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Erstes Blatt.

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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. eo. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

ANlllihts Organ für SUM« nnL Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Mnrllckungsgebvhrr

Die ^gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pstz im Retlamentell die Zeile 45 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: (5. Schrecker tu Hanau,

Nr. 260 ffenifvredhuiMHufi Nr. 230.

Dit KM Auen Willi! «in d.llittthMMtN 22 Seite».

Amlllche^.

Eandkreis Fjanau.

Wegen Abrechnung mit der Staatskasse ersuche ich die Herren Bürgermeister um baldige Einsendung der Empfangsbescheinigungen über die von den Gemeindekassen an die Familien der zur Uebung einberufen gewesenen Reservisten und Wehrleute gezahlten Unterstützungen.

Hanau den 4. November 1910. A. 4899

Der Königl. Landrat.

I. V.: Dr. v. Waldow.

B Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 29. Oktober bis 4. No­vember 1910:

1 Fahrbursche. 2 Hausburschen, 1 Möbelschreiner, 1 Schneider, 5 Tagelöhner.

Im Monat Oktober erhielten Stellen zugewiesen: 22 Erdarbeiter, 1 Färber, 2 Fahrburschen, 1 Eartenarbeiter, 5 Hausburschen, 1 Kaufmann, 1 Lackierer, 9 landwirlsch. Tagelöhner, 1 Maurer, 2 Schlaffer, 2 Schmiede, 4 Schneider, 7 Schreiner, 2 Schuhmacher, 1 Spengler, 24 Tagelöhner, |i 1 Tapezierer.

Hanau den 5. November 1910. 24415

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

II Wmitm mit) ucrlorciit Gegenstände re.

Gefunden: 1 Tapeten-Musterbuch.

Verloren: 1 dunkler ungeflochtener Frauenzopf, 1 Kneifer mit Etuis von Gebr. Nabe.

Hanau den 5. November 1910.

Politische Rundschau.

Die österreichische Penstonsverficherung der Privatangesteüten ist in den letzten Tagen mehrfach Gegenstand der Erörterung gewesen. Man hat sehr un­günstig über die Entwickelung der neuen Einrichtung ge­urteilt, sogar von einem völligen Fehlschlage gesprochen. Die Gründe der Uebelftânbe aber, die jenes schleckte Ergebnis verschuldeten, sind offenbar nicht genügend bekannt, denn immer wieder wird die geplante deutsche Penstonsversicherung für Privatangestellte mit der österreichischen Anstalt verglichen und ihr ein ähnliches Schicksal vorausgesagt. Unkenntnis und leider auch Absicht vereinigen sich hier zu einer Irre­führung der öffentlichen Meinung. In Oesterreich ist mit politischen Verhältnissen zu rechnen, welche man in Deutich­land nicht kennt. Bezeichnend ist z. B., daß die notwendigen Gejchâfttpapiere der Penstonsversicherung in sieben Sprachen zu drucken waren, ähnlich veihâlt es sich mit der Errichtung der Landesanstallen ynd mit der Anstellung der Beamten, allein in Prag und Brünn sind je zwei kostspielige Landes- anstalten lediglich wegen der gemischtsprachigen Bevölkerung errichtet worden. Im ganzen unteihält die Versicherung zehn Landesanstalten. Dabei zählen die aus politischen Wüd|"ichten errichteten Landesanstalten kaum so viel Versicherte, als bie eine Anstalt in Wien allein. Auch das Gesetz enthält einige Fehler und Lücken, welche aber in Deutschland gar nicht Dorfommm können. So sind in Deutschland die dienstrecht­lichen Bestimmungen der Angestellten schon lange voll­kommener geregelt uub das zu erwartende Gesetz kann da­rauf süßen, in Oesterreich ist das Handlungsgehilfengesetz z. B. dein Pensionsgesetz nackgesolgt. Die deutsche Regie­rung, wie die deutschen Pi ivatangestellten bemühen sich aber trotz unserer leichteren und einfacheren Verhältnisse, aus den österreichischen Eifahrungen zu lernen. Die zuständigen Ober- reglerungsräte aus dem Reichsamte des Innern haben sich zum Siudium der österreichischen Einrichtung längere Zeit in Wien ausgefallen. Auch die Privatangestellren, welche die deutsche Bewegung leiten, bemühen sich eifrig, die Ver- l Haltnisse unterer Nachbarn zu erforschen. Kürzlich war dem Vorsitzenden der 9tsteirischen Arbeilszentrale für die staatliche Pensionsm rsicherung der Privatangestellten, Herrn A. Eunesch, Aachen, Gelegenheit gegeben, vierzehn Tage als Gast der österreichischen Versicherungsaiistalt in Wien zu weiten, wo er in zuvorkommendster Wene über die Verhältnisse Auf- sckluß erhielt. Alle österreichischen Erfahrungen werden bei uns berücksichtigt w rden, und es besteht somit nicht der ge­ringste Grund, wegen der deutschen Privatanaestellten-Ver-

