Erstes Blatt
Bezugspreis;
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für AM- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Eknrückungsgevvhrt
Die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raunt 20 W^ hn ReklamenteU die Zelle 45 Psg.
Derantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Han«.
sserusprechauschluh Nr. 230,
Freitag den 9. Dezember
Aerusprechauschlus; Nr. 230
1910
Dit btMeNlwMk nmfnM Min r.MMtWlW
16 Seiten.
Amtliches.
Eandkreis Banau.
Der bisherige stellvertretende Fleischbeschauer und Trichinenschauer Georg Friedrich Hetz III. in Rückingen wird hiermit zum Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde daselbst bestellt, während der bisherige Fleischbeschauer und Trichinenschauer Georg Hetz daselbst dessen Stellvertretung übernimmt.
Hanau den 8. Dezember 1910. V 7029
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Hanau.
Polizei-Verordnung.
Auf Grund des § 5 und § 6 pos. c der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizeiverwaltung in den neu erworbenen Landesteilen werden nach Beratung mit dem Stadtvorstand für die Abhaltung des Weihnachtsmarktes dahier nachstehende Bestimmungen getroffen.
Art. 1. Der Weihnachtsmarkt findet an den Tagen des 15. bis einschließlich 24. Dezember auf dem Neu- ii&tez Marktplatze statt.
( Mit dem Aufschlagen der Verkaufsbuden darf TaAS vorher angefangen, noch am Abend des 24. Dezember müssen dieselben aber wieder entfernt werden.
Art. 2. Das Feilhalten auf diesem Weihnachtsmarkt ist observanzgemäß nur hiesigen Einwohnern gestattet und beschränkt auf sogen. Weihnachtsartikel: Kinderspielwaren, Christbäume, Christgärten, Lebküchler- und Konditorwaren.
Art. 3. Im übrigen ist jeder Feilhaltende den marktpolizeilichen Anordnungen unterworfen und werden Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung mit Geldbuße bis zu 9 Mk. eventuell mit Haft geahndet.
Hanau den 3. Dezember 1881.
Der Königliche Landrat.
Schrötter. 28263
Bekanntmochnng.
Nachdem beide Badeanstalten — am Steinheimertor und in Keffelstadt Hauptstraße 6a — nunmehr fertiggestellt sind, können dieselben von der Bürgerschaft am Sonntag den 11. d. Mts., vormittags von 9—12 und nachmittags von 2—4 Uhr,- bei freiem Eintritt besichtigt werden.
Hanau den 6. Dezember 1910. 28259
Der Magistrat.
Dr. Eebeschus.
Bekanntmachung.
Die Eröffnung der Badeanstalt am Steinheimertor findet am Mittwoch den 14. d. Mts. statt.
Die Badezeit ist an Wochentagen von 8—12 Uhr vormittags und 2—8 Uhr nachmittags. An Samstagen und Tagen vor Feiertagen ist die obere Badeanstalt bis 8 Uhr abends geöffnet. An Sonn- und Feiertagen ist nur die Badeanstalt am Steinheimer Tor im Erdgeschoß fVolksbad) geöffnet und zwar von 8—12 Uhr vormittags; die übrigen städtischen Badeanstalten bleiben geschlossen. Hanau den 6. Dezember 1910. 28261
Der Magistrat.
Dr. Cebeschus.
Bekanntmachung.
De* Landwirt Georg Seng I. in Dörnigheim ist wegen Verschwendung entmündigt.
Hanau den 7.- Dezember 1910. 28287
Königliches Amtsgericht 5.
Gcfiiiidciic mid «ciioiciic SeiKiiftiinbc k.
Gefunden: 1 rotes Portemonnaie mit 86 Pfg., 1 brauner neuer Grimmer-Herrenhandschuh, 1 Hunde- leine (Lederriemen) mit Karabinerhaken, 1 Schlüsselring mit 6 Schlüsseln (an dem Schlüsselring befindet sich noch ■ ein braunes Bleckblättcken mit Schnuri. 1 schwarzer i
gelbgefütterter Damen-Glacehandschuh (rechter), 4 einzelne Schlüssel.
Verloren: 1 Bürste mit Griff, 1 Päckchen mit 2 gestickten Deckchen (auf dem Päckchen die Aufschrift Frau Wirthmann).
Hanau den 9. Dezember 1910.
Politische Rundsd^ao.
Der Kronprinz auf der Elefantenjagd. Wie ein Telegramm aus Kandy (Ceylon) meldet, schoß der Kronprinz gestern einen Eelefanten, einen Büffel und einen Hirsch. Auch die Kronprinzessin wohnte der Jagd bei. Die Kronprinzessin reist heute, der Kronprinz morgen nach Kandy ab.
Die englischen Wahlen. Gewählt sind bis jetzt: 146 Liberale, 193 Konservative, 28 Vertreter der Arbeiterpartei, 45 Anhänger Redmonds und 5 O'Brieniten. Die Liberalen gewinnen 13, die Konservativen 19, die Arbeiterpartei 4 Sitze. Mc Kinnon Wood, Unterstaaissekretâr im Auswärtigen Amt, wurde in Glasgow mit einer Mehrheit von 1917 Stimmen wiedergewählt. Barnes, der Präsident der Arbeiterpartei wurde ebenfalls in Glasgow, mit einer Mehrheit von 1278 Stimmen wiedergewâblt. Minister Churchill wurde mit einer Mehrheit von 3555 Stimmen in Dundee wiedergewählt.
Weitere „Politische Rundschau" im zweiten Blatt.
Hus Ban au Stadt und Eand.
Hanan, 9. Dezember.
Städtische Badeanstalt in Kcssclstadt.
Auf dem Grundstücke Hauptstraße 6, dem Bürgermeisteramt gegenüber, erhebt sich, von der Straße zurückstehend, die neu erbaute Badeanstalt. Nach Vollendung dieser Badeanstalt, deren Errichtung als Bedingung im Eingemein- dungsvertrage enthalten war, besitzt Hanau noch die ebenfalls neu erbaute Badeanstalt am Steinheimer Tor und das Volksbad gegenüber dem Stadttheater. Es ist dies ein erfreuliches Zeichen und zeigt, daß unsere Stadtväter und städtische Verwaltung nicht gewillt sind, auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge stille zu stehen.
Die Eröffnung dieser Badeanstalt kann erst erfolgen, nachdem das Stratzensiel fertig gestellt ist. Das Gebäude selbst macht in seiner einfachen Ausführung einen sehr gediegenen soliden Eindruck. Durch den Haupteingang gelangt man zunächst in den sehr geräumigen und luftigen Warteraum, dessen wirkungsvoller Eindruck durch ein dem Haupteingang gegenüber befindliches Wandgemälde, eine Badeepisode darstellend, noch wesentlich erhöht wird. Das hübsche Gemälde ist von dem Malermeister Grosch, hier, ausgeführt. Außerdem befindet sich hier ein aus rotbraunen Kacheln- hergestellter Wandbrunnen, der gleichzeitig Trinkwasser spendet. Die Decke des Warteraumes bildet ein Tonnengewölbe. Vom Warteraum zugängig befinden sich die Aborte für Frauen und Männer. An den Warteraum, durch eine schöne Glaswand getrennt, anschließend, befindet sich der Kaffen- und Wäscheausgaberaum. Links vom Warteraum sind in einem besonderen Gebäudeteil die Badezellen untergebracht. Vorhanden sind acht geräumige Brause- und vier Wannenzellen. Die Brausezellen sind in der Mitte ihrer Tiefe auf die halbe Breite nochmals abgeteilt. Der vordere Teil bildet den Auskleideraum und der hintere Teil den eigentlichen Brauseraum. Dieser enthält im Fußboden eine Mulde von 15 Zentimeter Tiefe. Eine hier angebrachte Sitzrolle ermöglicht das bequeme Reinigen der Füße. Die Wände ringsum sind mit glasierten, eigens zu diesem Zwecke hergestellten Vadeanstaltsteinen ausgeführt. Die Wannenzellen haben dieselbe Ausführung wie die Brausezellen und enthalten eine Badewanne mit Mischbatterie aus Rotguß. Darüber befindet sich noch eine temperierbare Brause für Kalt- und Warmwasser.
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Die neue städtische Badeanstalt im Stadtteil Kesselstadt, i
Von der Kasse aus zugangig befindet sich die Wäscherei und der Trockenraum. Direkt von außen zugängig rechts vom Warteraum befindet sich das Schulbad. Durch einen Windfang gelangt man zunächst in den An- und Auskleideraum der Schüler. An diesen Raum schließt sich der geräumige, freundlich aussehende Baderaum. Es sind hier drei größere Vertiefungen im Fußboden vorgesehen, über denen sich ein Brausestrang mit mehreren temperierbaren Brausen befindet. Zu gleicher Zeit können hier 30—40 Kinder zusammen baden und es wird unserer Jugend eine Herzenslust sein, sich hier im fröhlichen Kinderkreise tüchtig zu nässen.
Dieser Gruppe nach rechts schließen sich noch an Aborte für Lehrer und Schuldiener, Aborte für Schulmädchen und Knaben mit Piffoir. Außerdem ist noch eine Waschküche für die Mieter im vorderen Gebäude vorhanden. Das ganze Gebäude ist mit Zentralheizungsanlage versehen. Das Warmwasser wird durch einen Gegenstromapparat bereitet. Im Kellergeschoß befindet sich die Zentralheizungsanlage. Hier sind zwei Keffel aufgestellt, einer für Heizung und einer für die Warmwafferleitung. An den Keffelraum schließt sich noch ein weiterer Raum für Koks und Holzvorräte an. Im Mittelbau sind zwei große Reservoire über dem Kaffenraum aufgestellt, in die zuerst das kalte und warme Waffer eingeführt wird.
Von diesen Reservoiren wird das Waffer dann den einzelnen Verwendungsstellen zugeführt.
Nach all dem Gesehenen können wir unsere Keffel- städter Mitbürger zu ihrer neuerbauten Badeanstalt beglückwünschen. Die Bauarbeiten' wurden von der Firma Friedrich Rumpf, die Plattenarbeiten und die Badezellenwände von der Firma Kämmerer jr., jetzt Kalkwerke A.-G., die Jnstallationsarbeiten und Heizung von C. Lucht und die Schreinerarbeiten von der Firma W. Franz hier ausgeführt. Die Planbearbeitung und die Bauleitung lag in den Händen des städtischen Architekten Kögel, der es, wie wir überzeugt sind, an Liebe und Lust zum Wohl- gelingen der Anlage nicht fehlen ließ.
* Hanauer Detailliften-Verein. Jm Interesse einer glatten Abwicklung des Weihnachtsgeschäftes ersuchen wir unsere werte Kundschaft, die Einkäufe frühzeitig vornehmen zu wollen. Es dürfte dieses in erster Linie für die Käufer von größtem Vorteile sein, da ihnen hierdurch Gelegenheit gegeben ist, ihre Bedürfniffe an den noch vollständig sortierten Lägern in Ruhe zu decken, anderseits bleibt den Kaufleuten die notwendige Zeit, ’ um extra Artikel zu beschaffen und extra Anfertigung in korrekter Weise vornehmen zu lassen. Die Hanauer Kaufleute glauben mit diesem in beiderseitigem Interesse gestellten Ersuchen feine Fehlbitte getan zu haben.
* Stadttheater. Die heutige Erstarifführung der Operette „Die Puppe", verbunden mit dem Gastspiel der Ho'opernsängerin Margarete Beling-Schäffer vom Hoflheater in Mannheim, beginnt um halb 8 Uhr. Der Künstlerin geht ein bedeutender Ruf voraus und sie darf die „Puppe" zu ihren Glanzpartien zählen. Morgen, Samstag, geht bei kleinen Preisen das hochinteressante Iapanerstück „T a i f u n" in Szene, in welchem Herr Direktor S t e f f t e r wieder die Rolle des Japaners Dr. Tokeramo spielt. Die Operette „Die lustige Witwe", welche zu den glanzvollsten Operettenaufführungen dieser Spielzeit zu zählen ist, wird am Sonntag nachmittag bei ermäßigten Preisen gegeben, während am Sonntag abend die erste Wiederholung der Operette „Die Puppe" stattfiudet.
* Der Verein zur Wahrung gemeinsamer Wirtschastsinteressen der deutschen Elektrotechnik hält am Mittwoch den 14. d. Mts. seine diesjährige Winter- Versammlung im Grand-Hotel „Excelstor" zu Berlin ab. Außer dem Tätigkeitsbericht für das Jahr 1910 stehen u. a. folgende Punkte auf der Tagesordnung: Moderne Arbeitskämpfe. Die Information der Reichsregierung in wirtschaftlichen Fragen.
* Konzert der Stadtkapelle. Am nächsten Sonntag, abends von 8 Uhr ab, wird das unter der tüchtigen Leitung des Herrn R. Meißner stehende Orchester der Stadtkapelle im Saale der Turnhalle, Jahnstraße, konzertieren. In diesem Konzert wird die Kapelle mit folgenden Nummern aus dem Reiche der Tonkunst auf. warten : Ouvertüre z. Op. „Die Zigeunerin" von Balfe, Fantasie a. d. Op. „Lohengrin" von R. Wagner, Walzer „O schöner Mai" von I. Strauß, „Ein treues Mutter- Herz" Lied für Posaune von Kapellmeister R. Meitzner „Neckteufelchen", Salonstück von P. Linke, Martin-Walzer a. d. Ovtte „Der Obersteiaer" von Zeller und anbett.