Einzelbild herunterladen
 

«ritt t$

r> « r ir.i- ------- , - r-m! s - -

f^tcmffitti s. M., 27. Septbr. Die Frage der Set* ^dKltung oder Beseitigung der sogenannten Kurzstunde in aen höheren Schulen und die damit zusammenhängende Frage eines späten Schulschlusses an den Mittagen (im Winterhalb- jahr um, ^22 Uhr und im Dezember und Januar um 2 Uhr) bei Wegfall des Nachmittags-Unterrichts werden hier in allen Kreisen der Bevölkerung lebhaft erörtert. Auch die Stadt­verordnetenversammlung beschäftigt sich damit, obschon sie selbst kein Bestimmungsrecht in der Sache hat. In einer Versammlung des hiesigen Nationalliberalen Vereins fand ebenfalls eine bemerkenswerte Auseinandersetzung hierüber statt, bei der sich Leiter höherer Schulen und Bürgerschulen, Ober­lehrer und Volksschullehrer sowie Ellern schulpflichtiger Kin­der beteiligten. Das Ergebnis der eingehenden Aussprache wurde in einer Entschließung niedergelegt, die folgenden Wortlaut hat: Der Nationalliberale Verein bittet das Kura­torium der höheren Schulen an maßgebender Stelle auf eine Verminderung der Stundenzahl in den höheren Schulen hin- zuwirken, damit die durch Ueberanstrengung der Schüler und durch Verlegung des Vormitlagsschulschlusses in eine zu späte Mittagsstunde entstehenden gesundheitlichen Schäden und Un« Zuträglichkeiten im Familienleben vermieden werden.

Vom Taunus, 27. Septbr. Die Kartoffelernte ist, hier allgemein in vollem Gange. Vielfach wird über Fäulnis geklagt, wodurch sich der Ertrag mitunter bedeutend ver­ringert. Am besten ist hier die KartoffelIndustrie" ge» raten ;Ruhm von Haiger", die hier schon seit vielen Jahren als die ertragreichste Sorte galt, hat sich heuer nicht bewährt. Weltwunder" hat ihren Ruf als ertragreich und gesund be­hauptet. Von vielen Gemeinden wird für die Winter­aussaat das neu eingeführte Mâuse-Typhus-Gift beschafft und unter Aufsicht in den verheerenden Distrikten gelegt.

* Nastätten, 27. Septbr. Wieder eine Submisstons­blüte. Hier ist die Gemeindewage neu anzustreichen. Von einem Anstreichermeister wurden dafür 35 Mark und von einem anderen für dieselbe Arbeit 7 Mark gefordert.

Friedberg, 27. Septbr. Bankdirektor Meyer, der bei dem Attentat.auf die Reichsbank durch Winges und Werner verletzt wurde, ist heute abend aus der Sommerfrische wieder eingetroffeu. Die auf ihn abgefeuerte Kugel sonnte bisher aus dessen Kopf noch nicht entfernt werden.

Biedenkopf, 27. Septbr. Als am Sonntag abend das Fürstlich Berleburgsche Automobil von Marburg kom­mend hier eintraf, wurde am Frauenthal ein Gegenstand nach den Insassen geworfen und dabei Prinz Löwenstein, der Schwiegervater des Fürsten zu Wittgenstein-Berleburg, so unglücklich am Auge getroffen und verletzt, daß er sich zur Universitäts-Augenklinik nach Marburg zurückbegeben mußte. Eine Gefahr für das Auge soll nicht vorhanden sein.

r. Marburg, 28. Septbr. Der 30 Jahre alte Land­wirt Joh. Bender aus Schweisberg hatte sich durch eine Distel eine kleine Verletzung an der Hand zugezogen, der er jedoch keine Beachtung schenkte. Es trat Blutvergiftung hinzu und gestern ist der Mann in der hiesigen Klinik ge­storben. Einer hiesigen Einwohnerin wurde ein Taschen­tuch mit folgendem Begleitschreiben zugesandt:Sehr geehrte Frau! Sende Ihnen anbei das gestohlene Taschentuch. Es gehört Ihrem einstmaligen Studenten. Da ich mich zu Jesu bekehrt habe, will ich jetzt kein unrechtes Gut mehr besitzen. Bitte verzeihen Sie diese Sünde. Der Dieb als Begnadigter durch Jesu Blut."

