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SW«rH<i 1,80 VL, mau-tlich 80 Wfr, flk Mertitz« Öeimeiit« mit bem detrefjeud«, Pastausschlag.
Die etiydee Nummer kostet 10 Pf^
fMatfMltrHs im» Verlag bet Buchdrucker« m* muüu W. «aistahause» i» Ha«a»
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Mt- un) Landkreis Sana».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fÄasgeipakten« Petü^üe eher deren »rum 28 ^ im Reèlcunent«Ü di« Zelle 4S P^T-
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Nr. 167
Fernfprechanschltttz Nr. 605.
Mittwoch den 20. Juli
^ernsprechanschlutz Nr. 605
1910
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Zwecks Ausführung von Pflasterungsarbeiten wird der Auheimerweg zwischen Leipziger- und Spessartstraße von Samstag den 23. d. Mts. ab auf die Dauer von 5 Wochen für den durchgehenden Fuhrverkehr gesperrt.
Hanau den 16. Juli 1910.
P 8055
Königliche Polizei-Direktion. J. A.: Dr. v. Waldow.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 silberne Brosche, 8 Mk. in einem Leinensäckchen, 1 neuer weißer Herren-Stehkragen Nr. 39, 1 gelbe Brosche mit einem roten und grünen Steinchen.
Liegen geblieben im Laden Vorstadt 5 bei Klee: 1 Beißzange und 1 Kinderlaschenmesser. Empfangnahme daselbst.
Verloren: 1 schwarzes Damenportemonnaie mit etwa 5—6 Mk.
Zugelaufen: 1 junger grauer Bärenpinscher m. Geschl., 1 weiß- und braungesprenkelter Jagdhund m. Geschl., 1 weißer Foxterrier mit gelbem Kopf w. Geschl., 1 gelblicher Pinscher m. Geschl., 1 grauer Wolfsspitz w. Geschl.
Hanau den 20. Juli 1910.
Politische Run dich au.
Der Kaiser ist nach sehr angenehmer Fahrt vor Drontheim eingetroffen. Auch hier ist das Wetter sonnig, aber recht kühl. Morgens um 5 Uhr sind nur 5 Grad.
Zum hundertjährigen Todestage der Königin Luise fand gestern mittag in Hannover bei schönem Wetter die Enthüllung des vom Kaiser der Stadt Hannover geschenkten Prinzessinnen-Denkmal» statt. Als Vertreter des Kaiser- wohnte der Kronprinz der Feier bei. Nachdem unter den Klängen der Musik auf ein Zeichen deS Kronprinzen die Hülle deS Denkmals gefallen war, gab Stadtdirektor Tramm dem Danke der Stadt für das Geschenk bei Kaisers Ausdruck.
Kiderlen-WächterS Abschied von der deutschen Kolonie in Bukarest. Die deutsche Kolonie in Bukarest veranstaltete vorgestern zu Ehren des zum Staatssekretär ernannten bisherigen Gesandten von Kiderlen-Wâchter ein Bankett, an dem ungefähr 300 Personen teilnahmen. Herr von Kiderlen gedachte in seiner Erwiderung auf den auf ihn ausgebrachten Toast Rumäniens, des gastlichen und zukunftsreichen Landes, und pries die Weisheit König Karols und trank auf die Deutschen Rnmäniens.
Beitrag zar Kulturgeschichte meiner Vaterstadt Sanaa von I. P. Thyriot, Stadtbaurat a. D. Selbstverlag 1910.
