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DlM tu Nr 197 des

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Mittwoch den 24. Aligirst 1910

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Beihielc über den Lege« der Ardeiterschiitzgesetze.

Zu den am heftigsten von den Sozialdemokraten ange­griffenen Dingen gehören die Arbeiterschntzgesetze, besonders die Arbeiterversicherungsgesetze, die Krankenversicherung, die Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Und doch sind ihre großen Vorteile gerade für die Arbeiter, deren Wohl die Sozialdemokraten angeblich fördevu wollen, nicht hinweg­zuleugnen.

Der Krankenversicherung unterliegen alle Per­sonen, die unter 4 Mk. Tagesverdienst lind nicht mehr als 2000 Mk. Jahresverdienst haben. Die Beiträge sind gering. Für diese geringe Leistung erfolgt eine Gegenleistung in Krankheitsfällen, bestehend in freier ärztlicher Behandlung, freier Arznei und anderen Heilmitteln, in Gewährung von Krankengeld vom 3. Tage ab in Höhe der Hälfte des orts­üblichen Tagelohnes 13 Wochen hindurch usw. Im Todes­fälle erhalten die Hinterbliebenen ein Sterbegeld von meistens dem 30fachen Betrage des Tagelohnes. Beispielsweise er­krankt ein Fabrikarbeiter mit 3^/r Mk. Tagelohn. 4*/, v. H. des Tagelohnes sind als Beitrag festgesetzt, und 75 v. H- des Tagelohnes werden als Unterstützung gezahlt. Dieser Mann zahlt in 25 Wochen 15.75 Mk. Beiträge, erhält aber diesen Betrag schon in einer Woche als Unterstützung aus- gezahlt. Ist er etwa 12 Wochen krank, so erhält er ins­gesamt außer der freien Behandlung, Arznei usw. sowie der Befreiung von Beiträgen an barem Gelde 189 Mk. Dieser Mann hat also nur den 300. Teil seiner baren Unter­stützung als Wochenbeitrag gezahlt.

Ein anderes Beispiel: Ein Geselle mit 3.25 Mk. Tage­lohn wird krank. Er soll für 80 Tage Krankenunterstützung in Höhe von 3/s des Tagelohns erhalten; die Kurkosten be­tragen 45 Mk., und beim Tode bekommt die Familie den 30fachen Betrag des Tagelohns als Sterbegeld. Die gesamte Aufwendung für diesen Mann beträgt: 156 Mk. (Unter­stützung) 4- 45 Mk. (Kurkosten) + 97^2 Mk. (Sterbe­geld) 298,5 Mk. zusammen. Angenommen, die Kranken­versicherung bestände nicht, und die Familie hätte das Geld selbst ersparen müssen, so hätte sie 199 Wochen, fast 4 Jahre, ununterbrochen sparen und alle Wochen 1.50 Mk. zurück- legen müssen, um obigen Betrag zu erhalten. Sicherlich wäre diese Leistung aber nicht erreicht worden.

Ein Beispiel aus der Unfallversicherung, zu der die Arbeiter nichts beisteuern: Ein Bauarbeiter, der durch Absturz völlig erwerbsunfähig wird, und deffen zur Berechnung kommender Tagesverdienst 3.25 Mk. beträgt, erhält jahraus, jahrein 650 Mk. Rente 54.20 Mk. jeden Monat. Jemand mit täglich 3.50 Mk. Verdienst würde bei völliger Erwerbs­unfähigkeit jeden Monat 58.35 Mk. (abgerundet) oder jähr­lich 750 Mk. erhalten, bei auf/s verminderter Erwerbs­fähigkeit noch jeden Monat 35 Mk. Im Todesfälle erhalten die Hinterbliebenen Witwe und Kinder oder Eltern oder Großeltern, die etwa zu ernähren waren eine Ent­schädigung. Einige andere Beispiele: Ein durch Explosion getöteter Bergarbeiter verdiente täglich 2.65 Mk. Seine Witwe bekommt 53 Mk. Sterbegelder, außerdem dauernd (oder bis zur Wiederverheiratung) jährlich 159 Mk. oder monatlich 13.25 Mk. Rente. Ein Fabrikarbeiter mit 3.60 Mark Tagesverdienst verunglückt tödlich und hinterläßt eine Witwe und 4 Kinder unter 15 Jahren. Zunächst ist in diesem Falle ein Sterbegeld von 72 Mk. zu zahlen. Die Witwe erhält jeden Monat 10.80 Mk. Rente, jedes Kind bekommt gleichfalls monatlich 10.80 Mk., das macht für vier ^»-" I ........... .....*

Die Blindt.