Aschaffenburg, 27. Septbr. Gestern morgen wurde auf dem Bahnhof der Steinhauer Audr. Rosenberger ver­haftet. R. hat während des gestrigen Vormittags-Gottes­dienstes in Hettstad im Pfarrhause einen Einbruch verübt und 920 Mark, sowie verschiedene Schmucksachen gestohlen. In seinem Besitz wurden noch 691 Mark, eine goldene Uhr und ein Brillantring gefunden.

Lohr, 27. Septbr. Am Samstag abend fanden Stu­denten bei einem Spaziergang im Walde die seit über drei Wochen vermißte Platzmeisterswitwe Albert. Diese hat durch Erhängen ihrem Leben ein Ende bereitet. Für die Hinter­bliebenen ist die Ungewißheit, wohin sich die Mutter gewendet habe, nunmehr behoben.

X Caffel, 28. Septbr. Die mangelhafte Zugverb indung die über Caffel nach Belgien und England bestand, erfuhr anläßlich der Brüsseler Weltausstellung in diesem Sommer eine Verbesserung durch Einlegung eines neuen Eilzugpaares HagenOstende. Auf Eingabe der Handelskammer in Düsseldorf und hiesiger amtlicher Stellen ist nun verfügt worden, daß die Züge 134/135 und 334/335 vorläufig bei- behalten werden. Die dauernde Beibehaltung wird von an­dauernd genügender Frequenz abhängig gemacht.

X Caffel, 28. Septbr. Im Sande verlief ein großer Beleidigungsprozeß, den der Bürgermeister Schneider in Wolf­hagen gegen den Bäckermeister Wachenfeld und den Straßen­meister Karl Schäfer ebendaher angestrengt hatte. In der Verhandlung, die heute hier vor der I. Strafkammer Kgl. Landgerichts anberaumt war, erschienen 28 Zeugen. Aber der Angeklagte Wachenfeld blieb aus. Es traf dann die Nachricht ein, daß W. in der verflossenen Nacht seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Der andere Angeklagte gab dem Bürgermeister eine Ehrenerklärung ab und übernahm die Kosten. Darauf zog jener die Klage zurück.

Arolsen, 27. Septbr. Im Hofe des Landkrankenhauses wurde gestern im Beisein der fürstlichen Familie von Waldeck- Pyrmont ein Denkmal des am 30. April 1908 verstorbenen Geh. Medizinalrates, Geh. Hofrats Dr. Mannel enthüllt, der 43 Jahre hier gewirkt hat. Das Denkmal, eine Bronze­büste, ist ein Werk des Bildhauers Max Schuhmacher in Caffel.

Die TWilz Des emizelischeil Blindes.

Chemnitz, 27. September.

Die am Montag abend aus Anlaß der Generaloersamm- tung des Evangelischen Bundes abgehaltene

_______ DenmeeSta«

erste öffentlicheDolksversammlung erstellte sich wiederum eines RiesenbesuchS aus allen Schichten der Bevölkerung. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildeten zwei Ansprachen. Gymnasialdirektor Erythropel-Hameln sprach über daS Thema:

Mehr Ehrfurcht vor der Religion!"

Der Vorsitzende deS Katholikentages in Augsburg hat, so führte er aus, gemeint, mit der Enzyklika sei nur über eine ferne Vergangenheit ein Werturteil ausgesprochen, das uns gar nicht verletzen könne. Wer unsere ehrwürdigen Vor­bilder beschimpft, trifft unS, wer die Wahrhaftigkeit und Lauterkeit ihrer religiösen Ueberzeugungen verdächtigt, stem­pelt uns zu Heuchlern, besitzt nicht Achtung, nicht Ehrfurcht vor dem, was wir Religion nennen. Was wir so nennen, ist ein inneres Müssen, ein innerer Zwang, sich anzulehnen an ein Höheres, an ein Vollkommenes, nie Versagendes. Ich nenne schon Ehrfurcht vor der Religion, wenn ich den lauteren Willen des Nächsten zu innerer Reinheit und Ver­vollkommnung achtungsvoll anerkenne. Die einen fordern Religion, um zu herrschen, der Ultramontanismus: die anderen Kampf gegen die Religion, um dasselbe zu erreichen, die Sozialdemokratie.Religion ist Privatsache!", so lautet das sozialdemokratische Schlagwort. Aber streicht man die Religion aus dem Leben der Völker, dann hat man die Barbarei. Im weiteren beschäftigte sich der Redner mit der

