BejMaspwt»»
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General-Anzeiger
AmMes Organ für Stabs- nab Landkreis Zanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Verantwortl. Nebakteur: D. Schrecker tu haiMT^
Nr. 25 Zt-ernh’rfdiüiiidfhtfi Nr. 230.
Montan w« 30. Januar
? #r it jr rr dirttt f di hi f; Nr. 230 1911
Amtliches.
Stadtkreis Rana«.
Öffentliche Sihnnft der Stadt- Verovdneten-Versammlttng
am Donnerstag den 2. Februar 1911, nachmittag S1^ Uhr.
Tagesordnung:
Rest der Tagesordnung vom 25. Januar 1911.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 28. Januar 1911. 2569
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
11 t h, Justizrat.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des Kaufmanns Alex Dörr zu Langenselbold ist zur Prüfung der angemeldeten Forderungen anderweiter Termin auf den 14. März 1911, vormittags 9 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hier anberaumt.
Langenselbold den 13. Januar 1911. 2585
Der Eerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts,
Jin Namen des Königs.
In der Strafsache gegen den Portefeuiller Bernhard Nenfer in Frankfurt a. M., Schulstraße 44, geboren in Dackenheim bei Frankfurt a. M. am 21. Juli 1851, wegen öffentlicher Beleidigung pp. hat das König!. Schöffengericht in Windecken in der Sitzung vom 12. Januar 1911, an welcher teilgenommen haben:
Amtsrichter Fisher als Vorsitzender, Landwirt Philipp Schott VIII. aus Niederdorfelden, Maurer Friedrich Forell aus Marköbel
als Schöffen,
Amtsanwalt Schlegel als Beamter der Staatsanwaltschaft,
Referendar Emge als Eerichtsschreiber, für Recht erkannt:
1. der Angeklagte Portefeuiller Bernhard Renfer von Frankfurt wird a) wegen am 25. September 1910 auf dem Bahnhof Ostheim bei Windecken erfolgter öffentlicher Beleidigung des Eisenbahnschaffners Kohlmeier zu einer Geldstrafe von 50 (fünfzig) Mark, an deren Stelle wenn sie nicht Beigetrieben werden kann, ein Tag Gefängnis für je fünf Mark tritt, pp. verurteilt.
2. Der Königlichen Eisenbahndircktion Frankfurt a. M. wird die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung wegen Beleidigung auf Kosten des Schuldigen durch
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Zum Vesten des Fraucnvercins und des Vereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande hat vorgestern abend die am Montag für den Militärhilfsfonds gegebene und mit so großem Beifall aufgenommene Wohltätigkeitsvorstellung eine Wiederholung gefunden. Die mit der Veranstaltung verfolgten guten Zwecke und die Eigenart der Darbietungen hatten, wie nicht anders zu erwarten war, ein volles Haus erbracht und mit sichtlicher Befriedigung verfolgten alle Zuschauer die Vorgänge auf den Brettern, die die Welt bedeute» sollen. Zuerst wurden allerdings Genüße vor dem Vorhänge vermittelt. Die Ulanenkapelle unter Leitung des Obermusikmeisters Herrn Urbach spielte eine Ouvertüre und Herr Oberleutnant v. Papen sang mit schönem Erfolge den Prolog aus der Oper „Bajazzo". Das dann gegebene Lustspiel „Die vollkommene Frau" wurde wiederum von allen Mitwirkenden ausnahmslos in prächtiger Form bargeftedt, sodaß man in Versuchung geriet, daran zu zweifeln, daß Dilettanten sich der Rollen bemächtigt hätten. — Welche Höhe von Dilettantenkunst bei unermüdlichem Fleiß und Lust und Liebe zur guten Sache cr- "icht werden kann, zeigten ebenso wie das vorstehend genannte Lustspiel auch die folgenden Darbietungen, und zwar die japanische Pantomime „Ehrisantheme" und der Schwank „In Civil". Den Beschluß der Darbietungen machte das schon am Montag außerordentlich beifällig aufgenommeno . .-Spanische Bild" mit Gesang und Tanz, das eine s-.'sselnde ' Augenweide bot. Es traten auf als „Carmen": Frau = Oh lf-Vick, als Tänzerinnen: Frau v. Dope l ius, Frau Bartsch, Frau Leven, Frau Heinzelmann, als Wirt Oberlcut. v. V o p e l i u s. als Wirtin Frl. Lambert. Gäste der Schenke waren: Frl. v. Kraatz I., Frl. j ». Kraatz Ji., Frl. Ziemann, Frl. v. Köppen, Frl. । Lambert, Frl. Pjderit. Frl. Noll. Frl. Kitt- i
einmalige Einrückung im „Hanauer Anzeiger" binnen einer Frist von vier Wochen nach Rechtskraft des Urteils bekannt zu machen.
3. Der Angeklagte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. pp.
Fisher. Ausgefertigt:
Vogt, als Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.
Dicnstnochiichten ans dem Kreise.
In der Gemarkung Hüttengesäß ist die Schweinescuchr erloschen.
Hanau den 30. Januar 1911. V. 503
Politische Rundschau.