Skizze von L. Swientek.

Sie war zu einer blühenden, herrlichen Jungfrau heran­gewachsen, ohne es zu wissen. Ohne es zu wissen, ist eigent­lich nicht recht zutreffend; man hatte es ihr ja oft genug gesagt, daß sie schön war und immer weiß gekleidet ging. Aber in die Freude über den Preis ihrer Schönheit mischte sich der bittere Schmerz, nicht zu wissen, was Schönheit sei, und den Zauber der Farben nicht zu kennen. Sie hatte nie das Licht gesehen, und ihre großen dunklen Augen, aus denen volles Leben widerzustrahlen schien, waren erstorben für immer.

Verurteilt zu der traurigen Vereinsamung der Blinden, war ihre Jugend freudlos gewesen und das Leben für sie ohne Reiz; sie war aufgewachsen in der unerträglichen Sehn­sucht nach den Strahlen der Sonne und dem Anblick der Natur. Den einzigen Trost in ihrem traurigen Lose hatte sie darin gefunden, sich mit duftigen Blumen zu umgeben, stundenlang am Klavier zu sitzen und in schwermütigen Harmonien all ihren Schmerz ausströmen zu lassen. Da sie außerdem ohne Vermögen war und mit ihrer alten Mutter von einer bescheidenen Rente kärglich lebte, hatte ihr Haus Ucherlich wenig Anziehungskraft für die Jugend der kleinen ^tadt. Und doch, welche Summe von Zärtlichkeit, Liebe und Dankbarkeit würde sie dem entgegengebracht haben, der ihr oie Hand zum Ehebunde gereicht und ihr freudloses Dasein erheitert hätte! An sonnigen Frühlingstagen, wenn vor Kem Fenster die Schwalben zwitscherten und der Klang der Glocken feierlich zur Hochzeit rief, hörte sie inbrünstig zu, und Hoffnung erfüllte ihr Herz, aber dann fing sie an zu weinen über die Nutzlosigkeit ihres eigenen Lebens und beklagte sich bitter über die Grausamkeit des Schicksals, das sie gewisser­maßen von der schönen Welt ausschloß, sie, die doch nichts "Ooses getan hatte und als die Verkörperung der Unschuld und Reinheit erschien. Und hatte sich die Arme ausgeiveint, bann empörte sich ihr Inneres, sie fluchte dem ungerechten Schicksal, das, mit einer Binde vor den Augen, die einen mit Glück überhäuft, während es die andern zu den grau­

Kinder zusammen 43.20 Mk. A- 10.80 Mk. für die Witwe 54 Mk. monatlich oder 648 Mk. 'jährlich. Verheiratet sich die Witwe wieder, so erhält sie 3/s des jährlichen Ar­beitsverdienstes des Mannes als Abfindungssumme. In diesem Falle würden das also 648 Mk. sein.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Jnvalidi­täts- und Altersversicherung. Voraussetzung zum Bezüge von Invalidenrente ist dauernde Erwerbs­unfähigkeit. Ein Beispiel : Ein Werkführer, der 450 Wochen der 4. und 60 Wochen der 5. Lohnklasse angehört hat, wird Invalide. Der Mann hat in der Zeit zu seiner Versiche­rung selbst 78.30 Mk. gegeben. Ihm stehen jeden Monat an Renten 16.15 Mk. oder alle Jahre 193.80 Mk. zu. Nicht ganz 5 Monatsrenten decken schon seine eingezahlten Beiträge. Also ist seine Leistung im Verhältnis zu der dauernden Gegenleistung sehr gering.

