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Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,
Mk. 284 Ferusprechattfchlttfj Nr. 230.
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Falls bei der diesjährigen Volkszählung Familien oder Personen Zählpapiere nicht zugestellt erhalten haben oder diese seitens der Herren Zähler nicht wieder abge, holt sein sollten, werden die Betreffenden gebeten, dies in Bolkszählungsbureau, Langstraße Nr. 411 (städt. 9 Tdeamt) anzuzeigen bezw. die Zählpapiere abzugeben.
^anau am 2. Dezember 1910.
Der Magistrat.
Hild. 26783
Bekanntmachung.
Die hiesigen Landwirtschafttreibenden, in deren landwirtschaftlichen Betrieben im laufenden Jahre Veränderungen durch Ab- und Zugänge in den Bebauungsflächen ringetreten find, werden aufgefordert, binnen 5 Tagen (spätestens bis zum 8. Dezember d. Js.) diese Veränderungen im Rathaus, Stadtsekretariat, Zimmer Nr. 12, anzuzeigen.
Hanau den 2. Dezember 1910. Hessen-Nassauische Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft
Sektion Hanau (Stadt).
_____ ____________I. V.: Hild.
Aufgebot.
Der Oekonom Friedrich Koch von Hüttengesäß, vertreten durch Rechtsanwalt H ö f i n g h o f f - Langenselbold, hat das Aufgebot zum Zwecke der Ausschließung des eingetragenen Gläubigers Johann Georg Bender I. in Hüttengesäß mit seinem Recht an der im Grundbuch von Hüllengesäß Art. 699 in Abt. III unter Nr. 6 für ihn eingetragenen zu 5 Prozent verzinslichen Grundschuld von 12 Mk. beantragt, indem er glaubhaft gemacht hat, daß der eingetragene Gläubiger verstorben ist, seine Erben unbekannt find, die letzte auf die Erundschuld sich beziehende Eintragung im Grundbuch am 26. Juni 1886 stattgefunden hat, eine Unterbrechung der 10jährigen Verjährung infolge Anerkennung des Rechts nicht erfolgt und der über die Erundschuld gebildete Brief bis zum Ablaufe der im § 801 ®. E.-B. bezeichneten Frist nicht vorgelegt und der Anspruch nicht gerichtlich geltend gemacht worden ist.
Die Erben des eingetragenen Gläubigers werden aufgefordert, spätestens in dem auf den
23. Juni 1911, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Aufgebots- termine ihre Rechte anzumelden und die Urkunde vorzu-
Fkßkonzekt M MarmikirchtichrS.
40 Jahre sind seit dem denkwürdigen Weihnachtsfeste des ereignisvollen Jahres 1 8 7 0 verflossen, an dem der Marienkirchenchor zum er sten Male zur Verherrlichung des Gottesdienstes mitwirkte. Die Ruhmestaten unserer glorreichen Armee ließen damals alle deutschen Herzen höher schlagen und einiger sein in dem Bestreben, dem Lenker unserer Geschicke gemeinsam zu dienen mit Beten, Loben und danken. Trotzdem die Begeisterung für die edle Aufgabe, welche stimmbegabte Mitglieder der Gemeinde freiwillig in den Dienst Gottes führen sollte, bedenklich geschwunden ist, hat sich der Kirchenchor doch, wenn auch manchmal unter recht schwierigen Verhältnissen, bis auf den heutigen Tag erhalten und gefestigt und während der Dauer seines Bestehens viel zur Hebung kirchlichen Lebens und zur Verbreitung der kirchlichen Kunst beigetragen. Neben strebsamen und befähigten Dirigenten gebührt besonders dem langjährigen, treuen Mitglieds, D. Pau Ist ich, das Verdienst, den Chor vor manchem drohenden Untergänge bewahrt und in seinen Bestrebungen gefördert zu haben. Seiner gründlichen Kenntnis der einschlägigen Literatur und seinem unermüdlichen Streben in der Hebung des Kirchengesangs hat der Verein unendlich viel zu danken. Unter der Leitung seines gegenwärtigen Dirigenten, des Lehrers und Kantors E. W a g n e r, hat sich der Chor zu einem wohlgeschulten Tonkörper entwickelt, seit 1902 an allen besonderen Festen der Kirche teilgenommen, in Anlage und Ausführung musterhafte Konzerte und anregende F a in i 11 e n a b e nd e gegeben und sich dadurch nicht nur die Achtung und Wertschätzung der Gemeinde sondern auch vieler anderer Musikfreunde erworben. Zur
Montag den 5. Dczciiilicr - s,r»,p»«cha„schl>,K «r. 230
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1910
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legen, widrigenfalls die Ausschließung mit ihrem Rechte und Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Langenselbold den 26. November 1910. 26873
Königliches Amtsgericht.
Nntzholzverkauf.
Königliche Oberförsterei Hanau. Schutzbezirk Bruchköbel.