Die Berufung eines Handwerkers in das preußische Herrenhaus. Unter den Auszeichnungen, die diesmal zu Kaisers Geburtstag verliehen worden sind, befindet sich als besonderes bemerkenswert die Berufung des Obermeisters Plate in Hannover in das preußische Herrenhaus. Die Auszeichnung gilt hier weniger der Person, als ihrer Bedeutung für die deutsche Handwerkorganisation, deren oberster Vertrauensmann er ist. In Hannover ist er Obermeister der Klempnerinnung und Vorsitzender der Handwerkskammer. Im Jahre 1900 wurde er auf dem ersten deutschen Handwerks- und Ecwerbekammertag zu Berlin zum Vorsitzenden dieser Vereinigung gewählt. Er trat damit an die Spitze des organisierten deutschen Handwerks. Plate ist in den früheren Jahren seiner Handwerkerlaufbahn viel in der Welt umhergekommen. Seine Wanderungen führten ihn durch die Schweiz, Italien und Frankreich.
Die Festlegung des Osterfestes. Die Petitionskommission des Reichstages beriet eine Reihe von Petitionen um Festlegung des Osterfestes. Sie kam zu dem Be- schlusie, diese Petitionen dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, damit er mit den maßgebenden Behörden darüber verhandle, inwieweit dem Vorschläge des Prof. Förster, das Osterfest auf den Sonntag nach dem 4. April zu verlegen, entsprochen werden kann. Es wurde dadurch die Schwankung von jetzt 6 Wochen auf einige Tage herabgemindert. In der Debatte wurde die Notwendigkeit einer Verständigung mit Rußland betont, ohne welches eine einheitliche Regelung nicht möglich sei. Von Rom sollen, wie weiter ausgeführt wurde, keine Schwierigkeiten zu erwarten sein, da Professor Förster im Besitze zweier wohlwollender Schreiben der Kardinäle Rampolla und Merry del Val sei. Der Ausschuß der deutschen evangelischen Landeskirche habe sich bereits zustimmend geäußert.
st e i n e r, Frl. Decker, Frl. Zeh, Lt. Dcncmann. Lt. O e st e n, Lt. d u V i n a g e, Lt. S u r <5 n, 2t. m 30? ü n ft e r« m a n n, Lt. S t cg m a n n, 2t. Scherzer, Lt. Schmeid- l e r, Lt. Burmeister, Lt. Noack, Lt. v. Wolfers- d o r f, Lt. B e r n h a r d, Lt. K r c tz s ch m e r, Oberl. v. B c- z o l d, Oberlt. v. V o p e l i u s. G ü n t h e r W e i n f ch e n ck, Joachim Weins chenck. Albrecht v. Laur, Sigrid v. Köppen, Detlof Walter, Hellmuth Weinschenck, Edith Steffter. — „Chrysantheme" und das spanische Bild haben entworfen und einstudiert Herr Prof. Leven, beide Theaterstücke eingeübt Herr Direktor Adalbert Steffter. — Das ausvcrkaufts Haus spendete den Darstellern der reizenden Aufführung wohlverdienten reichen Beifall.
StKdttlitKter in Hanan.
Der llnterhaltungsobrnd am vergangenen Freitag hatte wiederum eine große Anziehungskraft ausgeübt. Die ersten Operettenkräfte unserer Bühne, Frl. Mia Adam, Frl. L. H a r v e s, Frl. Monti und Frl. Brandt, sowie die Herren Wiesinger und W a l l b r ii ck, überboten sich gegenseitig und vermittelten einen hübschen Genuß, der dankbar ent'cgengcnommen wurde. Daß besondere Schlager, wie das Auftrittslied der „Hanni" ans der Operette „Früh- lingsluft" (Frl. Harves), das Lied aus „Musikanten- mädel" (Frl. Brandt), sowie Duette aus „Miß Dudelsack", das Lied der „Nadina" (Frl. Mia Adam) u. a. m. auch auf entsprechend fruchtbaren Boden fielen und wahre Beifallsstürme entfesselten, möge nicht unerwähnt bleiben, wie auch der Umstand, daß die Künstlerinnen mit sinnigen Blumenspenden bedacht worden sind. Die Klavierbegleitung der gesanglichen Darbietungen führte Herr Kapellmeister K a e h l e r aus. Einer Aeußerung, die im Sprechsaal über das völlig versagende Instrument enthalten ist, können auch wir uns anschließen. Die Einreihung dieser Unterhaltungs-
Hus Hanau Stadt und Tand«
Hanan, 30 Januar.
* Der Landgraf von Hesien ist Sonntag nachmittag 3 Uht über Vlissingen nach England abgcrcist.
