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General-Anzeiger
KAlliches Organ für Stabt an) FandLreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 162
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Donnerstag den 14. Juli rr-r»sprcchanschluh Nr. «»s. 1910
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
In der letzten Zeit ist die Wahrnehmung gemacht roorben, daß verschiedentlich die Mülleimer erst nach Durchfahren der Sammelwagen durch die Straße herausgestellt werden. Da hierdurch eine Verzögerung in der Abfuhr entsteht und die Mülleimer unter diesen Umständen bisweilen überhaupt nicht entleert werden können, mache ich hiermit zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten auf die nachstehenden Vorschriften über die Bereitstellung der Mülleimer zur Abfuhr wiederholt aufmerksam.
§ 7.
Der fortzuschaffende Kehricht ist in Behältern von bestimmter Beschaffenheit (§ 8) am Abend vor dem Abfuhrtag», jedoch nicht vor 9 Uhr abends, entweder in der Haustüre (Torfahrt) oder unmittelbar an der Vorderseite der Häuser bereit zu stellen. Ist ein Vorgarten vorhanden, so kann die Aufstellung unmittelbar am Eingänge hinter der Einfriedigung erfolgen.
In denjenigen Straßen, in welchen nicht gefahren werden kann, müssen die Behälter am Eingänge der betreffenden Straße aufgestellt werden.
Hanau den 13. Juli 1910.
Königliche Polizei-Direktion.
P 7928 I. A.: Dr. v. Waldow.
Landkreis Ranau.
Die Kopialien-Entschädigungen für die von den Herren Standesbeamten im Rechnungsjahr 1909 dem Königlichen Statistischen Landesamt in Berlin eingereichten Zählkarten find zur Zahlung angewiesen und können bei der Königlichen Kreiskasse hierselbst gegen Quittung abgehoben werden.
Falls die Abhebung nicht binnen 4 Wochen erfolgt, werden die Beträge portofrei durch die Post übersandt.
Hanau den 8. Juli 1910.
Der Königliche Landrat.
A 3133 Frhr. Laur.
Nachstehende Bestimmungen, betreffend die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste, werden hierdurch wiederholt bekannt gemacht:
Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Militärpffichtjahres zu erbringen.
Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungskommission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige ge- stellungspflichttg ist, spätestens bis zum 1. Februar des ersten Mitttärpflichtjahres schriftlich zu melden.
Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst. Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrsprüfung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüsung spätestens bis zum 1, August angebracht werden.
Hanau den 9. Juli 1910.
Der Königliche Landrat.
M 2690 I. A.: 0r. v. W a l d o w, Reg.-Assessor.
An die Herren Bürgermeister des Veranlagungsbezirks.
Diejenigen Herren Bürgermeister, welche noch mit den ihnen zur Erörterung zugefertigten Staatssteuer-Einsprüchen für 1910 im Rückstände sind, ersuche ich um alsbaldige Rückreichung der Einsprüche.
Hanau den 12. Juli 1910.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
I. V.: Dr. v. Waldow.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Die Urliste derjenigen hiesigen Personen, welche zu dem Antt eines Schöffen und Geschworenen berufen werden können, ist vom 15. d. Mts. ab eine Woche lang auf dem Rathause, Zimmer Nr. 12, ausgelegt. Innerhalb dieser Frist können Einsprachen gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Liste bei uns angebracht werden.
Hanau den 13. Juli 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 15617 |
LMMsWIicher KreisMin Kam..
Seitens des landw. Kreisvereins findet am Sonntag den 17. Jnli d. I. eine Besichtigung des Grafen von Solms-Rödelheim'schen Gutes in Wickstadt und der Gutswirtschaft des Herrn Alles in Nieder- storftadt statt. Beide Güter sind Saatgutwirtschaften.
Zu dieser Besichtigung werden die Mitglitber des Vereins mit ihren Damen ergebenst eingeladen. Abfahrt: Hanau-Nord am 17. vormittags 11.45 Uhr nach Assenheim. Von da nach dem etwa 30 Minuten entfernten Wickstadt. Besichtigung des erstgenannten Gutes. Hiernach nach dem etwa 1 Stunde entfernten Niederflorstadt. Besichtigung der Alles'schen Gutswirtschaft. Dann weiter nach Friedberg, Hotel Trapp.
Wegen der Bereitstellung der Wagen von Affenheim ab, werden die Mitglieder ersucht, ihre Beteiligung an der Bereisung unter Angabe der Teilnehmerzahl umgehend dem Schriftführer des Vereins, Herrn Domänenrentmeister Reinhardt hierselbst, mitzuteilen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise besonnt zu machen.
