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Erst-S Blatt.

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rkeljâhrNch 1.80 Ml., monatlich 60 Mg 10t 6«* ctige Abonnenten mit dem betreff PollaufschtaA.

Die einzelne Nummer kostet 10 ^fs.

taiionsdruck und Verlag der Buchdruckers! des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Gtntral-Anzeigcr

Amll'chcs Organ für Stabb und Landkreis Kanan.

Die 8gefpalkene Petttzeile oder deren Naum U ^f^ im ReNamenteU die Zeile 45 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn* und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Derantwortl. Redakteur: LSchreckeein Hanan.

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Sernh-rfd)atiid)htf; Nr. 230

1910

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Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis fiansu. Bekaimtmachnng.

Der Bedarf der nachstehend aufgeführten Naturalien die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1911 für die hiesige nderkrippe und Kleinkinderschule ist im Wege des öfsent- )en Angebots zu vergeben.

Für den obengenannten Zeitraum sind erforderlich:

ca. 250 Pfund Ochsenfleisch,

' ca. 450 Pfund Rindfleisch, ca. 100 Pfund Kalbfleisch, ca. 250 Laib Brot, ca. 3650 Brodchen.

Angebote mit der AufschriftNaturalienbedarf für die inderkrippe und Kleinkinderschule" versehen, sind bis zum . Dezember 1910, mittags 12 Uhr, auf Zimmer 14 des rthauses abzugeben.

Hanau den 12. Dezember 1910.

Der Magistrat. Hild.

Am Freitag den 16. d. M., vormittags 9 Uhr, findet im iteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffent- he Sitzung des Kaufmannsgerichts statt.

Hanau den 13. Dezember 1910.

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

Hild.

Handelsregister.

Firma: W. C. Heraeus, Gesellschaft mit beschrankter Haftung, mit dem Sitze in Hanau.

Durch den am 2. November 1910 erfolgten Tod des Geschäftsführers Heinrich Heraeus in Hanau ist dessen Vertretungsbefugnis erloschen.

Dem Chemiker Dr. F r i e d r i ch H e i p in Hanau ist dergestalt Gcsamtprokura erteilt, daß er nur in Gemein­schaft mit einem anderen Prokuristen der Gesellschaft zu ihrer Vertretung befugt ist.

- Firma: Hanauer Kunstseidefabrik, Aktiengesellschaft, mit dem Sitze in Großauheim.

Durch Beschluß des Aufsichtsrates vom 30. November 1910 ist Kaufmann Rudolf Steingräber in Großauheim zum Mitglieds des Vorstandes der Hanauer

^cftfoincrt dcs MnmiikjrchcnllMs.

Wenn in der jetzigen Hochflut der geschäftlichen Tätig­keit und der Vereinsveranstaltungen eine öffentliche Dar- üetung noch vielseitigem Jntercße begegnet und eine große Schar Zuhörer anzuziehen vermag, so legt sie sprechenden Beweis dafür ab, daß cs ihr gelungen ist, festen Fuß zu fassen und sich die allgemeinen Sympathien zu erwerben. Wir haben hier den Marienkirchenchor im Auge, der, am Weihnachtsfeste des ereignisvollen Jahres 1870 gegründet, nunmehr 40 Jahre gewirkt hat und, wie schon in einer Vorbesprechung hervorgehoben worden ist, in dieser Spanne Zeit viel zur Hebung kirchlichen Lebens beigetragen, durch die Tatkraft seiner Leiter, die Hingabe seiner Mitglieder sich zu einem achtunggebietenden Tonkörper emporge- schwungen und nun sein Jubiläumsfest durch ein Festkonzert zu feiern sich angeschickt hatte, das am Sonntag nachmittag in der Marienkirche stattfand. Die vollbesetzte Kirche zeigte, daß die Bestrebungen des Vereins und seines rührigen Leiters voll und ganz gewürdigt werden; was andererseits die Veranstalter wiederum lohnten durch eine hohen künst­lerischen Genuß vermittelnde Ausführung des vorgesehenen Programms. Die Zusammenstellung der einzelnen Num­mern Des Programms war eine wohldurchdachte und dem Charakter der gegenwärtigen kirchlichen Zeit glücklich an­gepaßte. Wir haben in einer Vorbesprechung eingehend die j Gliederung des Programms dargelegt und die Besucher ver- j traut gemacht mit dem Grundgedanken der Feier, sodaß es ! uns hier heute erspart werden kann, nochmals auf Einzel- Heiten einzugehen. Herr Lehrer Wagner, der als fein­fühlige! Leiter seit Jahren an der Spitze des Marien­kirchenchores steht, hatte sich durch das Festkonzert vor eine i nicht alltägliche Aufgabe gestellt, deren befriedigende Lösung ihm jedoch dank großer Zähigkeit und kunstverständiger Auffassung gelungen ist. sodaß ihm vollste Anerkennung zu

