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Hanauer K Anzeiger

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aWarrmèrrck NNd Verlag der Buchdrucker«? dr» «rein. e$. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

AMches Grz« ßr Steif- uni Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EtnrScksntzsgerShr»

Die Sgefpaktm» Petitzeile oder bereu Ramu U Ptz im ReüamentrU bk Zeile <5 Pf^

verantwort!. Redakteur: <5, Schrecker tu Hau«.

Mr. 20 ry-rnsprechauschlufr Nr. 230.

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Ferrrsprechankchlusr Nr. 230

1911

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekmmtmnchmtg»

Lehrstellen-Vermittelung bete.

Durch die hiesige städtische Arbeitsvermittelungsstelle — Langstraße 41 — können jungen Leuten fortwährend Lehr­stellen nachgewiesen bezw. vermittelt werden. Zur Zeit werden gesucht:

1 Bäckerlehrling, 2 Vauschlosserlehrlinge, 3 Buch- binderlehrlinge, 3 Ciselcurlehrlinge, 1 Chemigra- phenlehrling (Vuchdruckerei), 2 Diamantschleifer­lehrlinge, 1 Etuismacherlehrling, 2 Friseurlehr­linge, 2 Eärtnerlehrlinge, 2 Kaufmannslehrlinge, 1 Metzgerlehrling, 1 Mützenmacherlehrling, 4 Schrei­nerlehrlinge, 1 Mpenglerlehrling, 1 Tapeziererlehr­ling, 6 Weißbinderlehrlinge.

Ferner werden gesucht:

für Silberwarenfabriken mehrere Former- und Silber­schmiedelehrlinge,

für eine Schuhfabrik Stanzerei-, Zwickerei- und Zuschneide­reilehrlinge,

sowie Maurer- und Zimmererlehrlinge.

Ebenso können im Schneidergewerbe stets Lehrstellen unter günstigen. Bedingungen nachgewiesen werden.

Eltern und Vormünder Lezw. Pfleger werden unter Hinweis auf vorstehendes ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der hiesigen städtischen Arbeitsvermittelungsstelle zu bedienen, die jederzeit gern Auskunft erteilt und An­meldungen entgegennimmt.

Die Vermittelung erfolgt kostenlos.

Hanau den 18. Januar 1911. 2047 Der Magistrat. Hild.

Plcnlirschiinls dcr HandMamicr am 1. Februar 1911, nachmittags 4% Uhr, im Sitzungssaals der Handelskammer (Stadtschloß). Tagesordnung.

1. Protokollgenehmigung.

2. Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 1910.

3. Konstituierung der Handelskamer für 1911.

4. Ersatzwahl für Herrn Heinr. Heraeus.

5. Zusammensetzung der Ausschüsse der Handelskammer und der Fachausschüsse für 1911.

6. Etatvoranschlag für Rechnungsjahr 1911.

7. Mitteldeutscher Arbeitsnachweisverband.

8. Hauswirtschaftsunterricht für schulentlassene Mädchen.

9. Rechtsauskunftsstelle in Gelnhausen.

10. Offenbarungseid-Verfahren.

11. Monopole bei elektrischen Ueberlandzentralen.

12. Versorgung der Industrie mit Gold.

13. Ständische Leihbank zu Hanau.

14. Stipendicnstiftung für Schüler der Königl. Zeichen- akademie zu Hanau.

15. Schiffahrtsabgaben.

16. Fernsprechgebührenordnung.

17. Hausarbeits-Gesetzentwurf.

Mitteilungen.

Berkehrsangelegenheiten.

Hanau den 22. Januar 1911. 2125

Die Handelskammer.

Canthal. Der Syndikus:

Dr. phil. Grambow.

Handelsregister.

1. Eingetragen ist heute die Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma:

Framag Frankfurter Maschinenfabri!

Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Hauptniederlassung in Frankfurt am Main und Zweig- »iederlassung in Großauheim.

Der Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und Fortbetrieb des unter der Firma Frankfurter Maschinen­fabrik Aktiengesellschaft in Erostauheim betriebenen Fabrik­unternehmens sowie die Fabrikation von Maschinen und Apparaten jeder Art, von Teilen und Zubehör solcher, der Handel mit Maschinen und Apparaten, Teilen und Zubehör solcher, der Erwerb und die Verwertung von Patenten und sonstigen Schutzrechten, der Abschluß aller auf diesen Ee. schäftsbetrieb hinzielenden Geschäfte, endlich die Beteiligung an geschäftlichen Unternehmungen gleicher oder ähnlicher Art. Gesellschaft kann Grundstücke, welche zum Zwecke ihres Geschäftsbetriebes erforderlich sind, erwerben und

Zweigniederlassüngen im Inland wie im Ausland er­richten.

Das Stammkapital beträgt 450 000 Mark. Der Gesell­schaftsvertrag ist am 16. Juli 1907 festgestellt und abge­ändert durch die Beschlüsse der Eesellschaftsversammlung vom 28. September 1907 und 22. November 1909.