Ausgestaltung des Religionsunterrichts und gab aus eigener Erfahrung verschiedene Fingerzweige. Wir werden, so schloß er, nicht ruhen dürfen darüber nach­zudenken, im Elternhaus, in der Schule und in den Kreisen der Geistlichen die religiöse Unterweisung und Leitung der Jugend zu vervollkommnen. Sie hat es bitter nötig. Mit dem Verdorren religiösen Glaubens und Empfindens geht ein Teil bester und sicherster Gesinnung verloren und damit die festeste Stütze für das eigene Leben, für Volk und Staat. Ehrfurcht vor dem unbegreiflichen Gott adelt selbst den Irr­tum, mildert die Formen des im Leben und zum Leben nun einmal notwendigen Kampfes. Es steckt in der Religion eine so ungeheuere Summe von Antrieben zum Guten, zum ge­schloffenen, unbeirrbaren, sittlichen Handeln, daß schon darum auch von allen denen, die die beglückende Kraft des Glaubens, den frohen Ernst religiösen Gefühls nicht kennen, der Religion das höchste Maß von Ehrfurcht gezollt werden muß.

Dr. Hunzinger, Profeffor an der Universität in Erlangen, früher an der Universität zu Leipzig sprach über das Thema: Mehr Vertrauen zu den Lebenskräften der Reformation!

Es handelt sich, so meinte er, bei der Reformation um ein ganz neues Lebensprinzip. Luthers Zeugnis hieß: die wahre Frömmigkeit entspringt allein aus dem Innersten des von der lebendigen Macht und Wirklichkeit Gottes berührten und überwundenen Herzens. Sie entzündet sich wie ein heiliges Feuer an der Offenbarung Gottes an seinem Sohn. Das ist die Religion der höchsten Freiheit, eine geradezu bahn­brechende Neubelebung religiöserGrundsätze. Wir fordern aufpro-. testantischem Boden als dieGrundlage aller wahren Frömmigkeit die Innerlichkeit persönlichen Selbsterlebens, die volle Frei­heit der Ueberzeugungsbildung, den unbestechlichen Wirklich­keitssinn, die ganze geistige Kraftentfaltung der Seele. Da­rum, nicht vorbei an der Reformation, sondern zurück zur Reformation ! Je reformatorischer, desto besser I Die Re­formation hat eine neue Weltstellung des Menschen bewirkt. Im Prinzip der Reformation ist der lebenskräftige Gedanke der Freiheit des natürlichen Lebens, des Glaubens und Ge­wissens, der Wissenschaft, der Kultur überhaupt gelegen. Die Reformation hat mehr für die moderne Kultur getan, als wir ahnen. Darum: Mehr Vertrauen zu den Lebenskräften der Reformation, sie sind noch lange nicht erschöpft. Kein Stillstehen ist Stagnation! Darum immer neue Arbeit, Revision, Vertiefung, Bereicherung, Weiterbildung. Fest­halten an der Abstammung, am Gesetz des Wachstums, des Zusammenhanges, der Entwickelung des Ursprünglichen. Das ist das Programm des Protestantismus. (Stürmischer Bei­fall.)

Mit einem Gesänge schloß diese höchst eindrucksvolle erste evangelische Volksversammlung.

In der Mitgliederversammlung am Dienstag, die von Lic. Everling eröffnet wurde, sprach Geh. Konsistorialrat Universttätsprofessor D. Mirbt, Marburg, über

Di« deutsch-evangelische Diaspora im A u s l a n d e.

Er führte aus: Wuchtig und eindrucksvoll hat der evan­gelische Weltkongreß in Edinburg im Juni 1910 die Tat­sache bezeugt, daß der Protestantismus eine Welreligion ist Die deutsch-evangelische Auslandsdiaspora ist auf diesem ein selbständiges Arbeitsgebiet, das von Jahr zu Jahr unser tatkräftiges Interesse beansprucht. Aber daSDeutschtum" im Ausland ist keine einheitliche Größe, sondern eine vielge- gestaltige und oft zusammenhanglose Menge. In dieser Sach­lage wurzelt die Gefahr, daß die im Ausland lebenden Deutschen unserem Volke verloren gehen. Das Eingewöhnen in fremde Verhältnisse begünstigt die Entnationalisierung. Mehr als zwei Drittel der Ausländsdeutschen stritt nun evangelische Christen. Für sie steht nicht nur die deutsche Nationalität, sondern auch die Erhaltung des evangelischen Glaubens auf dem Spiel. Die Kirche ist für uns keine internationale oder übernationale Größe, sondern sie ist mit unserem Volksleben untrennbar verknüpft. Eine Eigen­tümlichkeit des Protestantismus! In den deutsch-evangeli­schen Auslandsgemeinden ist wie in unseren Gemeinden Deutschtum und Protestantismus eng ver­bunden.

