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Freitag den 28. Oktober 1910
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Politische Randsd/>ae.
Die Arbeiterfrage. Die Rede, die bet Handelsminister Sydow bei der Einweihung des Dortmunder Oberbergamtsgebäudes gehalten hat, sollte in allen ihren Teilen, hauptsächlich aber in dem über die Arbeiterfrage, recht sorgfältig gelesen werden. Der Handelsminister betonte, daß, je mehr die staatliche Gesetzgebung, je mehr die freiwillige Fürsorge des Bergbaues zum Wohle der Arbeiter getan habe, um so weiter wir uns von dem Ziele eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Unternehmern und Arbeitern, einem vertrauensvollen Zusammenarbeite?! dieser beiden Teile zu entfernen scheinen. Er hat leider nur zu sehr recht. Wenn man aber danach fragt, worauf denn diese beklagenswerte Erscheinung zurückzuführen ist, so kommt man immer wieder auf die skrupellose Verhetzung zurück, die von der sozialdemokratischen Partei verübt wird. Was an sozialer Fürsorge aus Christenpflicht, wie auch der Minister erwähnte, geschieht, führt die Sozialdemokratie auf ihre Tätigkeit zurück. Sie versetzt die Arbeiter in den Glauben, daß sie es sei, die ihnen die sozialen Fürsorgeeinrichtungen durch ihre Verhetzung verschafft hätte, und so feiert diese Verhetzung immer neue Triumphe. Bei einer derartigen Sachlage wäre es wohl angebracht, zu erwägen, ob man nicht auch einmal durch Unterbrechung in der Uebertreibung von Fürsorgeeinrichtungen dieses sozialdemokratische Lügengebäude über den Haufen werfen sollte. Der Handelsminister Sydow erwähnte ferner, wie man daraus achten müßte, daß der Bergbau nicht selbst über den Fürsorgeeinrichtungen zugrunde ginge. Auch dabei wird der Kampf gegen die Sozialdemokratie eine Rolle spielen müssen. Denn ihr wäre nichts erwünschter, als ein Zusammenbruch der deutschen Gewerbstatigkeit, weil sie erst dann ihrem politischen Ziele näher zu kommen hoffen könnte. Vor allem wird aufrechterhalten werden müssen die Disziplin im Betriebe, die zu betonen der Minister nicht vergaß. Diejenigen, welche die Verantwortung für den Betrieb tragen, so meinte er, dürften in den Grenzen ihrer-Betriebsführung das Heft nicht aus der Hand verlieren. Das ist allerdings das wichtigste Moment für die Vermeidung eines Zusammenbruches des Bergbaues sowohl wie jedes Gewerbes. Deshalb sollte aber auch überall, wo die Betriebsführung des Unternehmens in Frage kommt, seine Position nicht geschwächt, sondern gestärkt werden.
Das Kaisklpaar in Brilsscl.
Brüssel, 27. Okt. Ueber den Besuch des deutschen Kaiserpaares in Tervueren werden noch verschiedene Einzelheiten bekannt. Darnach wurde der Kaiser von Baron Hauteville empfangen. Als der König von Belgien den Baron voistellen wollte, streckie der Kaiser diesem beide Hände entgegen und sagte: „Wir sind sehr alte Bekannte, es sind 42 Jahre her, daß wir uns kennen. Ich bin ihr und ihres Bi uders Spielgenosse in Frankenberg gewesen. Darauf stellte der Kaffer ihn der Kaiserin vor: „Hier ist mein aller Spielgesährt". Auf dem Spaziergang durch den Park und das Museum unterhielt sich der Kaiser lebhaft mit dem Baron, den er mit Wehmut an seinen Vater erinnerte, der, wie der Kaffer hervorhob, ein ausgezeichneter Mann gewesen sei. Der Kaiser besichtigte die prachtvolle Kuppel des Mustums und die Kaiserin interessierte sich für die ©Ifenbemarbeiten im Museum.
Giicisknan.
