Einzelbild herunterladen
 

Erstes Mail.

Bezugspreis?

KierielsZhrslch 1.R0 Mk. monatlich R0 Pfg. für ans» lästige Abonnenten mit Dem betreff Postausichlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Notationsdruck und Verlag Der Buchdruckerei des verein, er». Watfenhaufe» in Hana».

Gcneral-Anzeigcr

AllllllLts GrgM für SlaM= un) (anikrtia fjam.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr?

Die Sgefpoffene Petitzelle oder deren Raum U im Reklamenteil die Zeile 45 Pfg.

verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker tu Hanau,

Nr. 275

R-miiVTfdinnidihift Nr. 230.

DolincrStlig i>c» 24. Novcinlicr

Amiiwdhtnidjhtfo Nr. 230

m<>

Lik htutiatAamintr mfiM anlitt l.llitahcktnBliL

14 Seiten.

AmttlcheS.

Landesvolizeilirde Anordnunq betreffend Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im

Landkreise Hanau.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Fechenheim erloschen ist, werden die landespolizeiliche Anordnung vom 25. Oktober d. Zs. (A IN 4481 a), betreffend Be­kämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau Amtsblatt Nr. 43, Ziffer 643 sowie die hierzu ergangene Berichtigung vom 7. November d. Is. A HI 4706 Amtsbl. Nr. 45, Ziffer 677 mit dem 23. d. Mts. außer Kraft gesetzt. (A III 4532 a.)

Cassel den 22. November 1910.

Der Negierungs-Präsident.

Graf v. Bernstorff.

Landkreis Ranau.

Nachdem die unter dem Rindviehbestand des Heinrich August Ewald zu Fechenheim zum Ausbruch gelangte Manl­und Klauenseuche als erloschen anzusehen ist, werden die für das Sperr- und Beobachtungsgebiet von mir angeordneten Maßnahmen hiermit aufgehoben.

Hanau den 23, November 1910. V. 6650

Der Königl. Landrat.

F r h r. L a u r.

An Stelle des verstorbenen Ortsschätzers Johannes Weil 16. in Bergen wird hiermit der bisherige stellver­tretende Ortsschäher Landwirt Philipp Jakob Wörner in Bergen zum Ortsschätzer des Ortsteiles daselbst ernannt.

Hanau den 23. November 1910. y. 6754

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Ranau. Bekmmtnmcknmg.

60 009 Mk. Stiftungsqelder sind ganz oder geteilt gegen erststellige Hypothek zu 41'« °/o sofort auszuleihen. Näheres Rathaus, Zimmer Nr. 4.

Hanau den 23. November 1910. 25961

Stadthauptkasse.

Bekanntmachung.

Die Wohnung im Hause Kleine Sandstraße 10, 2. Obergeschoß, ist sofort zu vermieten.

Auskunft wird im Zimmer Nr. 11 des Rathauses, 2 Obergeschoß, erteilt. Hanau den 14. November 1910. 25963

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Die auf dem städtischen Grundstück zu Hanau-Kestel- stadt Karte 13 Nr. 38, 41,88 Ar groß, stehenden Korb, weiden sollen am Dienstag den 29. d. Mts., nachmittags 8 Uhr, an Ort und Stelle unter den im Verkaufstermin besannt zu gebenden Bedingungen öffentlich meistbietend verkauft werden.

Treffpunkt: Mündung der Feldbergstraße in die Burgallee.

Hanau den 17. November 1910. 25967

Der Oberbürgermeister.

J. B.: Hild.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 8 des Statuts für die Verwaltung und Verwendung des durch Ablösung an Stelle der der Altstadt fmnau zustehenden Vauholzberechtigung ge­tretenen Abfindungskapitals ergeht hierdurch an die Be­rechtigten die Aufforderung ihre Ansprüche aus dem Jahre 1910 binnen 4 Wochen, vom Tage dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf dem Rathause zur Anmeldung zu bringen.

Anzumelden sind nur die bereits vollendeten Neu­bauten und Reparaturen.

Genierst wird, daß nach § 8 des Statuts für jeden Antrag vom Antragsteller eine Vermessungsgebühr von 2 Mk. zu entrichten ist.

Hanau den 17. November 1910. 25965

Dl- Deputation der Altbanauer Berechtigten.

I

DirnslnMsichttn an? drin Streife.

Der Weichensteller a. D. Wilhelm Theodor Fritz T. zu Bischofsheim ist zum Nachtwächter der Gemeinde Bischofs­heim bestellt und verpflichtet worden.

Hanau den 23. November 1910. V. 6512

Politische RundTdtao.

Der Kaiser gedenkt am heutigen Donnerstag früh von Station Wildpark aus eine Reise nach Schlesien anzutreten. Es ist ein Besuch des Fürsten von Donnersmarck in Neudeck, die Enthüllung des Reiterstandbildes König Friedrichs des Großen in Deuthen, der Besuch des Herzogs von Ratibor in Nauden und die Einweihung der Technischen Hochschule in Breslau vorgesehen.

