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Hmüidjcs Organ für SlOb und Fan-Krtis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn* und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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verantwort!. Redakteur; G. Schrecker!» Hanm^
Nr. 267
iyernsprechattschlitsr Nr. 230.
Montag Dtn 14. NovtniNcr
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^erufprechattschlus; Nr. 230
1910
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Amlllches.
Eandkreis Ranau.
Nach einer Mitteilung des Herrn Ministers des Innern wird am 1. Dezember 1910 im preußischen Staate eine außerordentliche Viehzählung stattfinden.
Voraussichtlich wird seitens der Ortsbehörden vielfach , an Volksschullehrer das Ersuchen gerichtet werden, sich an der Ausführung des Zählgeschäfts zu beteiligen. Soweit hierzu ein Bedürfnis vorliegt, und die Lehrer bereit sind, ihre Mitwirkung eintreten zu lasten, genehmige ich, daß der ihnen obliegende Unterricht an dem gedachten Tage ausfallt.
Berlin W. 8 den 22. Oktober 1910.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten.
TrottzuSolz. A. 1431 U. m. C.
Vorstehenden Erlaß bringe ich zur Kenntnis der Herreu Lehrer des Kreises.
Hanau d"n 12. November 1910. V. 6481
Der Königl. Landrat.
I. V.: Dr. v. Waldow.
Stadtkreis Ranau.
Sitzung der Siadtverordueten- Berfammlnng
am Donnerstag den 17. November 1910, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung.
1. Ordnung bett. Benutzung der städtischen Wasterleitung.
2. Aufstellen von Laternen.
3. Erhöhung der Vergütung für das Halten des Zuchtebers in Kestelstadt.
4. Zinsbogensteuer.
5. Ueberlastung des Stadtschloßsaales an die Wetterauische Gesellschaft.
6. Neuaufstellung des Stadtplanes 1:2500 und Ergänzung der Teilpläne 1:250 der Gemarkung Hanau.
7. Neuordnung der Stadlbibliothek.
8. Gärtnerische Anlagen bei dem neuen Gerichtsgebäude.
9. Beschluß des Bezirksausschusses in der Beschwerdesache des Schlachthofdirektors.
10. Beschäftigung von Hilfspersonal zur Prüfung der Ent- wästerungspläne.
11. Stiftungen der Familie Heraeus.
12. Bahnbau Hanau-Budingen.
Stadllücatrr in Hanan.
= Hanan, 12. November.
„Die Jungfrau von Orleans.*
Tragödie von Fr. v. Schiller.
Soweit wir zu überblicken vermochten, haben am 10. November fast alle Bühnen Deutschlands dem Gedächtnis Schillers durch Aufführung eines seiner Werke gehuldigt und auch unser Stadttheater ist in diesem edlen Wettstreit nicht zurückgeblieben, indem es am darauffolgenden Tage in neuer Einstudierung und mit neuer Ausstattung die Tragödie „Die Jungfrau von Orleans" zur Aufführung brachte. Wenngleich nicht ein volles Haus zu verzeichnen war, so ist doch anzuerkennen, daß sich eine immerhin recht beträchtliche Schillerqemeinde eingefunden hatte, um sich an dem herrlichen Werke ihres Eeistesfürsten zu ergötzen. Wir können weiterhin mit großer Genugtuung feststellen, daß auch die Darstellung sich auf recht achtbarer Höhe bewegte, wodurch eine Schiller-Gedächtnisfeier vermittelt wurde, die unserem Theater und seiner Leitung zur Ehre gereichte. Frl. Anny Rubens stand mit der Verkörperung der „Johanna" erstmalig vor einer größeren Aufgabe, deren Lösuccq ihr in ausgezeichneter Weise gelang. Die Hirtin und Heldin, die übernatürliche Retterin des Vaterlandes gab sie in recht romantischer Weis^ "4 durchdacht, ohne jede Uebertreibung und deshalb auch mit ergreifender
l tung. Daß es ihr auch gelang, die Schillerschen Verse in ihrer vollen Schönheit wiederzugeben, wollen wir noch Sonders hervorheben. Anmutsvoll gestaltete auch Fräul. Allde B a l i > n die „Agnes Sorel", eine Rolle, die ja nicht besondere Gelegenheit . zur Entfaltung darstellerischen Könnens bleiet. Mit besonderer Anerkennung ist auch die Gestaltung der „Isabeau" durch Frau Carola Hammer zu verzeichnen, die nach jeder Richtung hin zu befriedigen vermochte. Von den männlichen Rollen war der -Talbot"
13. Gewerbegerichtsstatut.
14. Ordnung für die Erhebung einer Gemeindesteuer von Bier und Obstwein.
15. Rechnung der gewerblichen Fortbildungsschule.
16. Rechnung des Elektrizitätswerkes.
17. Rechnung der Stadtkaste Abt. TTa für 1909.
18. Außerordentliche Revision der Sparkaste.
19. Neuwahl von Mitgliedern des Kuratoriums d?r kaufmännischen Fortbildungsschule.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 11. November 1910. . 25069
Der Stadtverordnetenvorsteher.