Das Deutschtum im Auslande umfaßt die verschieden­artigsten Elemente. Auch aus anderen Gründen, räumlicher Entfernung, Existenzkampf u. a., ist die Gründung von Kirchengemeinden schwierig, und doch sind sie des Deutschtums beste Sammelpunkte und Stützen. Gleich wichtig sind die Schulen, die ausgesprochen evangelischen Charakter tragen müssen. Die Auslandsge­meinden brauchen gründlich vorgebildete, tüchtige Pfarrer. Der Pfarrermangel hat in manchen Ländern geradezu ent­setzliche Zustände herbeigeführt. In Brasilien z. B. pastorieren vollendete Abenteurer mit der bewegtesten Vergangenheit als Pseudopfarrer. Neben Geistlichen sind den Auslandsgemeinden deutsche Lehrer notwendig. Eine nachdrückliche und umfassende Hilfeleistung vom Mutterland aus ist endlich in Gang ge­kommen, dank der Tätigkeit der Kirchen und freien Vereine. Noch wichtiger ist die organische Verbindung mit den deutschen 1 Landeskirchen Dank dem hochbedeutsamen Kirchengesetz vom

21h Deprember

7. Mai 1900 ist die Zahl der mit der preußischen Landes- kirche verbundenen Gemeinden bereits auf 178 gestiegen. Die sächsische Landeskirche hat in Chile zwei Gemeinden. Ihren Mittelpunkt finden alle landeskirchlichen Bemühungen um die Auslandsdiaspora in dem Deutschen Evangelischen Kirchen­ausschuß, der sich Vertrauen und Dankbarkeit erworben hat. Wir erkennen so, daß die über die Welt zerstreuten Haufen und Häuflein evangelischer Volksgenossen ein großes Stück Zukunft des deutschen Protestantismus repräsentieren. Die Äuslandsdiaspora hat den Beruf, in dem Prozeß des wer­denden größeren Deutschlands den evangelischen Glauben a!8 einen maßgebenden Faktor zur Geltung zu bringen. Sie hat die Ausgabe zu lösen, dem Christentum der deutschen Re­formation den Platz in überseeischen Ländern zu sichern und zu erobern, der ihm nicht nur neben dem Katholizismus, sondern auch neben dem angelsächsischen Protestantismus zu­kommt.

Es folgte der Vortrag deS Unioersitätßprofessors D. Heuß­leiter, Halle, über

Die evangelische Mission «i n den deutschen Schutzgebieten.

Der Redner hat erst vor wenigen Monaten die deutschen Kolonien bereist und veröffentlicht zum ersten Male aus dieser Tagung seine auf jener Reise gesammelten Erfahrungen. Von den 13 Millionen Eingeborenen auf deutschem Kolonial­gebiet sind 83 000 Glieder der evangelischen, 86 000 der ka­tholischen Mission. Jene hat 439, diese 908 männliche und weibliche Missionsarbeiter draußen, doch darf man mit Recht die 260 Ehefrauen unserer Missionare hinzurechnen. In den evangelischen Missionen werden 60000, in den katholischen 43 000 Kinder unterrichtet, denen 4800 Regierungsschüler zur Seite stehen. An evangelischen Missionsgesellschaften arbeiten in Ostafrika 7 auf 14 getrennten Gebieten. Die katholische Mission hat sich seit 1863 über die ganze Kolonie ausgè- breitet, so daß von den 22 Bezirksämtern nur noch zwei unbesetzt sind. Trotz der dreifach kleineren Zahl von Ge­meindegliedern hält unsere Mission mit 23000 Schülern der anderen nahezu das Gleichgewicht. Im Islam findet das Christentum einen ztelbewußten, hartnäckigen Gegner. Durch Einrichtung von Missionsschulen und Kapellen lucht man den Mohammedanern entgegenzuarbeiten und es ist gerade die evangelische Mission, die es wagt, auch an die Mohammedaner heranzukommen. Sehr scharf wandte sich der Redner in der

