Erstes Blatt.
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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Äadt- nu) Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 176
Fernsprechanschluß Nr. 605
Samstag den 30. Juli
Fernsprechanschluß Nr. 605
1910
Dit Wilttamtt msafi Miet t.MttWkWiM
14 Seiten.
Amtliches.
Eandkreis F>anau.
Grasverkauf.
Der erste Grasschnitt von 10 Morgen der Kreis- iJungviehweide kommt am
Montag den I. rlugust d. Js., nachmittags 5 Uhr, zur öffentlichen Versteigerung.
Zusammenkunft an der Viehhalle.
Hanau den 29. Juli 1910.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
A 3566 F r h r. Laur. 16703
—-—--- Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung
Arbeitsuchende in der Zeit vom 23. bis 29. [ Juli 1910:
2 Hausburschen, 1 Heizer und Maschinist, 1 Silberarbeiter, 6 Tagelöhner.
Hanau den 30. Juli 1910. 16695
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Bekanntmachung.
Der Durchgang von Leimenstraße 22 nach dem Grünenweg ist für die Folge von 53/< Uhr vormittags ' an geöffnet.
Hanau den 25. Juli 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 16695
Bekanntmachung.
Das Proviantamt kauft gutgeerntetes, süßes Pferdeheu und Roggenstroh zu den gangbaren Tagespreisen.
Neben Flegel- und Maschinenstroh wird auch Preßlangstroh angenommen, wenn die kurzen Strohteile, sogenannte Spreu, Keile oder Spelzen nicht mit eingepreßt sind.
Die Einlieferung kann ohne vorherige Anmeldung mit Ausnahme der Samstag Nachmittage an jedem Wochentage von 8—12 und nachmittags von 2—4 Uhr erfolgen.
Hanau den 25. Juli 1910.
v 4395 Proviantamt.
politische Rundschau.
Reichsbank. In der gestrigen Sitzung des Zentral- ausichusses der Reichsbank führte der Vorsitzende, Vizepräsident des Reichsbankdirektoriums Dr. von Glasenapp aus, daß sich aus 'dem derzeitigen Status der Reichsbank ein Grund zur Aenderung des Diskontsatzes nicht ergebe. Ueber die Beziehungen zu der Niederdeutschen Bank teilte der Vorsitzende mit, daß die Reichsbank im Verkehr mit diesem Institut stets große Vorsicht geübt habe. Das gesamte Wechselengagement belaufe sich nach dem Stande vom 23. Juli d. J. auf 1 264 000 Mk. Hiervon würden nach vorsichtiger Schätzung 844 000 Mk. voraussichtlich durch die Mitver- ' bundenen bezahlt werden. Die übrigen 420 000 Mk. seien durch die gesperrten Girosalden und durch andere Sicherheiten im Betrage von zusammen rund 500 000 Mk. gedeckt, sodaß der Reichsbank aus dem Zusammenbruche der Niederdeutschen Bank, soweit sich bis jetzt übersehen lasse, Verluste 1 überhaupt nicht erwachsen würden. Sodann wurden noch einige Gattungen von Schuldverschreibungen zur Beleihung im Lombirdverkehr zugelassen.
England und Tibet. Das Reutersche Bureau erfährt im Hinblick auf den den indischen Truppen erteilten Befehl, sich für einen Vormarsch nach Tibet in Bereitschaft zu halten: Diese Maßregel sei gänzlich vorbeugender Natur. 8$ sei im gegenwärtigen Stadium keine Rede von einer wirklichen Expedition oder auch nur von einer Truppensendung über die Grenze. Die Maßregel sei nicht auf den y Empfang positiv ernster Nachrichten aus Tibet zurückzuführen, N ^- 11Ur daä" bestimmt, im Einklang mit den bestehenden ^ertragen den Schutz der englischen Handelsniederlassungen in Tibet zu sichern.
Hus Ban au Stadt und Eand.
Hanau, 30. Juli.
