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verantwort!. Redakteur; S. 8 chr « ck « r tu Haruos

Nr. 31 ^erttfprechattscklttst Nr. 230.

Montag neu 6 Februar

^ eriiil rcchanschlns; Nr. 230

1911

Amtliches.

Landkreis k^anau.

Da sich ergeben hat, daß der Antrag auf Zahlung des vollen Staatsbeitrags für diejenigen Schulstellen, bei denen die Voraussetzungen der Kürzung nach § 45 Absatz 1 des Lehrerbesoldungsgesetzes vom 2ß. Mai 1909 nicht mehr zutreffen, häufig unterlassen wird, mache ich die Herren Bürgermeister darauf aufmerksam, daß es ihnen obliegt, derartige Anträge, wenn Lehrer endgültig angestellt werden und ihre 4jährige Dienstzeit im öffent­lichen Schuldienst beendet haben, rechtzeitig bei mir zu stellen.

Hanau den 2. Februar 1911. V 652

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Rana«.

Mit Rücksicht auf die Gefahr der weiteren Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche wird hiermit auf Grund des 8 64 Abs. 2 der Bundesrats-Instruktion vom 30. Mai/27. Juni 1895 die Abhaltung des auf den 15. ds. Mts. Hier an» stehenden Biehmarktes untersagt.

Hanau den 2. Februar 1911. P. 1348

Königliche Polizeidireltion.

Frhr. Laur.

BekanntrnachlMft.

Die Lieferung von 2200 Kbm. Boden zum Auffüllen der Straße 52a soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Lieferung von Materialien und die Ausführung von Arbeiten für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Stadtbauamt, Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verfchlostene, mit entsprechender Aufschrift versehene An- gebcte sind bis zu dem auf Montag den 13. d. M., vor­mittags 11 Uhr, festgesetzten Erösfnungstermin e!nzu> eichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa er­schienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 1. Februar 1911. 3069

Der Magistrat.

Dr. Eebeschus.

Hanauer Ortskrankenkasse.

Herr Dr. med. Roth, Marktplatz 4, hat seine Sprech­stunde an Sonn- und Feiertagen aus die Zeit von 11—’M2 Uhr verlegt.

Hanau den 4. Februar 1911.

Der Borstand der Hanauer Ortskrankenkaste.

Kiefer, Vorsitzender. 2999

Gefundene nnd verlorene Gtsitnsinnde re.

Zugelaufen: 1 Hund (Dobermann) m. Eeschl. Abzuholen bei Fleischbeschauer Fr. L. Caspari in Bergen.

Hanau den 6. Februar 1911.

Politische Rundschau*

Der Minister der öffentlichen Arbeiten hatte die Erundzüge für die Errichtung von Bahnwasserwerken und Borschrislen für die Wasseruniersuchnng mit Ergänzungen versehen. Der Knlmsminister und der Minister deS Innern haben dazu, folgende Verfügung an den Regierungspräsidenten erlassen: Es kann dahingestellt bleiben, ob die eisenbahn- siskallschen Einrichtungen zur Versorgung des reisenden Publikums mit Trink- und Gebrauchswasser tatsächlich dem allgemeinen Gebrauch dienen im Sinne deS ReichsgesetzeS, bemffenb die Bekämpfung gemeingefährlicher Krairkheilen, und demgemäß sortlauseud durch staatliche Beamte zu be- aussicbiigeu sind. Jedenfalls kann aber weder aus dieser GksctzeSvorschrifi, noch aus den ganz allgemein gefassten Be­stimmungen des preußischen Gesetze», be«r. die Dienststellung des Kreisarztes und der. Dritten gegenüber zwingenden, Vorschrift in der Dienstanweisung für die Kreisärzte ge- sülgen weiden, daß die eisenbahufiokalischen Wasservcr- sorgnttgSanlagen notwendig einer ständigen Neberwachung durch die Kreisärzte unterliegen. Wenn auch für die Eisen- babubebordeu di« von den zustäudige» Laudeübebörden auf

dem Gebiet der Gesundheitspflege erlassenen Anordnungen allgemeiner Art maßgebend und verbindlich firb, so bleibt ihnen doch die Ausführung der danach zu treffenden Vor- beuguna und Schiitzmaßregeln gemäß § 40 deS NeichsgeletzeS vom 30. Jiini 1900 innerhalb ihres Nefforls selständig überlassen. Der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten hat sich aber veranlaßt gesehen, die von ihm in Ausübung vor- erwähnter Befugnis ausgestellten „Grundzüge für die Er­richtung von Bahnwasserwerken und Vorschriften für die Wasseruntersuchung" dahin zu ergänzen, daß den Eisenbahn- behörden für gewisse Fälle die Zuziehung der Kreisärzte nahegelegt oder vargeschiieben wird. Euer (Til.) wollen die Kreisärzte ihres Bezirks mit entsprech-nder Anweisung ver­sehen und gleichzeitig anordnen, daß von ihnen etwa be­merkte Mängel oder zu machende Abänderungsvorschläge nur durch die Landespolizeibehörde zur Kenntnis der zuständigen Eisenbahndirektion zu bringe» sind. Die Mitwirkung der Landespolizeibehörde wird sich im übrigen auf diejenigen Fälle der Neuanlage bahneigener Wasserwerke zu beschränken haben, in denen durch diese Anlagen öffentlich« Interessen berührt werden. Die Eisenbahnbebörden sind angewiesen worden, in solchen Fällen vor Ausführung der Pläne die Zustimmung d-r Laudesvolize'l'tböiden einzuholen,