Montag den 12. Dezember 1910, vormittags 10 Uhr, im „Deutschen Hof" (Lamboystraße) zu Hanau.
Eichen: 141 Abschnitte Klasse A und B mit 77 Fstm.
Hainbuchen: 19 Abschnitte mit 7 Fstm.
Erle: 1 Abschnitt mit 0,2 Fstm.
Kiefern: 247 Abschnitte mit 116 Fstm.
Fichten: 76 Abschnitte mit 15 Fstm.
Die Hölzer liegen an dem Aufhiebe der Militärbahn Exerzierplatz—Kinzig-Wasserübungsplatz. Auf Antrag erteilen Hegemeister Haust- Bruchköbel und Forstaufseher Nöring - Hanau, Bruchköbelerlandstraße 31, mündlich nähere Auskunft. Aufmaßlisten sind bei rechtzeitiger Bestellung gegen Schreibgebühr durch Forstaufseher N ö r i n g zu beziehen. 26881
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 schwarzes Portemonnaie mit 54 Pfg., 1 Kneifer, 1 Stickereiarbeit, 10 Pfg. bar.
Liegengeblieben bei Berlizheimer u. Söhne: 1 Paar graue Damenhandschuhe, 1 Paar weiße Kinderhandschuhe mit schwarzen Ringen und 1 schwarzer wollener Damenhandschuh; Empfangnahme auf dem Fundbureäu.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 2.25 Mk. und eine Wochenfahrkarle von Langenselbold — Hanau, 1 Emailbrosche, 1 Kinderschirm mit Silbergriff, 1 schwarzer Damenpelz, 1 Kneifer mit Eoldeinfasiung.
Abhanden gekommen: 2 Mülleimer (in der Frankfurterstraße).
Hanau den 5. Dezember 1910.
Politische Rundschau.
Labiau-Wehlau. Als Stichwahlparole für Labiau- Wehlau gibt die Sozialdemokratie offiziell Stimmabgabe für den liberalen Kandidaten Wagner aus.
Wahlen in England. Vis Mitternacht waren gewählt: 50 Liberale, 62 Konservative, 7 Mitglieder der Arbeiterpartei und 5 Redmondisten. Die Liberalen gewannen bisher 3, die Unionisten 7 Sitze. — Die Konservativen haben vorgestern nicht so gut abgeschnitten, wie man erwartete. Wenn aber das Verhältnis ihrer Gewinne dasselbe bleibt, so dürfte die Regierung doch in die üble Lage geraten, die
Feier seines 40jährigen Vesteheus und zu Ehren seiner älteren Mitglieder, von denen 2 vierzig und mehrere andere über 30 Jahre lang mitwirken, gibt der Chor am Sonntag den 1 1. Dezember, nachmittags 5*/a Uhr, ein Konzert in der restaurierten Marienkirche unter Mitwirkung der Frau Elisa b. Wohlfahrt (Sopran) von hier, der Fräul. L. Harff (Alt) aus Straßburg und des Organisten Daniel P a u l st i ch. Ueber den Inhalt werden wir in den nächsten Tagen ausführlich berichten. Programme sind von Mittwoch ab jeden Tag von 11 —12 und 4—5 Uhr in der Sakristei der Marienkirche (Eingang Predigerstraße) zu haben. Sie kosten 20 Pfg. und berechtigen zum Eintritt. Karten für reservierte Plätze â M. 1 werden nur auf Wunsch abgegeben und sind solche in der Verkaufsstelle der Programme und in Königs Buchhandlung bis spätestens Sonntag mittag um 1 Uhr zu haben. Das vielversprechende Konzert wird allen Musikfreunden aufs wärmste empfohlen.
8. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 3. Dezember 1910.
Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. E. R 0 e d i g e r.
Ptof. Dr. H. Winkler, Tübingen, spricht über
„Pfropfbastarde und pflanzliche Chimären".
