Hanauer K In^iaer
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Die Ügefpalkene PetitzeN« Äs deren Staffln rs VÄ
Die einzelne Nummer tostet 10 Pfg.
Kotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bei verein, «v. Watfenhause» in Hana«.
Imllidjts Grgm für Stabb aa) faaükrtis Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
im Neklamenteil die Zeile 45 Psg,
verantwortl. ReLatteur: L. Schrecker in Kana»,
Mr. 37 RttnfmdiAHfdHitft Nr. 230. Montnsi neu 13 Februar
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iternfvredionidfhiR Nr. 230 1911
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Bei der vorjährigen Aushebung und dem darauffolgenden umfangreichen Schriftwechsel ist zu Tage getreten, daß in der Bevölkerung die gesetzlichen Bestimmungen betr. Neklamationsgesuche nicht genügend bekannt sind bezw. Vicht beachtet werden.
Da alle verspätet eingegangenen Reklamationen beim Ober-Ersatz-Eeschäft nicht verhandelt werden können, vielmehr ohne weiteres zurückgewiesen werden müssen, so bringe ich, um die Bevölkerung vor Enttäuschungen zu bewahren, die nachstehenden Bestimmungen zur allgemeinen Kenntnis:
Neklamationsgesuche müssen spätestens beim Musterungstermin zur Vorlage gebracht werden, damit die verstärkte Ersatzkommission auf Grund mündlicher Verhandlung dazu Stellung nehmen kann.
Ein Militärpflichtiger, dessen Bruder im ersten Jahre dient, wird nicht ohne weiteres zurückgestellt. Die Zurückstellung ist vielmehr zu beantragen und kann nur dann erfolgen, wenn die Verhältnisse das gleichzeitige Dienen zweier Söhne nicht gestatten.
Bei Vorhandensein verheirateter Brüder findet, wenn sie beim Eintritt des Reklamierten in das militärpflichtige Alter (d. i. der 1. Januar desjenigen Kalenderjahres, in welchem der Militärpflichtige das 20. Lebensjahr vollendet) nicht mindestens 25 Jahre alt sind, eine Zurückstellung nicht statt. Der verheiratete Bruder must durch seinen eigenen Hausstand außer Stand gesetzt sein, die reklamierenden Eltern zu unterstützen. Die Verheiratung und Gründung des eigenen Hausstandes must vor dem Musterungstermin desjenigen Jahres stattgcfundcn haben, in welchem die Aushebung des Reklamierten erfolgt ist.
Die Herren Bürgermeister und Eutsvorsteher ersuche ich, die gesetzlichen Bestimmungen über Anbringung von Reklamationsgesuchen alljährlich bei Entgegennahme der Anmeldungen zur Stammrolle unter besonderem Hinweis auf vorstehende Punkte zur Kenntnis aller Gemeindeange- hörigen zu bringen.
Hanau, 8. Februar 1911.
Der König!. Landrat.
F r h r. L a u r.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Hanau belegenen, im Grundbuchs von Hanau, Band 50, Blatt Nr. 2943, in dem Verzeichnisse der Grundstücke unter Nr. 1 bis 3 zur Zeit der Eintragung des Der- steigerungsvermerkes auf den Namen des Dachdeckermeisters
Deutscher Abend.
Zu einem „Deutschen Abend" hatte am Samstag abend der Verein für das Deut sch tum im Auslande geladen. Der Saal der Turngemeinde sollte der Schauplatz sein. In eingeweihten Kreisen ging schon seit einigen Zeiten die verheißungsvolle Mär von seltenen Genüssen, Begeisterung für die gute Sache führte Manchen herbei; kurz: der Verein durfte zahlreiche Gäste begrüßen. Das will viel heißen in Tagen, in denen der Kultureuropäer zwischen abends und morgens 6 Uhr kaum aus dem Festgewand herauskommt. Und es wäre auch schade gewesen, wenn die Festgäste in bescheidenerer Zahl gekommen wären. Der Abend war mit sehr viel Liebe vorbereitet. Gedämpftes rotes Licht flutete dem Eintrctenden entgegen, der kaum die nüchterne Turnhalle in diesem Festraum wiedererkannte. In japanische Stimmung war er getaucht. Breite, schwarze mit weißen Blüten übersäte Bänder verhüllten die Galerien, üppige rote Festons schlangen sich von Pfeiler zu Pfeiler, durchwirkt von farbigen Lampions, Tische ringsum, diskret von geschmackvollen Kerzenträgern mit grünen Schirmen erleuchtet, lauschige Winkel in den Ecken im Grünen, beschattet von riesigen japanischen Sonnenschirmen, und der glanzvolle Mittelpunkt des Ganzen, das ..japanische Teehaus zu den 10 000 Freu den". Dieses verdient besonders hervorgehabcn zu werden, da sich bei ihm Stifter und Bauherr in einer Person vereinigten. Prächtig hatte Herr Wilhelm Siebert seinen luftigen Bau in das Gesamtbild des Raumes eingepaßt, trotzdem er es zweifellos beherrschte, wie ein edler Stein seine vornehme Fassung. Reizende Geishas, wohin man blickte! Wenn auch das deutsche Blond - als auf einem „Deutschen Abend - vorherrschte, so stand doch den meisten der farbenfrohe Krmono so schön zu Gesicht, daß man gern diesem ausländischen Gewand eine weitere Verbreitung in deutschen Landen wün
Theodor Lang und dessen Ehefrau Karoline, geb. Golde, zu
Hanau je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke:
Kartenblatt 8 Nr. 503/36 Neue Anlage Nr. 39: Hofraum = 3,05 Ar, a) Wohnhaus — 2110 Mk. Nutzungswert —,
Kartenblatt 8 Nr. 255/36, Eeb.-St.-R. Nr. 2310, mit Hofraum = 7,49 Ar, b) Seitenbau links (A) — 240 Mk. Nutzungswert —, c) Arbeitsraum — 70 Mk. Nutzungswert —, d) Lagerhalle — 40 Mk. Nutzungswert —,
Kartenblatt 8 Nr. 235/36: Hausgarten = 0,40 Ar, am 7. April 1911, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 7. Februar 1911. 3743
Königliches Amtsgericht, Abt. II.
