Einzelbild herunterladen
 

Vezu-SMwSSr

«â^hrSS 1,80 VL. EaÜich 60 Vfg., fk 6* Wirtin W»«««t«r. mit des betttffaboi Psstaufichlag.

Die ehydee Nummer testet 10 Df*

Mtââuck um Verlag der Buchdrucker« r«» »«rem.

*, Raisas auf el tu Hamm.

Gelleral-Anzeiger

AMihts Organ für SlaM- un) Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SiurSlkuußSgettha t

Di« fibtfgefitoaeee Petit-eile »der beten Ramu M MA du Skektameuteil die Aelle 4b Mt»

Bera«l»». Redakteur:. ®4te<fet tu Hanau.

Ri. 160 Ke»,.sprech«,>!chls, Nr. 605. Dicllstllg dkll 12. IM

Aernsprechanschlutz Nr. 605. 1910

Amtliches.

Stadtkreis F)anau. Bekanntmachung.

Am Mittwoch den 13. d. Mts., nachmittags 4 Uhr beginnend, sollen unter den im Verkaufstermin bekanntzugebenden Bedingungen nachstehend verzeichnete Vättme verkauft werden:

a) 1 Akazie am Bangert,

b) 5 Linden an der Frankfurterlandstraße,

c) 6 Linden an der Hochstädterlandstraße,

d) 4 Pappeln am Saurasen.

Sammelpunkt auf dem Bangert.

Hanau den 5. Juli 1910.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 15251

Verdingung.

Die Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz- und Schmiedearbeiten, Los I, .

die Zimmerarbeiten, Los II,

die Dachdeikerarbeiten, Los III, und

die Klempuerarbeiten, Los IV

zum Anbau des Schulhauses mit Abortneubau für die Ge­meinde Rückingen sollen in öffentlicher Verdingung ge­trennt vergeben werden.

Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung der Selbstkosten von 1.50 Mk. für Los I, 0,75 Mk. für Los II und 0,50 Mk. für Los III und IV vom Unterzeichneten so lange der Vorrat reicht, bezogen werden.

Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Samstag den 16. d. Mts., vormittags 9 Uhr, im Dienstzimmer des Unterzeichneten, im Kreishaus hierselbst, festgesetzten Termin statt.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Hanau den 8. Juli 1910.

Stübing,

Kreisbaumeister. 15371

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll daS in Kessel- stadt belegene, im Grundbuche von da, Band 13, Blatt 599, Abteilung I Nr. 2 zur Zeit der Eintragung des Versteige­rungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau des Kaufmanns Reinhold Opificius, Emma geb. Gräfe in Hanau eingetragene Grundstück: Kartenblatt 4 Parzelle 186/102, Hofraum an der Marienstraße, Hessenstraße Nr. 6

a) Wohnhaus 5 ar 38 qm,

Gebäudesteuernutzungswert 1500 Mk., Gebäudesteuerrolle Artikel 336,

Aus de» AisztichiiiiUtil eines Windecker Birgers. Bemerkenswerte Witterungsverhältnisse aus den Jahren 1784 bis 1830.

(Nachdruck verboten.)

Ein Wort sagt: Der Bauer ist ein Mensch, der nach dem Himmel sieht. Es will ausdrücken, daß der Landmann in höherem Grade als andere Leute sich von Wetter und Himmel abhängig fühlt und darum vor anderen Berufs­ständen seine Augen und seine Hände aufhebt zu dem Herrn im Himmel, der Regen und Sonnenschein, fruchtbare und unfruchtbare Jahre gibt. Deshalb haften auch in seinem Gedächtnis durch bemerkenswertes Wetter ausgezeichnete Sommer und Winter besonders fest, und es ist immer inte- reffant, einen alten mit gutem Gedächtnis begabten Land­mann erzählen zu hören, wie das Wetter, die Ernte und mit ihr die Preise landwirtschaftlicher Erzeugniffe sich in früheren Jahren manchmal gestaltet haben. Zuweilen haben auch Landleute ausgeschrieben und damit der Zukunft und dem Gedächtnis der Nachkommenden erhalten, was sie in dieser Hinsicht erlebt haben. Aus den von 1776 bis 1830 reichen­den Aufzeichnungen eines Windecker Bürgers sei einiges hierüber mitgeteilt, was gewiß für manche Leser, namentlich auf dem Lande, nicht ohne Interesse sein wird. In Recht­schreibung und Satzbildnng sind, so weit nötig, Aenderungen unter möglichster Schonung der ursprünglichen Darstellung vorgenommen, die chronologische Anordnung der Urschriften aber beibehalten worden.