Was diesem Schriftchen seinen besonderen Charakter gibt, das ist die große Sorgsamkeit und der liebevolle Fleiß, die an die Zusammenstellung verwendet wurden, die warme Liebe zur Heimat, die aller Schilderung zu Grunde liegt und die Reichhaltigkeit des Stoffes, die auf großen und weit zurückgehenden Sammlungen beruht. Die Arbeit führt in i die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Sie will ein Bild geben, wie damals der Hanauer Bürger lebte, wie die Kinder spielten, wie man miteinander sprach, welche Gebräuche und Sitten im Hause herrschten, wie es auf der Messe und der Straße zuging. Als Leser denke ich mir vor allem den Hanauer Bürger in den mittleren und älteren Jahren. Ich bin überzeugt, daß seine eigene Jugend da vor ihm noch einmal lebendig wird, und er erkennt, wie gut und schön es sich damals gelebt hat. Aber auch der jüngere Hanauer wird mit Vergnügen lesen, wie seine Eltern und Großeltern eö trieben und wird vielleicht mit Verwunderung sehen, daß auch er noch ein gut Teil deS ErbeS der Alten in seiner Kindheit hatte.
Doch das Buch verdient einen noch weiteren Leserkreis. Es sind einige Abschnitte darin, die volkskundlich sehr interessant sind. Ich denke hier an die Saminlung der Redensarten und Idiotismen, die in einer ganz seltenen Reichhaltigkeit geboten werden, wie sie eben nur Sammlungen, die jähre- und jahrzehntelang mit immer gleicher Treue veranstaltet wurden, zeigen können. Weiter kommen in Betracht die Rubriken „Redensarten mit Vergleich" und: „Nicht mehr übliche Spielgeräte", aber auch die Sammlung der Spiele. Wir aber Hessen, sind — das zeigt dem Kundigen ein Blick — mit dem Hanauer stammverwandt, und überall begegnen uns Anklänge an Heimisches.
Wenn ich noch die hübsche Ausstattung, in der auch
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Auch eine Erinnerung an 1870. Ein Mitarbeiter des „Matin" hat in dem elsässischen Dorfe Gubers- wihr die Fahne der siebenten Franktireurlegion aufgefunden. Diese Kriegserinnerung wurde von einer Wirtshausbesitzerin Frau Moffeder gerettet, als die Franktireurs, von bayerischen Truppen überfallen, flüchten mußten. Zwei Franktireurs wurden gehängt, einer an einem Nußbaum, der andere an der Eisenstange, die das Wirtshausschild trägt. Die alte Frau Moffeder, die heute eine noch recht rüstige achtzigjährige Greisin ist, erzählt, wie sie die zurückge'assene Fahne von der Stange riß und unter ihrer Schürze verbarg. Sie berichtet auch mancherlei von den „Brutalitäten" der Deutschen. Wenn sie dann endlich aus der Kommodenschublade das historische Stück hervorholt, sind nach dem „Matin" Erzählerin wie Hörer gleicherweise bewegt. Der Berichterstatter fügt hinzu, daß die Elsässerin nach Paris zu reisen gedenkt, um dem General Niox, dem Konservator deS Jnvalidenmuscums, die militärische Relique zu überbringen.