Nutz- und Brennholz-Berkanf.
Am Freitag den 24. Februar d. I., von vormittags 91/» Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft „Zum Forsthaus« bei Hanau aus dem Schutzbezirk Lamboybriick Jagen: 102, 109, 110, 111, 112, 113, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 129 und Totalität nachstehendes Nutz- und Brennholz und zwar
A. Nutzholz :
Eiche: 37 St. A 1.—4. Kl. 49,96 km, 136 St. B 1. bis 5. Kl. 97,73 km, 7,5 rm Nutzscheit, 6,7 rm Nutzknüppel,
Nüster: 7 St. B 2.-5. Kl. 5,18 fm,
Esche: 125 St. B 4.-5. Kl. 35,24 fm,
Hainbuche: 14 St. B 4.-5. Kl. 3,65 fm, Nutzscheit 18 rm, Nutzknüppel 5 rm,
Ahorn: 23 St. B 4.-5. Kl. 4,18 fm,
Birke: 9 St. B 3.-5. Kl. 2,48 fm,
Linde: 4 6t. = 3,40 fm,
Kiefer: Sägeblöcke 1.—3. Kl. 58 St. ----- 72,82 fm, Bauholzstämme 1.—4. Kl. 85 St. = 73,08 fm
Fichte: 154 St. Derbholzstangen 1.—3. Kl.
B. Brennholz:
Eiche: Scheit 180,5 rm, Knüppel 247,5 rm, Stockholz 10 rm, Reis. 3. Kl. 21,30 Hdt. Wellen,
Buche: Scheit 66 rm, Knüppel 70,5 rm, Reis 2./3. Kl. 21,7 Hdt. Wellen,
And. Laubholz: Scheil 22 rm, Knüppel 36 rm, Reis 3. Kl. 2,5 Hdt. Wellen,
Kiefer: Scheit 67,5 rm, Knüppel 121,5 rm, Reis. 2./3. Kl. 65,7 Hdt. Wellen öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden. Der betreffende Förster erteilt über das zum Verkauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft.
schen möchte. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir bei der Auswahl der Stoffe Frau Profes so r Leven als Beraterin vermuten, der ja neben Herrn Siebert die sehr geschmackvolle Ausschmückung des Saales zu danken ist.
Die eigentliche Feier leitete ein Prolog ein, den Herr Prof. W a ck e r m a n n gedichtet hatte. Durch ihn wurden die Gäste mit dem großen Gedanken erfüllt, der hinter der Arbeit des Vereins steht, zumal der Vortragende, Herr Georg Siebert, den Ton echter Begeisterung zu finden wußte. Ihm schlossen sich einige'innig vorgetragene Lieder des Herrn Albert Seyberth aus Wiesbaden an, die auch den dritten Teil des Programms, eine kleine Posse von Uhde, beschlossen. Unter diesen Liedern gefiel besonders der „Letzte Gruß" von Levi. Die schon erwähnte Posse mit dem seltsamen Titel: „Gott sei Dank, der Tisch ist gedeckt!", Genrebild (!) in einem Aufzuge, führte drei Paare auf die Bühne, die amüsant das Thema: Der Klügere gibt nach in verschiedener Charakterisierung abhandelten. Es ist te- j bäuerlich, daß gerade bei solchen Veranstaltungen soviel guter Wille und Fleiß zumeist an solch banale Dichtereien ' gesetzt werden. Könnte man sich nicht bei ihnen an die i köstlichen Einakter Molierss oder Goethes, z. V. die „Laune des Verliebten", erinnern? Trotzdem sei besonders den : Damen ein Lob nicht versagt. Im Komödienspiesen sind ? nun einmal die Frauen den Männern über. Im Gegensatz zum Stück bot die Bühne dank der Opferfreudigkeit des Herrn Borger ein sehr gediegenes Bild. Allmählich hatte die Kunstbegeistcrung einem festlichen Appetit weichen müssen, dem allerdings die auf den Tischen ringsum aufgebauten Platten und die im Teehaus lockenden Leckerbissen ziemlichen Vorschub geleistet hatten. Die Eßpause entsprach also einem allgemeinen Bedürfnis, der Name des Wirtes Herrn Müller ward zum ehrenden Feldgeschrei, während die Geishas im Teehause die zehntausend Freuden der Uneigennützigkeit beim Anschwellen ihrer Gäste und Kasse erlebten. Aber auch hier gelangten die Damen durch
Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen entgegen.
