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General-Anzciger

Amtliches Organ fit Stadt- and Fandkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 171

Fernsprechanfchlttß Nr. 605

Montag den 25. Juli

Fernsprechanschluß Nr. 605

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1910

Amtliches.

Landkreis Ifanau.

Gemäß Ziffer 1 Absatz 2 der Vorschriften vom 28. Januar 1907 (H. M. Bl. S. 14) habe ich dem Frauen­bildungsverein in' Hannover widerruflich daS Recht zur Aus­bildung von Gewerbeschullehrerinnen für die unter Ziffer II a bis e aufgeführten Lehrfächer (Kochen und Hauswirt­schaft, einfache und feine Handarbeiten sowie Maschinennähen, Wäscheanfertigung, Schneidern, Putz) erteilt.

Berlin W 66 den 30. Ium 1910.

Der Minister für Handel und Gewerbe.

J.-Rr. IV 7548 I. A.: Or. ReuhauS.

Vorstehenden Erlaß bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis.

Hanau den 19. Juli 1910.

Der Königliche Landrat.

V 4215 F r hr. Laur.

Bekanntmachung.

Seit einiger Zeit tritt in einigen Bächen des Regierungs­bezirks Cassel unter den Forellen eine Krankheit auf, welche leicht für den Forellenbestand gefährlich werden kann. Es handelt sich um die Furunkulose.

Um einer epidemischen Verbreitung der leicht übertrag­baren, sehr gefährlichen Krankheit vorzubeugen, mache ich die Interessenten auf das Auftreten der Krankheit aufmerksam und ersuche mir einerseits von dem Auftreten der Krankheit in einem Gewässer des hiesigen Kreises sofort Anzeige zu erstatten, und andererseits alle aufgefundenen toten Fische aus den Gewässern sofort zu entfernen und durch Begießen mit Kalkmilch und Vergraben unschädlich zu machen.

Kenntlich sind die furunkulosekranken Fische an Ge­schwüren, die sich zuerst als erbsen- bis nußgroße An­schwellungen zeigen, dann aber aufbrechen und eine blutig eitrige Masse mit zahlreichen Bakterien entleeren.

Im Zweifelfalle würden verdächtige Fische zur Unter­suchung an die Königliche Bayerische biologische Versuchs­station für Fischerei in München zu senden sein.

Hanau den 21. Juli 1910.

Der Königliche Landrat.

V 4252 F rh r. Laur.

Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 28 von der Hanan-Friedberger- stratze bis Mittelbuchen für die Zeit vom Montag den 25. d. Mts. bis einschl. Mittwoch den 27. d. Mts. für Fuhrwerke von mehr als 20 Ztr. Ladegewicht, sowie für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt.

Hanau den 22. Juli 1910.

Der Königliche Landrat.

V 4322 Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Herstellung eines gemauerten Kanals 70/125 cm in der Mainstraße sollen unter Zu­grundelegung der Bedingungen und Vorschriften für die Aus­führung von Arbeiten für die Stadt Hanau öffentlich ver­dungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, jur Einsicht aus und können von dort bezogen werden. Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote find bis zum Eröffnungstermin am 29. d. Mts., vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa Uschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Hanau den 22. Juli 1910.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 16209

Königliche Oberförstern Hanan.

Am Samstag den 30. Juli 1910, nachmittags $ uhr, wird im Jagen 16 Große Horst an Ort und Stelle dre ' erernte auf dem Halme von rd. 2,84 ha in 12 f den Meistbietenden verkauft werden.

^te Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Der Forstmeister.

16249

Gefundene und verlorene Gegenstände u.

Gefunden: 1 Wagenkapsel, 2 Scheiben, 1 Vorstecker, 1 Portemonnaie mit 1,44 Mk. 1 wasserdichtes Wagentuch bei Dörnigheim; abzuholen bei Valentin Hoin, Langenselbold. Stehen geblieben im Laden Römerstr. 3 bei Müller: 1 Herrenschirm. Empfangnahme daselbst.

Verloren: 1 Portemonnaie mit etwa 4 Mk., 1 desgl. mit etwas über 8 Mk.

Zugelaufen: 1 junger grauer Wolfsspitz m. Geschl.

Hanau den 25. Juli 1910.

Politische Rundschau.

