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BeMwIbrwf und Verlag der vLchdr»ck«wi del w*u
General-Anzeiger
ANtlichks Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Du >L«fges-attm« Petttzeil« »d« deren Rama Ä Utz, im Skeklamenttü bk Zeile *5 Ug,
Mu Satseahaulet ie Hana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ver«U»»r«. RâaN««r •. Schrecke, M H««a
Nr. 155
^erusprechauschlutz Nr. 605.
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Mittwoch den 6. Juli
Fernfprechanschlutz Nr. 605
1910
Amtliches.
Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung.
Bei Arbeiten in den städtischen Kanälen, die sich nur bei künstlicher Beleuchtung ausführen lassen, sind in letzter Zeit mehrfach Gasentzündnngen vorgekommen, die sich nur auf eine den polizeilichen Vorschriften zuwiderlaufende Einleitung von brennbare Gase entwickelnden Flüssigkeiten in das Kanalnetz zurückführen lassen.
Aus Anlaß dieses gefährlichen Mißbrauches, der schwere Schädigungen der Kanalarbeiter zur Folge haben kann, weisen wir darauf hin, daß die Urheber solcher Ueber- tretungen nicht nur strafrechtlich verfolgt, sondern auch für jeden an Personen und Sachen verursachten Schaden in vollem Umfange haftbar gemacht werden.
Hanau den 1. Juli 1910.
Der Magistrat.
Vr. Gebeschus. 15005
Bekanntmachung.
Mr ersuchen, die Rechnungen für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau einschl. derjenigen für die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke stets innerhalb 14 Tagen nach dem Vierteljahresschluß einzureichen. Die Rechnungen für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni d. Js. ersuchen wir bis zum 15. d. Mts. einzureichen.
Hanau den 2. Juli 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 15007
Plenarsitzung der Handelskammer
am Mittwoch den 13. Juli er., 41/« Uhr nachm., im Sitzungssaale der Handelskammer, Stadtschloß.
Tagesordnung:
1. Protokollgenehmigung.
2. Etatssachen (Ergebnis der Veranlagung, Rückvergütung an die Stadt Hanau, Beitragserhöhung des deutsch- russischen Vereins).
3. Ersatzwahl zur Handelskammer (Kreuter).
4. Ersatzwahl für Herrn Fenner-Schlüchtern.
5. Beschlußfassung über Beeidigung von Bücherrevisoren in Hanau.
6. Vollversammlung deS Deutschen Handelslager.
7. Vorschriften über Konkurrenzklauseln.
Die Arbeiten in der Marienkirche.
In letzter Zeit war in einigen Mitteilungen in den Spalten über dem Strich zu lesen, daß die Marienkirche geschlossen sei, weil umfangreiche Umbauten im Innern vorgenommen werden sollten. Die Kirche gehört den Hanauern und da wird es wohl recht und billig sein, daß diese auch erfahren, was darin alles geschehen soll.
Es ist aus dem Buche des ehemaligen Akademiebibliothekars Winkler und des Akademielehrers Mittels- b o r f, der jetzt Direktor der Kunstgewerbeschule in Altona ist, bekannt, daß die Marienkirche ihre jetzige Gestalt zwei Umbauten dankt. Die erste war die Neuerrichtung des Chores in den Jahren 1485—87, die zweite die Aenderung des dreischiffigen Langhauses in den Jahren 1558—61. Der Chor zeigt heute noch die Gestalt, die ihm am Ausgang des Mittelalters gegeben wurde, wenn man sich die im Jahre 1696/97 hineingebaute Orgel wegdenkt, das Schiff dagegen nicht. In ihm ist nur die Anordnung der Emporen, des Fürstenstuhles, die Einteilung deS Gestühls, der Treppen die gleiche, ihre Form hat sich im Jahre 1847 bis 49 noch einmal geändert. Vor dieser Zeit trugen zwei große jonische Säulen aus Sandstein, die so hoch waren wir das ganze Schiff, die Decke und reichverzierte Stützen aus Eichenholz die Emporgeschosse. Jetzt sind dünne Eisenstäbe an ihre und der Säulen Stelle getreten, von denen eine auf der anderen steht und das Gleiche leistet wie jene, wenn man es auch nicht für möglich hält. Der reiche Schmuck aus alter Zeit ist einer mageren Glätte und ödem Grau in ®rau gewichen.