Ein Bild zum 150. Geburtstage des Feldmarschalls - Neithardt von Gneisenau, 27. Oktober.
Von Dr. Engen Bollmann.
(Nachdruck verboten.)
Gestalten sind es vor allem, die in dem gewaltigen Panorama der preußisch-deutschen Erhebung?- und Be- sreittngsreit den Blick immer wieder zwingend am sich lenken, drei Persönlichkeiten, die durch sittliche Hoheit, "Macht des Geistes und Genialität, der Leistung einen unversieglichen Zauber ansiiben: Stein, Scharnhorst und Gneisenau. Noch heute empfindet der, der sich in Gneisenau? Leben vertieft, die gewaltige Anziehungskraft des Mannes, die von seinen Zeitgenossen bezeugt, von E. M. Arndt hervorragend geschildert ist. An Glanz der äußeren Erscheinung übertraf der hochgewachsene, schöne, vornehme Mann seinen Kameraden ^darnhorst bei weitem ; in der „Würd' und Huld und f'aren All de", die ihm nachgerühmt worden sind, hat er etwas Goethuches; fein eigenstes Wesen aber w gekennzeichnet durch eine seltene Verbindung von fdnrmmivoiler, selbst dich- terücher Phantasie und strengem Denken, von heißer, taten» (reifer ..eibenfebaft und nüchtern realer Erwägung. Etwas Don de. Mischung, die Kleist feinem Hermann gegeben hat, war auch in Gneisenau. Er selber freilich hielt sich mehr zur ^at als zum Rate geeignet, und meinte in seiner Bescheiden- beit 'oaar, er sei mehr geschickt für die Einsamkeit unb die literarischen Beschäftigungen, die Stille der Natur und des Landlebens, als für die Geschähe, welche ihrer Natur nach die '. eibenlcbafteu anfregen. Aber gerade indem sie ihm dnrcii -turm und Leidenschaften führte, hat die Geschichte ihn nun deuNchen Nalionalhelden erhoben.
rie hat sich dabei freilich Zeit gelassen. 26 Jahre war Gneisenau Khan alt, als er im preußischen Heere Anstellung land, zu oelfen großen Erziehern wir ihn heute rechnen, unb bann hat er noch weitere zwei Jahrzehnte dem Einerlei und der subalternen Tätigkeit des Dienstes in kleinen Garnisonen opfern müssen. Kaum ein Jahrzehnt ist ihm vergönnt ge°
Brüffel, 27. Okt. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen heute nachmittag im komglischen PalaiS das deut'che Konsularkorps in Belgien, die Senioren der deutschen Kolonie in Brüssel und Antwerpen, die Präsidien der deutschen Vereine und die Vorstände der Veteranen» und Offiziersvere'ne in Brüssel und Antwerpen. Später nahmen die Herrschaften und die Prinzessin Viktoria Luise den Tee bei dem Herzog und der Herzogin von Arenberg.
Brüffel, 27. Oktbr. Der Besuch des Kaisers in der deutschen Schule konnte nicht stattfinden, weil der Aufenthalt in Tervueren sich länger als geplant ausgedehnt hatte. In der Straße, an der die Schirle liegt, hatte sich eine tausendköpfige Volksmenge eingefunden, die den kaiserlichen Besuch erwartete. Auch die Schulkinder waren bereits vollständig erschienen, desgleichen der Rektor mit den übrigen Mitgliedern des Lehrkörpers. Die Enttäuschung infolge der Absage des Besuchs war lebhaft. Als der Rektor der Schule, der die Uniform eines deutschen Reserveoffiziers angelegt hatte, das Gebäude verließ, um sich nach der Wohnung des Herzogs von Arenberg zu begeben, hielt ihn ein Teil der Menge wegen seiner Uniform für den Kaiser und brachte ihm lebhafte Ovationen dar.