Kunstscidefabrik, Aktiengesellschaft in Großauheim, mit der Maßgabe ernannt, daß Steingräber zur Vertretung der Aktiengesellschaft nur in Gemeinschaft mit einem andern Vorstandsmitglieds oder einem Prokuristen der Aktiengesellschaft befugt ist. 28763

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1. vom 3. Dezember 1910, zu 2. vom 6. Dezember 1910.

Gcfiiildtilt und verlorene Ktflciisiiiiidc rc.

Liegen geblieben bei Singer, Marktplatz 3, 1 Paket mit Strickwolle. Empfangnahme daselbst.

Verloren: 1 goldener Ärmbandaufsatz mit weißem Stein, 1 Portemonnaie mit etwa 3540 Mark.

Zugelaufen: 1 junger grauer Pinscherhund, 1 schwarzer Pudel.

Entlaufen: 1 grauer schottischer Schäferhund, 1 schwarzer Dachshund, m. Geschl.

Hanau den 14. Dezember 1910.

Politische Rundschau.

Die Kolonialabteilung der deutschen Landwirtschasizge- sellschast. Im Anschluß an die Jubiläumstagung der Deut­schen Landwirtschaftsgesellschaft begann am Dienstag vor­mittag die Kolonialabteilung der Gesellschaft im Parkett- saal desRheingold" unter großer Beteiligung ihre Ver­handlungen. Geheimrat Pros. Dr. Wohltmann, ocr Vor­sitzende, begrüßte die Erschienenen, unter denen sich auch der Staatssekretär des Reichskolonialamts, Dr. von Lindeguist, und der Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, befanden. Gou­verneur Dr. Sols, der das jüngste Kind der Deutschen Land- wirtschaftsgesellschast freudig begrüßte, und sich als deren Mitglied aufnehmen ließ, streifte im Verlauf der Debatte auch kurz die Verhältniße von Samoa, wobei er darauf hinwies, daß dort Eingeborenen- und Plantagenkulturen nebeneinander sich fänden. Auch Staatssekretär von Linde­guist dankte für die herzlichen Begrüßungsworte des Vor­sitzenden.Warmen Dank", so fuhr er fort,muß ich der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft für die Energie sagen, mit der sie ihre Tätigkeit auch auf das Gebiet der deutschen kolonialen Landwirtschaft ausgedehnt hat. Durch ihre Kolo­nialabteilung kommt der enge Zusammenhang der vater­ländischen Landwirtschaft mit der draußen zum Ausdruck. Ich danke für alle Unterstützungen des Kolonialamtes und freue mich ganz besonders auch über Ihren Beschluß, mit den landwirtschaftlichen Ausstellungen auch koloniale Vor­führungen zu verknüpfen. Gestern habe ich dem Reichstage ein landwirtschaftliches Programm für die nächsten Jahre für unsere Kolonien vorgelegt. Sie werden daraus ersehen haben, daß wir von Ihnen viel gelernt haben; namentlich RgM!!!"l»M!g,, - I' I«!*!!'1 1 "' zollen ist, die auch auf die Mitglieder des Vereins über­tragen werden muß, da bekanntlich große Zwecke und Ziele nur durch festes Jncinandergrcifen aller Kräfte erreicht werden können. Ein weiteres Jntercße konzentrierte sich bei der Ausführung des Programms auch auf die gewonnenen Solisten, nämlich Frau Elisab. Wohlfahrt aus Hanau (Sopran), Frl. L. H a r f f aus Straßburg (Alt) und Herrn D. Pa ul st ich aus Hanau (Orgel), die ja zum Teil hier in ihren künstlerischen Leistungen wohl bekannt sind und doch stets wieder zu fesseln und Anziehungskraft auszuUben verstehen. Die geradezu wunderbar ausgeglichene Stimme der Frau Wohlfahrt, die das Herz gefangen nimmt, ebenso die nicht minder hübschen Stimmittel der weiteren Solistin Frl. L. Harff trugen dazu bei, das Konzert zu einem künst­lerischen Ereignis zu gestalten. Daß Herr Organist D. Paul­stich, der ja als Meister der Orgel bekannt ist, ebenfalls in wirkungsvoller Weise zum Gelingen der Veranstaltung bei­getragen hat, darf wohl als selbstverständlich angesehen werden. Möge der Marienkirchenchor, der mit diesem Fest­konzert einen erneuten Beweis seiner Leistungsfähigkeit er­bracht hat, auf der beschrittenen Bahn fortfahren, die ihm und seinem Leiter Herrn Wagner neue Erfolge bringen wird.