Samstag Den 5. November

W»^m JIMI Hl II III

sicherung Bedenken aus den österreichischen Verhältniffen ab­zuleiten.

Hus Ran au Stadt und Cand.

Sinai», 5 November.

* Kleinkinderschule. Nächsten Montag wird die Eröffnung der Kleinkinderschule Aepfelalle 16 stattfinden. A n- Meldungen der Kinder nimmt die leitende Schwester von heute an entgegen. Das Schul­geld beträgt für ein Kind 25 Psg. in der Woche, für 2 Ge­schwister 40 Pfg., für drei Geschwister 50 Pfg. Die Kinder werden vorerst von 8 12 Ufr vormittags und von l1/» bis 4 Uhr nachmittags beschäftigt. Ausnahmen von dieser Schul­zeit können in besonderer Weise vereinbart werden. Früh­stück u. dgl. erhalten die Kinder nicht.

* Stadttheater. Am heutigen Samstag, abends 8 Uhr, gelangt bei volkstümlichen PreisenH a s e- manns Töchter", Volksstück in 4 Akten von L'Arronge zur Aufführung. Der Operettenlchlager Lehar's:Der Graf von Luxemburg" wird morgen Sonntag nach­mittag bei ermäßigten Preisen gegeben und mit seiner herrlichen Musik, welche hier bei der vortrefflichen Besetzung in schönster Weise zur Geltung kommt, den Hörern einige unvergeßliche Stunden bereiten. Als Abendvorstellung geht dann zum ersten Male das militärische VolksstückK a- s e r n e n l u f t" in Szene, momentan der Schlager fast sämt­licher Bühnen. Herr Direktor Steffi er wird selbst für eine erstklassige Inszenierung des überaus packenden, dabei aber auch humorvollen Stückes Sorge tragen, in welchem neben den Damen Hammer, Nathustus, Rubens und Sckneider- Siea, das gesamte Herrenpersonal des Schauspiels tätig ist.

* Das Tonbild-Theater, Ecke Bangertstraße, hat ein der Meßwoche entsprechendes, großes Sensationsprogramm von Samstag den 5. November bis inkl. Freitag den 11. No­vember vorgesehen. Aus dem Programm heben wir folgende Nummern hervor: In der amerikanischen Grenzstation, eine Episode aus dem Bürgerkrieg. Brasilianischer Tanz, effekt­reiches Tonbild. Der Kaiserbesuch in Brüffel am 27. Oktober 1910, hochaktuelle Aufnahme. Die Schulprüfung, reizendes Tonbild-Duett. Die Klapperschlange, zoologische Studie. Eine drollige Geschichte, wer gern lacht, kann mittun. Die Undankbare, ergreifendes Drama. Hektor macht Schulden, Lachsalvenskizze. Sodann ist ein vorzügliches Einlage­programm mit ca. 7 Nummern vorgesehen. Ein Besuch der Vorstellungen ist sonach in hohem Grade empfehlenswert.