Brüssel, 27. Oktbr. Heute abend nahm das Kaiserpaar an einem Diner in der deutschen Gesandtschaft teil. Der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und der König und die Königin der Belgier wurden vom dem Gesandten und Frau v. Flotow im blumengeschmückien Treppenhaus empfangen und in die oberen Satan geleitet, die vornehme Behaglichkeit und feinsten Kunstgeschmack atmeten. An der reich geschmückten Tafel nahm der Kaiser zwischen der Königin und der Gräfin von Flandern Platz, gegenüber die Kaiserin zwischen dem Minister Davignon und dem König der Belgier, neben dem die Prinzessin Viktoria Luise saß. Nach dem Diner fand ein engbegrenzter Empfang von bedeutenden belgischen und deutschen Persönlichkeiten aus Brüssel und Antwerpen statt. Der deutsche Männerchor in Brüssel trug einige Lieder vor. Die Abreise erfolgt heute abend 11 Uhr (westeuropäische Zeit) vom Bahnhof Quartier Leopold nach der Station Wildpark.
Hus Hab und fern.
FC. Frankfurt a. M„ 27. Oktbr. Die Firma Sturm in der Fechenheimerstraße dahier hat einen großen dreistöckigen Neubau an der Ecke Weidenborn- und Seckbacher Landstraße aufgeführt, der im Mauerwerk fertiggestellt ist. Die Maurer waren heute gerade im dritten Stock und Dachgeschoß beschäftigt, als gegen ll1 /» Uhr unter lautem Getöse der Erkervorbau, der vom ersten Stock bis zum Dachgeschoß reicht, des nach der Seckbacher Landstraße zu siebenden Teiles des Gebäudes vom Dach bis zum Keller in einer Breite von 5 bis 6 Meter in sich zusammenbrach und mehrere Arbeiter unter sich begrub. Die herbeigeholte Feuerwehr, 3 Züge, suchte auS den wüsten Trümmern die Arbeiter zu bergen. Zunächst wurde der 26 jährige ledige Maurer Otto Usinger aus Kristel bei Höchst a. M. als Leiche unter den Trümmern mit völlig eingedrücktem Schädel hervorgezogen. Dann folgte der 25 jährige Maurer August Bretz, der 35 jährige Tag- löhner Schröder und der Taglöhner Konrad Scherf, sämtlich aus Niederems bei Idstein. Die Verunglückten haben Kopf- veiletzungen und Nippenbrüche. Bretz vor allem ist lebensgefährlich verletzt. Ueber die Ursache des Unglücks ist noch nichts festgestellt. Der Bauunternehmer Stnrm erklärte,
wesen, um alle Kräfte seines Geistes zu offenbaren, zu entfalten und dem Staate dienstbar zu machen, aber diese kurze Spanne Zeit, die freilich die Riesenoopöe von Jena zu Waterloo umschließt, hat vollauf genügt, um uns den Mann für immer denk- und verehrungswürdig zu machen.
Seine Jugend ist dunkel und romanhaft. Auf der Landstraße, kann man sagen, ward er geboren. Es war kurz vor der Schlacht bei Torgau, als die Reichsarmee vor dem Preußenkönige eilends retirierte. Bei ihr stand der damalige Artillerieleutnant Neithardt (so nannte er sich damals, während er später wieder seinen vollen Namen annahm), seine Gattin war ihm ins Feldlager gefolgt; im Städtchen Schilda genas sie des Knaben, der während der Flucht der vor Schwäche ohnmächtigen Mutter entglitt und vom Wagen auf den Weg fiel, wo ihn ein Soldat auflas. Die Mutter starb bald darauf, und das Kind lebte gar dürftige und kummervolle Tage bei gewissenlosen Pflegeeltern, bis durch einen Zufall seine Existenz seinem wohlhabenden Großvater mütterlicherseits in Würzburg bekannt und der barfüßige Junge in ein stattliches, gutes Bürgerhaus überführt wurde. Auch seine anscheinend zum Teil recht stürmischen Studienjahre in Erfurt und seine Kadettenzeit im österreichischen Heere sind vielfach unklar, uud sicheren Boden erreicht die Geschichte seines Leben? erst mit seinem Eintritte in das Jägerbataillon deS Markgrafen von Ansbach-Bayreuth. Die Jahre in Ansbach und Bayreuth verliefen ohne bedeutendere Ereignisse, ausgenommen die Entsendung seines Regiments nach Amerika, wo er allerdings zu spät anlangte, um noch an dem englisch-amerikanischen Kriege teil zu nehmen, wo er aber doch viel lernte und vor allen Dingen Eins erkannte: daß nämlich die strenge friederizianische Lineartaktik ihre Grenzen und Mängel und eine freiere und beweglichere Taktik, bei der auf die Ausnutzung des Geländes und die Schießausbildung hoher Wert zu legen sei, die Zukunft für sich hatte. Friedrich der Große selbst hatte aus den Bencvten über den amerikanischen Kolonialkrieg ähnliche ^mtvye gezogen, und als der Leutnant v. Gneisenau sich um Unstellung im preußischen Heeresdienst bewarb, da. teil ' ^ den sogen. Freibataillonen zu, die in wurden und die berufen waren, den neuert Dien t nuszu üde^.
