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Mitteln, nämlich ausschließlich mit Torpedofahrzeuaen. Daß das kleine Torpedoboot schon bei gutem Wetter, bei schlechtem aber auch der sogenannte Torpedojäger sich für den Auf- klârungsdienst als ungeeignet erroieien hat, das ist die wichtigste Lehre, die man aus den Manövern ziehen kann und die die französische Fachpresse auch einmütig gezogen hat. Der Panzerkreuzer ist zu wertvoll, als ihn ausschließlich für Aufklärungszwecke zu verwenden, und an einem besonderen Schiffstyp hierfür mit großer Seefähigkeit und hoher Ge­schwindigkeit nach Art des deutschen kleinen Kreuzers fehlt es der französischen Marine völlig.

Das Unterseeboot hat in den Manövern keine besondere Rolle gespielt, wenigstens keine so wichtige, wie man nach der Anzahl der vorhandenen Boote hätte erwarten dürfen. Anscheinend ist infolge des „Pluviose" -Unglücks eine beson­ders vorsichtige Handhabung dieser Waffe vorgeschrieben ges wesen. In den umfangreichen Berichten der Presse werden nur drei Unterseeboote namhaft gemacht, die bei den Blockade­übungen, aber auch nur bei diesen, einige Erfolge zu er­ringen vermochten, obgleich andererseits die Torpedojäger schon eine gewisse Uebung in der Abwehr und im Jagen von Unterseebooten erworben zu haben scheinen.

Die Funkentelegraphie hat auffallenderweise der einen Partei, und zwar der über die neuesten Schiffe verfügenden, gute Dienste geleistet, bei der anderen aber fast vollständig versagt. Ein Stören der gegnerischen Funkentelegraphie scheint nicht stattgefnnden zu haben. Auch die Nachricht, daß eS der einen Partei gelungen ist, den Schlüssel der anderen zu entziffern und zu fingierten Depeschen zu benutzen, deutet darauf hin, daß die Anwendung dieses Signal­mittels nicht den Verhältnissen des Ernstfalles ent­sprochen hat.

Im übrigen sind die Manöver ohne nennenswerte Hava­rien und Unfälle verlaufen, und die Schiffe wie ihre Besatzungen haben auch unter ungünstigen Verhältnissen ge­leistet, was man billigerweise von ihnen erwarten durfte. Wenn die Manöver nicht immer ein kriegsmäßiges Bild gegeben und daher nicht den Nutzen gebracht haben, der ihren Kosten entspricht, so sind dafür verschiedene Gründe verantwortlich zu machen, Gründe, die ihrerseits wieder ! . zurückzuführen sind auf die zahlreichen Schwankungen, die die französische Marinepolitik im letzten Jahrzehnt durch­gemacht hat und deren unheilvolle Folgen durch das neue Flottengesetz beseitigt werden sollen. Ob mit Erfolg, muß die Zukunft lehren.

EuftTchif fahrt.

Berlin, 4. Juli. Das Militärluftschiff „M KI" ist heute abend 11'/« Uhr zu einer Fahrt nach Gotha aufgestiegen. Es sollen bei der Fahrt funkentelegraphische Verbindungen mit sämtlichen Stationen des Teutschen Reiches hergestellt und autzprobierten werden, wieweit der Funkenapparat des Luftschiffs reicht. Das Luftschiff ist kriegsmäßig ausgerüstet und wird bei Gotha Uebungsfahrten auSführen und dann nach Berlin zurückkehren. Es handelt sich nicht darum, möglichst schnell nach Gotha zu kommen, der Grund der Fahrt ist lediglich, fünfen» telegraphische Versuche anzustellen. An Bord deß Luftschiffes befinden sich als Führer Major Groß und Major Sperling, Oberingenieur Bosenach, Oberleutnant Schmid als Funken- offizier und außerdem ein Steuermann und zwei Maschinisten. Die Fahrt wird längs der Bahnlinie ausgeführt werden. Das Luftschiff wird von dem Krastwagen des Lustschiffer- Bataillons begleitet werden. Auf der Fahrt sollen möglichst Scheinwerfersignale ausgewechselt und Telegramme herabge-

Hus aller Hielt.

Der Erfinder der Singer-Nähmaschine tot. Im Alter von 83 Jahren verschied in Hoboken Josef Thomas, der Erfinder der Singer-Nähmaschine. Thomas ist gebürtiger Franzose und ein Bruder des Generals Thomas. Er hatte den Feldzug 1870—71 mit Auszeichnung mitgemacht.

entzogen. Sie trieben lediglich Eroberungs- und Koloni- sationspolitik und schließlich auch Handelspolitik. Die Ein­geborenen ließen sie verkommen in grausamer Hörigkeit. Dem Namen nach Christen, sind die „Pruzen" im Herzen ihrem alten naiven Natur- und Geisterdienst treu geblieben. Der erste, der ihnen wirkliches Christentum brachte, war der letzte Hochmeister, der erste evangelische Fürst des auf Luthers Rat zum weltlichen Herzogtum gemachten Ordensstaates, Albrecht von Brandenburg. Als er aber für die ärmsten seiner Unter­tanen Luthers Katechismus in die altpreußische Sprache übersetzen ließ, gab es ihrer nur noch ganz kümmerliche Reste.

Dagegen darf sich diese harte, mönchische Ritterschaft des Verdienstes rühmen, Tausende und Abertausende fleißiger und tapferer Ansiedler aus allen deutschen Gauen, besonders aber westfälische und niedersächsische Bauern, herangelockt und ihnen eine dauernde und wertvolle Heimat geboten zu haben. Ein neues deutsches Land blühte unter ihrer zunächst durchaus verständigen Herrschaft empor. Wo früher Urwälder und Sümpfe in endloser Folge sich hinzogen, wo der schlecht be­wirtschaftete Ackerboden dem halbwilden Eingeborenen eine nur kärgliche Existenz geboten hatte, da erhoben sich in sehr kurzer Zeit Hunderte von Städten und Burgen, Dörfern und Elnzelsiedelungen. Die Deutschen bewiesen ihr sittliches Recht auf das Preußenland durch tatkräftige und unverdrossene Kulturarbeit. Denn nicht dem selbstgenügsamen Barbaren ge­hört die Welt, sondern dem Tüchtigen, dem strebend sich Mühenden. Das ist noch immer das oberste Gesetz geschichtlicher Gerechtigkeit gewesen. An ihm ändert auch nichts die er­schütternde Tragik im Schicksal eines untergehenden Volkes.

In der ersten Zeit, der Zeit des Kampfes mit Heiden nnd Naturmächten, der Zeit der Eroberungen und unmittelbar drohender Gefahren war das Verhältnis zwischen dem Orden und der neuen deutschen Bevölkerung vortrefflich. Das Kraftvolle und Gesunde hatte Raum, sich zu regen und zu betätigen. Die Ritter brauchten den Zuzug deutscher Bürger und Bauern, und diese wieder genossen den Schutz der ritterlichen Macht. Noch war Platz für alle, und auch der Handel, den der Orden bald schwunghaft betrieb, war noch nicht in Konkurrenz getreten mit dem seiner Städte. Ein halbes Jahrhundert haben so etwa 50 bis 100 Ritter als

LlsnSta-

Giovanni Schiaparelli P. Der bekannte italienische Astronom Giovanni Virginio Schiaparelli ist in Mailand im Alter von 75 Jahren gestorben. Schiaparelli hat seine Studien an den Universitäten Turin, Berlin und Pulkowa gemacht und ist nach kurzer Assistentenzeit gegen vierzig Jahre Direktor der Sternwarte in Mailand gewesen. Im Jahre 1900 trat er in den Ruhestand. Während seiner Arbeits­jahre an der Mailänder Sternwarte hat Schiaparelli eine Reihe bedeutsamer Entdeckungen gemacht. So entdeckte er den Planetoiden Hisperia, führte eine Reihe vorzügliche Doppelsternmessungen aus und untersuchte den Zusammen­hang des Kometen mit den Sternschnuppen. Vor allem haben seine bahnbrechenden Betrachtungen über die Gebilde auf der Marsoberfläche das Interesse für diesen Planeten auch bei den Laien angeregt. Er war der erste, der eine bis in die feinsten Einzelheiten ausgearbeitete Karte herge­stellt hat. Schiaparelli war Mitglied fast aller bedeutenden gelehrten Korporationen, u. a. der Berliner Akademie der Wissenschaften.

Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot in Düsseldorf. Wie man aus Düsseldorf meldet, beschloß die Stadtverwaltung zur Linderung des Wohnungsmangels die Errichtung von 30 städtischen Arbeiterhäusern. Die Kosten dafür betragen l1^ Millionen Mark.

Vom Zuge überfahren. Zwischen Wittenberg und Bülzig wurde der Rottenführer Arndt aus Bülzig vor den Augen seiner Streckenarbeiter vom Berliner Luxuszug totge­fahren. Arndt hatte während des Vorbeifahrens eines Güter­zuges Schienen gemessen und bei dem Gepolter des Güter­zuges das Herannahen des Luxuszuges nicht bemerkt. Der Verunglückte war 40 Jahre alt und hinterläßt eine Frau mit zwei Kinder.

Der Boxerwettkampf zwischen dem alten Weltmeister Jeffries und dem Neger Johnson hat gestern im Orte Reno im Staate Newada in den Vereinigten Staaten begonnen. Seit mehreren Tagen ist Reno überfüllt. Tausende sind auf der Suche nach Quartier und nach Erfrischungen. Viele müssen im Freien schlafen, da die Zelte keinen Raum mehr bieten.

Großer Diebstahl. Nach einer New-Porker Depesche der „Dail Mail" ist während der Ueberfahrt des der Ham­burg-Amerika-Linie gehörenden Dampfers „Amerika" ein großer Diebstahl auf diesem Schiff verübt worden. Zwei amerikanischen Passagieren wurden für mehr als 20 000 9Jlf. Goldwaren gestohlen. Die davon sofort verständigten Schiffs­offiziere nahmen eine eingehende Untersuchung vor, doch waren alle Recherchen umsonst. Man glaubt, daß die Diebe unter dem Hilfspersonal des Schiffes zu suchen sind.

Sie tanzten vor einem Abgrund .... Aus Lon­don, 2. Juli schreibt man der „Würzb. Ztg.": Ein Ver­gnügungsdampfer, der „Grecian", der mit einer großen An­zahl von Passagieren an Bord von Philadelphia nach Boston unterwegs war, begann am Mittwoch abend zu brennen, als man sich auf See befand. Zunächst wurden verzweifelte Versuche gemacht, das Feuer zu löschen, aber man konnte nichts erreichen, und als der Kapitän sah, daß die Leben seiner Passagiere sich in großer Gefahr befanden, gab er den Befehl, mit Volldampf nach New-Dork zu fahren. Der ganze vordere Teil des Schiffes glich bald einem Feuermeer und trotzdem Tonnen Wasser in das Feuer gepumpt wurden, übte dasselbe nicht die geringste Wirkung aus. Die Passa­giere, die bereits zu Bett gegangen waren, wurden wieder geweckt und gebeten auf Deck zu bleiben. Da eine Panik auszubrechen drohte, machte Jemand den Vorschlag, einen Tanz zu arrangieren. Es fanden sich mehrere besonders kühne Leute bereit, auf den Vorschlag einzugehen und bald tanzten alle Paffagiere an Bord. Das dauerte die ganze Nacht hindurch. Das brennende Schiff war von Newyork aus beobachtet worden und als der Morgen anbrach, näherten sich demselben schon eine Menge kleinerer Dampfer, um die Passagiere aufzunehmen. Nach kurzer Zeit war es gelungen, alle Paffagiere glücklich an daS Land zu bringen. Der Kapitän und die Besatzung des brennenden Schiffes blieben jedoch an Bord und setzten die Versuche, daS Feuer zu löschen, fort.

Große Hitze in Amerika. