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235 Les „Ayeizers".
Freitag den 7. Oktober 1910
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Kunst und Leben.
Nach dem Südpol. Nachdem der Nordpol entdeckt ist, scheint förmlich ein fieberhaftes Verlangen die wissenschaftliche Welt ersaßt zu haben, in großangelegten Entdeckungs- fahrten nach dem Südpol diesen Teil der Erde zu erforschen. Diese? Verlangen ist noch dadurch besonders gesteigert worden, daß auf der letzten englischen Südpolarexpedition das ersehnte Ziel beinahe erreicht worden wäre; es hat nur wenig gefehlt, und der Führer der Expedition, Shackleton, hätte mit seinen Begleitern den Pol erreicht, war er doch bis zum 88. Grad 23 Min. südlicher Breite vorgedrungen und hatte nur mangels genügender Ausrüstung von dem weiteren Marsche nach Süden Abstand nehmen müssen. Das allgemeine Verlangen nach der Entdeckung des Südpols ist aber auch deshalb besonders berechtigt, — jedenfalls mehr berechtigt und stärker, als es im letzten Menschenalter das Verlangen nach der Erreichung des Nordpols war — weil die Ansichten über die territoriale Beschaffenheit der Antarktis in der gelehrten Welt noch immer geteilt sind, während es für die Nordpolgegend schon seit langem als ausgemacht galt, daß die Eismassen, denen der nach Norden vordringende Forscher überall begegnet, in kompakter Masse auch das Polgebiet überziehen. Bezüglich der Land- und Wasserverhältnisse am Südpol sind die Ansichten, wie gesagt, noch immer geteilt. Während Charcot, der Führer der letzten französischen Südpolarexpedition, von seiner Forschungsreise die Ueberzeugung heimgebracht hat, daß die antarktische Kugelzsne eine zusammenhängende Landmaffe darstelle, wird von andern Forschern mit derselben Bestimmtheit die Ansicht vertreten, daß die Meeresarme und Meeresströmungen, die weit hinein in das antarktische Gebiet sich erstrecken, miteinander in Verbindung stehen, daß also das am Pol vorhandene Landgebiet als Archipel, bezw. als ein Kontinent von insularem Charakter anzusprechen sei. Ueber diese Hauptfrage dürfte in absehbarer Zeit Aufschluß gebracht werden, da nicht weniger als vier neue antarktische Expeditionen demnächst ihre Tätigkeit aufnehmen werden. Die englische Expedition, die unter der Leitung des Kapitäns Scott steht, befindet sich bereits auf dem Wege in das Südpolargebiet und dürfte in absehbarer Zeit ihre Operationsbasis erreicht haben. Aus zwei Gründen wird man gerade von diesem Unternehmen Großes erwarten dürfen. Der Führer der Expedition, Kapitän Scott, ist in der Antarktis kein Unbekannter, er hat vor mehreren Jahren die Tis- eooery-Expedition geführt, der zwar gleichfalls die Entdeckung des Pols nicht gelang, die aber doch wissenschaftlich und praktisch höchst wertvolle Ergebnisse lieferte. Auf ihr fußte das nächste englische Südpolarunternehmen, die Forschungsreise unter Leutnant Shackleton, die vielleicht nur deshalb das Hauptziel nicht erreicht hat, weil man die Schwierigkeiten des Weges, der nur ein außerordentlich langsames Vorrücken gestattet, noch immer unterschätzt hatte. Die Leitung der Expedition durch einen Südpolfahrer, der die Verhältnisse und die zu lösenden Ausgaben bereits aus eigener Anschauung kennt, ferner die Erfahrungen, die auf der Shackletonschen Expedition gesammelt sind — beides scheint der neuen Expedition unter Scott günstige Aussichten zu eröffnen. Neben ihr wird, gleichfalls schon in nächster Zeit, eine japanische Expedition tätig sein, die im August d. I. die Ausreise angetreten hat und gleichfalls vom Viktorialand aus den .Vorlloß nach Süden unternahmen roid. Dazu kommt die Fram-Expedition unter dem norwegischen Kapitän Amundson, der seinen Reiseplan, der anfänglich der
Jes Stiilses ^raganja Mik null tot.
