Erstes Stott.
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tionsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für S1aM= null Landkreis Kanan.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantwort!. Redakteur: G. SchreSrrtn Hana«.
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1910
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84 Seite»».
«millchcs. Dicnstnachrichteii aus dem Kreise.
n der Gemarkung Hüttengesäß ist die Schweineseuche ebrochen.
■anau, 16. Dezember 1910. V. 7187
PolitiTcbe Rundlcbau.
ler Bundesrat hat am Donnerstag die Eingabe Zahler deutscher Städte, die mit der bis zum Jahre 1918 gel- m Klasseneinteilung unzufrieden sind und um die Ver- lg in eine höhere Servisklasse eingekommen waren — mdelt sich um 300 Eingaben — dem Reichskanzer über- m, jedoch unter Aufstellung der Grundsätze, nach denen Berücksichtigung dieser Eingaben zulässig sein soll. Der -skanzler wird nun die nötigen Ermittelungen über die ürungsverhältnisse in den in Betracht kommenden :den anstellen lassen.
Bassermann über Wahltaktik. In einer Versammlung Zraunschweig hielt der Führer der Nationalliberalen »ordneten Bassermann eine Rede, in der über die inner- slrpolitische Lage u. a. folgendes sagte: „Wir muffen r allen Umständen und mit aller Schärfe Front machen n das Anwachsen der roten Flut, andererseits aber be- t sein, mit der Fortschrittlichen Volkspartei uns über Aufstellung der Kandidaten zu einigen, weil bei Auf- tng von zwei liberalen Kandidaten vermutlich keiner ie Stichwahl gelange. „Viel Vertrauen bringt Vasser- n dem Reichskanzler entgegen, der jetzt durch die scharfe Lge an die Gefolgschaft des Herrn v. Heydebrand doch it Ernst machen wolle, sich nicht von der schwarz-blauen wheit lediglich ins Schlepptau nehmen zu lassen, auch Schulmeisterung von dieser Seite sich verbitte. Aller- 5 fügte Bassermann hinzu, daß von jetzt ab der Reichsler ganz andere Wege einschlagen müsse. In erster Linie : e die Regierung dafür sorgen, daß die Einmischung der waltungs- und Staatsbeamten in die Wahlgeschäfte ein allemal unterbleibe, und Vasiermann sieht in dieser Mischung einen Hauptgrund dafür, baff die Sozialdemo- ie einen ungewöhnlichen Zuzug von Mitläufern be- mt. Ferner müsse sich die Regierung unter allen Umstän- < dazu verstehen, wenn sie über den Parteien stehen wolle, Liberalismus mitarbeiten zu lasten und eine ehrliche gerechte liberale Politik zu treiben." Die weiteren Aus- ■'ungen Bassermanns gipfelten in der Aufforderung, die .ufriedenheit im Volke nicht mehr weiter zu schüren, son- t alle liberalen Kräft zu sammeln zum Kampfe bei den testen Wahlen.
Zum Bau gesunder Arbeiterwohnungen in den Hansa- len bewilligte der Ausschuß der Landesversicherungs- alt der Hansastädte für 1911 ein Darlehen von einer fHton Mark.
Die kretische Regierung bereitet einen geharnischten 'test an die Schutzmächte vor, worin im Namen der kre- ien Bevölkerung Beschwerde dagegen erhoben wird, daß Schutzmächte, ■ ihrer feierlichen Zusagen uneingedenk, cka völlig preisgegeben haben. Die Protestnote, deren t bereits vorliegt, fand auch die Zustimmung der Oppo- □n.