Hanau, den 1. Juli 1910.
Der Vorsitzende.
Frhr. Laur, Königlicher Landrat.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Paar schwarze Damen-Spitzenhand- schuhe, 1 fast neuer grauer Radfahrer-Gummimantel, 1 neues braunes Radiermesserchen (in Wilhelmsbad), 1 Damen- Schirmgriff, 1 Damen-Portemonnaie mit 37 Pfg. und einem Brillenglas.
Verloren: 1 Hunde-Maulkorb, 1 goldenes Kinderarmband mit grünen Perlen.
Zugelaufen: 1 langhaariger Kriegshund.
Hanau den 14. Juli 1910.
PotitiTcbe RundTchau.
Der Reichskanzler und die Parteien. Die „Nationalzeitung" erhält von besonderer Seite folgende Mitteilungen über die Stellung des Reichskanzlers zu den Parteien: Der Eindruck, den das letzte Ministerrevirement in der linksstehenden Presse hervorgerufen hat, hat den Reichskanzler sehr überrascht. Der Reichskanzler wundert sich darüber, daß er von liberaler Seite als „Reaktionär" und Anhänger des schwarz-blauen Blocks bezeichnet wird, ein Vorwurf, der nach seiner Meinung durchaus ungerechtfertigt ist. Der Reichskanzler steht seiner politischen Ueberzeugung nach dem rechten Flügel der Nationalliberalen am nächsten, jedenfalls unvergleichlich näher als den Extrem-Konservativen, als deren Handlanger er in einem Teil der liberalen Preffe mit Vorliebe bezeichnet wird. Auch die Veränderungen in den leitenden Stellen der preußischen Staatsverwaltung find vielfach durchaus falsch aufgefaßt worden. Der Reichskanzler hat sich jener Persönlichkeiten entledigt, die seiner Ueberzeugung nach seinen politischen Absichten hemmend entgegenstanden. So ist es ein offenes Geheimnis, daß der frühere Minister des Innern v. Moltke nur sehr widerwillig an die Wahlrechtsfrage heranging und die Vorlage im Landtage so lau wie möglich verteidigte. Der Reichskanzler war nun der Ueberzeugung, daß die Wahlreform im Landtage eher verwirklicht worden wäre, wenn Herr v. Moltke nicht durch die ganze Art seines Eintretens für die Vorlage zu erkennen gegeben hätte, daß ihm an dem Zustandekommen der Vorlage nichts lag. Mit Herrn v. Arnim-Criewen bestanden erhebliche Meinungsdifferenzen über die Polenpolitik, während der hauptsächlichste Grund für das Ausscheiden v. Rheinbabens in einer Reihe persönlicher Verstimmungen zwischen ihm und dem Reichskanzler zu suchen war. Der Reichskanzler wird voraussichtlich vor Zusammentritt des Reichstags die Führer der großen bürgerlichen Parteien zu sich berufen und mit ihnen die Lage beraten. Herr v. Bethmaun-Holltveg vertritt die Ueberzeugung, daß einer weiteren Zerklüftung der bürgerlichen Parteien unter allen Umständen vorgebeugt werden muß, damit die großen Hoffnungen, die die Sozialdemokratie auf die nächsten Reichstagswahlen setzt, sich nicht verwirklichen. Die „Nattonalzeuuug" enthält sich jedes Zusatzes zu diesen Mitteilungen, die einer Bestätigung bedürfen.
Kein Wahlbündnis zwischen den Natianai- liberalen «nd dem Bunde der Landwirt . „Nationallib. Korresp." schreibt: Durch die M i’ |W Nachricht, daß der Provinzialausschuß der Natior
Partei in Schleswig-Holstein, Lauenburg und Lübeck ein- stimmig einem Abkommen mit dem Bunde der Landwirte bezüglich ber Reichstagswahlen zugestimmt hat, daS sehr bald seinen Abschluß finden würde. Die Nachricht ist unzutreffend.
Detaillisten Ausschuß des Hausa-Bundes. Maßgebliche Kreise des im Hansa-Bunde vertretenen deutschen Detailhandels sind an den Hansa-Bund mit dem Wunsch« herangetreten, im Hansa-Bund einen Zentral-AuSschuß bet Verbände des deutschen Detailhandels zu bilden. Dieser soll derart zusammengesetzt sein, daß Vertreter der wichtigsten dieser Verbände zu einem dauernden Ausschuß vereinigt werden. Der Ausschuß hat die Aufgabe, im Rahmen der Ziele des Hansa-Bundes für die wirtschaftlichen Interessen des Detailhandels, des Mittel- und Kleingewerbes zu ar» beiten, Wünsche und Anregungen aus den betreffenden Kreisen entgegenzunehmen und sie im Rahmen des Hansa-Bund- Programms zu vertreten, besonders also auf den Ausgleich oder die Verminderung der Gegensätze zwischen dem Detailhandel und den übrigen in Betracht kommenden gewerblichen Kreisen hinzuwirken. Eine große Zahl von Verbänden hat sich bereits zum Beitritt bereit erklärt. Demnächst wird der Zentralausschuß zu seiner ersten Sitzung zusammentreten.