Der Bundesrat hat neue münzpolizeiliche Vorschriften erlassen, nach denen Medaillen, Marken, wie Reklame-, Rabatt-, Spiel-, Speise- und sonstige Werlmarken nicht das Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten in der auf den Reichsmünzen befindlichen Gestaltung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift versehen sein dürfen. Auch dürfen sie nicht die Bezeichnung einer im Deutschen Reiche geltenden Münzgattung oder die Angabe eines Geld­wertes enthalten. Marken der vorerwähnten Art dürfen nicht mit einem Durchmesser von mehr als 20 bi» einschließ­lich 22 Millimeter hergestellt werden. Unberührt von dieser Vorschrift sind Medaillen und Marken von ovaler oder von drei- biS achteckiger Form. Die Beschränkungen finden auch keine Anwendung auf solche Medaillen und Marken, die für daS Ausland hergestellt und unmittelbar ausgeführl werden. ES ist verboten, Münzen, die auf Grund der ReichSmünzen- gesetze vom BundeSrat außer Kurs gesetzt find, nachzumachen, solche nachgemachten Münzen in Verkehr zu bringen oder sonst zu vertreiben, soforn diese nicht mittel» einer festen metallischen Verbindung Bestandteile anderer Gegenstände bilden. AlS Strafen sind, sofern nicht nach anderen Be­stimmungen eine höhere Strafe erwirkt wird, Geldstrafe bis 150 Mark oder Haft bi» sechs Wochen angedroht. Die Be­stimmungen treten am 1. April 1912 in Kraft.

Ein schönes Beispiel von Arbeiterfürsorge wirb au» Dresden gemeldet. Eine der bedeutsamsten Ar­beiter - Invaliden- und Penstonrkassen in der Großindustrie ist die der Dresdener Firma Seidel u. Raumann. Richt nur, daß die Arbeiter keinerlei Beiträge zahlen, sie steht auch mit einem Vermögen von 400 000 Mk. wohlgerüstet da. Heute .hat die Kasse bereits jährlich 24 000 Mk. aufzuwenden, da jeder Arbeiter, der zehn Jahre ununterbrochen bei der Firma beschäftigt ist, im Jnvaliditätsfalle eine fortlaufende Rente von 300 Mk. steigend bi» auf 900 Mk. bezieht. 37 alte Arbeiter beziehen bereit» die höchste Rente.

Eine Revision der sämtlichen deutschen Qua­rantäne-Anstalten für die Einfuhr dänischen Viehs wird zurzeit auf Veranlassung des Reichskanzler» durch den Direktor im kaiserlichen Gesundheitsamt, Prof. Ostertag, dem der zum Gesundheitsamt kommandierte Stabsveterinär Thier­niger beigegeben ist, vorgenommen. Zweck der Revision ist vor allem die genaue Orientierung über die Art, wie in den einzelnen Anstalten die Tuberkulin-Impfung gehandhabt wird. Die Anstalten in Rostock und Lübeck sind bereits besucht, zurzeit befinden sich die Herren in Altona; in Frage kommen ferner die Anstalten in Kiel, Flensburg und Apen- rade. DieAllg. Fleischerzig." glaubt diese Revisionsreise in Verbindung bringen zu sollen mit einer Prüfung der Frage, ob die Tuberkulin-Impfung noch ferner beizube­halten ist.

* 311 dem Attentat auf den früheren Minister­präsidenten Maura meldet eine Privatdepesche des ,Pariser Journal" aus Barcelona:^ Während des Verhörs durch den Untersuchungsrichter machte der Attentäter Roca einen Selbstmordversuch; er ergrff eine auf dem Tisch des Unter­suchungsrichters liegende Schere und brachte sich einen Stich in die Kehle bei. Als er an der Wand des Zimmers ein Bild des Königs Alfons erblickte, rief er aus:An allen Ereignissen find die schlechten Ratgeber des Königs schuld; Alfons XIII. ist unschuldig." DemMatin" zufolge telegraphierte der Sekretär Mauras nach Madrid, daß die Verwundungen Mauras so geringfügig feien' daß er in drei bis vier Tagen vollständig wiederhergestellt sein werde.

Der Ausstand der Dockarbeiler in Bristol und Avon- mouth ist beigelegt.

Der altslawische Kongreß in Sofia hat u. a. be­schlossen, einen Journalisten in Wien anzustellen, der die sla­wische Presse mit Informationen versorgen soll, bis die Gründung einer slawischen Telegraphenagentur erfolgt ist. Der Kongreß hat sich ferner für den Austausch von Professoren zwischen den slawischen Universitäten ausgesprochen. Petersburger Akademie der Wissenschaften wurde ea

einen Slawistenkongreß einzuberufen. In einer der zahl­reichen Resolutionen deS Kongresses wird empfohlen, auf allen slawischen Kongressen als Verhandlungssprache vor allem die russische Sprache zu benutzen. Der nächste allslawische Kongreß soll 1913 in Prag stattfinden.