Die Unterschleife in Griechenland. Die griechische Re- - :ung fährt fort, Unterschleife und Betrügereien der nee und Marine unnachsichtttch zu verfolgen. Gestern dein, laut „Voss. Ztg.", ein Prozeß gegen zwei pensionierte ijore wegen Fälschung der Bücher der Jntendantur-Ver- ltung. Mit angeklagt ist ein Proviantmeister. Im Ma- earsenal ließ der Ministerpräsident Veniselos die Schnei- werkstätten versiegeln und ordnete strenge Untersuchung weil bei Herstellung von Uniformen allerlei Schwindel übt wurde. Artillerieleutnant Zikos erschoß sich, weil er huldigt wurde, Pensionsbeträge, die den Müttern von meraden zukamen, nicht an diese abgeführt zu haben.
Die Lage in Mexiko. Nach Meldungen aus Newyork sind ; eut Kämpfe in Mexiko zu verzeichnen, aus denen hervor- t, daß die Revolution durchaus noch nicht beendet und I die inner-politische Lage in Mexiko weit verworrener als die Behörden es in ihren offiziellen Berichten wahr »en wollen. In El Paso lief eine Depesche aus Guerrero «westlichen Mexiko ein, wonach die heftigsten Kämpfe schen Negierungstruppen und Aufständischen stattgefun- . haben. Es soll mit größter Hartnäckiakeit aekämvit wor
den sein. Die Aufständischen sollen 300 Mann Verluste gehabt haben. Die mexikanischen Rebellen leugnen ihre Niederlage. Sie erwarten Verstärkungen und hoffen, Diaz' Truppen zu schlagen.
Weitere „Politische Rundschau"
* im zweiten und fünften Blatt und in der Beilage.
Hus Hanau Stadt und Tand.
Oanai», 17 Dezember.
* Der letzte Sonntag vor Weihnachten, der goldene Sonntag, steht vor der Tür. Möge der geschäftliche Umsatz ein recht guter werden und den großen Aufwendungen entsprechen, die unsere Geschäftsinhaber machen, um, wie bisher, der Großstadtkonkurrenz wirksam begegnen zu können.
' ''Postdienstliches. Am Sonntag den 18. Dezember sind die Paketannahme- und Paketausgabeschalter des Hauptpostamts außer von 8—9 Uhr vormittags und von 12—1 Uhr mittags auch von 1—2 Uhr und 5—7 Uhr nachmittags geöffnet. In der angegebenen Zeit werden auch Einschreibbriefsendungen ohne Erhebung der besonderen Einlieferungsgebühr angenommen. Ferner findet an diesem Sonntag um 8 Uhr vormittags eine Ortspaketbestellung statt. Die Zweigpostanstalt bleibt an diesem Tage geschloßen.
* Die Verkaufsgeschäfte sind am morgigen Sonntag bis 8 Uhr abends geöffnet.
* B. K. für Schüler höherer Lehranstalten. Am Mittwoch den 28. Dezember, abends 7 Uhr, veranstaltet das V. K. für Schüler höherer Lehranstalten seine Weihnachtsfeier im Saale des Evangl. Vereinshauses (Nußallee 22). Neben mehreren Gedichten und Musikstücken wird von den Schülern auch ein größeres Deklamatorium vorgetragen. Der Eintrittspreis (Bewirtung eingeschlossen) beträgt 50 Pfg. Es werden auch Schülerkarten ä 30 Pfg. ausgegeben. Näheres wird noch bekannt gegeben.
