Cinrückungsgebühr?
Die 8gespaltene Petitzelle oder deren Raum 20 P^ im ReklamenteU die Zeile 45 Pfg.
Bezugspreis?
? kelsShrlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für «US- ige Abonnenten mit dem betreff. Postausschlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
^ckionsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Amüiâes Organ für Stöbt und Landkreis Kanan.
Erscheint tâgltch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hana».
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► 303 Fernsprechanschkrtsz Nr. 230.
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Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
iur Vernichtung der Schnaken und ihrer Brutstätten >en im Laufe des Winters die Keller der Gebäude in mstadtlagen seitens der Stadt ausgebrannt. An die sbesitzer der Innenstadt richten wir die Bitte, die Keller c Häuser ebenfalls ausbrennen zu lassen, da eine wirk- i Bekämpfung der Schnakenplage nur durch ein gemeines Vorgehen erzielt werden kann. Am zweckmäßigsten oh das Ausbrennen der Kellerräume bei kaltem Wetter enommen.
-anau den 22. Dezember 1910.
Der Magistrat. Dr. Gebeschus.
Bekanntmachung'
Die öffentlichen Arbeitsnachweise des jetzt 3 Jahre bs- mden Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes, der Großh. Hessen, die Provinz Hessen-Nassau, das Fürsten- Waldeck und die Kreise Kreuznach und Wetzlar umfaßt, Den in steigendem Maße von den Interessentenkreisen, nders der Landwirtschaft und des Handwerks, in Än- ch genommen und erfreuen sich dank der Mitwirkung Unterstützung staatlicher und kommunaler Behörden, ie öffentlicher Körperschaften, insbesondere der Landtschaftskammern, immermehr des Vertrauens der Jn- ssenten. Insonderheit ist es, wie die Tätigkeitsberichte Verbandes und der einzelnen Arbeitsnachweise be- se gelungen, den Arbeitsnachweis auf dem Lande zu irnisieren und den besonderen Bedürfnisien des Landes li jetzt in erheblichem Umfange gerecht zu werden. Wäh- ) im Jahre 1908/1909 von den Arbeitsnachweisen in 1 instädten im Verbandsgebiet 2440 Stellen besetzt wur- , wuchs die Zahl im Jahre 1909/10 bereits auf 10 572, ist ein Zehntel aller besetzten Stellen im ganzen Ver- dsgebiet. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, daß landwirtschaftliche Vermittlung immer mehr von den »)ßstädten auf die Kleinstädte übergeht.
Um den verschiedenartigsten Bedürfnisien in den ver- edenen Teilen des Verbandsgebietes besser gerecht wer- zu können, wurden fast in allen Kreisen Arbcitsnach- tse ins Leben gerufen. Diese haben sich durchweg sehr gut oährt, wo der Arbeitsnachweis an verkehrsreiche Orte egt wurde und wo der ländliche Arbeitsnachweis die terstützung und die Benützung der interessierten Kreise unden hat. Nach den vorliegenden Erfahrungen konnten e Reihe von Arbeitskräften der heimischen Produktion alten werden, während sonst der stellenlose Arbeiter bei n Fehlen einer Organisation des Nachrichtenverkehrs er die offenen Stellen im Kreise, gezwungen worden re, den städtischen Arbeitsnachweis, in erster Linie den ^städtischen Arbeitsnachweis, aufzusuchen.
Bei der großen Bedeutung einer geordneten Arbeitsver- ttlung für die Stetigkeit der gesamten Produktionsver- ltnisie, ist es notwendig, daß alle Interessenten am Ar- ;tsmartt sich eines zuverlässigen und unparteiischen Ornes bedienen und das ist der öffentliche Arbeitsnachweis.
Indem wir Vorstehendes zur Kenntnis bringen, ersuchen r die Herren Arbeitgeber, sich bei Bedarf von Arbeits- iften jeder Art der hiesigen städtischen Arbeitsvermitte- ngsstelle — Langstraße 41 — bedienen zu wollen.
Besonders weisen wir noch darauf hin, daß die gedachte elle auch weibliches Personal, als Dienstmädchen, Putz- tz Monatsfrauen, Fabrikarbeiterinnen, Taglöhnerinnen, rodjfrauen rc., für Haus-, Land- und Gastwirtschaftsbetrieb rmittelt und diesbezügliche Aufträge jederzeit gern ent gennimmt.
Die Vermittelung erfolgt kostenfrei.
Hanau den 14. Oktober 1910. 23475
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Von einer Anzahl der zu Ostern kommenden Jahres zur chulentlasiung kommenden jungen Leuten werden Lehrellen gewünscht und zwar:
für 1 6*5 Buchdrucker, für 2 als Elektrotechniker, für 4 als Goldarbeiter, für 3 als Kaufleute, für 2 als Maschinenschlosser, für 2 als Mechaniker,
Mittwoch neu 28. Dkzembcr ßmifiwdwiwuh w». 230 1910
für 1 als Koch,
für 1 als Schneider,
•für 1 als Techniker,
für 1 als Zeichner.
