Lierkelj ahrllch 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg.. für trag« vârtige Abonnenten mit dem betreff. Post auf) chlag-
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Erstes Blatt.
General-Anzeiger
Einri! ckrmgsgebühel
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Awll'chts Organ für Mt- nn) FauLKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die klgespaltene Petitzeile oder deren Nasm 20 PfA im RellamenteU die Zeile 45 Pfg.
Verantwortl. Redakteur: C. Schrecker in Hanau,
I!k. 248 Aerttsprechamchltts; Nr. 230.
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At btâeNmiiler nmfoiil uni« K.NitnhiltmiUsN
18 Seiten.
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Amtliches.
Stadtkreis Ran au.
Bekanntmachung
Arbeii'ttchen-e in der Zeit vom 15. bis 21. Oktober 1910;
1 Battschlosker, 1 Dienstmädchen, 1 Fahr- bnrsche, 2 Hansbnrschen, 10 Tagelöhner.
Hanau den 22. Oktober 1910. 23269
Städtische Arbeitsverrnittelnngsstelle.
Zwangsversteigerung.
Zm Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Grundbuche von Hanau Band 35 Blatt 2243 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Kappenmachers Karl Kramer zu Hanau eingetragene Grundstück:
Krwl. H Parz. 85 — 0,43 ar,
a) Wohnhaus Nr. 17 der Hospitalstraße, — GrundsteuermutX'rrolle Artikel 943,
Gebâudestelierrolle Artikel 1307 —
am 16. Dezember 1910, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marklplatz 18 — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanan den 19. Oktober 1910.
Königliches Amtsgericht Abt. 2. 23285
Der unterm 28. September 1910 gegen den Dachdecker Heinrich Born, geboren am 7. Januar 1864 zu Kelsterbach, erlassene Steckbrief wird zurückgenommen.
Frankfurt a. M. den 20. Oktob r 1910.
Königl. Staatsanwaltschaft.
Lall-lcktsWikher Kreisverei« ^mu.
Nächste Versammlung Samstag den 29. d. M., nachmittags 21/» Uhr, im Gasthaus „zum golduen Löwe n" hier.
Tagesordnung r
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Eberkörordnung.
3. Besprechung über die im Sommer ausgeführten De- sichtlgungsreisen des Vereins.
4. Aussprache über die bisher erzielten Erfolge in der Bekämpfung der Mäuseplage.
5. Mlialtederaufnahme.
6. Festsetzung des Winterfestes.
7. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister werden gebeten, die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvercins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lasten.
Hanau den 21. Oktober 1910.
Der Vorstand.__ 23327
Liegen geblieben im Stadnheater: 1 Paar Damen- Handschuhe. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 21. Oktober 1910. 23267
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 wolle Pferdedecke.
Zugelaufen: 1 brauner Jagdhund, etwa 1 Jahr »lt, m. Geschl.
Hanau den 22. Oktober 1910.
Hus Hanau Stadt und Hand.
K» inau, 22 Oktober.
* Misfionsfest. Wir machen nochmals auf das Missionsfest aufmerksam, das morgen nachmittag um 4 Uhr in der Johanneskirche stattfindet. Wir hoffen, daß dasselbe zahlreich aus der Stadt und Umgegend besucht wird, nicht nur von Missionsfreunden, sondern auch von solchen, die bisher dem großen Werk der Mission ferne gestanden haben. Auswärtige Festbesucher haben Gelegenheit, im Ev. Vereins- Hause Kaffee zu trinken.
Samstag neu 22. Oktover
* Nationalliberaler Nednerkursus. Vorgestern sprach hier im nationalliberalen Rednerkursus Parteisekretär Brehm über die Geschichte und die parlamentarische Tätigkeit der nationalliberalen Partei. Er hob besonders eingehend die Notwendigkeit ihrer Begründung hervor und schilderte ihren bedeutenden Anteil an der Gesetzgebung zur Förderung aller Berufsstände. Von Interesse war u. a. die Schlußfolgerungen des Vortragenden: Seine Partei sei bei der Durchführung ihrer allgemeinen Wirtschafts- und Ee- werbepolitik überwiegend auf ein Zusammengehen mit Zentrum und Konservativen angewiesen gewesen, während sie ihre Kulturpolitik vornehmlich mit dem Linksliberalismus habe betreiben müsten. Da nun die nationalliberale Partei nach beiden Richtungen hin an ihrem bewährten Programme festhalte und dasselbe im großen ganzen von ihren politischen Nachbarn rechts und links zu erwarten sei, müsse sie unbeirrt ihre geschichtliche Mittelstellung auch künftig einnehmen; von einer Rechtsschwenkung könne so wenig die Rede sein, wie von einer Linksschwenkung. — Am nächsten Donnerstag wird der Redner über Geschichte und Programm des Zentrums sprechen.
