Ha» polnisch« KsmmissionSm'tgiird bekämpft den Paragraphen noch heute mit großer Heftigkeit al« AuSnahinkgeletz gegen da« Polentum. Der Wonkührer der VolkSvartel betont noch einmal bk absolute Rechtlosigkeit der Landarbeiter inbtuig auf die Laiidkrankeukassen, die um so unerhörter fei In der Zeit des allgemeinen gleichen geheimen und direkten Wahlrecht«. Er polemisiert beitig gegen daS Zentrum und hält eS für unmöglich, daß eint solche Bestimmung sich auch nur 5 Jahre halten könne. Hub wenn kein einziger Arbeitgeber in den Borstand bestellt werde, so sei das ganz gleichgültig, denn man werde bk Arbeiter sich sehr vorsichtig aussuchen. Gegen bk Entlassung von Arbeitervertreter sei keine Vorsorge getroffen. Auf Anfrage von volkSparteilichcr Seite erklärt Ministerialdirektor Caspar, durch das in den nächsten Tagen dem Reichstage zugehende Ein'ühruugSgksetz zur ReichsversicherungSordunng werde festgelegt werden, dass die in ländlichen Ortskrankenkassen versicherten Arbeiter gegen* über dem heutigen Zustande nicht schlechter gestellt werden. Die nationalliberale Fraktion tritt für bk Regierungsvorlage ein. Der Vertreter der Wirtschaftlichen Bereinigung erklärte sich für seine Person gegen den $ 343. Ein Mitgl kd der Fonschrittlichen Bolkspartei betont, daß dir ablehnende Haltung seiner politischen Freunde gegenüber den Landkrankenkasse» und ihrer Einrichtung die endgültige Stellung seiner Fraktion zur gesamt«« Reichs- versiLerungsordnuttg in keiner Weise fesilege. — Die Abstimmung ergab die Wiedei Herstellung des § 343 in folgender Fassung: „Bei der Landkraukenkasse wählt sie Benietuiig des Gemeindeoelbandes den Vorsitzenden und die anderen Mitsistder bei Vorstandes, darunter einen oder mehrere Stellvertreter des Vorsitzenden. Diese Mitglieder müssen zu einem Diitlel aus den beteiligten Arbeitgebcrti, zu zwei Dritteln aus den beteiligten Versicherten bestimmt werden. Die oberste Verwaltungsbehörde kann bestimmen, daß der Voisitzende unb die anderen Mitglieder des Vorstandes gewählt werden, wie die Vertreter im Ausschuß". Die Bestimmung über dir Dritielung wurde auf Antrag des Zentrum» angenommen, die anderen Bestimmungen auf Antrag der Konservativen. In der Gesamtabstimmnng über den 8 843 stimmt das Zentrum geteilt. Die Annahme erfolgt mit 15 gegen 13 Stimmen. Dagegen stimmen 4 ZenirumSabgeordukte, dir Fortschrittler, die Sossaldemokrai?» und die Vertreter der wiriscdasllicheu Vereinigung und der Polen. Die §8 344 bis 348 über die Zusammensetzung de» Ausschusses werden mit redaktionellen Aenderungen der Fassung der ersten Lesung angenommen. Auch hier wird der Ausschuß gedrittelt. Zu § 349 wird beschlossen: Die Landeârrgirrung kann i» solchen Bezirken von VersicheiungS- fimtern, welche ausschließlich aus Land» unb Sladtgemeniden zusammengesetzt unb in denen selbständige GutSbezirke nicht vorhanden sind, das Wahlrecht den Vertretungen der einzelnen Gemeinden übertragen und hierüber näheres bestimmen. Weiler- deramng Donnerstag.
mb. Die Justizkommission des Neicks-ages stellte heute den Bericht über die Sliak'pror-ßordnung fest.
DaS Berliner Ordensfest. Das Fest des hohen Orden» vom schwarzen Avler fand am Mittwoch, dem Grstndungstage, im Berliner Schöffe in der althergebrachten Form statt Die Prinzen des Königlichen Hauses und die fürstlichen Ordensritter hatten sich vormittags um 11 Uhr in den Gemächern des Königs Friedrich I. versammelt, wo ihnen die rotsammeten OrdensmSntel angelegt waren. Die anderen kapitet'râsiigcn Rüter traten in der boisierten Galerie zusammen, die beiden neuaufzunehmenden Ritter, Reichs- ksnzler von Bethmann-Holl,»eg und der General der Kavallerie von Deines, mit dem Band des Ordens in der Brandenburgischen Kammer. Sodann begab sich der Kaiser
ihrer Drucksachen in Verlegenheit fein, so stehe ich ihnen srdrrzett bereitwilligst zur Verfügung. Ich stellt Dir anheim, der Festleiiung von meinem Schreiben Keunlnis zu geben.