Bulgarien und der Bandeneinfall in Maze­donien. DieAgence Telegraphique Bulgare" meldet: Eine in Sofia eingetroffene Gruppe mazedonischer Flücht­linge wurde zur Vorsicht in das Innere des Landes dirigiert, wo sie Arbeit wird finden können. Der Minister bei Innern erbat die Mitwirkung der militärischen Behörden, um die Ueberwachung an der Grenze zu verstärken und jeden Uebertritt verdächtiger Individuen hintanzuhalten. Die bulgarische Regierung beauftragte ihren Gesandten in Kon­stantinopel, in freundschaftlicher Weise die Aufmerksamkeit der Pforte auf die Gefahren zu lenken, die durch das Vor­gehen bei der Entwaffnung geschaffen werden. Der türkischen Regierung stehe eS frei, alle Maßnahmen im Interesse bei Lande» zu treffen, doch sollte ihre Anwendung nicht von Gewalttätigkeiten gefolgt sein, durch welche die Bevölkerung in die Berge oder über die Grenze getrieben und in Bulgarien große Aufregung hervorgerufen werde, die gefähr­lich sei für die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen der Türkei und Bulgarien, für die Bulgarien soviel Beweise gegeben habe.

Rußlands Zollplâne für die Mandschurei. Zu der Konferenz im russischen Handelsministerium, die sich mit der Einführung eines Transitzolles auf nach der Mandschurei gehende Auslandserzeugnisse beschäftigte, wird ergänzend ge­meldet : Am 18. Juni v. I. fand unter dem Vorsttz bei Finanzministers eine Beratung über die Frag« des Tranfit» für AuSland»waren von Wladiwostok nach der Mandschurei und zurück statt. Damals wurde beschlossen, daS nötig« statistische Material über diesen Transit zu sammeln, um auf der Grundlage diese» Materials die Frage zu untersuchen, ob eine Verzollung solcher Auslandsprodukte zweckmäßig er­scheine und welche Produkte zu verzollen und einzuführen seien. Jetzt hat das Zolldepartement daS statistisch« Ma­terial gesammelt und dem Handelsministerium zur Beratung vorgelegt.

Die Antwort der chinesischen Regierung auf den russisch-japanischen Vertrag wird von der russischen Presse verschieden beurteilt. DieRowoje Wremja* schreibt: Dir chinesische Regierung verläßt durch ihre Beurteilung des Vertrages den Weg des Widerstandes gegen die russische Tätigkeit in der Mandschurei und wird dabei in den KreiS gemeinsamer friedlicher Arbeit gezogen.* Di«Birschewija Wjedowosti* schreibt:Die Note der chinesischen Regierung macht gute Miene zum bösen Spiel." DerSt. Peters­burger Herold" erklärt:Die Antwort der chinesischen Re­gierung ist im Grunde ein förmlicher Protest und eine scharfe Rechtsverwahrung.

Deutsche Turnerschaft.

Straßburg L Elf., 24. Juli. Der HauptauSschutz der Deutschen Turnerschaft hielt seine diesjährige Sitzung in der alten deutschen Reichsstadt Straßburg in der Zeit vom 22. bis 24. Juli ab. Wie immer, wurde auch dies­mal die Tagung durch den jetzt 84 Jahre alten Geh. Sanitätsrat Dr. Goetz-Leipzig eröffnet und geleitet; außer ihm waren anwesend: der Geschäftsführer Stadtschulrat Professor Dr. Hugo Rühl-Stettin, der Schatzmeister Rech- nungsrat Professor Dr. Hugo Atzrott-Steglitz, der Vorfitzend« des Turnausschusses Professor Keßler-Stuttgart, der Geh. Medizinalrat Professor Dr. Karl P arisch-DreSi au und bie Kreisvertreter Professor Boethke-Thorn, SanitätSrat Dr. Toeplitz-BreSlau, Rechtsanwalt Leistner-Stettin, Professor

Dr. Reinhardt-Berlin, Professor Dr. Berger-Magdeburg, Professor Metzmacher-Schwerin, der Vortragende Rat im Großherzoglichen Ministerium Reg.-Rat Tenge-Oldenburg, Kaufmann Brauns-Hildesheim, Kaufmann Ahlborn-Göttingen, Professor Dr. Nebelung-Dortmund, Oberturnlehrer Schröter- Barmen, Großherzoglicher Turninspektor Sch muck-Darmstadt, Rentier Wanner-Pforzheim, Stadlrat Hoffmeister-iu w»g - burg, Turuinspektor Hâublein-Nürnberg^

Direktor Bethmann-Langendorf bei Weiße l Turnlehrer- oberlehrer Fickenwirth und Direktor er ^omie der bildungsanstalt Frohberg, beide an^mcn an den Sparkassenrendant Müller-Vrag. ^tragburgcr Turnerschaft Sitzung-» teil: ^,d°'°^ ^unhattb-Br-m-n, Sis-nd-hns-'r-tär A bcr B-rl-ger der©eutf^en Ä Ehrhard,.Leipzig und b« R-d-k.-ur d«.

S ' èminarfeirr Grob. Nachd-M am Fr-Uag »or- mittag Dr. Goetz die Anwesenden im Stadthause begrüßt und dem verstorbenen Kreisvertreter Professor Hahn- Lamburg einen warmen Nachruf gewidmet hatte, hieß der