Geschichtliche Skizze von Dr. Hans Haffelkamp.
(Nachdruck verboten.)
In diesen Oktoberiagen sind fast auf den Tag 270 Jahre darüber verflossen, daß eine Anzahl portugiesischer Edelleute dem Herzoge von Braganza Portugals Königsthron antrugen. Der Herzog war ein ruhiger, mißtrauischer und bequemer Herr, der die Jagd und die Unterhaltungen mehr liebte, als kriegerische Unternehmungen und kühne Wagnisse. Unsicher und schwankend suchte er in der wichtigen, ihm vorliegenden Sache um Rat, und wandte sich charakteristischerweise damit an ein recht subalterne Persönlichkeit, seinen Privatsekretär, dessen Namen die Geschichte kaum aufbewahrt hat. Aber was der Sekretär seinem Herrn sagte, zeugte davon, daß er ein Mann von Feinheit gewesen sein muß. „Was würde der Herr Herzog tun (so fragte er den Braganza), wenn Portugal sich als Republik konstituiert?" „Du weißt es wohl", so versetzte der Herzog; „ich würde mich der Entscheidung des Landes unterwerfen und alle Gefahren mit ihm teilen." „Dann gibt es keinen Zweifel mehr; der Herr Herzog wird, wenn er doch bereit ist als Untertan einer Republik jede Gefahr zu teilen, mehr Ruhm darin finden, das Land als sein König zu führen." So sprach der Sekretär Antonio Paes, nicht ohne auf Johann Braganza Eindruck zu machen. Aber er modle noch eine andere Stimme hören: die seiner ®auin. Und die sagte ihm: „Besser im Besitze der Herr- schaft zu sterben, als dienend zu leben; und was mich ans gefit, io will ich lieber eine Stunde Königin, als mein ganzes Leben Herzogin zu sein." Dies stolze Wort der Herzogin entschied und Johann Braganza nahm den Antrag der portugiesischen Edlen an.
Damals seufzte Portugal unter Spaniens Herrschaft, die das alte einheimische Königtum der Herren von Burgund abgklost hatte. ^euer war dem Lande die Fremdherrschaft zu stehen gekommen: es war verarmt, beraubt, von Steuern erbt rieft, militärisch geknebelt, von Spaniern regiert und bewacht. Die Waffen waren außer Landes gebracht, die Festungen in spanische Hände gegeben ivorben. Nur einen einjigen im ganzen Lande Portugal fürchtete der König in Madrid noch — und das war der Herzog von Braganza.
Erforschung der Nordpolgegend galt, plötzlich geändert hat, wie es heißt, weil er für die in Aussicht genommene Treibfahrt im Nordpolgebiet, deren Dauer auf fünf Jahre berechnet war, die erforderlichen Mittel nicht aufzubringen vermochte. Auch diese Expedition ist bereits auf, dem Wege nach ihrem Arbeitsfeld. Alle drei Expeditionen dürften, da der antarktische Sommer die Monate Dezember bis Februar umfaßt, rechtzeitig genug eintreffen, um die ersten vorbereitenden Forschungsarbeiten auszuführen und die erforderlichen Maßnahmen für die Ueberwinterung zu treffen. Die eigentlichen Entdeckungsreisen, auf denen der Südpol der Geheimnisse, die ihn noch immer umgeben, entkleidet werden soll, werden erst im zweiten antarktischen Sommer, also frühestens gegen Ende des Jahres 1911, unternommen werden können. Bis dahin wird auch die vierte der Südpolarexpeditionen, die von dem Oberleutnant Filchner geleitete deutsche Expedition, die vom Weddel-Meer aus in das antarktische Gebiet vordringen will, ihre Ausreise angetreten haben. Die Ergebnisse der mit einem so starken Wettbewerb und mit einem so großen Aufwand von Mitteln unternommenen Forschungsarbeiten werden frühestens im Frühjahr 1912 oor- liegen können.
Hus Hab und ferm.