Stadllbcatcr in Hanau.

- Hanau, 14. Dezember.

Die Puppe".

Operette von Edmond Audran.

Neben den meisten neueren Erzeugnissen ihres Genres kann diePuppe" recht wohl bestehen, obwohl sie musikalisch etwas dürftig ausgestattet ist. Ihre beifallsfreudige Auf­nahme an unserer Bühne hat bewiesen, daß die Neuein­studierung berechtigt war und ältere Erzeugnisse auch noch gerne gesehen werden. Gestern trat wieder die Hofopern-

von der Errichtung der Versuchsstationen erwarte ich gute Wirkung, die nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch der Industrie und dem Handel zugute kommen. Baumwolle und Wolle sollen unsere Kolonien reichlich liefern. Dadurch wird für unsere heimischen Wollschafzüchter keine Kon­kurrenz entstehen, im Gegenteil werden sie reichlichen Absatz für Zuchtschafe in den Kolonien finden. Ich hoffe, daß wir auch künftig in gleicher Eintracht zum Wohle unserer Kolo­nien zusammenarbeiten werden." Nach diesen mit starkem Beifall aufgenommenen Worten sprach Dr. Bücher, der Leiter des Botanischen Gartens in Victoria in Kamerun über das Landeskulturwesen in Kamerun.

ParlmiiriitarischcS.