* Die Akt.-Ees. Hofbrauhaus Hanau vormals E. Ph. Nicolay hat im abgelaufenen Jahre nach 75 764 Mk. (i. V. 65 477 Mk.) Abschreibungen einen Reingewinn von 109 552 Mark (i. V. 23 934 Mk.) erzielt, woraus, wie schon mitge­teilt, eine Dividende von 3 Prozent (i. V. 1 Proz.) zur Ver­teilung gelangen soll. Der Geschäftsbericht führt aus: Der Vierabsatz konnte trotz der Abstoßung mehrerer unrentabler Pachtwirtschaften und des recht ungünstigen Sommerwetters fast auf gleicher Höhe wie im Vorjahre gehalten werden. Aus Anlaß des letztjährigen Eismangels konnten wir durch gesteigerten Eisverkauf einen guten Nebengewinn erzielen und da sich auf Zinsen- und Pachten-Konto, wie wir in unserem vorjährigen Bericht in Aussicht gestellt hatten, recht wesentliche Ersparnisse ergeben haben, so war es uns möglich, hierdurch und infolge sonstiger Ausgaben-Beschrän- kungen mit einem besseren Gewinn-Erträgnis herauszu­kommen. Wir hatten Gelegenheit, unser in den Bereich der Bahnhofserweiterung Friedberg fallendes Depot-Grundstück zu verkaufen, von dessen Erlös wir einen Teil auf Immo­bilien-Konto IIT abgeschrieben haben und den verbleiben­den Rest zur Verwendung für Extra-Abschreibungen und Rückstellungen empfehlen. Die erforderliche Neuanlage wird gegenwärtig bei Bad-Nauheim ausgeführt und werden die Kosten im kommenden Jahre in neuer Rechnung erscheinen. Die Aussichten für das neue Geschäftsjahr sind im allge­meinen nicht sehr erfreulich; obschon Hopfen etwas billiger und Gerste und Malz zu ungefähr gleichen Preisen zu haben sein werden, dürfte infolge der geringen Beschaffenheit der

diesjährigen Gerste die Betriebsausbeule ungünstig beein­flußt werden. Trotzdem hoffen wir, in Voraussetzung nor­maler Verhältnisse, im neuen Geschäftsjahre ein im ganzen

befriedigendes Resultat erzielen zu können.

* Na, bis Sonntag sehn wir uns! Diese volkstümliche Redensart war im Laufe vergangener Woche mehr denn sonst in aller Munde. Auf die Frage, wo denn? hörte man in den meisten Fällen:Ei, auf dem W al fc s

Turnern! Es ist :

staltung^Mu Waldfest in der Sofien Susan mil frofien Erwartungen entgegensieht. Das âest beginnt um 6 Uhr.

è3triiFwd)(HiM)htß Nr. 230

1910

Die Verkaufsstellen für Eintrittskarten wurden bereit» gestern bekannt gegeben.

* Verband Deutscher Handlungsgehilfen Leipzig, Kreis* verein Hanau. Zu unserem in der Donnerslagnummer ent­haltenen Referat über die Versammlung des Deutschnatio­nalen Handlungsgehilfen-Verbandes erhalten wir nach­stehende Berichtigung: Es ist unwahr, daß die Kaufmanns­gerichtsbeisitzer, welche dem Leipziger Verband angehören, bei Beratung des 8 Uhr-Ladenschluffes, der Sonntagsruhe und der Konkurrenzklausel versagt haben. Es fanden zwei Sitzungen statt. In der ersten waren von den Leipzigern Vertretern die Herren Helbig und Joseph anwesend, in der ' zweiten die Herren Helbig und Schüler, während Herr Joseph geschäftlich verhindert war, was wohl auch jedem anderen Angestellten einmal passieren wird.

* Spessatt-Touristen-Berein. Nach dem vorliegenden Programm für das morgen abend im Deutschen Haus stattfindende Dekorierungsfest, verbunden mit Fami­lienabend, verspricht dasselbe einen in jeder Beziehung unterhaltenden Abend. Wir verfehlen nicht, auch hier noch- 5 mals darauf zu verweisen, mit dem Bemerken, daß jung und alt sich amüsieren wird. Hoffentlich wird ein guter Besuch der Mitglieder und Freunde die Mühen lohnen. Anfang 5 Uhr.