Der Verkauf des Brennholzes beginnt gegen 12 Uhr. Königliche Oberförsterei Wolfgang. 3771
Holzverkauf.
Königliche Oberförsterei Hana«.
Schutzbezirk Bruchköbel—Lamboywald-
Montag den 20. Februar 1911, vormittags %10 Uhr, im „Deutschen Hof" (Lamboystraße) zu Hanau.
Eichen: 95 Rm. Scheit, 92 Rm. Knüppel, 160 Wellen Reis.
Hainbuche, Birke: 6 Rm. Scheit, 10 Wellen Reis.
Erlen, Linden: 9 Rm. Scheit, 24 Rm. Knüppel, 100 Wellen Reis.
Kiefern: 279 Rm. Scheit, 200 Rm. Knüppel, 20 Rm. Stock- holz, 2720 Wellen Reis.
Fichten: 99 Stangen 1.—3. Kl., 90 Stangen < und 5. Kl. Auf Antrag erteilen Hegemeister Haust in Bruchköbel und Forstausseher N ö r i n g in Hanau, Druchköbelerland- straße 311, mündlich nähere Auskunft. Geldzahlungen werden nach dem Termin angenommen. 3741
Fischerei-Verpachtung.
Königliche Oberförsterei Wolfgang.
Am Donnerstag den 23. Februar d. Z., von vor» mittags lO^t Uhr ab, soll in der Gastwirtschaft „Zu den drei Rindern« in Hanau a. M. die fiskalische Fischerei im Bannwasser des Mains vom Hanauer Zollhause bis an das Ende des Philippsruher Schloßgartens, sowie im Mainkanal vom Haupt-Zollamtsgebäude bis zum Ausflug in den Main auf 6 Jahre und zwar vom 1. April 1911 bis zum 31. März 1917 öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Der Unterzeichnete erteilt über die zur Verpachtung kommende Fischerei auf Ansuchen mündlich nähere Aus- kunft.
Die Derpachtungsbedingungen werden im Termin bekannt gemacht.
Wolfgang den 11. Februar 1911.
Der Königliche Forstmeister.
Fenner. 377#
Verdingung.
Die Schreiner-, Glaser-, Anstreicher- und Entwässerungs, arbeiten des Erweiterungsbaues der Schule in Rückingen sollen in vier Losen öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen können, soweit der Vorrat
Dienen zur Herrschaft zuletzt, wenigstens über die Hungern, den und Dürstenden.
Einen ernsteren Ton brachte in dieses luftige Etzturnier der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. A m b r o s i u s. In einer zündenden Ansprache dankte er seinen Helfern für das Zustandekommen des Festes und legte den Gästen die Ziele und Leistungen des Vereins dar. Hervorgewachsen sei er als Deutscher Schulverein aus dem nationalen Kampf in Oesterreich, als Kampfverein gegen den tschechischen Schulverein, bald habe er sich zu einem Schulverein des gesamten Deutschtums im Auslande entwickelt und zähle heute nach 'ungefähr Lâjährigem Bestehen über 42000 Mitglieder mit einer Jahreseinnahme von 330 000 Mk. und einem fest« liegenden Vermögen von 80 000 Mk. Der Kassenbestand habe 1909 78 000 Mk. betragen. Die Hanauer Ortsgruppe habe am 28. November 1910 ihr 25 jähriges Bestehen gefeiert, zugleich sei ein neuer Werberuf an die Bürgerschaft ergangen, dem über 80 neue Mitglieder gefolgt seien. Auch die Lehrerschaft der Kreisschulinspektion Bergen, vertreten durch Herrn Pfarrer Hufnagel-Kesselstadt, und der Hanauer Volks- und Mittelschulen, vertreten durch Stadtschuttnsvek- tor Hahne, hätten sich korporativ angeschlossen. Ebenfall, sei die Frauengruppe des Vereins in glücklicher Entwick. lung begriffen. Ueber 750 Mk. an Jahresbeiträgen gingen ein. Groß und zahlreich seien die Aufgaben des Vereins dem der Schutz und die Ausbreitung der deutschen Kultur im Auslande eine heilige Pflicht bedeute. Nicht nur ein« seinen, sondern dem ganzen deutschen Volke käme deshalb die Arbeit des Vereins zu Gute, sodaß diesem wie kaum einem anderen weiteste Verbreitung zu wünschen sei. In ein Hoch auf das Deutschtum klang die Rede aus, woraus die Versammlung stehend die Nationalhymne: „Deutschland über alles" sang. Einen entzückenden Abschluß fand dar Festprogramm durch ein japanisches Tanz- und Singspiel bas Frau Oblf - Vick zusammengestellt und eingeübt batte. Als der Vorhang sich hob, bot sich ein so malerisch«