Uth, Justizrat.
Am Donnerstag den 1. Dezember d. J. findet eine Bolks- und zugleich auch eine Viehzählung statt.
Das Amt eines Zählers ist ein Ehrenamt. Es werden weder aus Reichs- noch Staatskosten Mittel für die Zählung zur Verfügung gestellt. Wir sind daher auf die Mitwirkung freiwilliger Kräfte als Zähler angewiesen. Wir richten deshalb an die Bürgerschaft und Beamtenschaft die Bitte, sich recht zahlreich zur Uebernahme dieses Ehrenamtes be- reit zu erklären. Je mehr Zähler vorhanden sind, umso kleiner werden die Bezirke und umso geringer ist die Arbeit für den Einzelnen.
Meldungen werden im Dolkszählungsbureau Langstraße 41 (stadt. Meldeamt) entgegengenommen. 25067
Hanau den 12. November 1910.
Der Magistrat.
Hild.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuchs von Hanau Band 66 Blatt Nr. 3591 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes i auf den Namen des Ziseleurs Friedrich Wilhelm König und besten Frau Elisabeth, geb. Noth, in Hanau je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:
P. 21 = 0,81 Ar, a) Wohnhaus mit Seitenbau rechts (A) und links (B) nebst Hofraum Nr. 22 der Römerstraße, Eebäudesteuernutzungswert 750 Mark, Erundsteuermutterrolle Art. Nr. 2393, Gebäudesteuerrolle Nr. 352
am 13. Januar 1911, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 9. November 1910. 25073
ÄüntgL Amtsgerrcht, Abt. 2.
bes Herrn Mothes mit zu den gelungensten Darbietungen zu zählen, ebenso der„Herzog von Dnrgkmd"des Herrn Kliewer, der sich übrigens recht vorteilhaft entfaltet und sich als ein talentvoller Darsteller erweist. Herr Bruno Reichardt spielte den jungen König „Karl" mit gutem Gelingen. Wenn auch etwas mehr Wärme im Spiel nichts geschadet hätt». so ist doch nicht zu verkennen, daß er recht Beachtenswertes bot. Den klastischen Anforderungen der Rolle des „Grafen Dunois" wurde auch Herr Freytag gerecht, der mit festen Strichen in Sprache und Spiel zeichnete. Die Aufführung der Tragödie erforderte die Mitwirkung des gesamten Herrenpersonals, sodaß wir die ungeeignete Besetzung einiger kleineren Rollen mit in den Kauf nehmen mußten, wie z. B. die des „Erzbischofs" durch Herrn Rodewald, die nahezu komisch wirkte. In befriedigender Weise waren noch tätig die Herren Wagner, Hell, Grundmann, Schneider, Schmidt und Wallbrück. Die Ausstattung verdient besondere Anerkennung, sie würde auch einer größeren Bühne als der Hanauer zur Ehre gereichen. Der Regie des Herrn Mothes sei ebenfalls mit Anerkennung gedacht.
Kunst und Ceben.
5. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 12. November.
Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. E. Roediger.
Dr. E. Wolf spricht über:
„Sitten und Gebräuche der Südsee-Jnsulaner."
Der Vortragende, der im verflossenen Jahre über den geologischen Aufbau der Südsee-Jnseln berichtet hat, macht diesmal die Bewohner dieser Inselwelten zum Ausgangspunkt seiner interessanten Ausführungen S5ammesgeschrcht- lich lasten sich hier vier Menschenrasten unterscheiden: Papuas Melanesier, Polynesier und Mikronesier, deren Verbreitunasaebiete scharf abzuarenren sind, und die unter
Sffinibcnt iinb bnlorcnt OktKuflffnbt rc.
Gefunden: 1 Schlüsselring mit 4 neuen Schlüsseln, 1 schwarze Damenhandtasche mit Hausschlüstel und Taschen» spiegel, 1 Jnvalidenkarte Nr. 3 für Johann Dachmann aus Weibersbrunn, 1 schwarzer Spazierstock mit weißem Horngriff.
Verloren: 1 Notizbuch mit schwarzem Umschlag, 1 schwarzes Lederportemonnaie mit 6.34 Mark oder 6 96 Mark und mit 3 Konsummarken, 1 Anhänger von Platin mit Vrillantröschen.