daß er nur gutes Material verwendet habe. Die UnfallfieT« ist gesperrt. Eine große Menschenmenge hat sich an btt UnqhWtatte eingefunden. Drei Arbeiter mußten mit Reitungsleitern von der Feuerwehr vom Dachgeschoß, da» hängen geblieben, heruntergeholt werden.
Frankfurt a. M., 27. Oktbr. Zum Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Frankfurter OberlandeSgerichtS- präsidenten Dr. Hagens wurde OberlandesqerichtSprâstdent Dr. Spahn in Kiel ernannt. Dr. jur. Peter Spahn ist 1846 zu Winkel im Rheingau geboren. Er besuchte von 1857 bis 1866 das Gymnasium zu Hadamar, studierte von 1866 bis 69 in Würrburg, Tübingen, Berlin und Marburg die Rechte, wurde 1869 Referendar, 1873 Assessor, 1874 Richter, 1892 Oberlandesgerichtsrat, 1898 ReickSgerichtsrat, 1905 OberlandesgerichtSpräsident. Von 1882 bis 1898 unb seit 1904 gehört Spahn dem preußischen Landtag als Mitglied an; seit 1884 ist er Mitglied des Reichstags, in dem er von 1895 bis 98 Vizepräsident war. Als Führer der Zentrumspartei ist Dr. Spahn vielfach öffentlich hervorgt« treten, auch verfaßte er eine Anzahl juristischer Werke.
r. Marburg, 27. Oktbr. Der vielfach erörterte Konflikt zwischen der hiesigen Ortskrankenkasse und der oorgt» fetzten Behörde, welche bekanntlich die Rückzahlung der für Krankenkaffentagungen verausgabten Summe von 495 Mk. an die Kasse verlangt, hat seine Erledigung dahin gefunden, daß die Verfügung wieder zurückgezogen wurde.
Caffel, 28. Oktbr. Herr LandqerichtSprästdent Geh. Ober-Jnstizrat Kirchner hierselbst wurde zum OberlandeS- gerichtSprâsidenten des OberlandeSgerichtS in Kiel ernannt und wird bereits am 1. November nach dort in seinen neuen Wirkungskreis übersiedeln. — Am Donnerstag früh ist hin im Alter von 70 Jahren der General der Infanterie Daron v. Collas gestorben. Der Verstorbene war 1895—1896 Kommandenr der 22. Division, wurde dann Gouverneur von Mainz und 1900 zum General der Infanterie ernannt. AlS er im Jahre 1903 seinen Abschied nahm, zog er wieder nach Cassel.
Hebftahl L O., 26. Oktbr. Dieser Tage erhielt ein hiesiger Landwirt einen Geldbrief, dem nach seiner Zählnng 900 Mark fehlten. Der kluge Bauer meldete dies sofort der Bank, die auch sofort einen Beamten sandte zur Prüfung deß Geldbriefes. Dabei stellte sich heraus, daß der Bauer einen Tausendmarkschein mit einem Hunderter verwechselt hatte.