Aus diesen wenigen Beispielen geht schon hervor, daß die Arbeiterversicherungsgesetze überaus segensvoll sind. Der kleine Geschäftsmann oder selbständige Handwerker oder kleine Grundbesitzer, der schwer um sein Dasein zu ringen hat, genießt die Vergünstigungen nicht. Er steht häufig mittel- und hilflos da, wenn Krankheiten usw. eintreten. Niemand gewährt ihm freie ärztliche Behandlung usw. oder Renten. Wenn man einmal die Bezüge, auf die jeder Ar­beiter aus den Versicherungsgesetzen ein Recht hat, kapitali­siert, das heißt die Bezüge als Zinsen ansieht, so gehört schon ein Kapital von wenigstens 3000 bis 4000 Mk. da­zu, um auch nur monatlich 10 Mk. zu haben. Wer da jährlich 150 Mk. oder 200 Mk. Renten bezieht, müßte eine Verzinsung von 4 v. H. angenommen ein Kapital von 3750 bis 5000 Mk. haben, um dasselbe zu bekommen. Wieviel Hunderttausende von Arbeitern, Witwen und Waisen spüren jahraus, jahrein die großen -Segnungen der Arbeiter- versichernngsgesetze am eigenen Leibe! Wenn jene Gesetze nicht da wären, was dann? Wer ivâre dann Helfer in der Not? Es ist darum eine schnöde Undankbarkeit, wenn gerade von der Seite, der die Wohltaten jener Gesetze zuteil werden, so unverfroren gehetzt wird. Es wäre wünschens­wert, wenn recht oft an der Hand von bestimmten Beispielen .und greifbaren Tatsachen auf den hohen Wert der Arbeiter­schutzgesetze hingewiesen würde.

Aussprüche hervorragender Persönlich­keiten über die Ostmark.

Aus Anlaß der Schloßeinweihung in Posen hat das Posener Tageblatt" eiue 24 Seiten starke, reich­illustrierte Fe st nummer erscheinen lassen, die in Wort und Bild das alte und das neue Posen behandelt, in der sich daneben aber auch eine Reihe hervorragender Persönlich­keiten in sehr bemerkenswerter Weise über die Ostmarken­frage ausspricht. So hat Fürst Bülow aus Norderney auf die Bitte um Zusendung einer Aeußerung dem Blatte folgendes geantwortet:

Ihrem Wunsche glaube ich am besten entsprechen zu können, wenn ich die Worte wiederhole, mit denen ich im preußischen Abgeordnetenhause am 13. Januar 1902 bei Beantwortung der Interpellationen über die Verhältnisse in den Ostmarken meine Rede schloß: Für die Deutschen im Osten darf es nur eine einzige Parole geben, und das ist die nationale".

Der Posener Oberpräsident von Waldow beteiligte sich in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft mit einem Artikel über diese Gesellschaft, der folgendermaßen schließt:

samsten Qualen verurteilt. Und dieses trostlose Leben währte so lange! Warum wollte es denn kein Ende nehmen?

Als allmählich die Jugend dahinzuschwinden begann, lebte die arme Blinde immer mehr in sich gekehrt, sie wurde eigensinnig, und endlich verschloß sie ihr Herz gegen alles. Sie glich einer weißen Statue, einer wesenlosen Erscheinung, die sich hinter den Fenstern ihres Häuschens zeigte; sie war ein schweigsames Wesen, losgelöst von allem, das eines Tages ohne Klagen erlöschen würde. Selbst gegen Schmerzen war sie gleichgültig geworden, und das Leben schien ihr jetzt vollständig öde und leer.

So flossen die Tage dahin, langsam und eintönig, schwarz wie die Nacht kaum unterbrochen von Schlaf und Wachen, in tödlicher Langeweile, die nichts mehr vertreiben konnte, weder eine Erscheinung des äußeren Lebens, noch ein Er­eignis, noch ein Geräusch, ein Gedanke oder gar eine Hoff­nung. Eingehüllt in weiße Spitzen, weißer als sie selbst, immer und immer über ihr trostloses Dasein grübelnd, war­tete die Unglückliche sanft, geduldig und ohne Klagen, daß der Tod käme, um sie zu befreien.