Im übrigen Dtin Dir stets gewogener Oheim . .
L» denken in der Tat viele, und daher empfiehlt eS sich gewiß, bei derartigen Veranstaltungen auch in Wort und Schrift das Beste zu bieten, und nicht durch Verletzung bet Sprachgefühl« so manche einer sonst gewiß guten Sache zu entfremden, auf deren Mithilfe andernfalls zu rechnen grwese« wäre.
riterariTcbes.
Das neue Mahn- unb Klagestrfahren. Was jedèr Ce- schSftsmann, ob Kleinhandwerker oder Crotzkaufmann, Prinzipal oder Angestellter unbedingt wissen muß, um sich vor den Machenschaften, Schiebungen re. der Schuldner zu schützen, zeigt: Dr. jur. Ed. Karlemeyer, „Ohne Rechtsanwalt Forderungen eintreiben — Außenstände retten, raffi- nierte Schuldner stets erfolgreich fassen." Das neue Verfahren vor dem Amtsgericht. Mit Anweisungen und Schrist- sätzen nebst Tabellen. Preis 3 Mark (Porto 20 Pfg.) Verlagsanstalt Emil Abigt, Wiesbaden 35. Aus Gutmütigkeit, Bequemlichkeit oder Unkenntnis gehen jährlich Hundert- tausende verloren, namentlich auch, weil man die Hilfe des Gerichts noch nicht besser ausnutzt. Infolge bet am 1. April 1610 zur Geltung gekommenen neuen Bestimmungen der Zivilprozeßordnung wird sich für manchen Geschäftsmann bet bisher schon nach dem Prinzip bet Selbsthilfe handelte, die Notwendigkeit ergeben, einen Rechtsanwalt zu befragen, wenn er nicht einen Berater, wie ben hier vorliegenden, zur Hand har. Für das Mahn- und Veitreibungsverfahrcn macht dieses Buch wirklich ben Rshtsanwalt entbehrlich, da es in klarer Sprache abgesagt ist, die erforderlichen Schriftsätze abdruckt unb außerdem noch die löbliche Tendenz verfolgt, dem Schwindel der Inkassobureaus ernstlich zu begegnen. Der Preis von 3 Mark ist insofern nicht zu hoch, als er schon bei einer einzigen Rechtsanwaltskonsultation «red« herriagebracht wird.
mit bem Ordensmantel über her Uniform eines Generalfeld« Marschall» unter Borantritt der fürstlichen Ritter nach bk basierten ®akrk, von wo aus sich unser schmetternd"« Fanfaren der feierliche Zug der gesamten Rüter nach beut Rittersaal in Bewegung setzte. Wie immer, schritten die jüngsten Rititr voran, zunächst der General der Infanterie von Bütow allein, ihm folgten paarweise bk übrigen Ritter, in der ersten Reihe General von Moltke und ber frühere Kriegsminister von Einem. Allein schritt wieder der OrdrnSkaiisset, Genercsifkldmärschall von Hâbnkè, mit dem OrbtnSsiegkl vor dem Kaster. Dit General« adjutamen, Generale und Admirale Ä la suite, sie Flügel» adsinanitu und die Gefolge der Prinzen schlossen den Zug. Im Rittersaal haiieil sich bereits vorher die anderen Geladenen versammel«, um dem Aulnahmrakt beizuwohneu, die Herren vom Großen Vortritt, die Generale und Adiiiirale, die CwatSmmffier, SiaatSsekretär«, Generallktünant« und Vizeadmirale. Während bie fürstlichen und anderen kapitel- fähigen Ritter einen Halbkreis rechts und links vom Throne vor den Läustswânde« des Saales bildeten unb bie Ordens- beamten ihren Platz einnahmen, bestieg der Kaiser, das Haupt mit dem Helm bedeck«, den Thron und ließ sich aus dem Thrviisksskl nieder. Auf seinen Befehl begab sich sodann Generaloberst Generaladjulant von Wessen und General der Infanterie Generaladjutani von Kessel wieder unter Voran« tritt der He olde und geführt von dem OrdeiiSzeremonien« meister in die Brandenburgische Kammer, von wo aus sie den Rnchskanzler von B e t h in a ii n - H o l l w e g nitb den General von Deines» Hanau vor die «Stufen des Thrones gesitteten. Nach VeilesuUg der OrdenSstatuIen, bie aus dem Jahre 1701 stammen, richtete der Kaiser an bie beiden ueuansznnthmkndcn Ritter nacheinander bie Frage, ob sie geloben wollten, bie ihnen soeben bekannt gewordenen Riiterpflichten treulich Zn erfüllen, worauf jeder, an den Thron heranircteiid, mit der Rechten auf dem Ordensstalut, erwiderte: Ja, ich gelobe es! Unter den altdeutschen Fanlarenklängen wurden bie Ritter sodann durch ihre Paten mit den Oidensmänteltt bekleidet, unb der Kaiser selbst als Großsrdkiisiiieister hängte den vor dem Throne Knienden die Ordenskeile um und erteilte ihnen die Aecolade. Während vom silbcrueil Chor her ein Ordensmarsch ertönte, wurden die beiden neuen Ritter zur Handreichung geführt und nahmen bann ihre Plätze unter den älteren Ordensrittern ein. Im Anschluss daran hielt der Kaiser im Kopilet- saaie ein Kapitel des Ordens ab, an dem nur die 42 Ritter teilnahm'ii. Nach Schluss beS Kapitels begab sich der Kaiser wieder an der Spitze des feierlichen Zuges nach ber Schwarzen Adlerkammer, wo die Ordensmâiltel abgelegt mürben.