Naumburg, 5. Oktbr. Oskar Böttcher aus Zeitz, welcher durch rechtskräftiges Urteil des hiesigen Schwurgerichts vom 9. März d. J. wegen Mordes, begangen an seiner Schwägerin, der Witwe Selma Jerichow in Zeitz, zum Tode verurteilt worden ist, wurde heute Mittwoch früh 7 Uhr im Hofe des Königlichen Gerichtsgefängnisses hier durch den Scharfrichter K. Gröber aus Magdeburg enthauptet.
Zeulenroda, 5. Oktbr. Bei einem Schadenfeuer, das in Pöllwitz einen Teil des Restaurants zum „Grünen Tal" einäscherte, schwankten zwei Kinder in großer Gefahr, zu verbrennen. Bäckermeister Hähnel drang in das qualmende Haus und rettete unter eigener Lebensgefahr die beiden Kinder.
Finsterwalde, 5. Oktbr. Beim Rangieren geriet der Eisenbahnarbeiter Paul Nadebor zwischen die Puffer zweier Güterwagen. Der Unglückliche, dem die linke Brustseite und der rechte Arm zerquetscht wurde, verstarb kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus.
Blankenhain, 5. Oktbr. Der Zimmermann Gerber aus Dörnfeld, der beim Verladen von Stämmen von einem Stamm einen Schlag an den Kopf erhielt, starb an der erlittenen Gehirnerschütterung.
Spangenberg, 5. Oktbr. Im Jahre 1871 starben auf dem hiesigen Schlosse drei französische Kriegsgefangene, |bie auch hier beerdigt wurden. Die Gesellschaft „Souvenir FrancaiS" in Paris hat nun zur Erinnerung an diese in der Gefangenschaft gestorbenen Landsleute einen Gedenkstein anfertigen lassen, der vor einigen Tagen hier aufgestellt wurde.
Droystig, 5. Oktbr. Durch einen Festakt wurde die neue, den Königl. Bildungs- und Erziehungsanstalten angegliederte Frauenschule eröffnet. Die Festrede hielt der Leiter der Bildungsanstalten Direktor Volckheim, der anschließend die Vorsteherin der Frauenschule Oberlehrerin Schulze in ihr Amt einführte.
Zerbst, 5. Oktbr. Gestern mittag brannte die Carl Pfannenbergsche Dampf-Bierbrauerei völlig nieder. Das erst vor einigen Jahren in der Nähe des Friedrichsholzes neuerbaute Fabriketablissement war mit allen Neuerungen auS= aeftatfet. Das Feuer entstand in einem Lagerschuppen ; bei
Denn der Braganza besaß etwa den dritten Teil des ganzen Landes, er war hochangesehen und beim Volke beliebt, und er hatte unleugbare Ansprüche auf die Krone, weil sein Haus durch einen illegetimen Königssproß von der alten Königsfamilie abstammte. Als der letzte dieses Hauses, Dom Henrique, gestorben war, hatten die Braganza denn auch auf den Thron Anspruch erhoben, jedoch ohne Erfolg zu haben. Das kühne Zugreifen Philipps II. von Spanien setzte damals die Braganzas außer Spiel. Aber der Sohn des Herzogs, der im Wettbewerbe mit Philipp II. Unglück gehabt hatte, Theodosio von Braganza, hielt die Ansprüche seines Hauses mit Feuer fest. Er tröstete sich nie über den Verlust des Thrones, er unternahm verschiedene Versuche, ihn zu erlangen, und als sie alle mißglückten, versank er in Gram und Geistesstörung. Noch mit verdüstertem Geiste träumte er nur von Waffen und Schlachten, und als der Arme zu Sterben kam, heischte er mit seinen Dienern, mit königlichen Ehren begraben zu werden, was sie denn auch taten. Der Sohn dieses Theodosio war Herzog Johann, dem Portugals Edelleute 1640 die Krone anboten, um des spanischen Joches ledig zu werden. Des Vaters Haß gegen Spanien hatte Johann wohl geerbt, seinen leidenschaftlichen Tatendrang aber nicht. Doch die Verhältnisse zwangen ihn beinahe, die Hand nach der Krone auszustrecken, denn er mußte inne werden, daß der Spanier sich redliche Mühe gab, seiner bedeutungsvollen Person sich zu versichern. Man'er
nannte ihn zum Oberaufseher der Flotte, damit er bei der
Besichtigung eines Schiffes in aller Heimlichkeit entführt und nach Spanien verbracht werde — aber ein Sturm zerstreute die Flotte. Man übertrug ihm die Inspektion der Festungen, um ihn dabei gelegentlich festzunehmen, allein der Braganza, mißtrauisch wie er war, erschien immer nur mit stattlichstem Gefolge. Und so, seines Lebens nicht sicher, vom Adel gedrängt, von der hochsinnigen Gattin angespornt, nahm er endlich den Antrag der Verschwörer an.