Der Kronprinz Regimentskommandeur. Wie verlautet, soll der Kronprinz nach seiner Rückkehr aus Ostasien die Führung des 8. Dragonerregiments in Oels übernehmen, besten Chef die Kronprinzessin ist. Der Kronprinz wird als­dann als Regimentskommandeur seine Wohnung im Schloste Oels nehmen. Es sind zu diesem Zwecke schon die notwen­digen Vorbereitungen getroffen. Die Annahme, der Kron­prinz werde jetzt als Kommandeur der Jäger zu Pferde nach Posen gehen und als erster das neue Schloß bewohnen, wird hierdurch hinfällig. Wie es heißt, soll für Posen später Prinz Eitel Friedrich in Aussicht genommen sein.

Für die Wahl eines zweiten Vizepräsidenten des Reichs­tages, die heute erfolgen wird, ist das Mitglied der Reichs­partei, Landgerichtsrat Schultz-Bromberg in Aussicht ge­nommen.

Die natkonallkberale Reichstagsfraktion nnd die Rot der Winzer. Die nationalliberale Fraktion (Dr. Blanckenhorn, Beck-Heidelberg, Dr. Paasche und Eenosten) hat über die Winzernot folgende Interpellation eingebracht:Ist der Herr Reichskanzler bereit, mit Rücksicht darauf, daß die Rebschädlinge seit Jahren dem Rebbau großen Schaden zu­fügen und in Verbindung mit ungünstigen Witterungsver­hältnisten dieses Jahr in vielen Gegenden die ganze Wein­ernte vollständig vernichtet haben, 1. in größerem Umfange als bisher Reichsmittel zu deren Bekämpfung insbesondere für Erforschung wirksamer Methoden zur Verfügung zu stellen?, 2. weitere Maßnahmen zu ergreifen, welche diese Bekämpfung dem Winzer erleichtern und verbilligen?, 3. im Einvernehmen mit den beteiligten Bundesstaaten eine ein­heitliche und dadurch wirksame Bekämpfung der Rebschäd­linge in die Wege zu leiten?"

Mit einer Reihe von Deamtenfragen beschäftigte sich in einer Sitzung der Gesamtvorstand des Verbandes deutscher Beamtenvereine in Berlin. Es wurde dann der Anregung, für eine Erhöhung des Ruhegehaltes der sogenannten Alt- Pensionäre energisch einzutreten, Folge gegeben. Es ist in Aussicht genommen, zu diesem Zwecke mit dem Zentralver- bande deutscher Staats- und Gemeinde-Beamten in Ver­bindung zu treten. Ferner wurde die Frage der Betätigung von Beamten in Konsumvereinen erneut zur Erörterung gebracht. In einem Referat wurde ausgeführt, daß die Agitation kaufmännischer und gewerblicher Kreise gegen die Beamtenkonsumvereine in neuerer Zeit besonders leb­haft in die Erscheinung getreten sei. Der Verband wäre da­her in erster Linie berufen, gegen die übertriebenen Be­strebungen kaufmännischer Kreise Front zu machen, und auch Auswüchse der Deamtenkonsumnereine zu bekämpfen. Eine Kommission wurde mit der Beschaffung von Material betraut. Auch die Frage der Beschränkung der Beamten hinsichtlich des Wohnens in Vororten wurde erörtert und es wurde beschlossen, dem nächsten Verbandstage eine Re­solution vorzuschlagen, die sich gegen derartige Beschrän­kungen richtet.

Der Retter der Ceymour-Erpedition. Mit dem bis­herigen Kapitän z. S. Paul Schlieper, der unter Verleihung des Charakters als Kontreadmiral auf sein Gesuch zur Dis­position gestellt wurde, ist einer der Helden des Chinafeld-

Mges aus dem Dienst geschieden, der sich besonders um die Rettung der Seymour-Expedition verdient gemacht hat. Damals erster Offizier des großen KreuzersHansa", führte er dieHansa"-Abteilung bei der Seymour-Expe­dition gegen Peking und erhielt, als die Boxer und die regulären chinesischen Truppen die Rückzugslinie nach Tient­sin abzuschneiden suchten, den Auftrag, diese Verbindung aufrechtzuerhalten bezw. wiederhe'-zustcllcn. Er er ann zuerst die Gefahr, die dem nur 21to Köpfe zahlen en ' p- ditionskorps von der sich ständig vermehrenden Anesifche Truppenmacht drohte, riet zum ^q;ri^ Mauna dieses Rats seitens des Oberbefehlshabers wurde die Truppe gerettet, die sich auch jetzt nur noch unter s)wc- ren Kämpfen nach Tientsin zurückziehen konnte. Schlieper

selbst wurde dabei durch einen Schuß in das linke Schien­bein schwer verwundet und mußte auf einem Prahm den Peiho hinab nach Tientsin transportiert werden. Abge­sehen von den Toten hatte die Seymour-Expedition 320 Verwundete verloren. Schlieper mußte sich weiter ins deut­sche Marinelazareit zu Yokohama begeben, wo er langsam genas; erst im Oktober 1900 traf er, mit dem Roten Adler- Orden mit Schwertern ausgezeichnet, in der Heimat ein, wo sein Wunsch, im aktiven Dienst zu bleiben, in Erfüllung ging.