Der Reichsverband gegen bie Sozialdemokratie. In Berii» tagte der Ausschuß deS „ReichsverbandeS gegen die «Sorialbemohatk* unter an^erotbentbd) starker VeiriligNng der Ortsgruppenverlieter ouS allen Teilen des Deutschen Reiches. Der wichtigste Gegenstand der Taaesoibniing betraf daS Verhalte« und die Taktik des ReichSverbatideS bei ben nächsten Reichstagswahlen. Nach den Neseraten der NeichStagSabgeordnelkn Gelierallkttlnaiit z. D. von Liebert- Berlin und Landgerichlsrat HâgemanN-Erfurt wurde einstimmig folgende Entschließung gefaßt: ^Die üneittigkeit der staatserhalirnde« Parteien und die daraus entspringende politische Verbitterung im deutschen Bürgertum erschwert dem Nkichsverband gegen die Sozialdemokratie bie Erfüllung seiner im § 1 feiner Satzungen festaelegim Rufgabt, alle treu zu Kaiser und Reich stehenden Denüchen ohne Unter* schied ihrer re igiöieii und politischen Stellung zum Kampfe gegen bk Sozialdemokratie zu einigen. Die sosialdemokrâ- «lsche Gefahr aber wächst zuftheudS: die von Haß gegen die Monarchie und ihre Träger erfüllten Aeußerungen auf dem sozialdemokratischttt Parteitage in Magdeburg, die von Lede- bour von her Tribüne des Reichstags aus erhobene Forderung der Republik, die Gewalttate« einer ausgesiebten Bevölkerung in Moabit unb am Wedhiug haben im veiflossenen Jahre bett antimonarchiscken und revolutionären Charakter der Sozialdemokratie aller Welt enthüllt. Diefe zunehmende Erfüllung der Massen mit aufrührerischem Geiste bedroht den Bestand des deutschen Reiches und die Zukunft der deutschen Volkes. Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie hält es daher für feine Pflicht, getreu seinem Programm nach wie vor gegen die -auf den Umsturz der besikhtiidett Staats- und GesellschastSordnnug gerichtete Tätigkeit der Sozialdemokratie anzukämpfen. In Ausübung dieser Pflicht wird er auch bei den kommenden allgemeinen Reichstagswahlen, trotz der Zersplitterung der bürgerlichen Parteien, eine nachhaltige und umfassende Wahl- arbeit leisten. Er hofft dabei, daß gemeinsames Wirken an ber gleichen Aufgabe, das Beivußlsein von der festen Geschlossenheit des gemeinsamen Gegners und die Erkenntnis, dass ein sozialdemokratischer Sieg unter Vaterland den schwersten Elschülterungen äusseren würde, bie heute noch Hadeuidkn Brüser wieder zuiammenführen wirb zu, einträchtiger nationaler Tat. Diesen« Ziele, aufs Innigste zu wünschen, wirb der Ncichsverband wie 1907 mit allen'Kräften juftnben. Er wird also 1. schon bei der HanplwM denjenigen aufs tat- flästigste unterstütz"», die a s einzige bürgerliche KandidMen her Sotialoetnohatie gkZenüberstehen; 2. eben» faflS schon in der Hauptiuahl diejenigen Kandchaten seine Nnteiftütznng gewähren, die - bereit sind, sich zn v:r« pflichten, ihre Wähler in einer unzweideutigen Erklätiing zur Wahl des in der Stichwahl "'verbleibenden bürgerlichen Kandidatcn auszufordern; 3. in der Stichwahl zwischen einem bürgerlichen Kandidaten unb Sozialdemokraten jenem Wahlhilse leisten. Sollte eine bürgerliche Partei em offizielles Wahlbüiiduis mit der Sozialdemokratie eingchen, dann wirb der Aeichsoerbrnd 4. den Kandidaikn einer solchen Partei in dem betreffenden Wahlkreise ebenso bekämpfen, wie einen Sozialdemokraten. Der Reich.verband wird endlich 5. in geeigneter Weise und in rnliprecheiide« Kundgebmigen allen I vaterländisch gtfwnnicn Wählern anS Herz legen, die Partei«
so. 9«n*at
intereffen nicht über baS Vaterland zu stellen und der Der- firgmiitg nicht durch Wahlenthaltung Ausdruck zu geben, sondern Man« für Man« für bie bürgerliche« Kandidaten 1« stimmen in ber Erkenntnis, dass von dem Ausfall bei Wahlen hauptsächlich bie Entscheidung abbSngt über das Glück und Wohlergehen unsere« Vaterlandes."