mb. Die WertzuwachssteuerkomMission setzte die Beratung bei § 52 fort. An den Beschlüssen zweiter Lesung bei den §§ 52 bis 54, von denen § 53 gestrichen ist, wird nichts geändert. Auch § 55 bleibt unverändert. In der eingehenden Erörterung hierüber wird von verschiedenen Seiten grundsätzlicher Widerspruch gegm die weitgehenden Befugnisse erhoben, die dieier Paragraph dem DundeSrat gibt. Ein Aittrag, wenigstens die Befugnis zu streichen, Vorschriften zur Anwendung des Gesetzes zu erlaßen, wird abgelehnt. Dann wird über den Fideikommissionsstempel verhandelt. Hierüber finbtt eine sehr eingehende Aussprache statt. Das Ergebnis der Abstimmung ist, neben einigen Aenderungen von nicht wesentlicher Bedeutung, die Herab­minderung des in erster und zweiter Lesung beschlossenen Fideikommissttlupels, der alle dreißig Jahre zu entrichten ist, von 8/i pCt. auf/s pCt., also auf die Hälfte. Der Laudes- fürft und die Landessnrstin sind von der Abgabe befreit. Zurückgegriffen wird biS zum 1. Oktober 1909. Durch die Einschaltung eines § 54a wird sichergestellt, daß die Gemeinden die 40 Proz. auch vom Fideikommißstempel erhallen. Die Erörterung wendet sich sodann den Be­stimmungen zu über die Forterhebung des zweiten Drittel- Prozents der Umsatzsteuer neben der ZuwachSsteuer. Ein konservativer Antrag will bis zum 1. Juli 1914 das zweite Drittelprozeut fortcrheben. Diese soll jedoch auf den Betrag der Zuwachsstkuer in jedem Fall augerechnet werden. Nach dem 1. Juli 1914 soll der Zuschlag ganz in Fortfall kommen, wenn die ZuwachSsteucr dem Ne.ch durchschnittlich 20 Millionen gebracht hat, anderenfalls um so viel, als die ZuwachSsteuer gebracht hat, ermäßigt werden. Nach Wegfall des Zuschlages soll von 6 zu 6 Jahren der Umiatzstempel ermäßigt werden, wenn die ZuwachSsteuer mehr als 20 Millionen bringt. Ein Antrag deS Zentrums will gleichfalls bis zum 30. Juni 1914 den Zu ich lag beibehaltcn, soweit sich im einzelnen Falle nicht eine Zuwachssieuer in Höhe des Zuschlags ergibt. Nach dem 30. Juni 1914 soll der Zu- sängcrin Frau Margarete Belin g-S ch a f f e r aus Mann- heim alsAlesia" auf, die nicht endenwollenden Beifall errang und allerdings sowohl gesanglich wie darstellerisch Leistungen bot, die nicht alltäglich vermittelt werden. Daß uns ein weiteres Gastspiel dieser hervorragenden Kraft geboten worden ist, verzeichnen wir mit Genugtuung und Dank an die Direktion.

Ausstellung für Freistundenkunst und Freistundenarbelt zu Frankfurt.

(Veranstaltet vom Rhcin-Mainischen Verband für Volks­bildung vom 4. Dezember bis 1. Januar.)

Die Ausstellung von Frcistundenkunst und Freistunden­arbeit, die gegenwärtig im alten Senckenbergianum statt- findct, darf im gewißen Sinne als eine der bedeutsamsten Ausstellungen bezeichnet werden, die in letzter Zeit in unserer Nachbarstadt stattfanden. Freistunde wieviel Wohllaut und Poesie liegt in diesem einen Wort für die werktätigen Leute. Wenn nach des Tages Last und Mühe der Arbeiter zu Hause in seinen vier Wänden sich geben kann wie er cs gern möchte, wenn er, sei es umgeben von seiner Familie, im bescheidenen Junggesellenheim oder in Gottes freier Natur das tun kann, was ihm als Idol vor­schwebt und das ihn, wenn auch nur für kurze Zeit, das hastende und ermüdende Alltagsleben vergeßen läßt, dann fühlt er sich frei von all den großen und kleinen Tages­sorgen, die nun einmal nicht aus der Welt zu schaffen sind. Und diese idealistische Betätigung bedeutet für ihn eine wirkliche Erholung von der Berufsarbeit und erweckt eine gewisse Lebensfreude und Selbstvertrauen. Wenn auch dann die Kräfte oft nicht ganz zu dem Unternehmen ausreichen, so ist doch allemal der gute Wille zu loben. Außer der Arbeis gehört auch zum Leben Natur- und Kunstfreude, Weiter, bildung kurz, alles das, was nur die Kultur erzeugt, und diejenigen, die den Vorstellungen und Eingebungen ihre,