Vezsgspreksr
vierteljährlich LBO DL, monatlich Bö Pfg , fHr av«. wattige Wonnenten mit dem betreff. Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
ElnrSckunge^tthr»
Die ögespaltene Petitzeili oder deren Rasen 80 Psg im NeklameutrU die ZeU« 45 Psg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bei verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Geileral-Anzeiger
AMlhes ©tgan für Stabt« nnb Fmdkttis ganan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Derantwortl. NeLakteur: D. Schrrcker tu Hanau,
Mk. 34 ^erttsprechanschlers; Nr. 230.
Donnerstag den 9. Februar
Ferusprechanschlitsr Nr. 230
1911
Amtliches.
Bekanntmachung
Das Schiedsgericht für Arbeiterverstcherung in Gaffel hat in seiner Sitzung am 13. Januar 1911 auf Grund des § 8 des Gesetzes, betreffend die Abänderung der llnfallversicherungsgesetze vom 30. Juni 1900, Seite 573, die Herren
Sanitätsrat Dr. Knierim i
Dr. Adolf Alsberg und I in Gaffel vr. Jörns ) und die Herren
Sanitätsrat Vr. Gesang r
„ Dr. Raabe und in Fulda
„ Dr. Schidlowsky ' als bei den Verhandlungen vor dem Schiedsgericht im Jahre 1911 zuzuziehende ärztliche Sachverständige gewählt.
Gaffel den 28. Januar 1911.
Der Vorsitzende des Schiedsgerichts.
Dr. Andritzky,
__________________ Regierungsrat. __
Landkreis F)anau.
Bei der vorjährigen Aushebung und dem darauffolgenden umfangreichen Schriftwechsel ist zu Tage getreten, daß in der Bevölkerung die gesetzlichen Bestimmungen betr. Reklamationsgesuche nicht genügend bekannt sind bezw. Nicht beachtet werden.
Da alle verspätet eingegangenen Reklamationen beim Ober-Ersatz-Geschäft nicht verhandelt werden können, vielmehr ohne weiteres zurückgewiesen werden müffen, so bringe ich, um die Bevölkerung vor Enttäuschungen zu bewahren, die nachstehenden Bestimmungen zur allgemeinen Kenntnis:
Reklamationsgesuche müssen spätestens beim Musterungstermin zur Vorlage gebracht werden, damit die verstärkte Ersatzkommission auf Grund mündlicher Verhandlung dazu Stellung nehmen kann.
Ein Militärpflichtiger, dessen Bruder im ersten Jahre dient, wird nicht ohne weiteres zurückgestellt. Die Zurückstellung ist vielmehr zu beantragen und kann nur dann erfolgen, wenn die Verhältniffe das gleichzeitige Dienen zweier Söhne nicht gestatten.
Bei Vorhandensein verheirateter Brüder findet, wenn sie beim Eintritt des Reklamierten in das militärpflichtige Alter (d. i. der 1. Januar desjenigen Kalenderjahres, in welchem der Militärpflichtige das 20. Lebensjahr vollendet) nicht mindestens 25 Jahre alt sind, eine Zurückstellung nicht statt. Der verheiratete Bruder muß durch seinen eigenen Hausstand auher Stand gesetzt sein, die reklamierenden Eltern zu unterstützen. Die Verheiratung und Gründung des eigenen Hausstandes muh vor dem Musterungstermin desjenigen Jahres stattgefunden haben, in welchem die Aushebung des Reklamierten erfolgt ist.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche tch, die gesetzlichen Bestimmungen über Anbringung von Reklamationsgesuchen alljährlich bei Entgegennahme der Anmeldungen zur Stammrolle unter besonderem Hinweis auf vorstehende Punkte zur Kenntnis aller Gemeindeange- hörigen zu bringen.
Hanau, 8. Februar 1911.
Der Königl. Landrat.
» Frhr. Laur.
S t a d t k reis Hanau.
Mit Rücksicht auf die Gefahr der weiteren Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche wird hiermit auf Grund des 8 64 Abs. 2 der Bundesrats-Instruktion vom 30. Mai/27. Juni 1895 die Abhaltung des auf den 15. ds. Mts. hier anstehenden Viehmarktes untersagt.
Hanan den 2. Februar 1911. P. 1348
Königliche Polizeidireltion.
Frhr. Laur._____
Bekanntmach««,,.
Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeitsnachweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.
Wir richten deshalb an alle Interessanten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbcitsver- mittelungsstelle — Langstraße Nr. 41 hier — anzumelden.
Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelunasstclle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern enigegenntmmt.
Hanau den 31. Oktober 1910. 1119
Der Magistrat
Hild.
Verdingung.
Die Herstellung der Zentralheizungsanlage für die 6-klassige Volksschule zu Rückingen soll in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden.
Zeichnung und Programm können, so lange der Vorrat reicht, gegen Erstättung der Selbstkosten von 1 Mk. durch den Unterzeichneten bezogen werden.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 6. Februar 1911. 3305
Stübing, Kreisbaumeister.