Die Herren Arbeitgeber, welche Lehrlinge durch unsere Vermittelung zu erhalten wünschen, werden gebeten, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der unterfertigten Stelle anzumelden.
Gleichzeitig geben wir bekannt, daß für nachverzeichnete Erwerbszweige Lehrlinge gesucht werden:
1 als Ciseleur (Silberwarenfabrik),
2 als Vauschlcsier,
1 als Former (Silberwarenfabrik),
1 als Gärtner,
3 als Silberschmiede,
3 als Schreiner,
3 als Weißbinder, sowie junge Leute, welche das Maurer- und Zimmerhand- werk erlernen wollen.
Hanau den 16. Dezember 1910.
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle. Hild.
Ablösung der Neujahrs-Gratulationen.
Zur Ablösung der hier üblichen und gewiß ebenso wie an anderen Orten lästig empfundenen gegenseitigen Neujahrsgratulationen sind Listen ausgelegt in G. M. Alberti's Hofbuckbandlung (Clauß & Feddersen) und König's Hofbuchhandlung (R. Altmannsperger), der Buchhandlung von August Zippelius, der Expeditionen des Hanauer Anzeigers und der Hanauer Zeitung, dem Stadtsekretariat, dem Meldeamt und Standesamt, sowie auf dem Armenamt und der Verwaltung des Evgl. Waisenhauses. In diese Listen kann jedermann seinen Namen und den von ihm gezahlten Betrag selbst eintragen.
Der Erlös soll für die von der Stadt und dem hiesigen evangelischen Waisenhaus unterhaltenen armen Pflege- und Waisenkinder verwendet werden. Insbesondere soll dadurch ein Grundstock für außerhalb der engeren Armenpflege liegende Aufwendungen, z. B. zu Weihnachtsbescherungen und dergl. geschaffen werden.
Die Namen der Zeichner werden rechtzeitig vor und nötigenfalls unmittelbar nach Neujahr in den hiesigen Zeitungen, jedoch ohne Angabe des gezahlten Betrages veröffentlicht werden, sodaß ein vollständiger Ersatz für die gegenseitigen Neujahrsgratulationen vorhanden ist.
Wir bitten, von der Einrichtung recht regen Gebrauch zu machen.
Allen Gebern im voraus besten Dank.
Hanau den 21. Dezember 1910. 29481
Der Magistrat, Armenamt. Die Waisenhaus-Verwaltung.
Hild. Ewald.
Aiisstinid uns Poiinpc.
Von den Karolinen kommen trübe Nachrichten über Aufstand und Mordtaten der Eingeborenen, denen vier Deutsche und fünf farbige Diener zum Opfer gefallen sind.
Berlin, 27. Dezbr. Nach einem von dem stellvertretenden Gouverneur von Deutsch-Neuguinea, Regierungsrat Dr. Oßwald, aus Jap (Karolinen) einge- troffenen Telegramm sind am 18. Oktober der Bezirks- amtmann, Negierungsrat Boeder, Sekretär Brauckmann, Stationsbeamter Hollborn, Wegebautechniker Häfner und fünf eingeborene Bootsjungen auf Dschokadsch von Dscho- kadschleuten ermordet worden, die sich seitdem im Aufstand befinden. Der Beweggrund scheint Unzufriedenheit mit den Wegebauten gewesen zu sein. Die Nachricht traf am 30. November mit dem Dampfer „Germania" in Nabaul ein; der stellvertretende Gouverneur ging sofort mit 90 Polizeisoldaten, seinem Sekretär und dem Polizeimeister nach Ponape und fand alle übrigen Europäer wohlbehalten. Weitere ernste Angriffe auf die Kolonie haben nicht stattgefunden. Am 13. Dezember trafen weitere siebzig Soldaten und am 19. Dezember das Schiff „Cormoran" ein. Die Zahl der Aufrührer beträgt 200 bis 250; sie haben angeblich etwa 90 Gewehre und andere Schußwaffen; wie viel Munition sie haben, ist unbekannt. Bisher herrschte übrigens in Ponape völlige Ruhe. Die Einwohnerschaft verhält sich zum größten Teile loyal. Nach einem weiteren Telegramm ist inzwischen noch das Kriegsschiff „Planet" (Vermessungsschiff) von Neuguinea nach Ponape abgegangen.