Es war am 1. Dezember 1640, als zu Lissabon sich die 40 verschworenen Fidalgos zulammenfanden. Einer von dem oerfammelteit Gefolge wollte wissen, was denn zu "übernehmen wäre. Ihm ward die Antwort: „Eine Klenug " , einen König entfernen und einen anderen emietzen . ' Verschwörung gelang vortrefflich. Den ^^"^"^ ^ $
Statthalter fand man in einem Papierschranke verborgen,
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dem starken Winde verbreitete es sich mit großer Schnelligkeit über die ganze Anlage, so daß beim Eintreffen der Feuer- wehr nicht mehr viel zu retten war. Da die Brauerei außerhalb der Stadt liegt, herrschte anfänglich auch Wassermangel. Der Gesamtschaden, der durch die Versicherung gedeckt ist, dürfte sich auf 210 bis 220 000 Mk. belaufen. Die Enl- stehungsursache des Feuers ist noch unbekannt.
Heiligenstodt, 5. Oktbr. Am Montag weilte Medi- zinalrat Dr. Dutschke von der Königl. Regierung in Geisleden, um sich über Stand und Ursache der daselbst ausge- brochenen Typhus-Epidemie zu informieren. In den letzten Wochen sind 16 Typhuserkrankungen und 5 Todesfälle zu verzeichnen.
Hus Hanau Stadt und fand.
Panait, 7. Oktober.
Vereins- und Vergnügungsnachrichten
für Freitag den 7. Oktober.
Ev. Männer- u. Iünqlinasverein: Unterhaltung (Ev. Bereinshaus).
Tnrngemeinde: Don 7—9 nbr: Uebunqssyiele der Soielabteilung.
Dun- u. Fechtklnb: Abends 6—7'/, Uhr: Turnen der Damenabteilung; 8—9*/i Mr: Fechten.
Turnverein Kesselstadt: Abends 9—10 Uhr: Turnen der Iugendabteilung. Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uebungsstunde im Vereinslokale (Restauration Sandhof).
HumoristischerMnfikveeem »Germania*: Von 9—11 Uhr: Uebungsstun« (Restauration „Sandhof').
Dram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabend im „Carlsberg*.
Turngesellschaft: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Iugendabteilung. Verein f. Homöopathie u. Naturheilkunde: Vortragsabend (Stadt Bremen? Erster Hanauer Kellnerverein: Vereinsabend in der „Harmonie". ' Erster Hanauer Kellnerbund 1905: Vereinsabend im „Elephanten". Klub „Amicitia": Vereinsabend im Gasthaus „zum Elephanten". Sänger-Quartett: Vereinsabend in der Brauerei Orschler.
Klub „Schlaraffia": Vereinsabend in der „Allemania".
Klub „Fraternitas*: Klubabend in den „3 Schwanen". , Verein der Badener: Vereinsabend im „Eisenbahngärtchen". Kegelklub „Neuntöter": Kegelabend im »Elefanten". Kegelklub des „D. H. V.": Kegelabend in der Turnhalle. Katholischer Gesellenverein: Vereinsabend im „Braustüb'l". Freitags-Gesellschaft Earlsberg: Restaurant „Carlsberg". Gesellschaft „Scharfes Eck": Vereinsabend.
Hanauer Sbützenverein (e. V.): 9 Uhr: Schiehen bei Fr. Stettner.