Häuslicher Zwist. Die bösen „Genossen" im badischen Landtag haben den Zielbewußten und der sozialdemokratischen Parteileitung wieder einmal schweren Kummer und Sorge gemacht. Nicht genug, daß sie in der Zweiten badischen Kammer einem Anträge zustimmten, dem Großherzoge zum Geburtstage den üblichen Glückwunsch der Kammer zu übersenden, sie haben sich sogar in den schroffsten Gegensatz zu dem verbrieften und versiegelten unumstößlichen Parteiprinzip der Sozialdemokratie gesetzt, indem sie bei der Abstimmung über daS Finanzgesetz das Budget bewilligten. Darob Jammern und Zetern in der Partei und in der Genossen- presse. Der sozialdemokratische Parteivorstand hat eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: „Der Parteivorstand bedauert das die Jntereffen der Gesamtpartei schädigende Vorgehen der Landtag-fraktion der badischen Sozialdemokratie 'und sieht darin eine schwere Verfehlung gegen die Einheit der sozialdemokratischen Partei. Der Parteitag wird den Genoffen Gelegenheit geben, sich zur Haltung der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Baden- zu äußern. Im Mannheimer sozialdemokratischen Parteiblatt wird das Vorgehen der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Badens damit begründet, daß sie, hätte sie gegen das Budget gestimmt, „in gewissem Sinne alles negiert hätte, was die so erfolgreich verlaufene Landtagssession 1909/10 Positive- geleistet hat", und eS klingt eigenartig, wenn man hier auS sozialdemokratischem Munde endlich einmal das vertreten hört, was von bürgerlicher Seite den sozialdemokratischen Budget- verweigerern immer wieder vorgehalten, was aber von der sozialdemokratischen Presse stets energisch bestritten wurde. Jedenfalls klingt auch diese Begründung stark nach einer Auflehnung gegen alle in der Parteidoktrin festgelegten Grundsätze und beweist, daß die badischen „Genossen" mit
passende Bilder nicht fehlen, wie den Umstand erwähne, daß überall leere Blätter zum Einschreiben von Solchem zu finden find, das man selbst nachtragen möchte, so glaube ich alles gesagt zu haben, was in Betracht kommt. Das Schriftchen wird wohl bald in Hanau selbst vergriffen sein, oder die Hanauer müßten keine Heimatliebe haben.
Großen-Linden. O. Schulte
Hess. Vereinigung für Volkskunde.
klonst and Leben.
Das verfttttkene Mont Blane-Obfervatorittm. Wie bekannt, ist das Janssensche Observatorium auf dem Mont Blane vom Gletschereis zerstört worden. Es war, so schreibt die „Frkf. Ztg.", im Jahre 1890, als der damals schon 65jährige Janssen sich auf den Gipfel des Mont Blanc bringen ließ und dort Studien über die Zusammensetzung der Sonnenatmosphäre unter so günstigen Bedingungen erledigte, daß er beschloß, dort oben in 4180 Meter Höhe ein Observatorium bauen zu lassen. Unter unerhörten Schwierigkeiten wurde das Gebäude, das in Meudon erstellt und zerlegt worden war, auf den Gipfel geschafft. Das Holz war so gewählt, daß es Temperaturschwankungen von 80 Grad zu ertragen vermochte. Im Jahre 1893 war es vollendet, 8 Meter hoch, mit einem Türmchen von 2 Meter und 10 Meter Front. Das Gebäude ist nun in den Gletscher hineingeralen, der es ggnz überdeckt hat. Touristen, die dieser Tage den Mont Blanc von der italienischen Seite her bestiegen haben, berichten nämlich, daß der Gletscher in einer phänomentalen Weiterwanderung das Observatorium so verschluckt habe, daß nur schwache Spuren des Dache 31 erblicken sind. Es handelt sich nicht etwa "" "ne @c, decke, sondern um hartes, ewiges Eis, das u er ^ ffiiir0, bäude hinaus gewachsen ist. Die höchste Wohnst ba5 p°â ist also nicht mehr. 500 M-I-r w«'°r un'° i,„, £ei( Observatorium Ballot. das voriges Jahr
voller Ueberlegung vorgegangen sind, wie auch der neuen dings von der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Baden- gefaßte Beschluß zeigt, zu der Deputation, die dem groß- herzoglichen Paare im September zur silbernen Hochzeit gratulieren soll, die Genossen Geiß und Pfeiffle abzuordnen. Das Skandalthema für den Magdeburger Parteitag ist also da, und der Tanz kann beginnen, den badischen Sündern aber wird sicherlich kein Haar gekrümmt werden. Man wird sich auf dem Parteitage ein paar Stunden herumzanken, t8 werden ein paar „ruppige" Redensarten gewechselt werden, vielleicht wird eine Vermittlungsresolution angenommen oder die überstimmten Revisionisten werden eine Gegenerklärung zu Protokoll geben, wie sie es zur großen Entrüstung bei Nürnberger Parteitage- getan haben, dann aber werden die badischen „Genossen" doch tun, was sie wollen, und der „Vorwärts" kann neue Klagelieder anstimmen über die mangelhafte „proletarische" Disziplin. Selbstverständlich darf man aber auf bürgerlicher Seite nicht in den Fehler verfallen, anzunehmen, daß das Verhalten der badischen „Genossen" irgend eine Wandlung oder Spaltung in der Sozialdemokratie ankündige oder gar, daß die sogenannten Revisionisten etwa Oberwasser bekommen könnten. Die Vorgänge in Baben mit ihren Folgen sind nur als häuslicher Zwist in der Sozialdemokratie zu bewerten, der wohl jetzt viele Erörterungen veranlassen, aber an dem starren Dogmatismus der Partei der „Freiheit" auch nicht das geringste ändern wird.
