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Amtllihts Organ für Stabt* nub Laudkrels Kanan.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
BettnimetO. Redakteur: 9. Schrecker b teh,
Ml. 197 Fernsprechanschlotz Nr. 605»
Mittwoch den 24 August
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Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1910
Amtliches.
Candkreis Ranau.
In der Gemarkung Windecken ist die Schweineseuche sest- gestellt worden.
Hanau den 22. August 1910.
Der Königliche Landrat.
V 4875 Frhr. Laur.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird die Hanau—Friedbergerstraße von Station 1,4 4-11 bis Station 4,0, d. i. von der Gemarkungsgrenze der Stadt Hanau bis zur Abzweigung nach Bruchköbel, „Viadukt", in der Zeit vom 26. August bis einschließlich 14. September d. J. für Fuhrwerke von mehr als 20 Zir. Ladegewicht, sowie für Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.
Hanau den 23. August 1910.
Der Königliche Landrat.
V 4935 Frhr. Laur.
Der Beauftragte der Handwerkskammer zu Cassel G. Siebert aus Immenhausen wird demnächst den hiesigen Kreis bereisen, um die Befolgung der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften im § 103 n der Reichsgewerbeord- nung und § 44 des Statuts der Handwerkskammer zu prüfen. Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich, dem Beauftragten, falls ihm seitens der Handwerker Schwierigkeiten bereitet werden, bei der Durchführung seines Auftrages zu unterstützen.
Diejenigen Handwerker, welche zurzeit Lehrlinge beschäftigen, die noch nicht zur Lehrlingsrolle angemeldet sind, sind zu veranlassen, die Lehrlinge bei der Handwerkskammer in ^^ftll Jordanstraße 12 oder bei der Innung, der sie eventl. angeboren, zur Anmeldung zu bringen.
Hanau den 22. August 1910.
Der Königliche Landrat.
Y 4920 Frhr. Laur.
Handelsregister. •
Eingetragen ist am 15. August 1910 die offene Handelsgesellschaft in Firma
, , „Otto Fritz" mit dem Sitze in Hanau.
Persönlich haftende Gesellschafter sind der Kaufmann Johann Jakob Fritz und dessen Ehefrau Anna Fritz, geb. Brandt, beide zu Hanau. Die Gesellschaft hat am 11. Januar 1905 begonnen.
Das Handelsgeschäft wurde vorher unter der genannten, im Handelsregister nicht eingetragenen Firma in Hanau von dem Erblasser der Eheleute Johann Jakob Fritz, nämlich dem am 11. Januar 1905 gestorbenen Kaufmann Friedrich Daniel Otto Fritz zu Hanau, als Einzelkaufmann betrieben.
Hanau den 15. August 1910.
—Königliches Amtsgericht 5. 18267
Grundstücksverpachtung.
Die domänenfiskalischen Grundstücke der Gemarkung Eichen in der Fläche von 40,4208 ha werden am Dienstag den 30; d. Mts., vormittags von 9*/, Uhr ab, im Rathause in Eichen vom 1. Januar k. Js. auf 12 Jahre anderweit öffentlich meistbietend unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen verpachtet.
Hanau den 23. August 1910.
Reinhardt, 18285
Domänenrentmeister.
Proviantamt Hanau tauft „H afer" der neuen Ernte. 17341
Gefundene und verlorene Geflenständc re.
Gefunden: 1 Siahlkneifer, 1 Double-Kollier, 1 1 '"der-Rkformschürze, 1 Militärpaß für Johann Best (geb.
85 zu Jugenheim), 1 schwarzes Etuis mit Schüler- utenstlien.
P e r I ° r ? n: 1 Monatsfahrkarte zur Fahrt Hanau ^Est— Frankfurt-Ost, 1 Notizbuch mit Kundenverzeichnis für ^ubhib^M^ 1 ö°^cner Demütig mit Similistein und
Äugelaufen: 1 schwarzer Seidenpinscher.