Bastarde nennen wir Organismen, deren beide Eltern verschiedenen Arten, Raffen oder Varietäten angehören. Sie können also nur entstehen, wenn eine Kreuzbefruchtung zwischen zwei artverschiedenen Individuen stattfindet. Für Pflanzen ist indeffen seit langem noch eine andere Möglichkeit der Bastardentstehung behauptet worden, die durch P f r 0 p fu n g. Zwar ist es eine alltägliche Erfahrung, daß
wahrscheinlich ihren Rücktritt zur Folge haben würde. Die Liberalen verzeichnen mit Genugtuung den Rückgang der konservativen Mehrheiten in Birmingham und ihre Erfolge in London und Manchester, insbesondere auch die Niederlage Bonar Laws, eines eifrigen Verfechters der Tarifreform, der seinen sicheren Sitz in London aufgab, um in Manchester zu kämpfen. Norton, Macnamara, Masterman und alle jüngeren Mitglieder der Regierung erhielten Sitze in London, während Birrell und Houbhouse sich in Bristol behaupteten. Im allgemeinen besteht eine außerordentliche Aehnlichkeit in den Mehrheiten mit den Wahlen vom Januar; immerhin ist ein bemerkenswerter Ausfall in der Gesamtstimmenabgabe zu verzeichnen, der zum Teil auf das nasse, kalte Wetter zurückzuführen ist, das auch eine lebhaftere Wahlbewegung auf den Straßen nicht aufkommen ließ. * *
Das Deutschtum in Argentinien. Ueber da» Deutschtum in Argentinien sprach in einer Versammlung be6 Deutsch-Argentinischen Zentralverbandes in Berlin Herr Professor Dr. R. Hauthal. Nach einigen einleitenden Worten ging der Redner auf die Entwicklung des Landes über. Ek unterschied die auf Landwirtschaft, Handel und Industrie gerichtete Tätigkeit. Er schilderte die Emzeloorrichtungen der Kulturpioniere in der Kordillere und in Patagonien sowie das Leben auf einer modernen Estancia in den Küsten- Provinzen; wie allmählich auch auf diesem Gebiete der deutsche Einfluß sich geltend mache, wie deutsche Kolonisationsgesellschaften sich geb ldrt haben und wie deutscher Großgrundbesitz allmählich im Wachsen begriffen ist. Das komme auch in der Handelsbilanz zum Ausdruck:/ an der argentinischen Einfuhr ist Deutschland mit einem Siebentel, an der Ausfuhr mit einem Drittel beteiligt. Wir führen nach Argentinien ebenso viel aus wie Frankreich und Italien zusammengenommen. Auf industriellem Gebiete hat daS Deutschtum gegen eine schwere Konkurrenz mit Nordamerika zu kämpfen — die Zentenarausstellung, auf der 114 deutsch« Firmen prämiiert worden sind, wird hoffentlich auch aus diesem Gebiete dem weiteren Wirken des Deutschtums di« Wege geebnet haben. DaS Gebiet der Müllerei und Brauerei, vor allen Dingen aber daS Elektrizitätswesen ist Domäne des Deutschtums. Leider sind wir auf dem Ge« biete des Eisenbahnwesens sowie der landwirlschaltlichen Ma- schinen etwas zurückgedrängt worden. Redner führte noch an anderen Beispielen die praktische Betätigung des Deutschtum« weiter aus und erörterte dann, wie auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Erforschung des Landes sowie auf dem bei höheren UnterrichtSwesens der deutsche Einfluß und bis deutsche Arbeit an erster Stelle beteiligt seien. Die geo» logische Erforschung des Landes liegt ganz in Händen von Deutschen, an den Universitäten lehren viele deutsche Pro-
das Pfropfreis sich nicht verändert; unter gewissen Aris- nahmebedingungen soll es aber doch durch die Pfropfung zur Entstehung von Mischformen zwischen Reis und Unterlage kommen. Diese Behauptung gründet sich vor allem auf die Existenz des berühmten ‘Cytisue Adami. Darüber, ob diese merkwürdige Pflanze ein Pfropfbastard oder ein sexueller Mischling ist, ist sehr viel gestritten worden, da es aber nie gelang, die Pflanze wieder zu erzeugen, blieb das Rätsel ungelöst und damit auch, die Frage überhaupt, ob Pfropfbastarde möglich seien. Im allgemeinen wurde die Frage verneint. Versuche des Vortragenden, deffen Methodik näher geschildert wird, haben nun aber die Frage im positiven Sinne entschieden; denn es ist gelungen, zwischen der Tomate und dem Nachtschatten experimentell durch Pfropfung Bastarde herzustellen. Und zwar find bisher sieben verschiedene Zwischenformen entstanden, die verschiedenartigen Kategorien angehören: die einen find Chimären, die anderen echte Bastarde. Erstere sind hälftig artrein', d. h. sie bestehen zur Hälfte aus der anderen elterlichen Art, so wie etwa ein Zentaur halb Mensch, halb Pferd ist. Und zwar können die artreinen Komponenten dieser Mischwesen nebeneinander liegen (Sektorialchimären) oder sich schichtenweise überlagern (Periklinalchimären) Die andere Kategorie von Pfropfbastarden dagegen stellt reine Analoga zu sexuell entstandenen Bastarden dar, insofern als sie aus einer Zellverschmelzung hervorgegangen sind; nur sind es nicht, wie bei sexuellen Bastarden, Keim- zellen, die miteinander kopulieren, sondern gewöhnliche Körperzellen. Mit einer näheren Schilderung, der Eigen- schäften solcher Pfropfbastarde und mit einem Ausblick aus die Konsequenzen der Lösung des Pfropfbastardproblems für dre Theorie der Vererbung und der Sexualität schließt der Vortragende seine interessanten Ausführungen