Die Vertretung der Gesellschaft erfolgt durch einen Ge­schäftsführer oder einem Einzelprokuristen oder durch zwei Eesamtprokuristen. Geschäftsführer ist der Kaufmann Albert Donner in ^anau.

Oeffentlics Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch die Geschäftsführer mittels einmaligen Abdrucks im Teutschen Reichsanzeiger.

2. Die offene Handelsgesellschaft in Firma:

Kircher u. Demuth in Bruchköbel

ist aufgelöst. Das Geschäft wird in Bruchköbel unter un­veränderter Firma von dem früheren Gesellschafter Dia­mantschleifer JakobDemuth in Bruchköbel als Einzel­kaufmann fortgeführt.

3. Firma: Jean L. Schlingloff in Hanau.

Dem Kaufmann Ludwig genannt Louis Carl Schlingloff in Hanau ist Prokura erteilt.

4. Firma: Otto Klein in Hanau.

Der Kaufmann Conrad Herbst in Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.

Das Handelsgeschäft wird von diesem und dem seit­herigen weiteren Gesellschafter Goldschmied und Juwelier OttoKleinin Hanau unter der abgeänderten Firma:

Otto Klein u. Co.

als offene Handelsgesellschaft mit dem Sitze zu Hanau fort- geführt.

Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1911 begonnen.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1 vom 14., zu 2 vom 16., zu 3 vom 17. und zu 4 vom 18. Jan. 1911. 2135

Gefunden im Stadttheater am 23. b. M. 1 Brosche und 1 Nadel. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung. 2169

Hanau den 24. Januar 1911.

Zugelaufen: 1 dunkelgrauer Wolfshund, m. Eefchl. Bischofsheim, 23. Januar 1911. 2147

Die Ortspolizeibehörde.

Gefundene nnd verlorene GeoenNönde re.

Gefunden:! gelbe Handtasche mit 2 weißen Taschen­tüchern und mit Taschenspiegel.

Verloren: 1 braunes Damenportemonnaie mit 3.20 Mark und einer 10 Pfg.-Marke.

Entlaufen: 1 weißer braungefleckter Jagdhund, zwei Jahre alt, hört auf den Namen Ericka".

Hanau den 24. Januar 1911.

Politische RandTd^at».

Ein Beileidstelegramm des Kaisers zum Tode des Ad­mirals Eühler. Der Kaiser hat an Frau ELHler in Char­lottenburg, die Mutter des verstorbenen Chefs des ostasia­tischen Kreuzergeschwaders, folgendes Telegramm gerichtet: „Die Nachricht vom Hinscheiden Ihres Sohnes, des Admirals ELhler, der fern von der Heimat tückischer Krankheit er­liegen mußte, hat mich tief bewegt. Von ganzem Herzen teile ich Ihre Trauer. Auch ich und meine Marine haben durch den Tod einen schweren Verlust erlitten. Wilhelm T. R.“ — Dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes ist folgendes Telegramm des Herzogregenten Johann Albrecht aus Braunschweig zugegangen: „Schmerzlich erfüllt durch die Todesnachricht des Admirals ELhler, unseres Reisegenossen in Ostasten, unseres liebenswürdigen Wirtes in Tsingtau, bitte ich Eure Exzellenz auch im Namen der Herzogin, unsere wärmste Teilnahme entgegenzunehmen und auch dem Kreu­zergeschwader übermitteln zu wollen. Johann Albrecht."

Kaiserliche Belohnung an russische Lebensretter. Die außerordentliche Heldentat der Besatzung eines russischen Schiffes ist vom deutschen Kaiser gebührend belohnt worden. Im Sommer vorigen Jahres kenterte unweit Reval der Stettiner Dampfer „Hans Wogatzky". Der in der Nähe be­findliche russische Dampfer „Eros" eilte sofort, seiner Pficht bewußt, zur Rettung herbei, und es gelang unter über­menschlicher Anstrengung, bis auf den Steuermann und einen Matrosen die gesamte Besatzung dem nassen Element zu entreißen und an Bord des „Eros" zu bringen. Jetzt hat der Kaiser diese brave Tat belohnt und die Mannschaft des russischen Dampfers mit Rettungsprämien von 50—100 Mk. bedacht. Dem Kapitän des Schiffes verlieh der Kaiser eine mit seinem Namenszug geschmückte goldene Uhr. Auch der

Gattin des Kapitäns ließ der Kaiser als Anerkennung für die gute Pflege der Schiffbrüchigen eine goldene Uhr über­reichen, deren Sprungdeckel den mit Brillanten verzierten deutschen Reichsadler zeigt.