* Der Kreistag des Landkreises Hanau hatte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Erledigung einer großen Zahl von Beratungsgegenständen zu befassen. Zunächst erfolgte die Vornahme verschiedener Wahlen. Als Mitglieder für die Stadt und den Landkreis Hanau in die Landwirtschaftskammer für die Zeit von 1910 — 1916 wurden gewählt die seitherigen Vertreter, die Herren Gutsbesitzer W. Koch- Bruderditbacherhof, Bürgermeister Kümmel- Niederissigheim und Domänenpächter Rudolf Wittmer-Dottenfelderhof. Zu Kommunallandtags-Abgeordneten für die Wahlperiode 1910—16 wurden wiedergewählt die Herren Fabrikdirektor Dr. Hoffmann- Mainkur und Gutsbesitzer Wilh. Koch- Bruderdiebacherhof, neugewählt wurde Herr Landrat Frhr. Laur in Hanau. — Der Verwaltungsbericht der Kreiskommunal-Verwaltung für 1909 wurde besprochen u. dann für erledigt erklärt. Die Jahresrechnung der Auguste Hoffmann- Rekonvaleszenten - Stiftung für 1909 wurde in Einnahme und Ausgabe festgestellt, ebenso der Voranschlag für die Unterhaltung der Landwege im Rechnungsjahr 1911 mit 84 000 Mk. — Dem Kreisausschusse wurde für das Rechnungsjahr 1910/11 zur Annahme eines Obstbautechnikers auf Probe und gegen Kündigung ein Betrag bis zu 1800 Mark nebst 100 Mk. für Abnutzung des Fahrrades zur Verfügung gestellt. — Dem Erwerb der an das Kreishaus angrenzenden R o h d e'schen Grundstücke wurde zugestimmt. — Ferner wurden 2000 Mk. bewilligt für die ersten Vorarbeiten zu dem Projekte der Errichtung einer elektrischen Ueberlandzentrale des Kreises. In der Begründung der Vorlage wird betont: Der Kreisausschuß ist von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die fortschreitende Entwickelung der wirtschaftlichen und Verkehrsverhâltnisse des KreiseS die Anlage einer elektrischen Ueberlandzentrale für den ganzen KreiS erforderlich erscheinen läßt und glaubt weiter, daß es Sache des Kreises sein wird, die Vorbereitung und spätere Leitung des Unternehmens in seine Hand zu nehmen. Die bisherigen vorbereitenden Ermittelungen de» Kreisausschusses lassen erhoffen, daß es möglich sein wird, dem Unternehmen in der gedachten Richtung Gestalt zu geben. Es ist indes unerläßlich, über die in Betracht kommenden Fragen eine eingehendere Prüfung stattfinden zu lassen, um ein klares Bild der Kosten und der Rentabilität zu gewinnen.
Hk. Der Syndikus der Handelskammer, Herr Dr. phil. Grambow, wird vom 1. bis 28. August verreist sein.
* Gewerbegericht. (Sitzung vom 29. Juli.) Es klagt der Hausbursche Otto M. gegen den Bäckermeister Joh. G. auf Herausgabe der Papiere, weiter auf Auszahlung des rückständigen Lohnes von 5.53 Mk. und Entschädigung für vorzeitige Entlassung und Kost und Logis, zusammen im Betrage von 25.44 Mk. Der Kläger war für einen Wochenlohn von 8 Mk. bei freier Station engagiert, die Kündigung war eine 8tägige. Der Kläger führt aus, er sei als Hausund Fahrbursche engagiert und nickt als Fabrikarbeiter und machte dieserhalb am 20. Juni, als er in der Teigfabrik beschäftigt war, dem Werkmeister Vorhaltungen. Er sei dann von diesem ohne ersichtlichen Grund mißhandelt und zu Boden geworfen und schließlich zur Fabrik hinausbrfördert worden. Bei diesem Renkontre trug er auch einige Schrammen davon und verließ daraufhin sofort seine Stelle. Von der Gegenpartei wird ausgeführt, daß M. lediglich als Hausbursche engagiert und auck den weitaus größten Teil seiner Zeit in der Fabrik beschäftigt worden sei. Gefahren hat er nur zweimal. Auch die Vorgänge am fraglichen Tage in. der Fabrik haben sich nach den Aussagen des als Zeugen vernommenen Werkmeisters wesentlich anders abgespielt. Danach hat der Kläger in der Fabrik bei seiner Arbeit in einem fort vor sich hin gescholten und sagte dem Werkmeister, er sei doch als Fahrbursche und nicht als Fabrikarbeiter engagiert, worauf ihm die Antwort wurde, das müsse er Herrn G. selbst sagen, er solle aber in der Fabrik ruhig sein; das war M. aber nicht, sondern räsonierte weiter, bis dies dem Werkmeister zu dumm war und er dem Kläger sagte, er solle die Fabrik verlassen. M. warf daraufhin dem Werkmeister den Teig vor die Füße und griff dann mit der Hand nach ihm. Als er zur Türe gedrängt wurde, kam er zu Fall. DaS Gericht ist der Ansicht, daß der Kläger selbst der schuldige Teil an dem Zusammenstoß mit dem Werkmeister in der Fabrik war, er des ha auch nicht berechtigt war, seine Stelle sofort zu ver a . D-r Beklagte wirb jur Zahlung des rMstto^ W in Höhe von 5.53 Mk. verurteilt und hat / Kläger zu tragen. Mit seiner Mehrforderung g ^ .raaen. abaewixlen und bat seinerserts */& der Derick
* Die Straßenbahnerbewegung. Daß der laut „Volksstimme" polizeifromme „Hanauer Anzeiger" es gewagt hat, den Weg des Straßenbahnpersonals zur Erreichung seiner Forderungen nicht als den richtigen zu bezeichnen, wird ihm unter Widmung einer langen Schimpfepistel von dein sozialdemokratischen Organe als eine große — Dreistigkeit angerechnet u. s. f. Wer schimpft, hat Unrecht, das beweist auch dieser Vorfall. Den langen Angriffsartikel der Betriebsleitung habe der „Anzeiger" breitspurig im lokalen Teile veröffentlicht, den Abwehrartikel der Straßenbahner in den Sprechsaal gesteckt, woselbst man ihn erst nach langem Suchen gefunden habe. Der „Angriffs- ariikel" der Betriebsleitung zählt, nebenbei bemerkt 25 Zeilen, der Abwehrartikel der Straßenbahner, der unverkürzt Aufnahme gefunden hat, 90 Zeilen. Auf der gleichen Höhe bewegen sich auch die weiteren Angriffe gegen den „Hanauer Anzeiger", dessen Redaktion natürlich in dem Verhalten zu der Arbeiterbewegung als rückständig bezeichnet wird. Auch in dieser Frage besitzen wir ein gutes Gewissen, denn das soziale Empfinden ist beim „Hanauer Anzeiger" mindestens in der gleichen Weise ausgeprägt, wie an jenen Stellen, die fich breitspurig als die alleinigen Vertreter der Arbeiterintereffen aufwerfen.