Berlin, 27. Dezbr. Die „Nordd. Allgem. Ztg." erläutert die Nachricht von der Ermordung von vier Regierungsbe
amten und fünf Eingeborenen durch eine Darlegung des bisherigen Zustandes auf Ponape und der vorgelagerten kleinen Insel Jap, Dschokadsch oder Jokoz. Es gelang danach dem Gouverneur Hahl, nachdem die Karolineninseln tm Jahre 1899 von Deutschland erworben worden waren, durch Verhandlungen mit den Eingeborenen friedliche Zustände auf Ponape herbeizuführen, die sich unter der spanischen Herrschaft fast immer im Kriegszustand befunden hatten. Da späterhin nicht selten immer noch Zwistigkeiten vorkamen, wurde zur Beruhigung der Eingeborenen mit Wegebauten vorgegangen. Diesen gegenüber verhielt sich jedoch ein Teil der Eingeborenen ablehnend, so daß wiederholt Unruhen vorkamen, die 1908 durch die Entsendung eines Kriegsschiffes mit einem soldatischen Aufgebot und auch wiederholt durch persönliche Verhandlungen des Bezirksamtmanns Boeder mit den Häuptlingen verhindert wurden. Namentlich schien das Anlaufen des ostasiatischen Geschwaders im Juni einen nachhaltigen Eindruck auf die Eingeborenen hervorgerufen zu haben. — Nach der vorliegenden telegraphischen Meldung kann es sich nur um einen friedlichen Besuch des Vezirksamtmanns in Dschokadsch gehandelt haben, der jedenfalls ohne Mitnahme von Soldaten erfolgte. Es scheint ein heimtückischer Ueberfall durch Eingeborene erfolgt zu sein, die mit der Fortführung des Wegebaues unzufrieden waren. — Die „Nordd. Allgem. Ztg." fügt hinzu, daß die Kolonialverwaltung in dem Regierungsrat Boeder einen seiner ältesten, in langjähriger Wirksamkeit bewährten, ruhigen, in der Behandlung der Eingeborenen besonders erfahrenen Beamten verliere, und daß auch der ermordete Sekretär Brauckmann bei der Stellvertretung Voeders gleichfalls Ruhe und Besonnenheit an den Tag gelegt habe.
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Die deutsche Flagge weht seit dem Jahre 1899 auf Ponape. In diesem Jahre trat Spanien die Karolinen mit den Palauinseln und Marianen für 17 Millionen Mark an Deutschland ab. Die Kulturarbeit konnte nur langsam fortschreiten. Die Bevölkerung ist im allgemeinen friedlich, nur die Bewohner von Ponape machen eine Ausnahme. Ernstliche Unruhen brachten dort im Jahre 1908 aus, doch gelang es, sie durch das Erscheinen des Kanonenbootes „Jaguar" zu ersticken. Sie wurden damals zum Teil auf den durch die evangelische und katholische Mission geschaffenen Gegensatz unter den Eingeborenen zurückgeführt, doch schien der eigentliche Grund in den merkwürdigen Eruntzstücksverhältniffen zu liegen. Ueber diese, die wohl auch diesmal an ihrem Teil mit zu dem Aufstande beigetragen haben dürften, gibt eine amtliche Denkschrift vom Jahre 1909 folgende Auskunft: „Der gesamte Grund und Boden auf Ponape gehört einigen wenigen Häuptlingen. Die Untertanen besitzen ihre Grundstücke nur als Leben, für die sie Naluraltribut entrichten müssen und die ihnen jederzeit vom Häuptling entzogen werden können. Diese Unsicherheit und schwere Belastung des Besitzes hemmt natürlich die Arbeitsfreudigkeit, die Kultur, den Fortschritt der gesamten Bevölkerung, die Bestellung großer fruchtbarer Landstrecken. In einer Versammlung verpflichteten sich nun die Häuptlinge schriftlich, den Lehensuntertanen ihren Besitz nicht mehr zu entziehen. Das Ziel, Umwandlung der Lehen in freies Eigentum der Besitzer, wird aber nur nach und nach, vielleicht durch eine planmäßige Ablösung der alten Rechte, zu erreichen sein. Ein zu schnelles Vorgehen oder gar eine einfache Anordnung würde ohne Zweifel zu einem Fehlschlage führen."
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Erst im Sommer dieses Jahres hat ein deutsches Ge- schwader die Südseeinseln besucht, um den- Einwohnern dieser Inselgruppen wieder einmal die Macht des Deutschen Reichs vor Äugen zu führen. So brachten, wie wir seinerzeit berichteten, die ersten Julitage den „Scharnhorst" nach der Insel Ponape. In dem Bericht eines Teilnehmers an der intereffanten Fahrt heißt cs von dem Besuch auf der jetzt wieder im Aufstand begriffenen Insel: „Die ersten Julitage brachten den „Scharnhorst" nach der Insel Ponape. Die nunmehr elfjährige Entwicklung unter deutscher Flagge hat bewiesen, daß die vorhergien Besitzer der Insel, die Spanier, einen schweren Kolonisationsfehler begingen, als sie das stolze und kriegerische Volk mit Gewalt niederhalten wollten. Zwar hât auch die deutsche Regierung ihre Schwierigkeiten, die alte, der kulturellen Entwicklung des Landes hinderliche Verfassung, im besonderen die Lehnsherrschaft der eingeborenen Häuptlinge, den modernen Anforderungen anzupassen. Das Erscheinen großer Schiffe vor Ponape wird aber zweifellos dazu beitragen, den Frieden zu festigen. Selbst das trotzigste und gerade neuerdings wieder zu Schwierigkeiten reizende Dorf Jokoj fand sich sofort bereit, die Gäste des Geschwaders mit feierlicher Kawabereituna