Großes humoristisches Konzert findet morgen, von nachmittags 4 und abends 8 Uhr ab, imFrankfurter Bau" statt.

* Kinematograph der The Royal Bio Co. In bedeutend verbesserter lind erweiterter Auflage zeigt sich auf der diesjährigen Herbstmesse der Kinematograph der The Royal Bio Co. gegenüber seines früheren Hiersein*. Auch auf gute Darbietungen ist Gewicht gelegt. Wir lesen in einem uns zur Verfügung gestellten Zeitungsbericht: Die Vorführungen müssen als vollendet bezeichnet werden. Die projektierten Figuren und Bilder treten mit einer unge­wohnten, geradezu verblüffenden Plastik aus der Leinwand heraus, man hat keine entstellten Züge, keine gappelnbetf, die Glieder verwechselnden Menschen, keine Doppelgesichter, nicht* Verschwommenes und Flirrendes vor sich, die Farbengebung zeigt keine Uebertreibungen und alles zieht mit einer Ruhe am Auge vorüber, die lebenswarm wirkt und jeden in Er­staunen jetzt. Der Zuschauer sieht die neuesten Weltereig- niffe, sieht fremde Länder mit prachtvollen Naturszenerien, fremde Städte und fremde Menschen in ihrem Tun und Treiben und macht gleichsam eine Reise mit in eine ihm noch unbekannte Welt; man sieht den Kampf umS Recht im Ge- richtssaal, dann Szenen mit überwältigender Komik, die zur Heiterkeit stimmen, sodaß auch der größte Pessimist sich ihrer Wirkung beugen muß und noch vieles andere, ernstes und heiteres. Es würde uns zu weit führen, die einzelnen Dar­bietungen im Detail durchzuiprechen; daS beste ist, sich die Sache selbst anruiehen, sie ist ihr Geld wert und der Besuch deS Theaters The Royal Bio Co., der bestens empfohlen werden kann, wird jedem volle 2 Stunden eine Frende und einen Genuß gewähren. Ueber das Programm ist Nähere* im Jnseratenieile zn ersehen.

* Für die durch Einbruch geschädigte Familie ist von 5). H. in Langenselbold noch ein Betrag von 1.50 Mark eingegangen. Die Sammlung ist hiermit geschloffen.

):( Hochstadt b. Hanau, 4. Novbr. (Gefügel- Ausstellung.) Wiewohl den meisten Züchtern von Rastegeflügel im hiesigen Kreise bekannt sein dürfte, veran­staltet der Hochstädter Geflügelzuchtverein in den Tagen deS 3, 4. und 5. Dezember d. I. im Saale des Gastwirts Wilh. Rauch dahier eine allgemeine Geflügel - Ausstellung für den Stadt- und Landkreis Hanau. Wir richten an alle Züchter und Liebhaber die herzliche Bitte, unser Unternehmen durch gefällige Beschickung schönen und edlen Geflügels tat­kräftig unterstützen zu wollen. Mit dem Versand der ^ro* gramme und Anmeldebogen ist begonnen worden und m gen alle Interessenten dir Ansstellungs - Bestimmungen von dem Vorsitzenden Herrn Wilhelm M a n k e l - Hockstadt ver- langen Der Anmeldeschluß ist unwiderruflich auf den 20. November festgesetzt. Näheres im Inseratenteil der heutigen Nummer.

Weitere BerichteAus Stadt und Land" im zweiten Blatt und in der Beilage.

Hus Hab und fern.

m. Offenbach a. M., 5. Novbr. Ein merkwürdige* Gerücht kursiert gegenwärtig in unserer Stadt. Die Bau- Polizei habe die Decken des Mayer'schen Neubaues, in dem bekanntlich der Verkaufslag der Großherzogin stattfinden soll, beanstandet, da üe bei Menschenandrana nicht aenihtn)