* DaS diesjährige Sommerfest begeht die Orts- gruppe Hanau des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes am Sonntag den 7. August er. in den Gesamträumen des „Deutschen Hauses" hier. Die Vorbereitungen sind schon fast vollständig zum Abschluß gebracht und lassen einen glänzenden Verlauf des Festes erhoffen. Das Garten- Konzert wird von der Hanauer Stadtkapelle ausgeführt, der mehrfach preisgekrönte Brodt'sche Männergesangverein wird eine Anzahl Lieder zum Vortrag bringen, bei eintretender Dunkelheit findet Illumination deS Gartens statt und ein Sommernachts-Ball wird das Fest würdig beschließen.
• DaS Tonbild-Theater, Ecke Bangertstratze, bietet bei dem dieswöchentlichen Programmwechsel wiederum eine Fülle sehenswerter Nummern, die dem beliebten Etablissement sicher wieder eine große Zahl von Besuchern zuführen wird.
* Verein der Hundefreunde von Hanau und Umgebung. Am Sonntag den 17. Juli fand im Restaurant „Concordia" am Paradeplatz die Gründung eines Vereins der Hundefreunde von Hanau und Umgebung statt. Als Mitglieder sind dem Verein 70 Herren beigetreten, wieder ein Zeichen des Fortschritts anderen Städten gegenüber, die allerdings teilweise mit bedeutend weniger Einwohnern schon längere Zeit einen Kynologischen Verein haben. Gute» Hundematerial ist in Hanau schon lange vorhanden. Der Verein will seiner Aufgabe zunächst durch Vortragsabende in den Wintermonaten gerecht werden und zwar sollen über Aufzucht, Vorbeugung von Krankheiten, sowie allgemeine Behandlung und Dressur, sachkundige Herren gehört werden. Anmeldungen zur Mitgliedschaft sind schriftlich an den Vorstand zu richten, auch Damen sind willkommen. Jeden ersten Donnerstag im Monat findet im Vereinslokal abends 8 Uhr Versammlung statt, zwanglose Zusammenkunft jeden Donnerstag abend. Zwecks Anlegung einer Liste der verkäuflichen Hunde von Verein-mitgliedern bittet der Vorstand um schriftliche Mitteilung der Rasse, des Alters und des Preises. Diese Liste kann von jedem Hundeliebhaber im Vereinslokal eingesehen werden. Auskunft er» teilt der Vorstand und die Kynologischeu Zeitungen im VereinSIokal.
* Fußballmannschaft -es 2 Bat. Inf-Regt 81
— Hanauer Viktoria 94. Diese», morgen Sonntag den 31. Juli, auf dem Sportplätze der Hanauer Viktoria stattfindende Treffen obiger Mannschaften erweckt überall bei lebhafteste Interesse. Die Mannschaft der „81er" setzt durchgehend aus sehr guten Spielern zusammen, die vor ihrem Diensteintritte Fußballsport P^.^? bur* heutige Hohe aber wurde die Mannschaft auSsch• «B £errn die tüchtige, sachverständige Leitung Leutnant Speema ""' gebucht- r n^t unter- bekannt ist, hat unsere „Biktoria h Mannschaft aufgestellt, schätzt und eine ebenfalls sehr MJJ 'nW nur ihrem die, was elegantes und feines Gp^ ^ ^u6baafport iw Verein »nd unserer Giad^ ^offen wir, daß der Zweâ allgemeinen Ehremch Sesils zumal der Eintritt». X»o ^ 'M r-ch. guter wirb. Witta frei. Das Spiel beginnt um 4 Uhr.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad großes Militär-Konzert statt, ausgeführt von der Kapelle des Tdürina. Manen-Reaiments Nr. 6»