1784 haben wir ein sehr großes Schneewasser hier in Windecken gehabt; es ist aus der Katzenbach bis in die Häuser gegangen. Da war die Kälte so groß, als sie noch kein Mal gewesen.

1793 hatten wir ein großes Schneewasser aus der Katzenbach, daß die Leute die Kühe auS bem Stalle in die Häuser mußten tun; es stand bis in die Häuser; so groß war es noch nie gewesen.

am 28. September 1910, vormittags 10 Uhr, | durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle I Marktplatz 18 Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 8. Juli 1910. 15435

Königliches Amtsgericht, Abteilung 2.

Durch Ausschlußurteil vom 7. Juli 1910 ist der Hypothekenbrief vom 23. Januar 1894 über die ursprüng­lich in Band 29 Blatt 1813 Abteilung III Nr. 8, jetzt in Band 73 Blatt 3802 Abteilung III Nr. 1 des Grundbuchs von Hanau eingetragene Hypothek von 20 000 Mark Dar­lehn für den Rentner Johannes Brüning in Langen­diebach jährlich verzinslich mit 41/a °/o vom 1. Januar 1894 an für kraftlos erklärt worden.

Hanau den 8. Juli 1910.

____ Königliches Amtsgericht 2. 15431

toWiWliiljtr Kreisvereill Ham.

Seitens des landw. Kreisvereins findet am Sonntag den 17. Juli d. J. eine Besichtigung des Grafen von Solms-Rödelheim'schen Gutes in Wickftadt und der Gutswirtschaft des Herrn Alles in Nieder- siorstadt statt. Beide Güter sind Saatgutwirtschaften.

Zu dieser Besichtigung werden die Mitglieder deS Ver­eins mit ihren Damen ergebcnst eingeladen. Abfahrt: Hanau-Nord am 17. vormittags 11.45 Uhr nach Assenheim. Von da nach dem etwa 30 Minuten entfernten Wickstadt. Besichtigung deS erstgenannten Gutes. Hiernach nach dem etwa 1 Stunde entfernten Niederflorstadt. Besichtigung der AlleS'schen Gutswirtschaft. Dann weiter nach Friedberg, Hotel Trapp.

Wegen der Bereitstellung der Wagen von Assenheim ab, werden die Mitglieder ersucht, ihre Beteiligung an der Be­reisung unter Angabe der Teilnehmerzahl umgehend dem Schriftführer deS Vereins, Herrn Domänenrentmeister Reinhardt hierselbst, mitzuteilen.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Hanau, den 1. Juli 1910.

Der Vorsitzende.

Frhr. L a u r, Königlicher Landrat.

Gefundene und verlorene Geuenstnnde re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 16 Pfg., 1 Zwicker (im Laden Nürnbergerstr. 17), 1 schwarzer Schal, 1 alter Herrenschirm (im Laden Salzstraße 29 stehen geblieben), 1 Patentwagenkapsel.

Verloren: 1 Brillantohrring.

Hanau den 12. Juli 1910.

1793 den 2. Juni ist das Korn hinter der Stadt im Feld erfroren.

1794 haben die Preußen hier im Winterquartier gelegen; bei Menschengtdenken war so keine Kälte als damals; es ist nicht zu beschreiben wie traurig für die Armen und für daS arme Vieh. Diese große Kälte hat noch niemand erlebt.