Zur Schwedenfahrt der deutschen Redakteure schreibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" in ihrer Wochenrundschau: „So seltsam sie klingen mag, so ist doch die Behauptung nicht übertrieben, daß die Fahrt für die beteiligten Vertreter unserer Preffe und mittelbar auch für weite Kreise unseres Volkes den Charakter einer Entdeckungsreise gewonnen hat ... . Einer der schwedischen Gastgeber bezeichnete in einer Ansprache an die Vertreter der deutschen Preffe den nördlichen Teil Schwedens zutreffend als Kolonialland. Das schwedische Reich, dessen Ausdehnung nur um etwas mehr als ein Fünftel hinter dem Flächengehalt Deutschlands zurückbleibt, besitzt noch nicht den zehnten Teil der Bevölkerungszahl des Deutschen Reiches. Eine starke Auswanderung hemmt die natürliche Zunahme der Kopfzahl und entzieht der schwedischen Nation fortgesetzt wertvolle Elemente. Durch Entfaltung der wirtschaftlich nutzbaren Schätze des Landes ist nicht nur eine Steigerung des allgemeinen Wohlstandes zu erwarten, sondern auch das Verbleiben eines großen Teiles der natürlichen Bevölkerungszunahme im Lande zu erhoffen. Durch den lebendigen Sina des schwedischen Volkes für die Lösung zivilisatorischer Aufgaben und für die Bildung und Förderung einer hochstehenden, durchaus eigenartigen und im nationalen Boden wurzelnden Kultur wird die erweiterte Nutzbarmachung bei Naturschätze neue Pflanz- und Pflegestätten hoher geistig« Interessen schaffen, deren Verbreitung in dem meist noch dünn bevölkerten Lande schon jetzt jeden Fremden überraschen muß, der die Freude hat, mit den führenden Schichten der Bevölkerung in allen Teilen Schwedens in Fühlung zu treten. Vom deutschen Standpunkt kann man das stammverwandte und uns eng befreundete schwedische Volk zu seinen aussichtsreichen Bestrebungen nur beglückwünschen, von denen wir einen überaus wertvollen Gewinn für
Schweden und für di« Kulturmenschheü überhaupt erhoffen."
Prinz Ludwig von Bayern über die Sozial- demokratie. Nach den jetzt gedruckt vorliegenden Berichten über die Verhandlungen des Finanzausschusses der bayerischen Kammer der Reichsräte zum Eisenbahnetat hat der bayerische Thronfolger Prinz Ludwig sein« Zustimmung zu dem Vorgehen des bayerischen Verkehrsministers gegen die sozialdemokrattsche Agitation unter den staatlichen Arbeitern mit folgenden Worten
begründet: „Ich bin zwar der Ansicht, daß nicht nur unter den Arbeitern, sondern auch unter den unteren Beamten (der staatlichen Verkebrsanstalten) die Sozialdemokratie Anhänger hat. Allein ich glaube auch, daß ein sehr großer Teil der Leute, die sozialistisch wählen, dadurch lediglich ihre Unzufriedenheit mit gewissen Verhältnissen zum Ausdruck bringen, ohne deshalb mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie einoerftanben zu lein. Für sehr bedenklich und durchaus unzulässig halte ich es, web.g sich Staatsbeamte einer sozialdemokratischen Orgainsa . ^^ das Streikrecht für sich in Anspruch nimmt, ""' iVerein mit Anschluß wie überhaupt die Zugehörig ei ^^ Beamten di» antimouarchischeii Tendenzen ver , mönchischer Grundlage Gehorsamspflicht gegenüber dem ^^ ber Eisenbahner beruhenden ^aate. Da ^,^ „^ ^ die ganze Bevölkerung für das allgem^ne ^ " den fein würde, stimme tch dem Refe- von unermeß ehe ^us diesem Grunde stimme ich für den Beschluß der Kammer der Abgeordneten." — Diese AuSsüh' vnilgeii verdienen und finden umsomehr Beachtung, als Pein? Ludwig sich durch andere Aeußerungen, z. B. über das Wahl, recht, den Ruf eines sehr liberal denkenden Mannes er»
worben hat.