Die Untklsccboot-Klülistrovhk.
Leider ist der bedauerliche Unfall in der Kieler Bucht doch nicht ohne Menschenopfer abgelaufen: die drei im Tutme @inqefd)foffenen, nämlich KapitänleutNaNk Fischer, Leutnant Kalbe unb der Matrose Niepel bube« ihr Leben fingobHÈL Sie wurden bewußtlos aiilgrsiinden. lind alle angestMon MiederdelrbitngSversuche blieben leider ohne Erfolg. Da- aegeii sind die am Dienstag geretteten säintlich wohlauf. DaS Unterseeboot „8“ wird am Donnerstag vormittag in bk Kaiserliche Werst geschleppt. Die im Hasen liegenden Schiff« flaggten alle Halbmast.
Die Bergnng Vee Letzten. _ _
Kiel, 18. Jan. Nachdem die Nellung der 27 Mann Maimschasleu deS gesnnkencu UnteeboteS gelungen war, arbeitete man die ganze Nacht hindurch siederhast an bet Bergung der übrigen 3 Mann, Kommandant Kapitänleutnant L. Fischer, Leutnant Kalbe und deS Mairosen Rieper, bis im Turm bis zum letzten Augenblick ihre Pflicht auSgeübt halten, um das nom Unfall bedrohte Boot auf Grund zu setzen. Diese Absicht war gum Teil auch erreicht, denn das gesunkene Hinlerschiss ruhte aus dem Grund des Hafens, während das Vorderschiff noch treibend sich tu den getroffen des Schmi-umkraneS befand. An diese drei Eingeschlossenen sonnte man nicht herangelangen, weil der Turm noch unter Wasser lag. ES mußte deshalb Hebefahrzeiig „Vulkan" über das gesunkene Unterfeebot hinübergeleitet werden, damit diese? selbst in Tätigkeit treten Und die Hebung aus» führen konnte, denn der Turn« deS Unterseebootes befand sich noch reichlich tief unter Wasser. Man faßte sofort bert Entschluß, den Turm, sobald er über Wasser erschien, loszu» Meisseln, da es unmöglich erschien, in anderer Weise irgOnb welche Hilse bringen zu können. Nach 5 Uhr gaben die drei Verunglückte« keine Lebenszeichen meßt von sich. Die Gefahr war ausserordentlich groß, denn daS Wasser war In« zwischen bis ins Innere ait ben Turm herangedrungen. und offenbar sonnten die Eingeschlossenen von bett Sauerstoff» Vorräte« in dem Boote kitten Gebrauch mehr mache«. Di» Lust in dem Tlirme konnte aber noch für eine Stunde aus» reichen. Man kann sich vorstellen, unter welch schmerzliche« Gesühlett in später Nachinittagsstunde die BerguttgSatbeite« fortgesetzt wurden. Jeder Blau« hoffte gern#, daß Ulan di« eiügeschlossenen Kameraden noch lebend an treffen würd«. Aber nach jeder Viertelstniidè wurde die Hoffnung geringer, unb um Mitternacht musste man schon mit der Gewissheit rechnen, dass man nur noch die Leichen der EiugeschiossvnrN bergen wurde. Die Rettung wäre vielleicht möglich gewesrtz, wenn nicht die Witterung einen dicken Strich durch bio Rechnung gemacht hä Iw. Den ganzen Nachmittag über hatt! schon ein ziemlich dichter Nebe! die Arbeiten etwa» behindert. Gegen Abend aber frischte der an sich nicht geringe Wind auf, so dass die Bergungsarbeiten ausserordentlich erschwert wurden. Erst in der vierten Morgenstunde war das Boot mit Troffen soweit umschlungen und aufgehangen, daß bk Hebung um 4 Uhr erfolgen konnte. Der Tun» war in* zwischen geöffnet worden und die drei Insassen allerdings leblos ih§ Freie gebracht. Die Wirdeibelebungsversiich« wurden natürlich mit aller Energie ausgenommen. Sik mußten aber leider in der 9. Morgenstunde al» aussichtslos aufgegcbcH werden. Die Aufregung in der KielerBeoölkerung ist im beschreib! ich. Kein Unfall in der Marine hat wohl soviel PUtgejühl erweckt, als gerade dieser, weil sich die Phantasie eines jeden genugsam ausmaler« kann, welche Oualert diese drei in dem Turin eingeschossenen Seemänner in den letzten Augenblicken haben airshaltei, müssen. Sie sahen den Tod vor Augen, da sie wußte«, dass die OesinuNg be« Tut» mes nicht so leicht vor sich gehen könne.