1811 stand ein Stern am Himmel mit lauter Ruten (Komet I); . . da war der reichste Segen an Tabak und Wein geraten; der Tabak hatte einen hohen Preis von 9 bis 18 und auf 24 Gulden; was haben wir für eine an­haltend heiße warme Witterung gehabt und ein fruchtbares Jahr.

1813 war der Segen von Getreide so groß; da waren alle Bäume voll Zwetschen; da war kein Mangel; das hat

Gott der Herr schon 1817 war eine Achtel Korn kostete das Achtel Waizen das Achtel Gersten

vorversehen.

große Teuerung vor der Ernte; das

25 Gulden (= 42 Mark 75 Pfg.);

30 Gulden (= 51 Mark 30 Pfg.);

20 Gulden ( . 34 Mark 20 Pfg.);

das Achtel Kartoffel 7 Gulden 30 Kreuzer (= 12 Mark

83 Pfg.); 6 Pfund Brot kosteten 48 Kreuzer (

1 Mark

37 Pfg.); ein Zentner Tabak kostete 24 Gulden ( 41 Mark

4 Pfg.) Solche Zeit hat noch niemand erlebt.

1820 ist der Preis aller Gattung von Früchten her­

untergekommen ; es kostet nichts mehr so viel als vorher.

Ein Achtel Korn kostet 4 Gulden 20 Kreuzer ( 7

Mark 41 Pfg.); ein Achtel Waizen kostet 6 Gulden 30 Kreuzer (=11 Mark 12 Pfg.); .ein Achtel Gersten kostet 3 Gulden (= 5 Mark 13 Pfg.); ein Achtel Kartoffel 44 Kreuzer (= 1 Mark 26 Pfg.); ein Zentner Tabak ' 8 Mark 55 Pfg.). Der Segen so

kostet 5 Gulden ( L -^tr," --- ; Ummer

groß, besonders auf den Zwktschenbäumeu ; ein

kostet 10 Kreuzer (= 29 Pfg.). BinburA mit

1821 war die Witterung das ganze Jahr h ^

lauter nasser Witterung, und den Herbst hat - '

Schnecken gegeben, daß sie bad Korn im Samensew ü

Politische Rundschau.

Die Hauptaufgabe bei den nächsten Reichs­tagswahlen. Der rechtsparteiliche Vertreter des Wahl­kreises Schaumburg-Lippe im Deutschen Reichstage, Amts­gerichtsrat Dr. Brunstermann, veröffentlicht imTag" vom 9. Juli d. Js. einen sehr beachtenswerten Aufsatz, dessen Schlußworte lauten:Was uns not tut, bitter not tut, ist eine Wiederannäherung, ein Sichwiederverstehen, ein Wieder­einlenken in die alten Bahnen des gegenseitigen Vertrauens. Wenn es denn einBlock" sein muß, dann ein Großblock von rechts nach linkâ, der unverrückbar fest und lückenlos gefügt ist auS allen Nationalgestnnten, die eS gut meinen mit dem eigenen Vaterlande, eine Gemeinschaft aller bürger­lichen Parteien, die ihren festen Ankergrund findet in der Treue zu Kaiser und Reich, die sich zusammensetzt auS jener überwiegenden Zahl guter Deutschen, die in dem Gedanken an all daS Große, was geschaffen ist und noch zu schaffen ist, sich einig zusammenfinden zu positiver, gemeinsamer, fruchtbarer Arbeit, die sich von kleinlichem Parteihader frei» zumachen und sich über sich selbst zu erheben wissen, die sich versöhnend und versöhnt die Hand reichen zu wirksamer Ab­wehr der gemeingefährlichen und zersetzenden Bestrebungen der Sozialdemokratie". Diese beherzigenswerten Worte be­wegen sich in dem gleichen Gedankengange, wie der im letzten Herbst veröffentlichte Aufruf deS ReichSverbandes gegen die Sozialdemokratie. Nicht rückschauend« Kritik, sondern zielbewußter Arbeit an den großen nationalen Aufgaben muß künftig das Streben aller staatserhaltenden Parteien und des gesamten deutschen Bürgertums gewidmet sein.

