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l jährlich 1.80 9RL, monatlich 60 Pfg., für aus- Bge Abonnenten mit dem betreff. Postauffchlag,

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

cktionsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amilichks Organ für Stadt- und Faudkreis Kanan.

Erscheint tSgNch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrückungsgeLllhr»

Die Fgespaliene Petitzeile oder deren Naum 20 Psg im Reklamenteil die Zelle 45 Pfg.

verantwortl. Redakteur: S. Schrecker in Hanau,

305 Ferttsprechanschlttst Nr. 230.

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Amtliches.

adt- und Eandhreis Ranau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

err Kreistierarzt Wittlinger hier ist für die Zeit 31. Dezember 1910 bis 7. Januar 1911 einschließlich aubt.

'ie Vertretung übernimmt bei Feststellungen von Notz, >ranb, Maul- und Klauenseuche, Beschälseuche, Lungen- und bei den bei Bekämpfung dieser Seuchen vor­enden amtstierärztlichen Obliegenheiten Herr Kreis- rzt Schirmer in Gelnhausen; mit der Wahrnehmung übrigen Amtsgeschäfte (einschließlich der Ergänzungs­beschau, sowie die Kontrolle' der Händlerschweine) ist raktische Tierarzt Herr Hufnagel hier beauftragt.

)ie Ortspolizeibehörden ersuche ich, für wiederholte orts- i6 Bekanntmachung Sorge zu tragen.

mnau den 30. Dezember 1910.

Der Königl. Landrat und Polizei-Direktor.

k45 Frhr. Lau r.

Eandhreis Hanau.

luf dem Viehmarkt in Aschaffenburg ist die Maul- Klauenseuche festgestellt worden.

Der Stadtbezirk Aschaffenburg (Altstadt) wurde ge- t, die Ortschaften Damm und Leider als Veobach- sgebiete bezeichnet.

Die Einfuhr von Schlachtvieh in den städtischen rchthof zum Zwecke der Abschlachtung ist gestattet,

ranau den 29. Dezember 1910. V 7444

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Diejenigen Arbeitgeber, welche in ihren Betrieben aus- »ische Arbeiter beschäftigen, werden darauf aufmerksam acht, daß deren Jnlandslegitimationskarten (Arbeiter- timationskarten) mit dem 31. Dezember d. I. ihre tigkeit verlieren und daher behufs Erneuerung seitens Arbeiter mit den in Händen befindlichen Heimat- ieren im Sekretariat Zimmer 5 hier vorzu- ii sind.

Letzte Vorlagefrist am 15. Januar 1911.

Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Arbei- die vorschriftsmäßige Umschreibung ihrer Legitimations- en binnen einer Frist von drei Tagen nach Antritt des en Arbeitsverhältniffes hier zu beantragen haben.

Hanau den 29. Dezember 1910. P. 15138

Königliche Polizeidirektion.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Städtisches Gaswerk. Kokspreis-Ermäßigung.

Wir machen hiermit bekannt, daß unsere sämtlichen kspreise bis auf weiteres um 40 Pfg. für 100 kg läßigt worden sind und betragen nunmehr dieselben für

Stück - Koks

Abnahme von:

) bis 1000 kg ohne Bringerlohn M. 2.20 für 100 kg ) 1000 mit 2.40 ndestens 1000 kg ohne 2.

1000 mit 2.20

Zerkleinerter und gesiebter Koks

; Abnahme von: 0 bis 1000 kg ohne Vringerlohn M. 2.30 für 100 kg 0 1000 mit 2.50 ndestens 1000 kg ohne 2.10

1000 mit ,, 2.30

Der zerkleinerte und gesiebte Koks sogenannter Nuß- ks ist für Füllöfen jeder Art, einschl. derjenigen nach j. amerikanischem System geeignet, ebenso für Zentral- izung. Für Großabnehmer, welche ganze Waggon- dungen aus einmal beziehen können, beträgt der Preis: für 10000 kg Stück-Koks M. 170 ab Fabrikhof, bezw. M. 190 mit Vringerlohn, td für 10 000 kg Nuß-Koks M. 190 ab Fabrikhof bezw. M. 210 mit Bringerlohn. Hanau den 30. Dezember 1910.

Die Direktion, von E äß l e r. 29933

Freitag den 30. Dezember

Ablösung der Neujahrs-Gratulationen.

Zur Ablösung der hier üblichen und gewiß ebenso wie an anderen Orten lästig empfundenen gegenseitigen Neu­jahrsgratulationen sind Listen ausgelegt in G. M. Alberti's Hofbuchhandlung (Clauß & Feddersen) und König's Hof­buchhandlung (R. Altmannsperger), der Buchhandlung von August Zippelius, der Expeditionen des Hanauer Anzeigers und der Hanauer Zeitung, dem Stadtsekretariat, dem Melde­amt und Standesamt, sowie auf dem Armenamt und der Verwaltung des Evgl. Waisenhauses. In diese Listen kann jedermann seinen Namen und den von ihm gezahlten Be­trag selbst eintragen.

