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gtotoilonebnitf und Verlag der Buchdruckerei Kes verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Awllilhes Organ für L'M- and Landkreis Kanan.
EinrÜckungsgebllhrI
Die Lgespalkene Petitzeile oder deren Raum 80 Pf- im ReNamenteU die Zeile 45 Psg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: D. Schrecker in Hanau
Nr. 280 »enifvwdniiifdjhift »ir. 230. M^M^^s^i6ye"^"e^",”,”"l^"- M tafiitflniMt resiß! «her i.NitaiâuNliL
14 Seiten.
Amtliches!.
Stadtkreis Ranau.
Wegen der Volks- und Viehzählung werden die städtischen Bureaus mit Ausnahme des Standesamts, der Sparkasse, des Gaswerks und des Schlachthofs am Donnerstag den 1. Dezember d. Zs. von mittags 12 Uhr ab geschlossen.
Hanau den 22. November 1910. 26121
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachunq.
Nachdem der Plan, betreffend die Abänderung der Fluchtlinien der Straße Nr. 13, Strecke Jahnstraße bis Neu- Hosstraße, durch Beschluß vom 15. d. M. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im städtischen Vermessungsamt, Rathaus, Zimmer Nr. 21, während der Eeschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offengelegt.
Hanau den 21. November 1910. 26495
Der Magistrat.
Dr. EebefchuS.
Bekanntmachung.
Die Platze für den in diesem Jahre bereits am Donnerstag den 15. Dezember beginnenden Weihnachtsmarkt werden Dienstag den 13. Dezember d. Z.. nachmittags 3 Uhr. auf dem Marktplätze verlost.
Die näheren Bedingungen werden vor der Verlosung bekannt gegeben.
Hanau den 21. November 1910. 26493
Der Magistrat.
Hild.
Bekanntmachung.
Das Laub auf den Wegen und beiderseits des Eisen- bahnkörpers in der Stadtwaldung (Kesselstadt) soll am Freitag den 2. Dezember 1910, nachmittags 2 Uhr, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft am Schießplatz in der Burg-Allee. Hanau, 29. November 1910. 26455
Der Magistrat.
Hild.
Ausschreiben.
Die Familie des am 5. Juni 1876 zu Hanau geborenen Taglöhners Daniel Hölzer muß hier aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden, weil Hölzer sich der Unterhalts- pslichr entzieht, indem er sich von hier unbekannt wohin entfernt hat.
Falls sein Aufenthalt bekannt ist, bitten wir um so- torttge Mitteilung.
Hanau, 17. November 1910. 26489
Der Magistrat, Armenamt.
H i l d.
Dmisinnchrichten aus dem Kreist.
Der Ackermann Siegmund Adam aus Oberrodenbach ist zuin Nachtwächter dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet
$anau den 29. November 1910. V. 6738
(Scfiiiiticiic Hub iicrlorcnt Kraensllindt re. .. Pfunden: 1 Paar weiße wollene Herren-Hand- « ' nc goldene Krawattennadel, 1 Herrenschirm !'Fünfmarkstück "^' 1 Rârmesser, 1 goldener Herrenring, Eingefangen: 1 zahmes Eichhörnchen.
X U 0 e L° UIe n: 1 lunger brauner Jagdhund, m. Geschl. Hanau den 30. November 1910.
Politische RundTd^aa.
. D^ zweite hessische Kammer trat am Dienstag in Darm- s'Uot zu einet längeren Tagung unter dem Vorsitz des ersten Präsidenten, Geheimrat Haas, zusammen.
Mittwoch Dtu 30. Noveillücr Remfvredxnldiluß Nr. 230 1910
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Der Abg° o. Oldenburg-Januschau legte sein Landtagsmandat für den Landtagswahlkreis Elbing-Marienburg nieder. Auch der Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg, der frühere Vizepräsident des Reichstages, beabsichtigt bei den kommenden Reichstagswahlen nicht mehr zu kandidieren.
Der Verband der Aerzte Deutschlands hielt am 27. November in Leipzig seine 10. Jahresversammlung ab, die von zahlreichen Vertretern aus dem ganzen Reiche besucht war. Nach «der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, die sich mit einem Rückblick auf die bisherigen Erfolge der Verbandstätigkeit und mit einem Ausblick auf dessen weitere Aufgaben beschäftigte, führte der Geschäftsbericht des Generalsekretärs zu einer lebhaften Aussprache über die verschiedenen Gebiete der Verbandstätigkeit. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten (Wahlen rc.) wurde im Anschluß an ein Referat die Schularztfrage und andere sozial-ärztliche Fragen behandelt. Mit besonderer Genugtuung wurde die Nachricht ausgenommen, daß die Aufsichtsbehörde tags zuvor in den Kampf des Höllischen Krankenkastenverbandes gegen die dortige Aerzteschaft eingegriffen hat, nachdem sich die Versorgung der Kastenmitglieder durch von auswärts herbeigezogene Aerzte als völlig unzureichend erwiesen hatte. Der Verband der Aerzte zählt heute 23500 Mitglieder, d. h. etwa 9/io der für wirtschaftliche Fragen in Betracht kommenden deutschen Aerzte. Durch seine kostenlose Stellenvermittlung wurden im letzten Geschäftsjahr über 2800 Aerzte in Vertreter-, Schiffsarzt-, Assistenten-, Praxis-Stellen rc. untergebracht.