* Winter-Vorträge. Die Abteilung Hanau der D e u t- schen Kolonialgesellschaft eröffnet am kommenden Mittwoch den 26. d. Mts. ihren diesjährigen Vortrags- Zyklus und ist es dem hiesigen Vorstand gelungen, für den ersten Abend Frau Margarethe von Eckenbrecher für einen Lichtbildervortrag zu gewinnen. Die Rednerin wird ihre eigenen Reise- und Jagderlebniste im Süden von Deutsch-Ostafrika schildern und steht hier ohne Zweifel ein großer Genuß bevor. Frau M. v. Eckenbrecher ist die Schwester des im August 1905 in den Matumbibergen in Deutsch-Ostafrika ermordeten Ansiedlers Hans Hopfer. Sie begleitete im Jahre 1902 ihren Gatten Themistokles II. von Eckenbrecher nach Deutsch-Südwestafrika. Das Ehepaar lebte dort auf Okambahe im Hererogebiet. Durch zahlreiche Reisen lernte die Vortragende das Land und die Eingeborenen kennen. An diesen Aufenthalt in der Kolonie knüpft sich manche Erinnerung ernster und heiterer Natur. Während des Aufstandes beteiligte sich Marg. von Eckenbrecher, deren Gatte zur Schutztruppe eingezogen war. an der Verteidigung von Okambahe, bis dieses von Hauptmann Frank von Omarura aus entsetzt wurde. Sie wurde unter starker Bedeckung mit ihrem schwerkranken Kinde nach Karibib gebracht und kehrte, ihren Mann im Felde zurück- lasiend, von dort im Mai 1904 nach Deutschland zurück. Ihre Erlebnisie hat sie in dem Buche „Was Afrika mir gab und nahm" (Berlin, Mittler u. Sohn, 1906) anschaulich geschildert. — Da der Vortrag bei freiem Eintritt stattfindet, so ist jedermann, der unsere kolonialen Bestrebungen unterstützt, Gelegenheit geboten, diesen hochinteressanten Vortrag anzuhören.
* Nachklänge zur Kreisobstausstellung. In den in Castel erscheinenden „Obstbaulichen Nachrichten für den Reg.-Bez. Castel" lesen wir folgendes: Die vom Kceis-Obstbauverein Hanau vom 30. September bis zum 3. Oktober im Garten und in den Sälen des Deutschen Hauses in Hanau veranstaltete Kreis-Obstausstellung bedeutetefürdieVer- anst alter der Ausstellung einen vollen Erfolg. Es gab eine Zeit und diese liegt gar nicht so weit hinter uns, da war jener der erste auf den Obstausstellungen und erhielt die höchsten Auszeichnungen, der die meisten Sorten zur Schau brachte. Auf langen Reihen, Tellerchen an Tellerchen, jedes mit 2—3 oder, wenns hoch kam, einmal auch 5 Früchten belegt, die einzelnen Sorten vielleicht hübsch
nach einem System geordnet, das war so das Bild der Obstausstellungen, welche einander glichen wie ein Ei dem anderen. Die Zeiten haben sich geändert, das Volk will Obst, viel Obst und die Ausstellungen sollen ein Spiegelbild dessen sein was geschieht zur Deckung des Obstbedürfnisses. Nicht einzeln mühsam ausgesuchte vielleicht auch zusammengebettelte Früchte vermögen uns ein Bild desien, was der Züchter hat, zu geben, sondern Fruchtmasien, geordnet, verlesen und verpackt in der Weise, wie solche aus der Hand der Züchter in jene des Käufers übergehen. Diese Anforderungen des Tages auf einer Ausstellung gebührend zur Geltung zu bringen ist schwer; doppelt schwierig aber in einer Gegend, die lange Zeit ein Eoldland für Winkelbaumschulbesitzer gewesen ist, für Leute, die heute durch diese und morgen durch jene nebenamtliche Erwerbe sich als Beglücker des Landvolkes aufspielten und Bäume zweifelhafter r und Sorte, mit und ohne Namen ins Land hinaus rag ließen und wo auch benachbarte ^anberskaum.^u , anbern. aber nur nicht dem Grundsatz hu,d'nt°n du-qrt Gorteneinfcbräntung einen l°hn°nd°n Obstbau u «mag lich-n. Die Aufgabe ist «< «"«'«■ U''e* lunaen als die Beran st alter selvgzu er- h - s I - » g ewagtunddie Neider »«ausiagten. E-war
Aernsprechanichlutz Nr. 230. 1910
vielObst,sauberinden einzelnen Au f g a b e n geordnet, mit größtenteils richtiger Ve« zeichnung und in bester Ausbildung vorhanden. Auch die schwierigeren Aufgaben des Obsthandels, der Obstverpackung, der Auslese der Gesamt- ernte eines Baumes waren oftmals und zum Teil sehr gut g e l ö st. Wenn trotz alledem noch manches zu tun übrig bleibt, so ist doch sicher, seit der vor einigen Jahren in Hanau stattgefundenen Bezirksobstausstellung haben Ansichten und Ausbildung des Obstbaues im Hanauer Land einen mächtigen Aufschwung genommen. Dies gilt auch von der Ob st Verwertung, welche in einigen in jeder Beziehung hervorragenden Leistungen auf der Ausstellung vertreten war. Möge dieser Fortschritt in jeder Beziehung anhalten und dem neuen Kreisbeamten für Obstbau, der mit dieser Ausstellung zeigte, daß er seiner Aufgabe gewachsen ist, mithelfen dafür zu sorgen, daß dasHanauerLandimObstbaudaswird.was es sein kann, nämlich die Obstkammer von
Frankfurt a. M.