Der Burengeneral Piet Cronje f. Der frühere Buren- general Piet Cronje ist auf seiner Farm Makemsoles im Distrikt Klaksdors gestorben. Die hinterlassene Witwe, seine zweite Frau, ist eine Deutsche. — Piet Arnoldus Cronje ist im Jahre 1840 in Transvaal geboren. Wie erinnerlich, hat er in den Freiheitskämpfer! feines Volkes sich früh hervor­getan. Schon im Jahre 1881 kämpfte er gegen die Briten am Doornkop und am Majubaberg. 1896 zersprengte er Dr. Jamesons Freibeuterschar bei Krügersdorp. In dem er­bitterten Ringen der Buren um Freiheit und Vaterland gegen die Engländer, trat Cronje als besonders kühner Führer hervor. 1899 besiegte er in zwei Schlachten am Modderfluff und bei Magcrsfontain die Heere des Lord Methuen. Im weiteren Verlaufe des Krieges muffte er sich aber im Jahre 1900 von Frenchs Kavallerie zurückziehen und bei Paardeberg am 27. Februar 1900, nach lagelanger Be­schießung seines Lagers, mit 4300 Mann ergeben. Cronje wurde von den Engländern in die Gefangenschaft nach St. Helena geführt, von wo er erst 1902 nach Transvaal zurück- kehrte.

Parteitag der Nationalliberalen von Hessen-Nassau-

Limburg, 5. Febr. In Limburg fand heute ein Parlei- tag der Nationalliberalen Partei statt, in dem als erster Referent Landiagsabg-ordneier Bartling - Wiesbaden über die parteipolitische Situation im Nassauischen berichtete. Neichâ- tagsadgeordukter Dr. Junck-Le pzig gab sodann ein Bild von dem Aufmarsch der Parteien für die Wahl 1911, von der Stellung zu den schwebenden Fragen der Politik und der Gestaltung der Wahllakttk. Er bekannte sich dabei als un» bedingter Anhänger der Idee einer großen liberalen Partei, die kommen müsse, wenn auch in noch so ferner Zukunft. Im Interesse diesrâ Gedankens dürften sich die liberalen Parteien jetzt nicht bekämpfen, sondern müßten in eine ein­heitliche Schlachtlinie trotz der jetzigen Vorposten-Plänkeleien killrücken, je näher es zum Wahl kämpfe komme. Danach sprach Landtaqsabgeordueter Lobmaun-Limbnrg über die Fra- gen der preußischen Landespoliiik, die er in ebenso gründ­licher wie sachlicher Weste behandelte. Namentlich sprach er über die Situation, die sich seit der schwarz-blauen Kartell- poliiik im preußischen Landtage ergeben habe, wie sich das bei der Wahlrcchtsfiage, der Barromâns- Enzyklika und dem Antimodernisleneid und endlich' anch bei der Landrals-Jnlcr- prUation gezeigt habe. Der Minister von Dallwitz bekomme übrigens bei dem Punkte „Landrâte" noch eine nationanibe« rale Antwort auf sein Bestreiten der Übergriffe von Land- tätkn. Die Antwort sei nicht gleich erfolgt wegen der sozial­demokratischen Demonstration im Abgeordnetenhaus?. Im Falle Becker - Darimaunsbagen, meint Lohmann, habe der Gutsbesitzer Becker allerdings nicht gerade glänzend abie« schnitten. In Oelctzko - Lyck und Labia» - Wehlau seien die lanbratüchen Beeinflussungen besonders staik gewesen, und die Entstehung der Dienstwohnung des Bürgermeisters Wag­ner in Labiau-Weblan, die er 25 Iihi« innegehabt, sei nichts anbeteS als ein Racheakt. Die Ver'amniluug, b'e non etwa 800 — 900 Personen auS allen Teilen des nassauischen Landes besucht war, spendete allen bri Rednern lebhaften Bestall. Eine Disku'siou, zu der aufgefoideit wurde, fand nicht statt. Eine LandkSauSschußsitznng, die vorausgegaugcn war, beschäf­tigte sich mit inneren Fragen der Partei.