Der Erlös soll für die von der Stadt und dem hiesigen evangelischen Waisenhaus unterhaltenen armen Pflege- und Waisenkinder verwendet werden. Insbesondere soll dadurch ein Grundstock für außerhalb der engeren Armen­pflege liegende Aufwendungen, z. V. zu Weihnachtsbe- scherungen und dergl. geschaffen werden.

Die Namen der Zeichner werden rechtzeitig vor und nötigenfalls unmittelbar nach Neujahr in den hiesigen Zei­tungen, jedoch ohne Angabe des gezahlten Betrages ver­öffentlicht werden, sodaß ein vollständiger Ersatz für die gegenseitigen Neujahrsgratulationen vorhanden ist.

Wir bitten, von der Einrichtung recht regen Gebrauch zu machen.

Allen Gebern im voraus besten Dank.-

Hanau den 21. Dezember 1910. . 29481

Der Magistrat, Armenamt. Die Waisenhaus-Verwaltung.

Hild. Ewald.

Weitere Einträge in die Listen zur Ablösung der Neujahrs­gratulationen:

Boehm, Cäsar, Stadtrat. Doerr, Eduard, Kgl. Land­messer. Ehle, Heinrich, Lokomotivführer a. D. Faulen­bach, Alfred, Kgl. Landmesser. Kahler, Justus, Lehrer. Kähler, Julie und Antonie, Fräulein. Koch, Hugo, Zahl­meister a. D. Kreis, August, Rentner. Loßberger, Lorenz, Buchdruckereibesitzer. Dr. Noll, Sanitätsrat, und Familie. Nüdling, Josef, Kuratus. Obermeyer, Hugo, und Frau. Dr. Nüdel, Fritz, und Frau. Scherf, Frau Bernhard, Witwe. Schraub, Josef, Hofmetzgermeister. Schweisgut, Emil, Kaufmann. Steyer, Frau Marie, Witwe, Restauration Ostbahnhof. Trumpfheller, Georg, Kanalreinigungsinstitut. Urbach, Karl, Lokomotivführer. Hanau den 29. Dezember 1910.

Der Magistrat, Armenamt. Die Waisenhausverwaltung. Hild. Ewald.

Durch Beschluß vom 21. Dezember 1910 ist der am 1. Dezember 1875 zu Hanau geborene frühere Gold- arbeiter jetzige Tagelöhner Richard Ihm in Hanau wegen Trunksucht entmündigt worden.

Hanau den 23. Dezember 1910. 29893

Königliches Amtsgericht Abt. 2.

Dicnstnachrichten uns dem Kreise.

In der Gemarkung Oberissigheim ist die Schweine­seuche festgestellt worden. V 7436

Hanau den 30. Dezember 1910.

Gefunden im Stadttheater 1 Damenregenschirm ^d 1 Kragenschoner. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 29. Dezember 1910.

Gesiiiideiic und verlorene Gcsicnstniidc re.

Gefunden: 1 Herren-Portemonnaie mit 1,11 M. und einer Zeitkarte zur Fahrt Klein-CteinheimOffen­bach a. M' für Johann Vormwald, 1 weißer Fecher.

Zugelaufen: 1 Kriegshund, 1 kleiner schwarzer Rehpinscher.

Hanau den 30. Dezember 1910.

politische Rundschau.

Graf Vallestrem wurde gestern in Ruda in Oberschlesien feierlich beigesetzt.

Was die Engländer von Glatz denken. Aus London wird berichtet: Die Nachricht ,daß die zu Festungshaft verur­teilten britischen Spione nach Glatz kommen sollen, hat in England keine besondere Freude erregt, und zwar weil es einer englischen Zeitung zur Zeit des Prozesses eingefallen war, ihren Lesern vorzureden, daß es als eine besondere Be­vorzugung anzusehen sein würde, wenn man den beiden Offizieren eine der im Westen des Reiches gelegenen I Festungen als Aufenthaltsort anweilen würde, denn erstens

Fer« fprechan schlich Nr. 230

1910

würden sie ja dann der Heimat näher sein, und außerdem seien die westlichen Teile des Reiches weit zivilisierter als die östlichen. Und das wird natürich ohne weiteres ge­glaubt. Nachdem bekannt geworden ist, daß der eine der Offiziere nach Wesel und der andere nach Glatz kommen soll, zerbricht man sich den Kopf darüber, warum der eine der beiden strenger bestraft wird als der andere. Dieses törichte Gerede ist so charakteristisch für die mangelhafte Kenntnis der Engländer von allem, was außerhalb der Grenzen des britischen Weltreichs liegt. Bei Glatz denkt man in London schon anscheinend an Sibirien und an rus­sische Zustände. Und die ganze Annahme geht anscheinend von der Vorstellung aus, daß die Zivilisation in Deutsch­land im Quadrat der Entfernung von London abnimmt. So sieht man wohl gar den Hauptmann Trench als einen Kulturträger im dunkelsten Deutschland an.