* Stadttheater. Die heutige Vorstellung „Die Jungfrau von Orleans" findet bei volkstümlichen Preisen statt und beginnt um 6 Uhr. Morgen Sonntag nachmittag wird das militärische Volksstück „Kasernenluft" gegeben und wie bei den bisherigen Aufführungen wieder eine gewaltige Wirkung erzielen. Morgen abend gelangt „Die lustige Witwe" nochmals im Abonnement A zur Wiedergabe und zwar auf Wunsch mehrerer Abonnenten, welche Teilabonnements haben; bei der prächtigen Aufführung, welche gerade diese Operette findet, wird dem Hörer ein wirklicher Genuß geboten. Ein außerordentlich lebhaftes Jntereße macht sich für den volkstümlichen Unterhaltungsabend am Montag geltend, für welchen bereits Eintrittskarten von 10 Pfg. an erhältlich sind. Es wird dadurch jedem die Gelegenheit gegeben, die schönsten Gesangsnummern und Tänze aus denjenigen Operetten kennen zu lernen, welche sich als Schlager erwiesen haben, und es sind u. a. „Die geschiedene Frau", „Die lustige Witwe", „Die Dollarprinzessin", „Miß Dudelsack", „Die Fledermaus" und „Der Graf von Luxemburg" für das überaus abwechselungsreiche Programm vorgesehen. Für Dienstag wird im Abonnement B ein prachtvolles Drama von Otto Ludwig, betitelt „Der Erbförster" vorbereitet, in welchem Herr Carl Kliewer die Titelrolle spielt und am Mittwoch gastiert zahlreichen Zuschriften und Wünschen zufolge nochmals die Großherzogl. Hofopernsängerin Margarete Beling-Schäfer in der Operette „Die Puppe".
* Stadttheater. Die mit so großem Beifall aufgenommene Kindervorstellung „Hänsel und Gretel" wird am Donnerstag den 22. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr, zum ersten Male wiederholt. Da die Nachfrage sehr stark ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig Billetts zu besorgen. Volkstüm- • liche Preise.
* An die Vereine des hessischen Verbandes ländlicher Genossenschaften zu Cassel ergeht zur Zeit ein Zirkular des Inhalts, daß trotz der in Zeitungen und Versammlungen so oft erwähnten Fleischnot von verschiedenen Seiten Klage darüber geführt werde, daß sich kein Händler sehen lasse, der den Bauern ihr Fettvieh zu entsprechenden Preisen abkaufen wolle. Um die Ursache dieser Erscheinung zu ermitteln und womöglich an Hand des gesammelten Materials aufklärend zu wirken, werden die Vereinsfunktionäre gebeten, eine angefügte Fragekarte mit den augenblicklich an den verschiedenen Orten gezahlten Preisen für Schlachtvieh auszufüllen und der Zentrale zuzusenden.
* Von der Akademie Frankfurt a. M. Die Weihnachtsferien der Akademie dauern vom 23. Dezember 1910 bis zum 7. Januar 1911 einschließlich. Die Vorlesungen nehmen also Montag den 9. Januar wieder ihren Anfang. Die Zahl der in diesem Semester neu immatrikulierten ordentlichen
Studierenden (Besucher) der Akademie ist nach der dritte» Immatrikulation auf 173 angewachsen. Von diesen besitzen 84, also nahezu die Hälfte, akademische Vorbildung. Auch die Zahl der alten Besucher hat sich wiederum gehoben. Die vorläufige Gesamtzahl der ordentlichen Studierenden beträgt nunmehr 367 gegen 340 in der entsprechenden Zeit des Wintersemesters 1909/10, hat somit seitdem um 27 zugenommen. Einschließlich der Hospitanten und Hörer beläuft sich die Eesamtfrequenz zur Zeit auf 1516 Personen, ist also seit dem vorjährigen Wintersemester, in dem sie zur gleichen Zeit 1313 betrug, um 203, d. i. etwa 15,4 Proz. gestiegen.
* Tonbildtheater, Ecke Bangertstraße. Auf das im Inseratenteil der heutigen Ausgabe zur Veröffentlichung kommende vorzügliche dieswöchentliche Programm weisen wir auch an dieser Stelle empfehlend hin.
* Zum Ausstand bei Fues. Wie wir vernehmen, ist bei der Papierfabrik Fues der Betrieb nunmehr wieder in vollem Umfange ausgenommen worden, da sich Arbeitswillige in hinreichender Zahl gemeldet haben.
* Schaufensterdekoration. Eine sinnige Dekoration ihrer Schaufenst"r hat die Firma Chr. Sauer (am Neust. Marktplatz), Kleidermagazin, vorgenommen, die die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht.