Hus Hab und ftm«

O Grotz-Steinheim, 0. Febr. AuS Anlaß deS hohen Geburtstages Sr. Maj. Kaiser Wilhelms II. hielt gestern abend der hiesige Pkilitâr- und Veteranenverein im Saal« „Zum Darmstädter Hof" eine Festfeier mit Tanz ab. Herr Assessor von Eiff hielt die Festrede und toastete auf Se. Majestät. Herr Lehrer Sticksel gedachte Sr. König!. Hoheit des GroßberzogS und galt dessen Hoch unserem Laudttzsürsttn. Auch bie Herren Jakob Busch und Jakob Daus toasteten auf die Krieger resp, auf die anwesenden Damen. Unter Absingen patriotischer Lieder und btt Nationalhymne verlief der Abend in der schönsten Harmonie.

r-, Marburg, 4. Febr. In einer bis in die späten Abendstunden dauernden Sitzung beschäftigte sich die Straf- famrer mit einer Anklage wegen Konkursvergehen, Wechsel» schwindel und Urkundenfälschung gegen b n Konditor Erat« aus Barmen, den Inhaber der Marburger Wasselfabrik, btt am 29. Januar 1909 in Flammen aufging. Die Verhand» hing ergab, daß G. feine Bilan; gezogen und bei seinen Schadtnansprüchen Rechnungen gefälscht hatte, um die Ver- sichet unqSge’ellfcbait zu täuschen. Er wurde zu 3 Wochen Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe »erurteilt.

r-. Marburg, 4. Febr. Der auf den 16. Februar an» gesetzte Vnhmarkt fällt wegen der drohenden Seuchen, gefahr an».

Eisenach, 2. Febr. In der heutigen GtMkinderaiSsitzung kam vor Eintritt in die Tagesordnung der LandgerichtSrat Lincke auf einen dieser Tage durch die Presse gegangenen Art-k-l einer Korrespondenz zu sprechen, worin unter bei Spitzmarke „M ßhelligkeiten unter den Mitgliedern des Ge» meindkvorstandks" ëi’enacher Gemeindeverhältnisst in einer Art besprochen worden seien, die anbere Blätter veranlaßt hätten, allerlei hâmi'che Bemerkungen und Eisenach schä­digende Seiiknhiebt daran anzuschließen. Er tadelte vor allem bie sensationelle Art, mit der die an und für sich ge» ringfüghen MeinungSoersebiedenhcnen zwischen dem Ober­bürgermeister nnd anderen Mitgliedern des ©emeinbeoorftanbeS in jener Korrespondenz wiedergegeben und entstellt seien, und behauvtete, daß die Informationen nur auS dem RathauS stammen könnten. Er richtete an den Oberbürgermeister da» Ersticken, in Zukunft dafür zu sorgen, daß derlei Mit­teilungen nicht wieder in die Presse gelangen könnten, und war der Ansicht, daß der Oberbürgermeister überhaupt nicht für Dertret r der Presse zu sprechen sein dürfe. In biei« seltsamen Ansicht traten ihm aber nicht nur der Oberbürger­meister, sondern sämtliche Redner entgegen, die in der An­gelegenheit das Wort ergriffen, so daß der Interpellant sich auf den Standpunkt zurückzog, daß auf alle Fälle Mit­teilungen dann zu verweigern seien, wenn deren Geheim» Haltung geboten erscheine. Für den vorliegenden Fall^ gab der Oberbürgermeister seiner Ansicht dahin Ausdruck, daß bie ungenauen Nachrichten der Korrespsndeiiz geradezu eine Richtigstellung herauSgefordert hätten. Im allgemeinen war man der Ansicht, daß alle an bie Presse gegebenen Infor­mationen unparteiisch erfolgen sollen, unter Berücksichtigung nur tatsächlicher, die Oeffentlichkeit interessierender Vorkomm­nisse, und unter Weglassung aller persönlichen Dinge. I» dem »orliegenben Fall hatte der Oberbürgermeister Akten vom Stadtbauamt eingefordert und, da der Stadtbaudirektor nicht anwesend war, ist ihm bereit Herausgabe verweigert worden. Da sich nun anch nach der Einführung bei Magi» stratSverfaffnng der Oberbürgermeister als bett alleinigen Vorgesetzten sämtlicher flädiischen Beamten betrachtet, dem die Leitung und Aussicht des Gemeindevorstandes zusteht, bat er unter Zngruiidelegiing deS gegebenen Falles beim Ministerium um eine prinzipielle Qntibeibung gehlen. Er ist der An­sicht, daß ih ii als dem Oberbürgermeister Akien, die er be» nötigte, jederzeit von jedem D z-rnenten zur Verfügung sieben müßten. D r Weg der Beschwerde habe ihm bei seiner Eingabe vollständig fern gelegen. Gegen baS ihm vom BezirkSöirektor zugeganzene Aniwon'chrciben in der A ige'egenheit habe er wegen deS Inhalts unb der Form Beschwerde eingelegt, nicht gegen den Statubandirekior. Einer mehrfach gewünschten Bekanntgabe des Wortlautes biete < Schreibens widersprach der Oberbürgermeister mit dem Bemerken, daß damit Oe> ins Feuer genossen würde. Man möge sich damit gedulden bis zur Entscheidung des Mhiitteriumd.

Klingenthal, 3. Febr. Im nahen Druundöbra wollte am Mittivoch vormittag die 72jährige Ehefrau beS Baß- meisteiS Anton Herold HylzipLne in den O'en nachlegen, als die Flammen vermutlich znrückschluge» und ihre Kleidet ergriffen. Man fand bie Fran mit verbiannlen Kleidern ganz mit Brandwunden bedeckt, auf. Sie verschied noch an demselben Laar.