Norwegische Flottenpläne. Aus Skandinavien wird ge» schrieben: Die norwegische Regierung beabsichtigt eine be­trächtliche Vermehrung der Marine und hat daher einen Flottenplan ausarbeiten lassen. Für das nächste Budgetjahr sind indessen für Marinezwecke nur Mittel in Höhe von 3S Millionen Kronen vorhanden, die zum Beginn eines Tor­pedobootszerstörers, zur Vollendung des zweiten Untersee­bootes und zum Beginn eines dritten und vierten Unter­seebootes sowie zur Anschaffung von Minenmaterial ver­wandt werden sollen. Auf den Bau eines Panzerschiffes mutz die Marineverwaltung mjt Rücksicht auf die Finanzen des Landes für nächstes Jahr verzichten, und sie legt zunächst ein Hauptgewicht auf Unterseeboote und Torpedobootszerstörer, aber später wird sie sich um so mehr den Panzerschiffen zu­wenden müssen. Denn während der Zugehörigkeit zu Schwe­den hat Norwegen für eine Flotte, wie überhaupt für sein Militärwesen, so wenig getan, daß es große Anstrengungen machen Mutz, um einigermaßen Abhilfe zu schaffen. Bloß in den Jahren um 1895, als der Unionskonflikt mit Schweden seinen Höhepunkt erreichte, bewilligte das Storthing plötz­lich 20 Millionen Kronen für die Flotte, welchem Umstand Norwegen seine jetzigen drei Küstenpanzerschiffe von je 53003800 Tons Wasserverdrängung verdankt, aber dann blieb die Flotte wieder unberücksichtigt, abgesehen von dem Unterseeboot und einigen Torpedobooten, die inzwischen hin­zukamen.

Der Bau von Dreadnoughts für die chilenische Flotte. In der chilenischen Kammer bemängelte Lorca, daß die Re­gierungsvorschläge für den Bau zweier Dreadnougths die englischen Schiffbauer bevorzugten und betonte, daß man alle Schiffswerften zulassen müsse. Der Marineminister er­widerte, das Bestreben der Regierung laufe darauf hinaus, Einheitlichkeit in den Typen der Flotte zu schaffen; die Aus­schreibungen würden von diesem Gesichtspunkte aus er­folgen, getrennt für Schiffe und Armierung. Demnach be­steht auch jetzt noch keine Aussicht, daß deutschen Werften ein Auftrag aus Chile zufällt.

Gegen die Befestigung des Panamakanals erhoben sich, wie derFrkf. Ztg." aus Washington gemeldet wird, bei einer Konferenz im Weißen Hause mehrere Stimmen. Der Vorsitzende des auswärtigen Komitees, Foster, war für die Neutralisierung.

Seit der schärferen Wendung im englischen Versassungs- konflilt sind die beiden die innere Politik beherrschenden Fragen: die Flottenpolitik der liberalen Regierung in England und der modusprocedendi in der Oberhausfrage. Zu beiden Fragen hat eih Mitglied des Kabinetts Asquith in sehr prononzierter Form Stellung genommen. Die Aus­führungen, die der Schatzkanzler Lloyd George in Zwie­gesprächen mit Vertretern Pariser Blätter, gemacht hat, ver­dienen umsomehr Beachtung, als Mr. Lloyd George nicht nur als der erste Ratgeber und Mitarbeiter des Premier­ministers, sondern auch als die eigentliche Seele der Aktion gegen die Lordskammer gilt. Dieses nach Asquith hervor­ragendste und einflußreichste Mitglied der liberalen Regie­rung hat zunächst die Bemühungen der unionistischen Presse, das liberale Regime mangelnder Fürsorge für die Seever­teidigung zu verdächtigen, völlig zum Scheitern gebracht durch die Erklärung, daß das Budget für das Rechnungs­jahr 1910/11 an Aufwendungen für die Flotte um rund 200 Millionen Mark höhere Ausgaben in Vorschlag bringe, als der Marineetat noch kurz zuvor aufgewiesen habe. Er begründete diese neue und gewaltige Steigerung der Flot­tenausgaben damit, daß die liberale Regierung eine Flottenmacht anstrebe, die eine unbestreitbare Ueberlegen- Heit verbürge. Er erklärte gleichzeitig, daß der liberalen Regierung kein Opfer zu schwer und zu groß erscheinen würde, um diese Ueberlegenheit Englands zur See zu sichern. Damit dürfte auch dem Widerstande, der noch immer in der unionistischen Presse gegen die Steuerpläne der lib«.