* Gesangverein Fröhlichkeit. Heute abend findet im Deutschen Haus anläßlich des Vereinsjubiläums des Herrn Heinr. Geiß ein Kommers statt, zu dem sämtliche Mitglieder hiermit eingeladen werden.
* Außerordentliche Hauptversammlung des Turn- und Fecht-Klub, E. B. Am Donnerstag abend hielt der Turn- und Fechtklub in der Brauerei Kaiser eine außerordentliche Hauptversammlung ab, die sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Vor Eintritt in die Besprechung der Tagesordnung gedachte der Vorsitzende der beiden in jüngster Zeit verstorbenen Mitglieder, Friedrich Feuerstein und Heinrich Jost. Ersterer hatte dem Verein 23 Jahre angehört, letzterer gehörte zu den Mitbegründern des Vereins. Er war über 20 Jahre in dem Vorstände tätig, in dem er zuletzt das Amt eines Vorsitzenden begleitete. Die Versammlung ehrte die beiden Verstorbenen durch Erhebung von den Sitzen. Hierauf schritt man zur Erledigung der Tagesordnung, die als ersten Punkt die Vorlage und Genehmigung der Pläne für die neue Turnhalle hatte. Nachdem man von dem früheren Bauplatz wegen seiner Unzweckmäßigkeit Abstand genommen hatte, wurde ein solcher am grünen Weg, gegenüber der Eberhardschule, erworben, bestehend in einem Teil des der Stadt gehörenden Gartens des Gärtners Rödiger. Der Bau, der nur turnerischen Zwecken dienen soll, wird nach den vorliegenden Plänen enthalten: Die eigentliche Turnhalle in einer Größe von 25 Meter Länge, 15 Meter Breite und 9 Meter Höhe, der in einem Anbau ein Sprungboden in der Größe von 6X5 Meter angehängt ist. Der Vorbau enthält im Erdgeschoß Garderobe, Wasch- und Duschraum, im ersten Obergeschoß ein Vorstands- und ein Versammlungszimmer, im Dachgeschoß eine Wohnung für den Vereinsdiener, bestehend aus drei Zimmern und Küche. An der Hand der von ihm entworfenen Pläne gab Herr Architekt Georg Clormann -Frankfurt a. M., früher Mitglied des Vereins, eine eingehende Erläuterung. In der sich daran anschließenden Aussprache handelte es sich besonders darum, ob außer der Kopfgalerie auch die im Plan eingezeichnete Seitengalerie zur Ausführung kommen soll. Nachdem von seiten des 1. Turnwartes die Zweckmäßigkeit
derselben namentlich bei Schauturnen eingehend beleuchtet worden war — vom Bauausschuß waren finanzielle Bedenken geltend gemacht worden —, wurde einstimmig beschlossen, den Bau nach den vorliegenden Plänen zur Ausführung zu bringen. Die Baukosten hierfür belaufen sich einschließlich des Bauplatzes, der rund 20 000 Mk. kostet, auf 56 000 Mk. Nach dem Bericht des Finanzausschusies haben die Zeichnungen bis jetzt ein recht erfreuliches Ergebnis gezeigt. Um jedoch die Sache auf eine gesunde Grundlage zu stellen, ist es erforderlich, daß noch eine weitere Summe von 5—10 000 Mk. aufgebracht werden muß. Ein Antrag, dem Vauausschuß die Vergebung der Arbeiten des Baues vei dem in erster Linie die Vereinsmitglieder berücksichtigt werden sollen, zu überlasten, fand ebenfalls einstimmige Annahme. — Zu Punkt 2 der Tagesordnung, Verschiedenes, bemerkt der Vorsitzende, daß die dlesjahrrge Abendun^ Haltung am 12. November in der Centralhalle stattfindet. Er bittet die Mitglieder, sich zahlreich daran zu beteiligen. — Im weiteren überreicht Gauturnwart Loh fink die Ehrenurkunden an die Sieger und die Vereinsriege vom Mittelrheinischen Kreisturnfest in Kreuznach. Der Vorsitzende nimmt darauf nochmals Veranlassung, den Siegern den Dank des Vereins auszusprechen. Turner A. Brach« mann beleuchtet die erfolgreiche Arbeit des Turnwarte« und übermittelt ihm den Dank der Turner. In seinem Schlußwort dankt der Vorsitzende allen, die bis jetzt so tatkräftig dazu beigetragen haben, daß das Werk so weit ge- fördert werden konnte, namentlich Herrn G. Clormann der