Unerquickliche Verhältnisse in Daressalam. Der Gegen­satz zwischen den Anhängern des Gouverneurs Frhrn. von Rechenberg, besten Meinung durch die halbamtliche Deutsch- Ostafrikanische Rundschau vertreten wird, und seinen Geg­nern, deren Partei die Deutsch-Ostafrikanische Zeitung hält, spitzt sich immer mehr zu. Jetzt ist ein Bierabend zum Streitobjekt der beiden erbitterten Parteien geworden. Bis­her war der Geburtstag der Kaiserin durch ein offizielle» Fest gefeiert worden. In diesem Jahr hat aber der Bezirks- rat eine gemeinsame Feier für überflüssig erachtet. Ein Teil der Daressalamer Bevölkerung hat nun einen Bierabend für sich veranstaltet, während der andere und mit ihm der Gouverneur an einem von einem Hotel arrangierten Fest­esten teilnahm. Die Deutsch-Ostafrikanische Zeitung erhebt gegen Herrn v. Rechenberg den schweren Vorwurf, daß es ihm und seinen Liierten unangenehm gewesen sei, mit dem Eros der Bevölkerung zusammenzukommen. Soweit man von hier aus die Verhältnisse übersehen kann, wird die politische Spaltung der Deutschen in der Kolonie, die jetzt auch ihre Schatten auf das gesellschaftliche und persönliche Leben wirft, lebhaft bedauert werden müsten, wenn auch andererseits zugegeben werden kann, daß es z. B. für den Gouverneur eine Unmöglichkeit war, mit dem wegen Be- amtenbeleidigung verurteilten Herrn van Roy an einem Tisch zu sitzen. Jedenfalls muß aber im Intereste des Ge- deihens der Kolonie und schon mit Rücksicht auf die Farbi­gen diesem unhaltbaren Zustand auf irgend eine Weise ein Ende gemacht werden.

Die Revolution in Mexiko. Die fortwährend eingehen­den unbefriedigenden Nachrichten über die anscheinend wachsende Erhebung in Mexiko erregen in London, wo man sich seit vielen Jahren an mexikanischen Vahnbauten und anderen Wirtschaftsunternehmungen und Finanzopera­tionen stark beteiligt hat, nicht geringe Sorge. Zwar ver­breitet sowohl der Londoner mexikanische Gesandte wie fein Kollege in Washington beruhigende Mitteilungen, die auch nach einer Meldung der Times aus Washington der ameri­kanische Gesandte in Mexiko bestätigt. Allein anderseits ist die Tatsache nicht wohl zu bestreiten, daß die mexikanische Regierung von der telegraphischen Verbindung mit dem Aufstandsgebiet abgeschnitten ist, daß eine starke Nach­richtenzensur waltet und ein sonst an eine amerikanische Nachrichtenagentur verpachteter Draht einstweilen in die ausschließliche Benutzung der Negierung übergegangen ist. Vorderhand behauptet sich vielfach noch das Vertrauen, daß die mexikanische Negierung imstande sein werde, die Er­hebung niederzuringen, doch beruht diese Annahme mehr auf den früheren Leistungen des greisen Präsidenten als auf den Anzeichen der gegenwärtigen Lage. Nach einem Bericht der Morning Post aus Washington sollen die Be­richte der amerikanischen Konsuln in den mexikanischen Provinzen viel ungünstiger lauten, als die der Gesandt­schaft aus der Hauptstadt. Derselbe Gewährsman weiß von der Ankunft von vier Vertrauensmännern der Umsturz­

partei zu melden, die zwar noch nicht die amerikanische Re­gierung oder die mexikanischen Vertreter heimgesucht, da­gegen dem Berichterstatter ihre Absichten mitgeteilt hätten. Sie trachteten danach, die öffentliche Meinung in Amerika darüber aufzuklären, daß man es nicht mit einem örtlichen Aufstande, sondern mit einer allgemeinen Umwälzung zu tun habe, die seit Monaten geplant sei. Die der Bewegung würden nicht ruhen, bis Präsident Diaz ab danke und das mexikanische Volk die Gelegenheit erhalte, frei seinen Willen in der Wahl seines Nachfolgers 3» be­tätigen Das Neer sei durchaus nicht zuverlaspg, und das scheint in den Meldungen der letzten Tage seine Bestätigung zu finden. Denn in Chihuahua wurden 600 Mann als ver, dächtig entwaffnet, und in Gomez Palacio sollen 300 Mann zu den Aufständischen übergegangen sein. Präsident Diaz soll nach der Angabe der genannten Agenten der Umsturz­partei wegen des Ausgangs besorgt sein und Chapultepec

stark befestigt haben, um dort seinen letzten Rückhalt zu finden, falls seine Truppen im Felde unterliegen sollten.

Der englische Verfassungskampf.

London, 23. Novbr. In der City fand heute eine unio« nistische Versammlung statt, die unter großer Begeisterung