Atts der Nordmark. Die preußische Regierung hat durch Ankauf des größten dänischen Hofes im westlichen Kreise Apenrade und durch seine Vereinigung mit der Staatsdomäne Osterderp dem dortigen Deutschtum einen sicheren Stützpunkt geschaffen. Der dänische „Heimdal" in Apenrade spricht von einem unersetzlichen Verluste für die dänische Sache.
Statistische Stttdienreise nach Amerika. Der Präsident de- statistischen Amte-, Dr. van der Dorght, ist nunmehr in Begleitung des Regierungsrates Meisinger nach den Vereinigten Staaten abgereist, um dort die statistischen Einrichtungen zu studieren. Die Herren werden sich zwanzig Tage in der Union aufhalten, um die dort gerade im Gange befindliche Volkszählung und ihre Einrichtungen zu studieren. Auch die statistischen Einrichtungen verschiedener amerikanischer Versicherungsgesellschaften sollen geprüft werden.
Ein englisch-rttsstscher Zwischenfall. Ueber den Zwischenfall betreffend den englischen Fischereidampfer „Onward" erhielt da« russische Ministerium deS Innern von dem Gouverneur des Gouvernements Archangelsk folgende zusammenfaffendeMeldung: DaS KriegStranSportschiff„Bakan" das alljährlich in den nördlichen Gewässern zum Wachtdienst und Schutz, der Fischerei beordert ist, beschlagnahmte den der wissenschaftlichen Instrumente deS Janssenschen Obser' vatoriumS ausgenommen hat.
Kleine Mitteilungen. Die Zentralkommisfion für das Deutsche Archäologische Institut in Rom hat den Professor Richard Delbrück in Rom als ersten Sekretär deS Jnstituts vorgeschlagen. Die kaiserliche Bestätigung soll aber im letzten Augenblick suspendiert worden sein. Delbrück hatte sich in Berlin mit Auszeichnung als Privatdozent habilitiert. Er gilt als ein hervorragender Gelehrter auf Spezialgebiet. — Der Rektor der Berliner Universität, der vor kurzem ein Verhandeln mit den Nichtinkorporierten ablehnte, hat neuerdings erklärt, er beabsichtige keineswegs, die Abhaltung einebesonderen Jubiläumsfestes für btt Nichtinkorporierten zu hindern oder gegen die daran teilnehmenden Studierenden disziplinarisch vorzugehen. — Der Deutsche Wilpert überreichte dem Papst ein neues Buch über die Katakomben sowie ein im Jahre 517 ausgeführtes Mosaikporträt deS Papstes Sylvester. Es ist die- das älteste Papstporträt, das bisher gesunden wurde.
Albttrnblätter.
Herz, traue deinem Retter, Der seines Bunds .
Und Sonnenschein auf ©^ Und Trost in Tränen sch Lkb' es sich rundet in einem Krei , rana’ nicht einer alles weiß A die Welt nicht verstanden.
Gerok.
Rückert.
Sprich ja zu meinen Taten, Hilf selbst das Beste raten; Den Anfang, Mitt' und Ende, Ach Herr, zum besten wende. V. Gerhardt.