Hanau den 24. August 1910,
PolitiTtbe RtindTcbau.
Kaisertage in Königsberg.
Posen, 23. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin
mit
der Prinzessin Viktoria Luise sind heute vormittag 10 Uhr 35 Minuten unter den stürmischen Zurufen des Publikums im Sonderzug nach Königsberg abgefahren. Zur Verabschiedung waren auf dem Bahnhof anwesend: Oberpräsident Waldow, Polizeipräsident Heyking, der kommandierende General Graf Kirchbach mit Gemahlin, Oberbürgermeister Wilms und der Stadtkommandant Steinäcker.
Königsberg, 23. Aug. Das Kronprinzenpaar, das Prinzenpaar Eitel Friedrich und Prinz August Wilhelm sind um 8 Uhr 52 Min. von Posen kommend, hier eingetroffen. Das Kronprinzenpaar begab sich in bereitstehenden Automobilen ins Schloß, das Prinzenpaar Eitel Friedrich zum Landeshauptmann v. Berg und Prinz August Wilhelm zum kommandierenden General, wo sie Wohnung nahmen.
Königsberg, 23. Aug. Im Auditorium maximum der würdig geschmückten Albertus-Universität erfolgte heute vormittag die feierliche Investitur und Proklamation des Kronprinzen als Rektor Magnifizentissimus. Zu dem feierlichen Akte war eine glänzende Versammlung von Ehrengästen erschienen, unter ihnen der Kurator der Universität, Oberpräsident v. Windheim, Ehrendoktor der Albertina, Generalinspekteur Dr. Frhr. v. d. Goltz und die Spitzen der Behörden. Rings um den Katheder und ebenso im Hintergründe hatten Abordnungen der studentischen Korporationen in Wichs nebst Fahnen und Bannern Aufstellung genommen. Um 10 Uhr traf der Kronprinz vor dem Portale der Universität ein, wo er von dem derzeitigen Prorektor Professor Dr. Manigk begrüßt wurde. Im Senatszimmer erwarteten der Senat, der gesamte Lehrkörper und die Beamten den hohen Gast. Nach der Vorstellung der Herren erfolgte dann um lO1^ Uhr der feierliche Einzug in die Aula. Nachdem die Beethoven-Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" verklungen war, bestieg Dr. Manigk den Katheder und hielt eine Begrüßungsansprache an den Kronprinzen. Als derzeitiger Prorektor der Albertina dankte er zunächst ehrfurchtsvoll dem Kaiser, der die Genehmigung dazu zu erteilen geruhte, daß der Kronprinz zum Rektor Magnifizentissimus erklärt werde. Sodann sprach er dem Kronprinzen selbst seinen Dank dafür aus, daß er die Gnade gehabt habe, das Amt eines Rektor Magnifizentissimus perpetuus zu übernehmen. Der Kronprinz habe damit eine alte Tradition wieder lebendig werden lassen, die die Universität enge und unmittelbar mit dem Herrscherhause verknüpfe. So hoffen wir auch, so schloß Dr. Manigk, daß unsere ehrwürdige Universität unter dem Rektorat des Kronprinzen einer neuen Blüle entgegengeht. Königsberg darf hinter den westlichen Universitäten nicht Zurückbleiben, denn sie soll, wie es aus königlichem Munde einst erklang, ein Herd des Lichtes sein. Ihre Losung sei: Vorwärts! Nach den Schlußworten des Prorektors erfolgte der Jnvestiturakt. Nachdem alle Anwesenden