♦ Fußballklub Mckitia 1805 Wie alljährlich so feiert auch in diesem Jahr der vorgenannte Verein seine diesjährige Weihnachtsfeier in dem Saale der Brauerei Weismantel, dieselbe besteht aus Abendunlerhaltung und Ball. Der Verein hat auch diesesmal sich die größte Mühe gegeben, um seinen Besuchern einige fröhliche Stunden zu bieten. Es wirken mit der dramatische Verein „Schiller" und der Ge- sangshumorist Karl King.
(*) Dörnigheim, 16. Dezbr. (Silberne Hoch- z e i t.) Sonntag den 18. d. Mts. feiert unser Wachtmeister Herr F. B r o ck s ch und Fran das Fest der silbernen Hochzeit.
X Langendiebach, 16. Dzbr. (Weihnachts. feier.) Seine diesjährige Weihnachtsfeierlichkeit begeht der Gesangverein „Sängerlust" am 26. Dezbr. (2. Weihnacht-» feiertag). Der Verein, der unter der Leitung des Herrn K. Fr. Appel in Hanan in seinem Konzert glänzende Proben seines Könnens ablegte, wird wieder mit einem vornehmen Programm an die Oeffentlichkeit treten. Besonders sei erwähnt, daß Frau Appel-Schultz zur Mitwirkung wieder gewonnen ist und außerdem noch Herr H e r b st« Hanau als Baßiolist zu verzeichnen ist. Auch das Mitglied Herr Ruth ist mit einem Baritonsolo vertreten. An sonstigen Darbietungen erwähnen wir das Weihnachtsmelodram „Es ist ein Noß entsprungen" und ein Lustspiel „Gift", du unter sachkundiger Leitung einstudiert werden. Der humoristische Teil ist in den besten Händen, sodaß man auf einen genußreichen Abend rechnen kann. Die Musik stellt ein Teil der Ulanenfapede; welche sich dem übrigen Programm würdig anschließen wird. Daß nach Schluß des Programm- noch Tanz vorgesehen ist, möchten wir der tanzsrohen Jugend nicht voreuihalien. Um einer Ueber üttung entgegen zu wirken, sei darauf aufmerksam gemacht, daß Kinder unter 14 Jahren streng znruckgcwiesen werden.
Weitere Berichte „Aus Stadt und Land" int zweiten, dritten und fünften Blatt.
Hus Hab und fern.
0 Bad Orb, 16. Dezbr. Bei der von den Stadtverordneten vorgenommentn Neuwahl eines Schöffe»» erhielten Fabrikant H. Grau und Bauunternehmer Aug. Schneeweis je 9 Stimmen. Das zu ziehende Los entschied sich für den Fabrikanten Ölrau.
4- Schlüchtern, 16. Dezbr. Der Kreistag hat den Lalidivegkbauelat für 1911 auf 38 500 Mk. festgesetzt.
m. Offenbach a. M., 17. Dezbr. Ein interessantes Nachspiel zu den anläßlich des WerftarbeiterkampfeS im Frühjahr auch in Offenbach drohenden Metallarbeiteraussperrungen bildeten in der gestrigen unter dem Vorsitz deS Assessor 3immermamt stattgefundenen Schöffengerichtssitzung drei Be- leidiguugsprozesse, die der Bezirksleiter der christlichen Gewerk- schoflen Georg Scheerer gegen die Dreher Hyner, Otto und Mothes angestrengt hatte. Als nämlich die Kündigung von 60 Prozent der Arbeiter auch in den hiesigen Maschinen- und Metallfabriken erfolgt war, wurde das Gezücht verbreitet, der Bezirksleiter der Christlichen habe sich auch an die hiesigen Industriellen mit der Bitte gewandt, die^Kündigung für die Mitglieder dieses Verbandes zurückzunehmen. Die drei Angeklagten hatten das falsche Gerücht weiterverbreitet, erklärten aber damit Herrn Scheerer nicht beleidigt haben zu wollen. Der Anaeklaate Otto wurde mauaeluden Beweise- ireiae»