1. Theatralische Verbindung a. M.: Vereinsabend im „gold. «vchwan , Vorstadt 24. Fußballklub „Viktoria": Vereinsabend im „gsldnen Rad". Bicycle-Klub 1896: Klubabend im „Kaiser Friedrich". EtainmtischgeseÜschaft „Lustige 13ner": „Zum Hopfengarten"-Kesse: iadt<. Merkes'scher Stenographen-Verein: Fortbiloungskursus „zur Sonne". Stenographen-Verein Gabelsberger (Lokal: , Concordia", Eingang Paradeplatz, 1 Tr. hoch): Abends von 8—9 Uhr: 1. Anfänqerkursus, (Zimmer 1), 2. Anfängerkursus (Zimmer 2); 9—10: Zimmer 1 Fortbildungskursus für Damen und Herren (80 S?, Zimmer 2 Uebungsstunde für Damen und Herren (über 140 S.). Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Abends von 8—9 Uhr: UebungS« stunde, von 9—10 Uhr: Anfängerkursus im „Hotel zum Riesen".
Gesellschaft „Lustige Brüder": Klubabend bei Heiurich Vowinkel.
Bersteigerungs- rc. Kalender
für Samstag den 8. Oktober.
Angebote betr. Uebernahme ans Lieferung der Wirtschaftsbedürinisie für das Strafgefängnis in Preungesheim, sind bis vormittags 10, Uhr im Verwaltungsgebäude des Strafgefängnisses zu Preungesheim einzureichen (s. Nr. 220 „Han. Anz.").
Angebote betr. Uebernahme der Arbeiten und Liefernngen zur Verlängerung der Durchlässe der Strecke Frankfurt-Bebra auf Bahnhof Meer
feuerte auf ihn und stürzte ihn noch halb lebendig durch das Fenster in den Schloßhof hinab, wo ihm das versammelte Volk grausam den Rest gab. Wenige Tage später zog der Braganza jubelnd empfangen in die Tajo-Stadt ein, und am 15. Dezember wurde er auf einer glänzend ausgestatteten Bühne, die auf dem Platze vor dem königlichen Palaste zu Lissabon aufgerichtet war, feierlich auf den Thron der alten portugiesischen Könige gesetzt. Er war mit allen Insignien der portugiesischen Herrscher geschmückt, und nach den angemessenen Feierlichkeiten und Formalitäten entrollte der Alferes mor die Fahne Portugals und rief dreimal: „Real por El Rey Dom Joao o Quarto Rey de Portugal". So bestieg Johann IV. von Braganza Portugals Thron, so begann das Glück der Branganza.
Wirklich ließ sich unter diesem ersten Fürsten aus dem Hause Branganza vieles gut an. Portugal behauptete seine Selbständigkeit gegen Spanien, und wenngleich es in Indien viel verlor, so konnte Dom Joao doch Brasilien von den Holländern zurückerobern. Es war im ganzen und großen ein guter Regent; und wenn er auch, wie noch viele seines Hauses später, eine starke Schwäche für das schwache Geschlecht hatte, so war er doch klug genug, sie bei schönen Untertaninnen aus dem Volke zu befriedigen. So vermied er es, sich eine Favoritin großzuziehen, deren Macht Anstoß erregt hätte. Er hatte einen hochbegabten und vielversprechenden Sohn, der den Namen seines Großvaters Theodosio trug, aber ein unseliges Geschick brachte diesen begabten Jüngling vor der Zeit weg, und so kam Alfons, seines Namens der VI., auf den Thron, ein dreizehnjähriger Knabe, dessen Erziehung völlig vernachlafstgt worden war, dessen Lieblingsumgang Gassenjungen bildeten, und der als König es liebte, mit Raufbolden nächtlich durch tue Straßen zu lärmen und bedenklichen Häusern seinen hohen Besuch abziistatlen. Völlig für seinen Beruf ungeeignet, war Alfons zugleich doch leidenschaftlich, empfindlich und hochfahrend, und so gestaltete sich seine Regierung zu einer völligen Tragödie. Einen Günstling niederen Standes, einen italienischen Kaufmann namens Conti, mußte man von seiner Seite reißen. Der Graf von Castello-Melhor, der schließlich für den König mit Weisheit die Regierung führte, glaubte ihn auf bessere Wege zu führen, indem er ihn verheiratete. Aber Maria Francisca von Nemours« die deu