Frage der Eingeborenenbehandlung gegen den Theologen Dr. Rohrbach, der Bodennutzung und Eingeborenennutzung als die Ziele der Kolonialpolitik hin­stellt. Rechnen wir alle unsere afrikanischen Missionen zu­sammen, so stehen sich auf evangelischer und katholischer Skite342undö95 Missionsarbeiter, 47 000 und 54 000 Christen, 46 000 und 36 000 Schüler gegenüber. Das unbedingt« Uebergewicht hat die evangelische Mission in Kamerun, das tatsächliche bei geringerer Arbeiterzahl in Siidmest. In Togo haben wir uns überflügeln lassen, in Ostafrika, dem bedeu­tendsten Missionsfeld, können wir zwar nicht mehr erdrückt, aber doch an vielen Stellen von den großen Verbindungs­wegen abgeschnitten werden. In der Südsee stehen sich 34 000 katholische und 28 000 evangelische Misstonschristen gegenüber. Unsere Mission ist ein einzigartiges ideales Werk und eine brennende nationale Aufgabe, ist sie eine un= abweisliche protestantische Ehrensache. Im tiefsten Grunde aber ist die Mission eine christliche Gewissenspflicht. (Leb­hafter Beifall.)

An die beiden Vorträge schloß sich eine anregende De­batte unter dem Gesichtspunkt:Was kann der Evange­lische Bund zur Förderung dieser Aufgaben tun?" Zur Beantwortung dieser aktuellen Frage sprachen: Wirkt. Ober* konsistorialrat Generalsuperintendent D. Kaftan, Kiel, Hof­prediger Dr. Rogge, Berlin, Prälat von Hermann, Stutt­gart u. a.

Das Ergebnis der Debatte war die Annahme folgender Kundgebung:

Die Mitgliederversammlung der 23. Generalversamm­lung des evangelischen Bundes erklärt es für eine bedeut­same Aufgabe des Evangelischen Bundes, das tatkräftig« Interesse für die deutschen Evangelischen im Auslande und die evangelische Mission in den Kolonien zu wecken und zu pflegen und bittet sowohl den Zentralvorstand als auch die Vorstände der Haupt- und Zweigvereine, durch geeig­nete Veranstaltungen und Vorträge die Aufklärung über die Bedeutung dieser deutsch-protestantischen Aufgaben ver­anlassen zu wollen.

Im Lause der Versammlung traf folgende

Antwort des Königs auf das Begrüßungstelegramm ein :

Seine Majestät der König haben mich beauftragt, de? Generalversammlung des Evangelischen Bundes Allerhöchst seinen Dank zu übermitteln. Ottendorf. Flügeladjutant Frhr. v. Könneritz.

Einen weitern Drahtgruß sandte der Präsident der kirch­lich-sozialen Konferenz, Berlin.

Am Abend rm 8 Uhr fand eine große, zahlreich besuchte evangelische Volksversammlung im Kaufmännischen Vereins­hause statt. Den Vorsitz führte Amtsgerichtsrat Parzer- Chemnitz. Im Mittelpunkte der Veranstaltung standen zwei Ansprachen:Mehr Verständnis für Organisation" von Pfarrer Pröbsting aus Lüdenscheid undMehr Teilnahme am Leben der Gemeinde" von Universttätsprofessor Dr. Schian aus Gießen.

Am Nachmittag fand von 36 Uhr eine geschlossene Ab- geordnetenversammlung statt, der folgende Tagesordnung zu Grunde lag: 1. Organisationsfragen und Besprechung des Jahresberichts; 2. Die apologetischen Aufgaben des Evange­lischen Bundes. Dieses Thema behandelte Universitäts- profeffor D. Schulze, Königsberg.

Cchiffsnachrichten.

(Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. S ch u st e r, Fahrstraße Nr. 1.)

Der DampferGroßer Kurfürst" des Norddeutschen Lloyd ist am 26. September wohlbehalten in New-Aork ange­kommen.

Bremen, 27. Septbr. Der Dampfer des Norddeutschen LloydSchleswig" ist gestern in eingetroffen.

Der PostdampferVaderland" derRed Star Line" in Antwerpen, ist laut Telegramm am 26. September wohlbehal« ten in New -Nork angekommen