Arbeiter- ttnb Angestelltenurlaub. Im Bereiche der preußisch-hessischen Staatseisenbahnverwaltung sind nach deren Betriebsbericht im Kalenderjahre 1909 von der Landwirt­schaft oder in ihrem Interesse insgesamt 7275 Anträge auf Be­urlaubung von Eisenbahnarbeitern zur Frühjahrsbestellung oder zu den Erntearbeiten gestellt worden, von denen 6937 Anträge durch die Beurlaubung von 5814 Arbeitern mit zusammen 34 6291/» Urlaubstagen befriedigt werden konnten. Außerdem sind im gleichen Zeitraum 31874 Eisenbahnarbeiter zur Be­sorgung der eigenen Landwirtschaft an insgesamt 211 157 Tagen beurlaubt worden. Nach einer Mitteilung derKöln. Ztg." wurde den zahlreichen Arbeiterjubilaren der Gasmotoren­fabrik Deutz mitgeteilt, daß auf Beschluß der Direktion bei Werks von jetzt ab allen Arbeiterjubilaren allsommerlich eine Woche Urlaub bewilligt ist. Für diese Urlaubszeit erhalten die Jubilare, um den Lohnausfall der Woche zu decken, 40 M. ausgezahlt. Die Vereinigung deutscher Lampenfabrikanten und Grossisten hat nach derSoz. Praxis" ihre Mitglieder durch ein Rundschreiben aufgefordert, den kaufmännischen An­gestellten alljährlich 8 bis 14 Tage Urlaub und alle 8 bis 14 Tage einen freien Nachmittag zu gewähren. Die dadurch erhöhte Arbeitsfreude der Angestellten wird nach der Auffassung der Vereinigung auch dem Geschäftsbetriebe selbst zugute

fressen; nun haben bie Leute wieder zum zweiten Male Korn gesät, was noch nicht geschehen ist.

1822 war der Sommer so trocken, daß kein Futter ge­wachsen ist und bis Johannistag war das Heu schon alle gemacht, so eine anhaltende Hitze war noch nicht da; den 17. Juni ist schon Korn geschnitten worden und sogleich ge­mahlen ; so früh war eS noch nicht zeitig; die Kornäcker im Nidderfeld sind herumgemacht und Kartoffeln darauf gesteckt worden.

(Im Winter 1822/23 war es so gelinde, daß man fast gar keinen Unterschied mit dem Herbste verspürte und bi« Oesen fast gar nicht geheizt wurden.)

1823 war der Winter anfangs so kalt, alS bei Menschen­gedenken nicht gewesen ist.

1824, den 3. Februar, hatten wir ein großes Schnee­wasser und hat in der Judengasse gestanden, und einige Schuh hoch in meinem Stall und Keller, und ich mußte nachts um 12 Uhr meine Kuh in mein HauS stellen.

1823 war ein reicher Segen in der Ernte mit Korn, Waizen, Gersten und Hafer; alle Gattungen von waren im Ueberfluß, aber es hat feine Aepse, w0^til; und keine Zwetschen gegeben. Es wara ^ 3 Mark

das Achtel Korn kostete nicht ganz 2 ^ ^ 6 Mark

42 Pfg.) ; das Wei Warzen kostete 20 Kreuz«

(= 2 Mark 26 Pfg.) > X).

3 Gulden ( 5 Mark 13 ^ Sommer hindurch Nichts alS

1824 war durch den -^ ^ ^ ^^ H^s« lauter Regenw ^ Bat den Armut erlebt an Geldmangel, mÄnn er auch noch so alt ist. Heu und Grummet gab "s aenug, und immer groß Wasser, daß es nicht großer sem konnte, von Anfang bis das Jahr hindurch lauter nasses Wetter; es ist einer der traurigsten Jahrgänge für den Landmann, er war nicht im Stande, etwas zu verkaufen, weil kein Handel gehen konnte. Dabei hat der Kurfürst