Zur staatlichen Pensionsversicherung der Privatangr» stellten. Das Erscheinen des Gesetzentwurfes über die staat­liche Psnsionsversicherung hat eine Flut von Besprechungen ausgelöst, denen man es häufig ansieht, daß die Verfasier die Begründung des Gesetzentwurfs noch nicht kennen. Da­her mischt sich unter richtige Beurteilung manches Schiefe und Falsche, z. B. sind die Bureauangestellten nicht ausge- schlossen, wie irrtümlich behauptet wurde. Die Arbeitgeber sollen ganz besonders die neue Last als unerträglich an­sehen, aber die Arbeitgeber haben sich selbst, von Einzel­stimmen abgesehen, ja noch gar nicht geäußert. Wenn sie sich äußern, so werden sie davon ausgehen müssen, daß das Gesetz gerade ihren Wünschen sehr entgegenkommt — sofern man an Arbeitgeber denkt, die einer solchen Versicherung überhaupt zustimmen, nicht an jene kleine Gruppe, die gar nichts gewähren will, was ja heute wohl als undiskutierbar bezeichnet werden kann. Von jenen Einzelstimmen aus Arbeitgeberkreisen haben sich übrigens einige schon sehr günstig ausgesprochen, und solche Stimmen wiegen zweifel­los so viel, als tausend ungünstige Stimmen, weil sie offen zugeben, was möglich ist. Auch die Privatangestellten selbst und ihre berufenen Vertretungen befleißigen sich in den ersten Tagen einer verständigen Zurückhaltung. Die Be­gründung des Gesetzentwurfs ist nur in wenigen Händen und der Druckband von 170 Seiten natürlich nicht in weni­gen Tagen so durchgearbeitet, daß ein zuverlässiges Urteil möglich wäre; außerdem müssen doch auch die zu gemein- jamem Handeln Verbundenen, die zugleich die Verantwort­lichen sind, miteinander prüfen und beraten. Wir hören, daß die Siebenerkommission des Hauptausschusses für die Privatangestellten-Versicherung in diesen Tagen zusammen­tritt und daß bald darauf ein großer Privatangestelltentag einberufen werden wird. Der Bundesrat kann bis Mitte Februar seine Beratungen beendet haben, so daß noch vor Ablauf des Februar die Vorlegung des Gesetzentwurfes an den Reichstag zu erwarten ist.

Die Telephonlini« Berlin-Nom. Wie der „Lok.-Anz." meldet, ist jetzt endlich, nach langen diplomatischen Verhand­lungen, ein internationaler Vertrag über die Telephonver­bindung Berlin-Rom zustande gekommen. Darnach ver­pflichtet sich die Schweiz zum Bau und Unterhaltung einer direkten, internarionalen Telephontransitlinie von Frank­furt a. M. nach Mailand gegen eine bestimmte Jahresent­schädigung. Diese Linie dient allein dem deutsch-italienischen Telephonverkehr und hat in der Schweiz keinerlei An­schlüsse. Besonders beachtenswert ist die Tatsache, daß es das erste Mal ist, daß die Schweiz ausländischen Staaten die Durchlegung einer derartigen, ausschließlich ihnen allein dienenden Transitlinien gestattet. Für den Kriegsfall hat sich die Schweiz dieser Linie gegenüber alle Rechte gewahrt.

Ein Millionenprozeß gegen die Deutsche Kolonialgesell« schaft für Südwestafrika. Nach der „LRdcritzbuchter Ztg." ist beim Bezirksgericht in Lüderitzbucht eine Klage gegen di« Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika anhängig gemacht worden auf Herausgabe der angeblich einem ge­wissen Radford bereits vor Lüderitz seitens des Kapitäns David Christian an der Radfordbucht bei Lüdcritzbucht ab­getretenen Grundstücke. Die Grenze sollte laufen von einem am Robertstrande gelegenen Hottentottenkraal, den alten von den Hottentotten benutzten Daiwcg hinauf bis zu der Stelle, wo der Weg nach Radfords Hause von dem alten Vaiweg abzweigte. Von dieser Stelle aus sollte die Grenze weiterlaufen nach einer auffallend gelben Klippe, auf der jetzt das von der Marine errichtete sogen. Elsczeichen steht und von dieser Klippe weiter nach dem weißen Euanofelsen, der einige 100 Meter westlich vom Radfordschen Hause im Wasser liegt. Als Grenzsteine soll Radford im Jahre 1864 mehrere etwa 1 Meter hohe Steinbaaken errichtet haben, die bis zum Jahre 1895 bestanden. was angeblich zahlreiche Zeugen beschwören könnten. Radford, der selbst weder lesen noch schreiben noch Deutsch sprechen kann, soll wiederholt die Behörden um Schutz gegen die Deutsche Kolonialgesellschaft gebeten, den Prozeßweg aber, auf welchen er verwiesen wurde, nicht betreten haben. Ende vorigen Jahres hat Radford schließlich seine Landrechte zum Zwecke der Pro­zeßführung an Herrn Robert Blank in Kectmanshoop abge­treten und dieser verlangt nunmehr die Herausgabe des Radfordschen Besitzes von der Kolonialgesellschaft. Der Wert des Besitzes wird, da ein großer Teil der Stadt Lüderitzbucht dazu gehört, auf etwa 3 Millionen Mark geschätzt.

Eine Fleischteuerung für 1911? In der am Sonntag in Köln abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung