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Gelleml-Anzeèger
Amtlichts Organ für Stadt- nui FandKreis Kauaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 159 F-«»nspr,chanschl«K Nr. 605.
Montag den 11. Juli
Fernsprechanschlntz Nr. 605
1910
Amtliches.
Stadtkreis Hans«.
^lac^ Weisung
der Johanni-Durchschnittspreise in Hanau pro 1910.
1. Weizen â 100 kg . .
ff 1 hl ♦ •
♦ ♦
• ♦
20,81
16,65
Mark
ff
2. Roggen „ 100 kg .
♦ ♦
15,38
ff
„ , 1 hl ♦ .
♦ ♦
11,38
ff
3. Gerste „ 100 kg ♦ .
♦ ♦
16,69
ff
ff ff 1 hl ♦ .
• ♦
13-
ff
4. Hafer „ 100 kg ♦ .
♦ ♦
16,63
ff
's, „ 1 hl . .
• ♦
7,32
ff
5. Kartoffeln â 100 kg .
• ♦
5,75
ff
6. Welschkorn â. 100 kg .
♦ ♦
16,50
ff
7. Roggenstroh â 50 kg .
♦ ♦
3,-
ff
t. Haferstroh â 50 kg
♦ ♦
2,50
2,35
ff
9. Gerstenstroh â 50 kg .
ff
10. Heu â 50 kg . .
• ♦
4-
ff
11. Buchenscheitholz â 1 rm ♦
• ♦
11,50
ff
12. Eichenscheitholz â 1 rm ♦
8-
ff
13. Tannenscheitholz â 1 rm .
9,-
ff
Hanau den 5. Juli 1910.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
Dr. Gebeschus.
15349
Sitzung der Stadtverordneten- b Versammlung
am Donnerstag den 14. Juli 1910, nachmittags 5 Uhr. Tagesordnung:
1. Fluchtlinienplan für die Straßen Nr. 155 und 155a.
2. Latrinenabfuhrvertrag.
3. Erwerb der Parzelle EE 690/41.
4. Fluchtlinienplan für das Gelände zwischen Kinzig, Vorstadt und Nußallee.
5. Pflasterung des nördlichen Schulhofes der Eberhardschule.
0. Gesuch des Bauunternehmers Fr. Kellermann betr. Aenderungen der Fluchtlinien an der projektierten Katharinenstraße vom SaliSweg nach der Huttenstraße und Herstellung der Straße.
7. Herstellellung eines Sieles in der Landgrafenstraße zwischen der Frankfurterlandstraße und der Ameliastraße.
8. Errichtung eines neuen Wasserwerks.
9. Grundstücksaustausch mit dem DomänenfiskuS.
10. Verlegung einer Hauptrohrwasserleitung in der neuen Anlage.
11. Aufnahme eines Darlrhns zum Zwecke der Sanierung der Altstadt.
12. Außerordentliche Revision der Gas- pp. Werkskasse.
13. Verlegung deS Kabels in der Akademiestraße bis zum Ochsler'schen Hause Nr. 46.
14. Verlegung der Gas- und Wasserleitungen in der Kurfürstenstraße.
15. Befreiung der Firma J. C. Diehl von der Pflicht , der Verzinsung der Kosten für die Kabelverlegung nach Gärtnerstraße 66.
16. Befreiung des Oberlehrers Professor Lohmann von der Pflicht zur Verzinsung der Kosten für die Gasleitung nach Bebraer Bahnhofstraße 2a.
17. Einladung des Deutschen Vereins zur Hauptversammlung für öffentliche Gesundheitspflege in Elberfeld vom 14.—17. September 1910.
18. Beschaffung eines Sauerstoffapparates.
19. Petition der Loge zur Höhe um Ueberlassung eines Lokals für die Sitzungen.
20. Befreiung der Kriegsteilnehmer von der Zahlung der Gemeindeumlage für das R.-J. 1910.
21. Außerordentliche Revision der Schlachthofkasse.
22. Abänderung der Gehaltsklassen I—IV der städtischen Beamten maßgeblich des Gesetzes vom 25. Juni 1910.
23. Grundsätzliche Anwendung des Artikels 6 des Preußischen Gesetzes vom 25. Juni 1910 auf die städtischen Beamten.
24. Etatsüberschreitungen 1909 bei der ElektrizitätSwerks- kasse.
25. Desgl. bei der Wasserwerkskasse.
26. Desgl. bei der Gaswerkskasse.
27. Nachweisung über die im R.-J. 1909 bei der Begräbniskasse eingetretenen Ueberschreitungen.
28. Außerordentliche Revision der Kasse des Steueramtes und der Heuwage.
29. Desgl. der Hebestelle in KesselstadP
30. Desgl. der städt. Steuerkasse.
31. Desgl. der Stadtkasse.
32. Kosten der Nachhilfestunden für eine Klaffe in der Oberrealschule.
33. Erhöhung der Verügtung für Beaufsichtigung der Wochen- und Viehmärkte durch den Kreistierarzt.
34. Nachweisung der im R.-J. 1909 bei der Schlachthofkasse eingetretenen Ueberschreitungen.
35. Wahl eines Armenpflegers für C. Wörner.
36. Wahl eines Mitgliedes in die Althanauer Deputation.
37. Gültigkeit der Stadtverordnetenwahlen.
38. Antrag Salomon über die Arbeits- und Dienstverhältnisse der Straßenbahnbediensteten.
Hanau den 9. Juli 1910.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
Uth, Justizrat. 15847
Städtisches Wasserwerk.
Diejenigen, welche mit Zahlung des WasiergeldeS, der Kanalgebühr sowie der Dorausbelasiung für April / Juni 1910 noch im Rückstände find, werden hierdurch aufgefordert, diese Rückstände bis zum 18. Juli bei unserer Kasse, Leipzigerstraße 17, während der Stunden vormittags von 8—12l/> Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr einzuzahlen, da vom 19. Juli ab die zwangsweise Beitreibung der rückständigen Beträge erfolgen wird.
Bemerkt wird noch, daß die Mahngebühr auch dann zu zahlen ist, sobald die Mahnzettel zur Zustellung auSge- geben find.
Hanau den 7. Juli 1910.
Die Wasserwerks-Direktion.
v. Gäßler. 15353
Verdingung.
Die Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz- und Schmiedearbeiten, Los I, dir Zimmerarbeiten, Los II, die Dachdeckerarbeiten, Los IE, und die Klempnerarbeiten, Los IV zum Anbau des Schulhauses mit Abortneubau für die Gemeinde Rückingen sollen in öffentlicher Verdingung getrennt vergeben werden.
Verdingungsunterlagen können gegen Erstattung der Selbstkosten von 1,50 Mk. für Los I, 0,75 Mk. für Lo» N und 0,50 Mk. für Los III und IV vom Unterzeichneten so lange der Vorrat reicht, bezogen werden.
Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Samstag den 16. d. Mts., vormittags 9 Uhr, im Dienstzimmer des Unterzeichneten, im KreishauS hierselbst, festgesetzten Termin statt.
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Hanau den 8. Juli 1910.
Stübin g,
Kreisbaumeister. 15371
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Langenselbold belegene, im Grundbuche von Langenselbold Blatt 2406 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Fabrikarbeiters Wilhelm Schadt und dessen Ehefrau Maria geb. Bolz zu Langenselbold je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:
Krtbl. 43 Nr. 108/18 Karlstraße Haus Nr. 7, 3,36 ar,
a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten, 180 Mk. Nutzungswert,
b) Stallgebäude mit Abort,
am 26. August 1910, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 5. Juli 1910.
Königliches Amtsgericht. 15385
£*irW Kreisvereill Mu.
Seitens des landw. Kreisvereins findet am Sonntag den 17. Juli d. J. eine Besichtigung des Grafen von Solms-Rödelheim'schen Gutes in Wickstadt und der Gutswirtschaft des Herrn Alles in Nieder storstadt statt. Beide Güter sind Saatqutwirtschafteu.
Zn dieser Besichtigung werden die Mitglieder des ~ef1' eins mit ihren Damen ergebenft eingeladeu.
Hanau-Nord am 17. vormittags 11.45 Uhr nach 9 Von da nach dem etwa 30 Minuten entfern cu ^^ bem Besichtigung des erstgenannten Gutes, £>ieliuiv
etwa 1 Stunde entfernten Niederflorstadt. Besichtigung der Allessschen Gut-wirtschaft. Dann weiter nach Friedberg, Hotel Trapp.
Wegen der Bereitstellung der Wagen von Assenheim ab^ werden die Mitglieder ersucht, ihre Beteiligung an der Bereisung unter Angabe der Teilnehmerzahl umgehend dem Schriftführer des Vereins, Herrn Domänenrentmelstn Reinhardt hierselbst, mitzuteilen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
Hanau, den L Juli 1910.
Der Vorsitzende.
Frhr. Laur, Königlicher Landrat.
Politische RundTcbaa.
Die Krisis iw Reichstagspräsidium. Der Rücktritt des Erbprinzen zu Hohenlohe - Langenburg von seinem Amt als Vizepräsident des Reichstags bildet in allen politischen Kreisen du- erste Gesprächsthema. Die Aufnahme, die der Schritt in der Presse findet, ist natürlich nach der Parteistellung der einzelnen Blätter recht verschieden. Die einen loben daS Vorgehen des Prinzen als mutig und folgerichtig, die anderen halten eS für unüberlegt und zweckwidrig. Wenn, so meint man auf dieser Seite, dem Prinzen so viel an der Wiederannäherung von rechts und links gelegen ist, so hätte er das Opfer, die Amtsbürde zu tragen, weiter bringen müssen, weil sein Rücktritt einer etwaigen Vermittelung nicht die Wege ebene, sondern fie vielmehr erschwere. Außerdem will man an verschiedenen Stellen auch die Berufung aus die BorromäuS-Enzyklika und ihre Begleiterscheinungen nicht gelten lassen, weil daS Zentrum von der ganzen Affäre selbst nichts weniger all entzückt gewesen sei und die Konservativen eS an entschiedener Abwehr nicht hätten fehlen lassen. Daraus aber den Schluß zu ziehen, daß man den Rücktritt des Vizepräsidenten noch nicht al- endgültig anzusehen brauche, daS erscheint doch ebenso leicht begründet wie die Anschauung, daß er auf den Einfluß deS Evangelischen Bundes zurückzuführen sei. Daß der Prinz zu seinem Vorgehen völlig aus sich selbst heraus gekommen ist, beweist wohl die Mitteilung deS Frhrn. v. Zedlitz, daß er sich nicht einmal mit der Fraktion, der er als Hospitant angehön, besprochen habe.
Todeserklärung deS Johann Orth. Wien, 9. Juli. Der gerichtliche Senat des L und k. Oberhofmarschall- amtes hat heute über eine ebenso interessante wie wichtige Angelegenheit seinen vorläufigen Beschluß gefaßt. Das Einschreiten betrifft den Beweis deS Tode« deS seit 1890 verschollenen Johann Orth, ehemaligen Erzherzog Johann Salvator. Der Neffe deS verschollenen Erzherzog-, Joseph Ferdinand, hat durch seinen hiesigen Vertreter, Regierungsrat Dr. Dachrach, in einer umfassenden Eingabe den Beweis angetreten, daß Johann Orth tot ist. Die Begründung geht davon aus, daß Johann Orth im Juli 1890 mit seinem Schiff „Santa Margarete" die Reise von Buenos AireS nach Kap Horn angetreten hat. Die Tatsache wurde zwar auch schon früher allgemein angenommen, doch gab eS immerhin verschiedene Stimmen, denen zufolge Johann Orth den Landweg genommen haben könnte. Nunmehr wird aber ein Originalbries Johann Ort- vorgelegt, der die Seereise außer Zweifel setzt. Ausführlich werden weiterhin die Nachforschungen nach Johann Orth geschildert. Sowohl die argentinische wie auch die chilenische Regierung stellten auf eine Bitte des k. und k. Ministeriums de- Aeußern seiner Zeit unverzüglich umfassende Rettungsaktionen aus. Sämtliche Südamerika umschiffenden Dampfer- und Segelschiff- Linien beteiligten sich an den Nachforschungen. ES konnten aber weder auf den vorgelagerten Inseln noch auf dem Festlande auch nur die kleinsten Spuren über den Verbleib von Schiff und Mannschaften gefunden werden. Der Eingabe sind alle Tagesbuchaufzeichnungen sowie Wetterkarten aller Schiffe, die zur kritischen Zeit um das Kap Horn führe , beigefügt. Ein Gutachten der Hambu^er ^eewar ^ auf Grund dieses Materials zu dem 1390 bei
Orth in der Nacht vom 20. auf den '^eknörech-nden Gelegenheit eines großen und une ^ gesamten Schiffs- heftigen Sturmes mit seiner G Charakteristisch ist, daß maunschaft zu Grundegegaug- ^ OH nach Buenos-Aires die Offiziere und Seut^b ausschiffen lassen, sämtlich mitgenommen, dorr Ahrend alle anderen Personen, die wieder «^/"^ weiter begleiteten, seit dem Juli 1890 ü geblieben sind. Bereits im Jahre 1891 hat auch das Hamburger Gericht durch ein Urteil, das die Versicherungsgesellschaften erwirkt hatten, um von ihren Verant- wortungspflichten frei zu werden, das Schiff „Santa Margaret«" für verschollen und die Versicherungssumme für