sich erhoben hatten, wurde der Kronprinz mit einem Purpurmantel und einer Kette bekleidet und ihm die Stiftungsurkunde, der goldene Schlüssel und das Siegel überreicht. Sodann brachte der Prorektor Dr. Manigk ein dreifaches Hoch auf den Kronprinzen, den neuen Rektor Magnifizentissimus, aus. Nunmehr betrat der Kronprinz, geschmückt mit den Insignien der neuen Würde, den Katheder. Er hielt folgende, von allen Anwesenden stehend angehörte Rede:
Eurer Magnificenz danke ich verbindlich für die gütigen Worte, die Sie namens der Albertus-Universität an mich gerichtet haben. Wie ich es als besondere Ehrung angesehen habe, als mir Rektor und Konzil vor zwei Jahren die Würde eines immerwährenden Rectors Magnificentissimus an der ältesten, von den Hohenzollern in preußischen Landen gegründeten Hochschule antrugen, so erfüllt es mich heute mit Stolz und Freude, nunmehr auch persönlich in Ihren Kreis einzutreten und meine Zugehörigkeit zu dieser altehrwürdigen Pflegestätte deutscher Wissenschaft und Kultur in ihren Räumen bekunden zu dürfen. Dabei' schweifen meine Gedanken mit Ihnen zurück zu meinen Vorfahren, die vor mir diese Würde bekleidet und die an ihrem Teil bemüht gewesen sind, der treuen Arbeit der Albertina Förderer zu sein. Sie sollen auch mir als Rector Magnificentissimus zum Vorbilde dienen. Diese festliche Stunde führt mir wieder die schönen beiden Jahre vor Augen, die ich als Student im lieben alten Bonn verleben durfte, eine Zeit an die ich mit Freuden denke und der ich die Erkenntnis verdanke, welche Summe von Geist und Schaffensfreudigkeit an der deutschen Hochschule zum Heile für die deutsche Jugsnd ge- leistet wird. In diesen Jahren glaube ich auch ^m H f zu haben, was wir, die Jugend, aus gelehr en allem hören möchten. Meine neue Würde M - , ■
kommene Gelegenheit, der Dolmetsch dieser Gedanken zu )ein.
Weisen Sie uns Wege, auf denen unser deutsches Volk wandeln soll, um eine Stellung unter den Völkern einehmen zu können, die ihm, seinen geistigen und physischen Kräften entsprechend, zu Recht zukommt. Dabei ist uns nicht damit allein gedient, die Schwächen und Mängel unseres Landes zu kennen denn diese Erkenntnis führt leicht zu Verdrossenheit unfruchtbarer Kritik, vielmehr sehnen wir uns nach der Betonung unseres deutsch-nationalen Volkstums im Gegensatz zu internationalisierenden Bestrebungen, welche unsere gesunde völkische Eigenart zu verwischen drohen. Seien Sie versichert, daß ich jederzeit die Entwickelung der Universität mit größtem Interesse verfolgen und gern Anteil nehmen werde an ihrem Gedeihen, dessen sie sich, so hoffe und wünsch« ich in Zuversicht, zum Segen des Vaterlandes, insbesonderr seiner Ostmark, bis in ferne Zeiten erfreuen möge. Diesem Wunsche bitte ich Sie, mit mir Ausdruck zu geben, indem Sie sich mit mir tn dem dreifrachen Ruf vereinigen: Alma mater Albertina, diese Zierde im Kranze deutscher Universitäten, sie lebe hoch, hoch, hoch!