SchUmunen-Abtcilung der ftöDL kaufm. Fortbildungsschule.
Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag den 20. April, nachmittags 2 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich auf wöchentlich 10 Stunden, die außer Mittwoch und Samstag nachmittags von 2—4 resp. 5 Uhr abgehalten werden. Der Unterricht im Französischen und Englischen ist wahlfrei. Es wird in folgenden Fächern unterrichtet:
1. Rechnen. 2 Stunden. Die 4 Spezies unter Anwendung auf kaufm. Verhältniffe, Bruchrechnung, Prozent-, Zins-, Diskont- und Terminrechnung.
2. Buchführung. 2 Stunden. Buchung von 5 Geschäftsgängen nach der einfachen und doppelten Methode. Das amerikanische Journal.
3. Handelslehre und Korrespondenz. 3 Stunden. Vom Handel und den Handelspersonen. Der Betrieb des Handels. Tauschmittel im Handelsbetriebe unter besonderer Berücksichtigung des Wechsels und Schecks. — Briefe in Form von Korrespondenzgängen.
4. Stenographie und Maschinenschreiben. 3 Stunden. Verkehrsschrift und Einführung in die Erundlehren der Debattenschrift. (System Gabelsberger.) Bau und Behandlung der Schreibmaschine. Fehlerloses Schreiben auf der Remington-, Smith Premier-, Stöwer- und Adlermaschine.
5. Französisch. (fak.) 2 Stunden. Einführung in die französische Handelskorrespondenz. Vorkenntniffe erforderlich. (Mk. 8.— jährlich.)
6. Englisch, (fak.) 2 Stunden. Grammatik und Einführung in die englische Handelskorrespondenz. Klaffen für Anfängerinnen und Fortgeschrittene. (Mk. 8.— jährlich.)
Schulgeld jährlich 30 Mark. Anmeldungen werden vom 6. bis 10. Februar, von 11 bis 12 Uhr vormittags, sowie Mittwoch den 8. Februar, nachmittags von 2 bis 3 Uhr, im Schulhause, Gärtnerstraße 67, entgegengenommen, können indessen auch schriftlich erfolgen.
Hanau den 3. Februar 1911.
Der Direktor.
Pfeifer. 3027
Gefundene und verlorene GcuciMude re.
Gefunden: 1 silbervergoldeter Ring mit 1 roten und 13 Similisteinchen in der Turnhalle.
Liegen geblieben bei M. L. Berlizheimer u. Söhne: 1 Handtasche (Markttasche); Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Eeländet am 23. v. Mts. in Griesheim: 1 Eichenstamm von 11 Meter Länge, der Durchmesser an den beiden Stammenden beträgt 68 Zentimeter bezw. 1 Meter; am Stamm, sind folgende Zeichen angebracht: 4406 MF WI 11 407 633.
Hanau den 9. Februar 1911.
Politische Rundschau.
Ein kaiserlicher! Erlaß. Der „Reichsanzeiger" meldet: Auf den Bericht des Ministers der öffentlichen Arbeiten über die Verwaltung der öffentlichen Arbeiten in Preußen in den Jahren 1900 bis 1910 ist nachfolgender Erlaß an den Minister ergangen: „Don Ihrem mir zum Beginne eines neuen Lebensjahres vorgelegten Berichte über die Tätigkeit der in Ihrem Ministerium vereinigten Verwaltungen während des Dezenniums vom 1. April 1900 bis 31. März 1910 habe ich mit lebhaftem Jntereffe Kenntnis genommen. Es erfüllt mich mit besonderer Befriedigung, daß es gelungen ist, den Anforderungen des in außerordentlichem Maße gewachsenen Verkehrs auf den Eisenbahnen durch planmäßige Erweiterung des Schienennetzes, sowie durch Vervollkommnung und bessere Verwertung der Verkehrsmittel unter Wahrung der finanziellen Bedürfnisse des Staates gerecht zu werden und gleichzeitig die Fürsorge für das Wohl der Angestellten und der Arbeiter weiter auszu- gestalten. Mit Eenuatuung habe ich ferner von der eirer-
gischen Inangriffnahme der Durchführung der wafferwirt- schaftlichen Gesetze, von der weiteren Ausgestaltung der See» Häfen und den Seeschiffahrtsstraßen, sowie von der Vervollkommnung der Seezeichenanlagen und nicht minder von den Leistungen der Hochbauverwaltung während des abgelaufenen Jahrzehnts Kenntnis genommen. Indem ich Ihnen und den Beamten Ihres Refforts meine Anerkennung und meinen Dank für Ihre treue Pflichterfüllung erneut ausspreche, will ich die Veröffentlichung des Berichts gern genehmigen. Berlin, 6. Februar. Wilhelm R.“
Die Mittelmeerreise des Kaisers. Wie die Neue politische Korrespondenz hört, wird der Kaiser wie in früheren Jahren auch diesmal die Südlandsreise bis Venedig mit der Eisenbahn zurücklegen und sich von dort aus an Bord der „Hohenzollern" nach Korsu begeben. Nach den bisherigen Bestimmungen wird er die Reise Ende Februar antreten.