Geländet: 15 Floßholzstämme.
Politische RundTcbao.
Der Kaiser in Donaueschingen. Der Kaiser nahm gestern vormittag mit dem Fürsten von Fürstenberg am Gottesdienste in der evangelischen Kirche teil. Später unternahm der Kaiser eine Rundfahrt durch die Stadt, um die neu aufgebauten Straßenzüge zu besichtigen.
Bayern Beantragt setzt gleichfalls die Einfuhr von Schlachtvieh aus Frankreich und wünscht auch die Zulassung von dänischem Vieh aus Dänemark nach Norddeutschland erleichtert zu sehen.
Die Hinzuziehung von kaufmännischen Sachverständigen z« Handelsverttagsverhandlungen hat der Deutsche Handelstag schon zu wiederholten Malen beantragt. Er hat in diesem Zusammenhang auf das Vorgehen anderer Staaten hingewiesen und die Vorteile betont, die sich aus einem engen Zusammengehen von Regierung und Kaufmannschaft bei der Behandlung handelspolitischer Angelegenheiten ergeben. Es hat den Anschein, daß man im Reichsamt des Innern nunmehr anläßlich der Verhandlungen mit Schweden die bisher beobachtete Zurückhaltung aufgeben will. In der letzten Sitzung des Wirtschaftlichen Ausschußes wies Staatssekretär Delbrück ausdrückich darauf hin, daß auch im Laufe der bald beginnenden Handelsverttagsverhandlungen die Reichsverwaltung bestrebt fein werde, durch Mitgieder des Ausschusses fortlaufend Fühlung mit Interessenten zu halten. Der Deutsche Handelstag ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat in einem Schreiben an den Staatssekretär des Innern Beantragt, daß zu den Verhandlungen mit den Vertretern Schwedens Sachverständige in der Weise zugezogen werden sollten, daß sie entweder unmittelbar an den Verhandlungen teilnehmen oder daß sie zur Verfügung stehen für den Fall, daß während der Verhandlungen irgend eine Aufklärung zu geben ist. Wie verlautet, haben sich führende Männer des Kaufmannsstandes bereit erklärt, in diesem Sinne an einem glücklichen Ausgang der handelsverttaglichen Abmachungen mitzv- arbeiten.
Berücksichtigung des Körperbaues, der Beschaffenheit bet Haare, sowie nach ihrer Sprache, ihren Sitten und Gebräuchen wohl zwei verschiedenen Völkerfamilien zugezählt werden müßen. Die beiden ersteren zeigen eine große Verwandtschaft mit manchen Negervölkern; die letzteren sind wohl von den Molukken ausgegangen, weisen aber auch entschieden mongolischen Einschlag auf. Gegenüber der von allen Seiten auf sie eindringenden Kultur ist eine höchst verschiedene Anpastungsfähigkeit zu konstatieren, was unter anderem an der Hand eines geschichtlichen Rückblicks über die Südseeforschungen erläutert wird. So stehen nunmehr der Osten und Norden, also vor allem die polynesische Welt, in scharfem Gegensatz zu dem Südwesten, dem Gebiet der negroiden Stämme, Diese Tatsache wird durch zahlreiche eigene Beobachtungen des Redners bekräftigt, aus denen vor allem hervorgebt, daß bei den polynesischen Stämmen die ursprüngliche Natürlichkeit schon längst verschwunden ist, und daß wir auch bei den Papuas und Melanesiern erst fernab von Rasenplätzen und Kulturland hoffen dürfen, Völker in unberührter und unverfälschter Naturwüchsigkeit studieren zu können.
Als Kulturfaktor ist keiner der Stamme der Südsee hoch anzuschlagen, denn die Polynesier sind teils zu stolz, teile zu beguem, um im Dienste von Weißen arbeiten zu wollen; die Lebenskraft der Melanesier dagegen scheint vollständig gebrochen zu sein. Ihr Bestand nimmt in erschreckendem Maße ab, so daß man mit der Möglichkeit rechnen muß, schon in wenigen Jahrzehnten weite Strecken entvölkert zu sehen. Da die körperliche Arbeit der Europäer wegen der klimatischen Verhältnisse in den meisten Gebieten ausge* schloßen ist, sieht der Kolonist sich genötigt, zur Mithilfe vor allem Chinesen heranzuziehen, die aber auch hier bald zu der gefürchteten „gelben Gefahr" werden dürften Die koloniale Arbeit in den deutschen Besitzungen ist jedoch keineswegs aussichtslos, denn Samoa ist bei gesundem Klima entschieden die schönste und kruchtbarste Änlonia