau hatte die Lacher auf ihrer Seite. Von den männlichen Par­tien haben wir den Faßbinder des Herrn Wiesinger hervorzuheben, dessen Maske ihn anfangs für manche Zu­schauer unkenntlich gemacht hatte, bis ihm Gelegenheit ge­boten war, gesanglich hervorzutreten. Namentlich im zwei­ten Akte bot er geradezu köstliche Szenen, die jubelnden Beifall auslösten. Den Prinzen stattete Herr W a l l b r ü ck ebenfalls recht annehmbar aus. ebenso erfolgreich waren in der Gestaltung ihrer Rollen die Herren Schneider als Gewürzkrämcr und Mothes als Barbier Cpalza, sowie Hell, Schmitt und Wagner. Der Erfolg der Operette kennzeichnete sich auch dadurch, daß auf stürmisches Ver­langen die Herren Direktor S t e s s t e r und Kapellmeister Kähler auf der Bühne erscheinen mußten, auch die Ver­treter bezw. Vertreterinnen der Hauptpartien wiederholt hervorgerusen wurden.