verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Han«.
; tationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
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erteljahrlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg.. für aus» t rtige Abonnenten mit dem betreff. Postaujschlag.
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Amtliches Organ für AM- an) Landkreis Kasan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
.c. 297
rpernfprechnuschlitst Nr. 230.
h Städtische Sparkasse.
Wegen des Abschlusses wird die städtische Sparkasie it 27. bis 31. Dezember 1910 für den Verkehr mit dem : blikum geschlossen sein.
Zur Erleichterung des Verkehrs in den ersten Tagen ' Monats Januar 1911 wird die Kasse am 31. Dezember 0 vormittags, jedoch nur für Einlagen mit Wirkung 1 2. Januar 1911, geöffnet.
Hanau den 17. Dezember 1910.
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Der Vorstand.
Politische Rundschau.
Prinz August Wilhelm von Preußen ist zum Hauptmann irdert worden.
Dernburg will nicht zum Reichstag kandidieren. Der here Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg nach einer Mitteilung des Berliner Vertreters der kf. Ztg." grundsätzlich jede Kandidatur für den kommen- Reichstag abgelehnt.
Reichstagsabgeordneter Hirschberg, Mitglied der Zen- inspartei und Vertreter des Wahlkreises Allenstein- sel, ist vorgestern in Wartenburg in Ostpreußen geben.
Der geeinte Liberalismus. Samstag und Sonntag tagte Nürnberg der Vorstand des Landesausschusses und der häftsführende Ausschuß der fortschrittlichen Volkspartei Bayern unter dem Vorsitz des Reichs- und Landtagsabge- wten Dr. Müller (Meiningen). Die, Verhandlungen cten zu der einstimmigen Annahme folgender Reso- on: „Der Landesausschuß begrüßt das Abkommen mit Nationalliberalen für die Reichstagswahlen im Jahre l, nach welchem in keinem Wahlkreise in Bayern sich rale Kandidaten gegenüberstehen dürfen. Er erwartet den Organisationen der fortschrittlichen Volkspartei die ■te Einhaltung dieser Abmachung." Die Verhandlungen, rn als Delegierter des Zentralausschusses Reichstags- ! eorbneter Kopsch beiwohnte, waren von einmütigem sie beseelt und bewiesen, daß es auch in Bayern zur Ver- nelzung des Linksliberalismus kommen dürfte.
Zur Verfassungsreform in Mecklenburg., Als Antwort die Ablehnung des Landeszuschusies zu dem Landesregi- it ist den Landtagskommisfarien in Malchin ein Reskript
1 Regierung zugegangen. Darin wird ausgeführt: Die ehnung jeglichen Zuschusses aus der Landessteuerkasie, h auch die Ablehnung der Mittel, welche von den Stän- selbst durch die bisherigen Bewilligungen als notwenanerkannt wurde, offenbart den ganzen Ernst der Situ- m und legt klar vor Augen, daß eine Reform der cdesverfassung unter Gewährung des Budgetrechtes un- wisbar notwendig geworden, die Erteilung des Budget- ts aber mit einer ständischen Verfassung unvereinbar ist. muß dringend verlangt werden, daß die Stände durch teres Entgegenkommen eine Verständigung über die fassungsreform herbeiführen. Wenn eine Einigung nicht Stande kommen sollte, müsse die Regierung zu ihrem stem Bedauern zur Durchführung eines geordneten ibesregiments die Mittel aus dem Domanialkapital- rs oder aus einer Anleihe entnehmen.
Französische Offiziere werden in nächster Zeit in Athen treffen. Sie sind als Instrukteure für die griechische nee bestimmt.
Die englische Ablehnung der deutschen Vurenkriegsent- 1 digungen. Ein Berliner Telegramm der „K. Z." nennt Ablehnung der deutschen Reklamationen im Buren- ge durch die Engländer bedauerlich und meint: Man ■ ne trotz der Schwierigkeiten die Frage zunächst dahin ndern, ob die Fragen, die zu so verschiedenen Auf- nngen geführt hätten, solche Rechtsfragen sind, die unter Bestimmungen des deutsch-englischen Schiedsgerichts en oder nicht. Es handle sich hier unzweifelhaft um kerrechtliche Fragen. Wir geben die Hoffnung nicht auf, englische Regierung hiervon zu überzeugen. Vielleicht t der Vorfall den Anlaß, zu erwägen, ob nicht die Ein- tung einer internationalen Kompetenzgerichtshofes in irnd einer Form wachruft, der hoffentlich in den vor- !.[enben Fragen ad hoc und provisorisch von Großbritan- n zugestanden wird.