Po«» amtlicher Stelle
wird folgende zttsainmenhüugende Schilderrung über den Unfall des „U 3“ gegeben:
Berkin, 18. Jan. «Amtlich.) Bei der gestern gegen 10 Uhr vormittag im östlichen Kieler Hafen bei Heikendorl statt« geiunbeneii Tauchübungen des Unterseebootes „U 3“ sank das Boot, ohne selbst wieder mit seinen Hilsèmilteln an bis Oberfläche gelangen zu können. Durch die von dem Begleitschiff sofort herbeigerlisenen Kriegsschiffe und Wrrstsahr- zeuge gelang es, eine Verbindung mit dem gesunkenen Boot« herzustelle«. Aus dem Boote wurde telegraphiert: „Wasser kindring«, Achtern". Schon um 11 Uhr vormittag» war der große Schwinimkratt bet Kaiserlichen Werst zur Stelle, und ès gelang, das Boot, das inzwischen durch Ansblasrn des vorderen Dallastlaiiks vorn auS dem Wasser gehoben war, mit Hilfe deS Krans so weit zu hebe«, dass die MiiuduNg deS Torpedo-LauciertohrS aus dem Wasser fam. Durch dieses Rohr wurde« gegen halb 4 Uhr nachmittags 28 Personen aus dem Boot geholt. Hierbei zeichneten sich btt Oberleutnant zur See Baleniincr und der VooiSinannmaat Heinrich, sowie ber Torpedohèizcr Giesser besonders au«, in» bent sie durch das Torpedorohr in daS Boot hineinging«« und die Kameraden unter schwierigen Um stäuben ans dem sehr engen Naume retteten.
ES zeigte sich, baß die Rettung der im Kommandolurm eingeschossenen 3 Personen, des Kommandanten, beS Wacht« offi^ierS und deS Rudergasts, nur nach Hebung deS Coote« durch den „Vulkan" möglich sei. Eist nach der Bergung der Leute auS dem vorderen Schiffsraum tonnte ber „Vulkan" mt die Hebung des BoolrS unb somit an die Rettung der eingeschossenen Leute gehen. Hierzu mußte baS Unterseeboot erst" wieder in den Grund gesenkt werden. Trotz bet früh einfeßenben Dunkelheit unb beS frischen WindcS gelang r« dem „Vulkan" um 4 llhr morgenS, das Boot zu heben unb die im Trume bcfüiblicben Leute zu bergen. Diese gaben noch einzelne schwache Lebenszeichen von sich. Die schon vor« her vorbreiteteil uub sofort mit allen Mittel« angeftelltert Wiederbelebungsversuche waren leider erfolglos. DieNamrtt der Veriiiigliickleu sind: Kavitänleutnaiit Fischer-Darmstadt, Leutnant zur See Kalbe-Verliu, Torpedoinatrose Rieper- Hamburg. Das Unterseeboot wird im Lause deS heutige« TageS eingeboeft. Die Ursachen beS Eindringen» deS Wassers in die hinteren Schiffsräume werden erst nach bet Dockung sestgestellt werden können. Die gesamten CcrgimgSatbeUen wurden von allen Beteiligten mit großer Umsicht, Energie und aujopjtlungsooUer Hingabe auSgejührt.