. In diesem Sommer soll nun die steinerne Wendeltreppe der Nordostecke abgebrochen werden. ' Sie ist halSbreche- risch eng, zumal bei großem Andrang. Besser möchte es freilich fein, man risse die Emporen weg und schaffte für vie verlorenen Plätze ei ne neue Kirche. Da aber baS Geld
8. Erstattung barer Auslagen der Konsulate durch die Handelskammer.
9. Ausfuhranmeldung für Juwelen-, Gold- und Silberwaren.
10. Wirtschaftsbiographie von Hessen-Nassau.
11. Mitteilungen.
12. Verkehrsangelegenheiten.
Hanau den 5. Juli 1910.
Die Handelskammer.
Canthal.
Der Syndikus.
15033 Dr. phil. Grambow.
Giltgeerntetes süßes Pferde-Heu von der Wiese weg, wenn es vollständig trocken ist, kauft
Proviantamt Hanau. 14735
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 Quittungskarte vom SanitätSverein Hanau für Maienschein.
Auf dem Wochenmarkt: 2 Damenregenschirme, abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Verloren: 1 silbergrauer seidener Herrenschirm, 1 goldener Kneifer.
Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen (hört auf den Namen Lord).
Hanau den 6. Juli 1910.
politische RundTchaa.
Einigung über die Verfassung der ReichS- lande. Wie die Straßburger Korrespondenz unter dem 4. Juli mitteilt, ist in der zweistündigen Besprechung über die elsaß-lothringischen Verfassungs- und Wahlrechtsfragen, die am 2. dieses Monats in Berlin zwischen dem Reichskanzler, dem Statthalter Grafen Wedel, dem Staatssekretär des Innern Delbrück und dem Staatssekretär für Elsaß- Lothringen Frhrn. Zorn von Bulach stattgefunden hat, über alle Einzelfragen zwischen der Reichsregierung und der Landesregierung von Elsaß-Lothringen eine Einigung erzielt worden.
Die Schwedenfahrt deutscher Redakteure. Dem Obmann der deutschen Redakteure auf der Schwedenfahrt 1910, Chefredakteur G. Schweitzer, ist folgendes Telegramm zugegangen: „'Der schwedische Publizistenklub bittet Sie, unseren lieben deutschen Kollegen und Freunden seinen herzlichen Dank zu sagen für den warmen telegraphischen Gruß, den sie in dem Augenblick abgesandt haben, da sie den Boden Schwedens verließen. Es ist und wird unS stets eine reiche
nicht dazu da ist, so muß sich die alte diese Operation schon gefallen lassen. An Stelle der Wendelstiege soll eine gerade Treppe von Holz treten, so wie diejenige in der Südwest- ecke. Der Ausgang auf der Südsrite soll ebenfalls bequemer eingerichtet werden. Auch das ist nötig, denn er ist eng und finster. Und wenn das alles fertig ist, wird man Decken, Wände und Gestühl neu anstreichen. — Viel ist das nicht, wie man sieht. Wer aber möchte dazu raten, mehr zu tun, wenn man adel, d. i. die würdige Herstellung mit teilweiser Wiedereinführung der alten Konstruktionen, oder ihren Ersatz durch würdige neue, doch nicht erreichen kann? (
Anders steht eS mit dem Chore. Bekanntlich hob etwa im Jahre 1520 die Renaissance in Deutschland an. Da der Chor im Jahre 1485 begonnen wurde, so ist er eiu Werk der Spätgolhik und noch dazu eines der feinsten und schönsten, die noch erhalten sind, wenn auch nicht eines der eigenartigsten. Ihn will man auch neu anstreichen. Der verständnisvolle Leser, schüttelt den Kopf. Derartige Sachen waren doch früher alle gemalt? Freilich soll der Chor auch gemalt werden. Die alten Sandsteinteil« sollen von den mehrfachen deckenden Oelfarbanstrichen, bit Gewölbefelder von ihrer Kalk- und Leimfarbe befreit und dann wieder bemalt werden, wie sich das gehört, so im spätgothischen Stile, einfach, aber würdig, weil die Mittel nur spärlich vorhanden sind. ES darf eben nicht viel kosten. —
Welcher Bau darf denn überhaupt etwas kosten? Geld für solche Sachen haben bekanntlich nur wenige Menschen. Und gar für eine Kirch». Die meisten fliegen des Sonntags aus, was brauchen sie noch ein Gotteshaus ? Mit Kunst erst verschone man sie nur, sie kehren lieber zurück zur Natur. Sie haben Recht; dahin sollen sie alle guten Wünsche begleiten. Ihre Schönheiten sollen sie aufsaugen und notige* sättigt und trunken heimkehren, um zu erkennen, daß ' Kunst nichts ist, als das Ueberlaufen des Mu^es fo trunkener Menschen, denen das Herz voll war. 39
Quelle der Freude bleiben, zu erfahren, daß ihre Schwedenfahrt Ihnen nicht nur ein Vergnügen gewesen ist, sondern auch ein lebhaftes Interesse für unser Land und Volk bei Ihnen geweckt hat, und wir teilen den von Ihnen ausgesprochenen Glauben, daß die Erinnerung an unser Zusammensein dauernd bestehen und Spuren in der Zukunft hinterlassen wird. Im Auftrage: Harald Sohlman*.