An einem Sommernachmittage, als unter der Schwüle der Luft die kleine Stadt wie ausgestorben erschien und nicht das geringste Geräusch zu den Öhren der Blinden drang, überkam sie der Schlaf. Ein langer Traum lenkte sich her­nieder auf sie, gleichsam die Forsetzung des Traumes in ihrem Wachsein, so sanft übergehend, daß sie es kaum ge­wahr wurde.

O, wie süß ist es .doch, jung, schön und geliebt zu sein, überhäuft mit Erkenntlichkeiten und Huldigungen, strahlend in prächtigen Toiletten, bezaubernd, und zu sehen! Vor allem zu sehen! Denn sie sah, und vor ihrer von Licht um­fluteten Seele zeigte sich jene wunderbare Welt, die zu schauen ihr niemals vergönnt war!

Aber plötzlich sprang sie auf, bleich und ängstlich, mit weit geöffneten Augen, die Hände vor sich hinstreckcno. -^a.-

Sanft und zärtlich, mit dem unsagbaren H^"^/ q fönen keuscher Liebe hatten sich ein paar frische Me» darauf den ihrigen genähert und einen langen heißen Kutz.^araus gedrückt, der sie im Entzücken versetzte. Ur I s

Möchte die Deutsche Gesellschaft auch ferner das Bild bleiben, das die Bewohner unserer Provinz in der Pfleqe deutschen Geisteslebens einigt, das dazu beiträgt, in ihnen das rechte Heimatsgefühl zu stärken, das im ostmärkischen Lande nicht bloß die Stätte wirtschaftlichen Erwerbes und vorübergehender Berufsarbeit sieht, sondern den Teil des deutschen Vaterlandes, dem wir auch geistig angehören, die Heimat, die wir lieben, mit der Kraft und Treue des deutschen Idealismus."

Der Oberpräsident von Westpreußen von Jagow, saßt sein Urteil über die Ostmarkenfrage in den folgenden Grundgedanken zusammen:

1 . Die Ostmarkensrage muß und wird ihre allein mögliche Lösung in einem endgültigen Siege des deutschen nationalen Denkens und Wesens in der gesamten Ostmark finden.

2. Um die Lösung zu erzielen, ist vor allem nötig, daß die Staatsregierung unentwegt an den Grundzügen ihrer derzeitigen Ostmarkenpolitik festhält, daß jeder Beamte in den Ostmarken nicht nur seine Pflicht in vollstem Maße erfüllt, sondern es auch als eine besondere Auszeichnung und Ehre ansieht, in den Ostmarken tätig sein zu dürfen, und daß vor allem in allen Kreisen der Bevölkerung daS Bewußtsein der jedem Deutschen in den Ostmarken ob­liegenden besonderen Pflichten unserem deutschen Vater­lande gegenüber vorhanden ist.

3. Zu welchem Zeitpunkte die endgültige, volle Lösung erreicht sein wird und ob die kelteren unter uns sie noch erleben werden, vermag meines Erachtens mit Bestimmt­heit niemand anzugeben. Kommen wird sie, und zwar desto eher, je mehr die vorbezeichneten Vorbedingungen er­füllt werden."