* Haftpflicht - Versicherung der landw. Betriebe. Tie Satzungen der nm 1. Juli eröffneten Hanvflichiversickt» rungSanstall der Htssen-Nassamsben landwiriichanlichen De» rufâgenoffcnidjatt find nach Gcnebnvgnug >es DundesralS beS beut'djen Reichs mit Wirkung vom 1. Januar 1911 ab in einigen Beziehungen aeânden bezw. weiter auSrebaut. Sie bieten den früheren Satzungen gegenüber eine erhebliche Aus« dehnung des Dersicherungsschntzes und finden selbst cerflânb» lich ohne weiteres auf die bereits versicherten Drinebsunter» nehmer Anwendung. Den noch nicht versicherten Betriebs» Unternehmern kann in ihieiu eiaenen Jnterrsse der Beitritt zu dieser Hafipslicht-Versichernnasanfialt nur empfohlen werden. Eine so umfangreiche und zugleich billige Versicherung wie bei der vorgenannten Hasipflichlvei sicherungsanstaU wird und kann den Landwirten von feiti-r Privatgesellschaft geboten werden. Formulare zu D itritiserklârungen sind im Bureau der landwirlschafilichen Versicherung — Krcishaus — hier» selbst zu haben.
* Stadttheater. Bei volkstümlichen Prei'en kommt am heutigen Montag voraussichtlich zum letzten Male Hermann Bahrs Komödie „Die Kinder" zur Aufführung. Morgen Dienstag wird de hier so erfolgreiche Op-rette „Das Musikanlemnädel" wiederholt; es geschieht dies infolge zahlreich geäußerter Wünsche von ^-Abonnenten, welche Teil» avonncmenis haben. Im Abonnement B geht am Mittwoch neu einftubiert „D i e Fledermaus", Operette von Johann Strauß in Srene, verbunden mit dem Gast'piel des Hern Hans Süßenguth vom Stadttheater in Bonn in der Partie des „Eisenstein". Herr Süßenguth, welcher bekanntlich vor 2 Jahren ein beliebtes Mitglied des hiesigen Ensembles gewesen ist, wird vom August an auf fünf Jahre dem Schauspielhaus in Breslau angehören, weswegen bi« Direktion gern dem Wunsche desselben Folge gab, sich nochmals von dem ihm lieb gewordenen Hanauer Publikum ver» abschieden zu dürfen, da ja von Breslau aus die Gelegenheit kau ii noch vorhanden ist. „Tie Fledermaus" wird von Herrn Dir. Sleffier selbst in Sz-ne gesetzt und eine Darbietung werden, welche dem Hanauer Stadttheater zur Ehre gereicht. Ein Ibsen- Abend wird für Donnerstag vorbereitet, in» dem bei kleinen Preisen „Hedda Gabler" eine der besten Schöpsiingkn deS Dichters mit Frl. Alide Ballin in der Titelrolle zur Aufführung kommt.
♦ Hanauer Ferienkolonie. Der Vorstand teilt uns mit, daß die Anmeldung derjenigen kranken Kinder, welche einer Soolbadekur im Laufe des kommenden Sommers in der Kinderheilanstalt zu Bad Orb bedürftig sind, jetzt geschehen muß. Die Kinder haben sich zu diesem Zwecke von ihrem Hausärzte, welcher das Formular im Besitz hat, untersuchen
abende in den Cpielplan ist als ein recht glücklicher Griff der Direktion zu bezeichnen.
Die gestrige Abendvorstellung war als Festvorstellung zur Nachfeier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs gedacht, die Herr Direktor Steffter mit einem Prolog einleitctc, während die Bühne eine stimmungsvolle Dekoration mit de* Kaiserbüste zeigte. An den Prolog anschließend intonierte die Musik die National- bnmne. Hierauf wurde aufgesühr' das Lustspiel „Der König sleutna nt“ von Karl Gutzkow, das eine recht hübsche Wiedergabe fand.
Kunst und Ceben.
Geh. Fustizrat Carl Robert Lessing, Verleger der „Doss!» schen Zeitung" in Berlin, ist im 84. Lebensjahre gestorben. Die „Vosi. Ztg." widmet ihm einen trefflichen Nachruf, in dem cs heißt: . . . Das Verhältnis Geheimrat Lessings zur Redaktion und zu allen in dem vielgestaltigen Betriebe des I Instituts tätigen Angestellten entsprach seiner vornehmen ■ Auffassung des Zeitungswesens und seiner ideellen Auf- ; gaben. Pflichtgefühl, Ecradsinn und Freimut waren die I Eigenschaften, die er an jedem seiner Mitarbeiter zu höchst i schätzte, freier Entfaltung der Individualität in dem weit« ’ gezogenen Rahmen der allgemeinen Richtung der Zeitung i ließ er bereitwillig Spielraum. Besonders warmes Jnte- ! reffe wandte er den Angestellten der technischen Betriebszweige zu, deren Wohlfahrt die umfaßenden Erweiterungsbauten, die auf seine Anregung und Matti seine: ins Einzelne eindringendcn tätigen Anteilnahme durchgcführt wurden, zum größten Teile gewidmet waren: es gab weniges, was ihn mit so großer Genugtuung erfüllte, wie die Schaffung zahlreicher, nach allen Geboten der modernen Hygiene eingerichteter Wohnungen für die Familien von Ange» stellten der Setzerei und der Druckerei. Beinahe sechzig Jahr« - hiirdurch war Geheimrat Lessing Tag für Tag ins Haus bei