Der elsaß-lothringische Staatssekretär Frhr. Zorn von Bulach und der llnterstaatssckretär Mandel haben sich von Straßburg nach Berlin begeben, um an den Arbeiten bei Reichstagskommission teilzunehmen, die die Revision der elsaß-lothringischen Verfassung berät.
Ein Reiseabenteuer des deutschen Kronprinzen in Indien. Wie einem Berliner Blatt aus Kalkutta berichtet wird, traf der deutsche Kronprinz während seines Aufenthaltes in Lucknow dort zu einem Fest, bei dem er erwartet wurde, nicht ein. Er hatte sich mit einem Automobil auf eine längere Tour begeben und dabei den Weg verloren. Der Kronprinz bog an der unrechten Stelle ab und der ihm folgende Stab fuhr in einem zweiten Auto auf der Straße weiter. Später hatte das Automobil des Kronprinzen eine Panne. Auf einem Leiterwagen fuhr der Kronprinz schließlich nach einet kleinen Eisenbahnstation, von wo aus er dem Generalleutnant in Lucknow, John Hewett, drahtlich Mitteilung von seinem Abenteuer machte. Die Nacht hindurch fuhr der Kronprinz in einem gewöhnlichen Eisenbahnwagen und kam früh morgens wieder in Lucknow an. Das Abenteuer hat ihm viel Spaß gemacht, besonders, weil es ihm Gelegenheit gab, das Land zu sehen, wo es ihm nicht gezeigt wurde und den gewöhnlichen Bahnverkehr in Indien kennen zu lernen. Unterbetten hatte sein Gefolge die ganze benachbarte Gegend vergebens nach ihm abgesucht. — Der „Köln. Ztg.« wird aus Berlin gemeldet: Der Kronprinz wird voraussichtlich am 25, d. Mts. von Bombay aus die Rückreise antreten, und zwar bis Suez an Bord des Dampfers „Arabia".
Die Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungs« Heime hat von dem früheren Staatssekretär Dr. Dernburg folgendes Schreiben erhalten: „Mit ihrer gütigen Zusendung vom 31. Januar machen Sie mir die Mitteilung von der Errichtung Ihrer Gesellschaft und von meiner Wahl in den Ausschuß derselben. Der Zweck, den die Gesellschaft verfolgt, ist nicht nur ein in hohem Grade humaner und deshalb warm zu begrüßen, sondern seine Durchführung liegt geradezu im Jntereffe aller derjenigen, welche kaufmännische Angestellte im Dienste haben. Die Erhaltung, Stärkung und Wiederherstellung der Kräfte eines zuverlässigen und eingearbeiteten Personals ist eine Hauptnotwendigkeit für den erfolgreichen geschäftlichen Betrieb besonders auch aller kleineren und mittleren Unternehmungen. Ich bin der Ansicht, daß auch gerade diese ein lebhaftes Jntereffe haben, durch Beitragung von Mitteln nicht nur ihrem Personal persönliches Wohlwollen zu zeigen, sondern auch sich selbst zu nutzen. Den mir gütigst angebotenen Sitz im Ausschuß nehme ich verbindlichst dankend an." Die Adreffe der Gesellschaft ist: „Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungs- Heime, Wiesbaden."
Kaiser Franz Joseph ist am Mittwoch mit seinem ganzen Hofstaate nach Pest abgereist, wo er bis zum Ende des Monats verbleiben wird. Während dieser Zeit findet in der ungarischen Hauptstadt auch ein großer Hofball statt.
Todesfall. Der frühere konservative englische Minister Earl of Cawdor ist am Mittwoch in London gestorben.
Zu den Unruhen auf Ponape.
Karolinen. @itym weiteren au3 Jap (Westkarolimnz eingsgangenrn Bericht? te8 stell vertret enden Gonvernems von Deuisch-Neuguinca Negiernngsraies Dr. Ostwald über die ihn üben auf Ponave entnimmt die ^Norddeutsche Allgemeine Zei ung' die nackstebenden Ausführungen über bk tieferen Gründe des Au' stand es und über die aufiUhibitâen Dichokadsch: Es bandelt sich in letzter Linie um eine Anf- lebmmg gegen unsere Herrschest, die den Dichokadsch anfing, unbequem zu werden. Bis 1907 etwa haue man die Ding« in Ponape giften lassen, wie sie wollten. Dann s tzi« langsam ein Prozeß ein, der eine Umformung einer Reihe aller RechtSgewohnheiten und Sitten der Ponapejer zum Ziel« hatte und sie in ihren alten Beauemlichkeiten und Selbst»