Oesterreichifches Abgeordnetenhaus. Bei der Beratung der Maßnahmen gegen die Fleischnot sprach sich Fürst Auersperg gegen die Fleischeinfuhr aus. Die Agrarier würden an dem Zollschutz für Produkte der Landwirtschaft, sowie an dem Veterinärschutz nicht rütteln lassen. Lecher verlangte unbeschränkte Fleischeinfuhr, da die Kontingentierung wie ein Kartell wirke. Die Verwendung der Veterinärpolitik zur Ergänzung der Zollpolitik sei ein Mißbrauch. Nächste Sitzung morgen.
Die französische Negierung wird der Kammer ein Gesetz vorlegen, nach dem den Eisenbahnangestellten untersagt ist, in den Ausstand zu treten. Zuwiderhandlungen sollen mit einem halben bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden.
Eine Kundgebung der Iren. Die irische Partei erklärt in ihrem Wahlaufruf, eine Niederlage der Lords bedeute freie Bahn für die Homerule. Weiter wird auf die ruchlose Verbindung der Unionisten mit den Anhängern O'Briens hingewiesen, die reichlich mit Geldmitteln versehen seien und den Zweck verfolgten, die irische Partei zu erschöpfen und deren Parteikaste zu erschöpfen. Aber die irische Partei stehe, wo sie immer gestanden habe und fordere eine vollständige nationale Selbstregierung.
Vom toten Präsidenten. Die Offiziere des chilenischen Kreuzers „Blanco Encalada", der zur Zeit im Werfthafen der A.-G. Weser in Bremen liegt, machten in den letzten Tagen Studienreisen nach Hamburg, Kiel, Stettin und Berlin. Die Ueberführung der Leiche des Präsidenten Montt in Berlin von der Hedwigskirche zum Lehrter Bahnhof geschieht am 2. Dezember. Die Leiche wird mit einem 3 Uhr 12 Minuten morgens eintreffenden Extrazug nach Bremen gebracht. „Blanco Encalada" verholt am Samstag früh zum Freihafen 2. Dorthin wird der Zug mit der Leiche geführt. Unter besonderen Feierlichkeiten wird die Uebergabe des Sarges an das Schiff vor sich gehen.
Die Einweihung der Technischen Hochschule in Breslau.
Breslau, 29. Novbr. Der Kaiser traf um 11 Uhr 25 Min. vormittags hier ein und fuhr im offenen Automobil über die neue Kaiserbrücke nach der Technischen Hochschule. Der ganze Weg war von Menschenmasten dicht umsäumt, die den Kaiser lebhaft begrüßten.
DieNededesKaisers.
Breslau, 29. Novbr. Bei der Einweihung der Technischen Hochschule hielt der Kaiser folgende Rede: „Die mir besonders am Herzen liegenden Bestrebungen, das technische Bildungswesen seiner hohen Bedeutung für die Zukunft des deutschen Vaterlandes entsprechend zu beben und auszugestalten, haben durch das verständnisvolle und opferbereite Zusammenwirken aller dabei interessierten Kreise, Behörden und Körperschaften zu einem weiteren glücklichen Erfolge geführt. Lebhafte Freude erfüllt mich, daß es mir vergönnt ist, heute der zweiten unter meiner Regierung gegründeten technischen Hochschule persönlich die Weihe zu geben, ^n diesem Bau, der selbst ein stattliches Denkmal technischen Könnens bildet, sollen Wissenschaft und Technik in har«
manischer Vereinigung eine neue würdige Arbeitsstätte finden. Die innigen Beziehungen der technischen Miffenschaf- ten zur Industrie sind von Jahr zu Jahr deutlicher in die Erscheinung getreten. Nicht zufällig läuft der gewaltige Aufschwung unseres industriellen Lebens mit der fortschreitenden Entwicklung des Hochschulwesens in Deutschland parallel. Vorüber sind die Zeiten, in denen für den Ingenieur im wesentlichen die Schule der Praxis genügte. Wer den hohen Anforderungen der Technik in unseren Tagen gewachsen sein will, muß mit dem Rüstzeug einer gediegenen wissenschaftlichen und technischen Bildung in den Kampf des Lebens treten. Wie wenige Provinzen der Monarchie zeichnet sich Schlesien mit seiner hochentwickelten Industrie und seinem umfangreichen Berg- und Hüttenwesen durch gewerblichen Fleiß und Unternehmungsgeist aus. Eisen und Kohle sind ergiebige Quellen seines Wohlstandes; Spindel und Webstuhl