„Technik und Kultur". Unter diesem Titel hat die „Voss. Ztg.* am Sonntag einen Artikel veröffentlicht, worin es hieß : „In China arbeitet keine Dampfmaschine im Innern des Lande-, hohe Beamte aber werden zu Tode gebracht durch das Rad und die Säge.* Dazu schreibt genannter Zeitung der chinesische Gesandte in Berlin: „Im Inner« Chinas arbeiten jetzt viele Dampfmaschinen in den verschiedensten Fabriken und industriellen Anlagen, die zumteil von Deutschland geliefert sind und an denen Deutsche Interesse haben, in Spinnereien, Webereien, Bergwerken, Arsenalen usw. Eine Eisenbahn führt von Peking in des Zentrum bei Reiches nach Hankon. Das Rädern und Zersägen find in China unbekannte TodeSarten, die auch den schlimmsten Verbrechern gegenüber nicht angewandt werden. Die Hinrichtung wird vollzogen durch Erdrosseln oder Enthaupten. Für ganz hohe Beamte gibt es noch die seiden» Schnur, welche dem Verurteilten übersandt wird, damit er selbst seinem Leben ein Ende mache, eine Todesstrafe, die jedenfalls milder ist als die in Deutschland übliche Hinrichtung durch den Scharfrichter. Gerädert und zersägt werden die armen Sünder nur in der „buddhistischen Hölle*. Abbildungen dieser „Höllenstrafen* finden sich in vielen chinefischen Tempeln, woraus btt irrige Annahme, daß dies bit in China üblichen Todesstrafen seien, entstanden sein mag.*
Englische Klage über deutsche Konkurrenz. Auf dem vorgestrigen Bankett der liberalen Freihändler von Sheffield führte Sir Josef JonaS, der leitende Stahlfabrikant, Klage über den unbilligen Wettbewerb der deutschen Stahlfabrikanten, die dank den von den Verbänden gezahlten Prämien unter Kostenpreis Stahl in England einführen und die englischen Fabrikanten schädigen. Auf den Rat eines deutschen Ministers habe er versucht, bei Asquith Klage zu führen, aber umsonst.
Spanien und die Kongregationen. Am Donnerstag unterzeichnet der König den Entwurf, wodurch dir Bildung neuer religiöser Kongregationen untersagt bleibt, solange die Verhandlungen mit dem Vatikan dauern. Dies»» Entwurf soll Freitag den Kortes vorgelegt werden.
Zur Lage auf Kreta. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß Veniselos in der nächsten Zeit nach Athen kommen und sowohl in Attika wie auf der Insel Hydra, wo er die Unterstützung des früherrn Marineministers Miauli findet, kandidieren wird. Denit'oleS wird sich an dir Spitz»
sind Menschenwerke, unsere Werke, geschaffen um wieder zu entzücken, wie das Bild, das auS dem Spiegel schaut. Solch ein Bild, ein „farbiger Abglanz*, ist auch der Chor der Marienkirche. Möchten doch die Mittel hm- reichen, ihn im alten Glanze erstehen zu lassen I B.
Albumblätter.
Gib deine Illusionen nicht auf. Hast du fie verloren, so magst du zwar noch dein Dasein fristen, aber leben im eigentlichen Sinne kannst du nicht mehr. Mark Twain.
Natur, von offener Auflehnung gegen ihr Gesetz erzürnt, sehen wir öfter das an der rechten Stelle Verweigert» uns da abfordern, wo es unsere Strafe wird. Otto Ludwig.
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Nur wer ein großes Ziel im Aug» hat, kann bit kleinen entbehren; nur derjenige, welchen ein Gedanke stark macht, kann leiden, nur wer wartet, kann viel ertragen: Hohn, Verleumdung, Bosheit. B. Björnson.
Eines nur ist Glück hienieden, Eins: des Innern stiller Frieden die schuldbefreite Brust! die Größe ist gefährlich, , der Ruhm ein leere« GpM . er gibt, sind «'^ 0« @rmpar$CT< er nimmt, eS «ft so
Und Und Und Was Was
Es wohnt ein Gott hoch über n^s-r ^ ^^ der Weise, £ wohnt im SW, und weiß, was er vollbracht. Mag wunderbar das dunkle Schicksal walten, Er wird eS hell und freudlich einst entfalten; Denn er ist Gott, und unttn wohnt bit Nacht.
«. Schulze.