Bei den Wahlen zum englischen Unterhaus waren bis ern nachmittag gewählt 270 Liberale, 272 Unionisten, Mitglieder der Arbeiterpartei, 73 Anhänger Redmonds 1 9 Anhänger O'Briens.
Fremdenfeindliche Bewegung in Südchina. Aus Hong- g liegen weitere Meldungen vor, wonach 2000 aufrühre- )e Chinesen in den Bezirk Lienchou Kwangsi neuerdings e fremdenfeindliche Agitation ins Werk gesetzt haben.
Vezirksbehörden, die nur über drei schwache Bataillone I freiwilligem Feiern gezwungen worden und hierdurch in
Dienstag den 20. Dczemvcr
verfügen, sind ohnmächtig, diese Bewegung einzudämmen, die sich auf ganz Südchina zu erstrecken scheint. Alle Geheimgesellschaften entwickeln gleichfalls eine bedrohliche Tätig
keit. Aus Hongkong wurden Verstärkungen erbeten allgemeine Instruktionen aus Peking erwartet.
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und
Hus hanau Stadt und Eand.
.Hana«, 20 Dezember.
* Kunstverein Hanau. Die Kunst-Ausstellung 1910 in den Räumen der Kgl. Zeichenakademie ist täglich geöffnet (vom 1. Dezember 1910 bis 5. Januar 1911) von 10—4 Uhr. Eintritt für Mitglieder frei. — Für Fremde 50 Pfg. Verzeichnis an der Kasse.
* Neichstagswahlvorbereitungen. Für den Regierungsbezirk Cassel ist ein nntioiui (liberales - fortschritiliches Wahlabkommen abgeschlossen worden. Nach der „Nationl- liberalen Korresp." sind der nationalliberalen Partei die Kreise Cassel-Melsungen, Hanau-Geluhaus en und Rintelu-Hofgeismar-Wolshagen zugewiesen, der Fortschrittlichen Volkspartei die Kreise Eschwcge-Schmalkalden-Witzen- Hausen, Fritzlar-Howberg-Ziegenhaiu und Hersfeld-Rotenburg- Hünfeld. Auf die Wahlkreise Fulda und Marburg bezieht sich das Abkommen nicht.
* Die Wochenschrift des Hansa ° Bundes ist erschienen. Der Abw'nementßpreis beträgt für Mitglieder 1.60 Mk., für Nichtmitgliedcr 4 Mk. pro Jahr. Bestellungen, denen das Abonnementsgeld befiufüyen ist, werden erbeten an die im Inserat näher bezeichneten Stellen.
* Kathol. Kaufm. Verein. Wir wollen nicht verfehlen unsere Herren Mitglieder nochmals auf den heute abend stattfindenden Vortrag über „Scheck und Gesetz" aufmerksam zu machen, welcher in unserem Vereinslokal Kippert (Mohr), Krämerstraße, gehalten wird und bitten wir um regen Besuch.
* Erste Hanauer Karneval-Gesellschaft 1890. Große Vorbereitungen werden dieses Jahr getroffen, um die erste große Damensitzung, welche am 7. Januar 1911 im Saalbau „Deutsches Haus" stattfindet, zu einer glanzvollen zu gestalten. Prinz Karneval wird dieses Mal nach 2jähriger Pause unter dem Namen „Wilhelm der 11." nach einer prunkvollen Einführung mit seinem Gefolge sein Zepter schwingen und sein närrisches Volk begrüßen. Das Programm, welches schon ziemlich fertig gestellt ist, wird ein echt karnevalistisches sein. Es haben alle bekannten Büttenredner ihre Kräfte zur Verfügung gestellt, auch das bekannte Quartett, welches aus Mitgliedern besteht, wird mit neuen Schlagern auftreten. Das Dekorationskomitee hat dieses Mal der Zeit entsprechend etwas ganz Außerordentliches vorgesehen und wird der Saal im Zeichen der Flugmaschine dekoriert werden, worauf wir noch später zurückkommen. Die große Damensitzung wird auch dieses Mal einer großen Zahl Besucher entgegensehen. Es ist in den benachbarten Städten bekannt, wo der Karneval zu Hause ist, daß die Erste Hanauer Karnevalgesellschaft mustergültig ist und mit den besten Verdinen konkurrieren kann. Der Nürnberger große Karneval-Verein hat deshalb seinen Besuch in Hanau in Aussicht gestellt und die Hanauer Kappenbrüder zu ihrer Sitzung eingeladen. Die Liste zirkuliert von heute ab, und bitten wir alle diejenigen, welche sich gerne auf derselben einzeichnen möchten, ihre Adresie im „Deutschen Haus" oder bei den Vorstandsmitgliedern abzugeben.
* Golddiebstähle vor der Strafkammer. Als einer der Beteiligten an den Eolddiebstählen, durch welche in den letzten Monaten wieder mehrfach größere hiesige Firmen der Edelmetallindustrie geschädigt wurden, hatte sich gestern vormittag vor der Strafkammer der 34jährige verheiratete Kettenmacher Joh. Heinr. M ü n ch zu verantworten. Gleichzeitig mit dem Angeklagten mußte dessen 67jährige ergraute Mutter auf der Anklagebank Platz nehmen, welcher der Eröffnungsbeschluß gewerbsmäßige Hehlerei zur Last legte. Münch, der etwa 12 Jahre in der Kettenfabrik der Gebr. Lieber hier beschäftigt war, entwendete in den Jahren 1909/10 der Firma nach und nach einzelne Glieder von Ketten, setzte sie daheim zu ganzen Ketten zusammen, färbte dieselben dann und ließ den größten Teil der auf solche Weise fertiggestellten Ware durch seine Mutter im hiesigen Pfandhaus versetzen, einige trug er auch selbst dorthin. Im ganzen sind auf diese Weise 8 bis 9 goldene Ketten
in das Pfandhaus gewandert, für welche den Ueberbringern ein Betrag von 270—280 Mark ausbezahlt wurde, während der Gesamtwert der Ketten ea. 450 Mark betrug, in dieser Höhe bewegt sich auch der Schaden, den der Firmeninhaber erlitten hat. Der Angeklagte, dessen letzter Jahresverdienst rund 1300 Mark betrug, legte ein reumütiges Geständnis ab; durch schlechten Geschäftsgang sei er öfters zu un-
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Not geraten. Da er in seiner Notlage zur Bezahlung verschiedener Rechnungen gedrängt worden sei, habe er sich aus die angegebene Weise Barmittel zu verschaffen gesucht. Auch die Mutter ist geständig, sie sagt aus, nur aus Mutterliebe und um dem klagenden Sohn eine Gefälligkeit zu erweisen, den Gang nach dem Pfandhaus unternommen zu haben. Von dem gelösten Betrag selbst habe sie nur wenige Pfennige, ein Trinkgeld, bekommen, was auch durch die Aussage des Sohnes bestätigt wird. Das Urteil lautete gegen Hch. Münch dem Antrag des Staatsanwalts gemäß wegen Diebstahls auf 9 Monate Gefängnis, ein Monat wurde durch die erlittene Untersuchungshaft auf die Strafe in Anrechnung gebracht, gegen Frau Münch wegen Begünstigung auf 100 Mark Geldstrafe. In der Begründung des Urteils wurde hervorgehoben, daß Hch. Münch durch sein Geständnis zwar Reue über seine Tat an den Tag gelegt habe, bei der eigenartigen Lage der Edelmetallindustrie sei aber, um die Industrie lebensfähig zu erhalten, eine besonders harte Strafe am Platze. Bei Frau Münch nahm das Gericht an, daß sie nicht ihres Vorteils wegen die Ketten in das Pfandhaus gebracht habe, sondern lediglich aus Schwachheit gegen ihren Sohn, sie war daher nur wegen Begünstigung zu bestrafen. Das Handeln der Frau selbst wurde.aber als verwerflich bezeichnet, da sie hierdurch ihren Sohn ermunterte, die Diebstähle fortzusetzen. — Der Staatsanwalt hatte gegen Frau Münch wegen gewerbsmäßiger Hehlerei 1 Jahr Zuchthaus beantragt.
• Brodt'scher Männer - Gesangverein, vormals Hanauer Sänger - Quartett. Unsere diesjährige Weihnachtsfeier findet am 2. Feiertage im „großen Elefanten" statt, bestehend in Verlosung, Konzert, Gesang, humoristischen Vorträgen usw. Das Komitee wird alles aufbieten, um seinen Freunden und Gönnern einen recht fröhlichen Abend zu bereiten. Eintritt frei.
• Wie alljährlich, so auch dieses Jahr feiert bet Bäckerverein „Früh Auf" sein diesjähriges Stiftungsfest am 1. Weihnachtsfeiertag in dem Saale „Zum deutschen Haus". Das Komitee hat sich keine Mühe verdrießen lassen, um den Besuchern emige gemütliche Stunden zu bereiten. Der hiesige bekannte und beliebte Humorist M ü l l e r leitet die Abendunterhaltung und wird auch in den vorkommenden Theaterstücken usw. mitwirken. Außerdem wird er auch seine neuesten Schlager zum besten geben. Und da auch der Turnverein Hanau seine Mitwirkung zugefagt hat, so wird bei den Bäckergehilfen keine Langeweile auffommen. Und da auch das Tanzbein in weitgehender Weise geschwungen wird, so können wir jedem zurufen: „Auf zu den Bäckergchilfen in das „Deutsche Haus".
* „Wen geht's an?" Die zahlreichen Zuschauer bet interessanten Kanalisierungsarbeiten im Kinzigbctt an der Hellerbrücke werden sich des anscheinend herrenlosen Nachens erinnern, der etwas oberhalb am Kkssclstädtrr Ufer im Flußbett lag und der wohl in Folge von Altersschwäche und allmählicher Versandung immer tiefer sank, so daß schließlich selbst bei dem damals so niedrigen Wasierstande nicht viel von ihm zu sehen war. — Dieser Kahn ist nun von dem größeren und stärkeren Wasser der letzten Tage gehoben, gegen die Hellerbrücke gewälzt und quer vor diese gelegt worden. Der Nachen, etwa 8 Meter lang, ragt nur wenig aus dem Wasser. Er reicht beinahe von einem Ufer zum ' anderen und bewirkt eine nicht unbeträchtliche Stauung des
Flusses. Die zuständige Stelle — Polizei, Stadtbauamt — wird gut seitigung deS Wracks, dessen Hebung wird, Sorge zu tragen.
* Schwer bestrafte Erpresser.
tun, für baldige Be- nicht ganz leicht sein
Gestern nachmittag
hatten sich vor der hiesigen Strafkammer der 22jährige Ciseleur und Komiker Jean Schien von hier und der 21jährige Kaufmann Konrad Engels von Frankfurt a. M. wegen Erpressung zu verantworten. Beide hatten gemeinschaftlich mit einem unerfahrenen 18jährigen hier beschäftigt gewesenen Friseurgehilfen durch Erpresser- Briefe von einem hiesigen Rentner unter Drohung mit Anzeige wegen sittlicher Verfehlungen größere Summen zu erlangen versucht, auch ein Eoldarbeiter von hier sollte auf die gleiche Art geschröpft werden. Das Urteil lautete gegen Schien und Engels wegen Erpressung in 2 Fällen auf je 4 Jahre Gefängnis, wegen der an den Tag gelegten gemeingefährlichen und ehrlosen Gesinnung wurden beiden auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Der Friseurgehilfe, der von den beiden verführt worden war, wurde wegen des gleichen Vergehens in einem Fall zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, die Strafe aber, da er geständig war, durch die Untersuchungshaft, in der er sich seit dem 28. Oktober d. Js. befindet, als verbüßt angesehen. Die Verhandlung, die bis gegen 8 Uhr abends währte, fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.