werden seit Jahrhunderten von fleißigen Händen der schlesischen Bevölkerung bedient. In Schlesiens Hauptstadt sind daher die Vorbedingungen für ein ersprießliches Wirken der Technischen Hochschule in reichem Maße vorhanden und folgerichtig war es der dringende Wunsch von Stadt und Land, neben der ehrwürdigen Leopoldina eine zweite Anstalt gegründet zu sehen. Indem ich die Provinz und ihre Hauptstadt zu der Erfüllung dieses Wunsches von Herzen beglückwünsche, spreche ich zugleich allen, welche zu dem Gelingen des Werkes beigetragen haben, meinen königlichen Dank aus. Wenn die junge Anstalt zur Zeit noch nicht alle Abteilungen umfaßt, so habe ich besonders in ihren Rechten sie den älteren voll ausgestalteten Schwestern im Lande gleichgestellt. Ich vertraue aber, daß sie ihrer großen provinziellen und nationalen Aufgabe mit derselben Treue gerecht werden wird, wie jenen nachgerühmt wird. Wer hier forscht und lehrt, tue es im Aufblick zu Gott dem Herrn mit heiligem Ernste. Wer hier lernt, sei sich stets bewußt, daß er dazu berufen ist, dem Volke einst ein Führer auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete und zugleich ein Vorbild in treuer Pflichterfüllung gegen König und Vaterland zu sein. Die Arbeit nur, die fürs Ganze geschieht, ist ganze Arbeit. DieserArbeit weihe ich hiermit dieses neue Haus." — Nach dem Kaiser ergriff der Kultusminister v. Trott zu Solz das Wort. Nach Worten des Dankes für das Erscheinen des Kaisers sagte er u. a.: Soll die schlesische Industrie sich im wirtschaftlichen Wettstreit auch fernerhin kräftig behaupten, so kommt es nicht zuletzt darauf an, den jungen Nachwuchs dieser Provinz mehr als bisher zur Mitarbeit heranzuziehen und in ernster wissenschaftlicher Schulung für die großen Aufgaben auszurüsten, die sich gerade in diesem Lande, bedingt durch die Eigenart seiner Naturkräfte und Bodenschätze, der Schaffenskraft des Ingenieurs darbieten. Den strebsamen Söhnen Schlesiens öffnet darum diese Hochschule der Technik vor allem ihre Pforten. Nicht minder soll die Hochschule aber auch der schaffenden Industrie des Landes eine stets bereite Helferin und Beraterin sein. Unaufhaltsam, mit Riesenschritten schreitet in unseren Tagen die technische Wiffenschaft aller Zweige voran. Will der Ingenieur, der Unternehmer das Höchste schaffen, kann er den dauernden Zusammenhang mit der technischen Wiffenschaft nicht mehr entbehren. Sie weist ihm neue Wege für seine Arbeit, regt zu Versuchen und Verbefferungen an und stellt, was sie in stiller Forscherarbeit ans Licht bringt, freudig in den Dienst der Allgemeinheit. Doch nicht als Spenderin nur soll die Wiffenschaft hier wallten, sie wird auch zurückempfangen; denn erst durch die Erprobung in der harten Wirklichkeit könnten ihre Er- gebnisse die rechte Wertung erfahren. — Der Rektor der Technischen Hochschule, Prof. Dr. Schenk, sprach dem Kaiser den Dank der jungen Hochschule, ihrer Lehrer und ihrer Studentenschaft für seine huldreichen Worte und Zukunftswünsche aus und fuhr dann etwa fort: Jetzt ist es an uns, die schöne Form mit Leben und mit Geist zu erfüllen, um uns des Vertrauens des Kaisers Majestät würdig zu erweisen und die Hoffnungen zu rechtfertigen, welche die Provinz Schlesien seit vielen Jahrzehnten an die Errichtung einer Technischen Hochschule zu Breslau knüpft. In stetem Flusse befindet sich die Technik. Neuartige Aufgaben treten immer wieder an sie heran. Für Schlesiens Industrie ist die Erzeugung hochwertiger Produkte eine Lebensfrage und sie bedarf führender Männer von weitem Blick und umfaßender technischer Bildung. Die Beherrschung eines Spezialzweiges kann in Zeiten ruhigen Bestandes wohl von hohem Werte sein. Die notwendige Beweglichkeit des Geistes, die Fähigkeit, sich selbständig in neue Gebiete einzuarbeiten, wird nur erworben durch wissenschaftliche Schulung.