Butzbach, 26. Oktbr. Die Butzbach-Licher Eisenbahn- Aktiengesellschaft hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 107 217 Mark.
Michelstadt, 26, Oktbr. In Unter - Mailau wurden die Scheune und Stallungen des Landwirt» I. Kredel durch Feuer zerstört. Man vermutet Brandstiftung.
Hachenburg, 26. Oktbr. In der Henney'schen Garage war am Samstag abend da« Auto des Herrn Dr. Kunze zwecks Reparatur untergestellt. Plötzlich züngelten auS bet Tür der Garage helle Flammen. Hilfe war gleich zur Stelle, doch konnte nicht verhindert werden, daß die Karosserie bei Wageur bis zur Wertlosigkeit abbrannte. Ebenso sind drei Pneumatics vom Feuer anaefreffen worden, die einen ungefähren Gesamtwert von 1000—1200 Mk. repräsentieren.
Oberstein, 26. Oktbr., Die Frau deS Güterexpedienten R. auf der hiesigen Station gab im Streit auf ihren Man» einen Revolverschuß ab. Der Verletzte wurde inS Krankenhaus gebracht, wo die Kuael auS dem Backenknochen entfernt wurde. Die Täterin ist flüchtig.
Und so hat Gneisenau in Löwenberg und in Jauer 2C Jahre lang diese Füsilierkompagnien gedrillt. Erst in ziemlich bedrängten Verhältnissen, dann, als er Kompagnieches geworden war, in sorgenfreier Lage. Das Jauersche Jahrzehnt war überhaupt in rein menschlicher Hinsicht sein glücklichstes, Er hatte in Fräulein von Kottwitz seine Lebensgefährtin gefunden, er und sein Haus bildeten den Mittelpunkt des Lebens in der kleinen Garnison, und neben dem Dienste bot ihm das von ihm erstandene Gut Mittel-Kauffungen eine Wirksamkeit als Landwirt, di« er liebte und der er sich mir Kifer und Gründlichkeit widmete. Aber der Militärdienst blieb doch sein Hauptinteresse. Die großen Begebenheiten der Weltgeschichte, die in dies« stillen Jahre fielen, blieben auch von dem Kapitän in dem kleinen schlesischen Landstädtchen nicht unbeachtet; Gneisenau studierte die Revolutionskriege mit solcher Ausmerftamkeit, daß er später Bonaparte als seinen Lehrer bezeichnen konnte. Der Krieg, den er mit so vielen anderen Patrioten heroeisehnte, stand wiederholt vor der Tür und ging wieder vor-' über — bis das Jahr des großen Gerichles kam: Und mit seinen Füsilieren marschierte auch Kapitän von Gneisenau gen Thüringen. _ „ ,
Nicht- ohne böse Vorahnungen. Er lchneb damals-. „Man hat in Zeiten des Friedens viel vernachlässigt, sich mit Kleinigkeiten abgegeben, oetzfPublikiuns Schaulust ge rohnt und den Krieg, eine sehr ernsthafte Sache, vernachlässigt. Der Geist der Offiziere jedoch ist vortrefflich, und hieraus lärm ich große Hoffnungen versprechen. Aber, aber . . . Be, Saalfeld und bei Jena, wo er mitfockt, sah er seine schlimmsten Besorgnisse verwirklicht, übertroffen. Der Zusammenbruch war da. Gneissnau hatte das Glück, der Kapitulation von Prenzlau zu entgehen und sich nach Ostpreußen durchzuschlagen.
Der Zusammenbruch war da, aber Gneisenau war der letzte, den Mut zu verlieren. Ja, nichts ergrimmte ihn so tief, wie die Schlaffheit der Zeit. „Kleinmut' herrscht überall, und das Zeitalter ist so kraftlos, daß die Idee, mit Anstand Zu sollen, für eine poetische Exaltation gilt". Ihm nicht. Durch fein Ungestüm fiel er alsbald auf, den Einen im ghtniigen sinne, den alten Zöpfen bedenklich, Mißtrauen