Auch eine ganze Reihe von Parlamentariern haben Bei­träge zu der Festschrift geliefert. So schreibt der sächsische Kammerpräsident D r. V o g e l:

Die Einweihung des Kaiserschlosses in Posen fällt in die Zeit jener stolzen Gedenktage, an denen vor nun vierzig Jahren das deutsche Volk in Waffen sich in heißem Kämpfe seine Westgrenze sicherte und ein einiges deutsches Reich begründete. Möge bei dieser Feier die Erinnerung an jene große Zeit die Festesstimmrmg beherrschen und zum unverkennbaren Ausdruck bringen, daß die Errichtung einer deutschen Kaiserpfalz in der zur Zeit national am meisten bedrohten Ostmark mit den Sinn haben soll und haben kann, diesen unveräußerlichen Besitz der deutschen Nation auch weiterhin durch die energische Förderung des erfolgreichen Ansiedelungswerkes immer mehr mit deutschem Geist und mit deutscher Kultur zu erfüllen und so immer inniger und unablösbar mit dem Reiche zu verschmelzen." Reichstagspräsident: Graf Schwerin-Löwitz sandte den folgenden Wunsch:

Großartig ist die Entwickelung, welche unsere Ostmark deutscher Kulturarbeit verdankt. Und doch, wie viel reicher und glücklicher könnte das Land sein, wenn es dabei ge­blieben wäre, ehrlich preußisch und ehrlich deutsch zu wer­den. Nur auf diesem Wege kann das Land wieder zu dem inneren Frieden gelangen, welcher die Voraussetzung voll­kommener Wohlfahrt bildet. Möge das neue Kaiserschloß in Polen den polnischen Friedensstörern eine ernste War­nung unsern deutschen Friedenswächtern aber ein starker Hort und eine neue Mahnung zur treuen Wahrung des Deutschtums in der deutschen Ostmark werden."

Der konservative Führer von Heydebrand äußert sich wie folgt:

Eine deutschkonservative Partei, die daS Streben nach Erhaltung des Deutschtums in der Ostmark aus den Augen verlöre, würde ihres Namens nicht wert fein; davon kann niemals die Rede sein!"

Von sonstigen Beiträgen der Festschrift seien noch die folgenden erwähnt:

Gedanken ganz verwirrt und bestürzt, mit fliegendem Atem, konnte sie noch immer nicht zu sich kommen. Lange blieb sie in diesem Zustande. Dann sank sie auf einen Lehnsessel nieder, ohne ein Wort zu sprechen, ihre Gedanken noch immer auf die wunderbare Erscheinung gerichtet.

Was ist dir?" fragte die Mutter sanft.

Ach!" Du warst hier?" fragte verwundert die Blinde.

Ja!"

Allein?"

Gewiß! Mit wem sollte ich denn?"

Du hast recht!" murmelte sie noch in stiller Ergebenheit mit matter Stimme, dann schwieg sie, und ein heißer Tränen­strom benetzte ihr Gesicht wegen der bitteren Enttäuschung, die sie im innersten Herzen empfand, und klagend hauchte sie vor sich hin: "O, eS ist grausam, zu grausam!"

Seitdem wurde sie noch regungsloser und schweigsamer. Sie fühlte sich schwächer und schwächer, ein grenzenloser Eigensinn machte sie verschlossen, und eine fast künstlich her- beigeführte Schlafsucht überkam sie, in der bisweilen ein engelgleiches Lächeln über ihr schönes, bleiches Angesicht flog. In solchen Augenblicken kehrte der Unglücklichen die Er­innerung an das einzige höchste Glück ihres Lebens zurück, die Erinnerung an den süßen Traum, den sie gehabt hatte.

Dann schlummerte sie eines TageS sanft hM"ber^in e besseres Leben, die herbe Enttäuschung hatte ihr' das perz gebrochen. Ein seliges Lächeln ruhte auf d-m 8lntl tz der Toten, sehnend streckte sie die Hände aus, alssuche ste em Wesen jenseits der Sterne, ihre Lippen warer Y 9 ^ So starb sie an einem einzigen Kusse!

Kunst und leben.

Deutschlands berühmtester Ohrenarzt f» In Halle ist per Geheime Medizinalrat Prof. Dr. Hermann Schwartze im 73. Lebensjahre gestorben. Er war als außerordentlicher Professor der Ohrenheilkunde im Jahre 1868 in Halle als erster in Deutschland von der Regierung angestellt worden. Der ausgezeichnete Ohrenklinikec stammte aus Gut Neuhof in Vorpommern, erhielt seine Ausbildung in Berlin und