Königsberg i. Pr., 23. Aug. Der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und Prinz Oskar sind mit Sonderzug um 5 Uhr 30 Min. auf dem Ostbahnhofe eingetroffen. Bei Ankunft fand auf dem Bahnhöfe großer militärischer Empfang statt. Außer den Spitzen der militärischen Behörden mit dem kommandierenden General des 1. Armeekorps v. Kluck, dem Chef des Generalstabs v. Moltke, dem Oberpräsident v. Windheim mit Gemahlin und dem Polizeipräsidenten v. Wehrs, waren ferner anwesend der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz Adalbert und Prinz August Wilhelm. Die Ehrenkompanie des Grenadierregiments Nr. 3 erwies die militärischen Ehrenbezeugungen. Nach herzlicher Begrüßung der Anwesenden und nachdem der Kaiser bie Front der Ehrenkompagnie abgeschritten und einen Vorbeimarsch entgegengenommen hatte, begaben sich die Majestäten durch das Fürstknzimmer auf den Bahnhofsplatz, wo sie von einem vieltausendköpfigen Publikum mit stürmischen Zurufen begrüßt wurden. Die Kaiserin, die Kronprinzessin, Prinzessin Eitel Friedrich und Prinzessin Viktoria Luise bestiegen hier einen â la Daumont gefahrenen Wagen mit Spitzreitern. Neben dem Schlage ritt Vizeoberstallmeister v. Esebeck. Der Kaiser, der die Uniform des dritten Grenadierregiments trug, und die Prinzen, die gleichfalls die Uniformen ihrer hiesigen Regimenter angelegt hatten, stiegen zu Pferde. Eim Schwadron des Kürassierregiments Nr. 3 gab das Geleit. Unter dem Geläute der Glocken setzte sich der Zug in Bewegung. Auf dem Bahnhofsplatz und den Einzugsstraßen bis zum Schlosse bildeten die Truppen Spalier. Nachdem es am Vormittag geregnet hatte, hatte sich daS Wetter nachmittags aufgeklärt. Der Einzug erfolgte bei prächtigem Sonnenschein.
Königsberg, 23. Aug. Am Zugänge der Kaiser» straße unter den Säulenhallen der Ehrenpforte hatten die städtischen Körperschaften Aufstellung genommen. Vor ihnev zu beiden Seiten der Einzugsstraße standen Ehrenjungfrauen, auf der Galerie des Bauwerks blumenstreuende Kinder. Oberbürgermeister Koerte begrüßte die Majestäten mit einer Ansprache, in der er sagte:
„Euren Kaiserlichen und Königlichen Majestäten fuBeD heute eine besonders frohbewegt« und dankerfüllt« Bürgev schaft ein vieltausendstimmiges herzliches Willkommen end gegen. Willkommen unser Kaiser und König im reicher Kranze seines Hauses mit der geliebten Kaiserin und Königin, umgeben von ihren Königlichen Hoheiten den Prinzen und Prinzessinen, dem Stolz unseres Vaterlandes. Willkommer in der alten Grenzfeste Königsberg. Höher schlagen heutl die Herzen, weiter, freier und strahlender möchten heute du Blicke leuchten. Darf ich als Vertreter der Bürgerschaft doch heute Eurer Majestät am heutigen denkwürdigen Tage die erbietige Meldung abstatten, daß der Vertrag über die End festigung Königsberg am 20. August förmlich vollzogen und damit so Gott will, die Möglichkeit zu neuer glücklicher End Wickelung für Eure Majestät alte ehrwürdige KrönungSstadt eröffnet worden ist. Nicht leicht zwar sind die Lasten, bh das gewaltig« Unternehmen der Stadtgemeinde auferlegt aber wir wußten doch, mit wie lebhaftem gnädigen Interest» Eure Majestät diese schwerste Lebensfrage unserer Verwal tuuq fortgesetzt begleiteten. Namens der hier ^rsammet ten städtischen Körperschaften möchte ich dem tiefgefühlten Dan Ausdruck geben, daß Eure Majestät unseren nachfolgenden Beschluß gnädigst entgegennehmen möchten: Zur Erinnerung an die am 33. August 1810 Seiner Maiestat dem Kaiser und König bet seinem Einzug in die alte Haupt- und Residenz, stadt' feierlich erstattete Meldung von der am 20. August dieses Jahres erfolgten förmlichen Vollziehung des Vertrage- betreffend die Niederlegung der inneren Festungsumwallung und ihrer Uebereignung an die Stadtgemeinde Königsberg und zum dankbaren Gedächtnis an die ganz besondere Förde rung, die Se. Majestät der Kaiser und König Wilhelm n persönlich dem für die fernere Entwickelung der alter Kronungsstadt bedeutungsvollen Entfestigungswerk mit warmer landesväterlicher Huld und Anteilnahme fortgesetzt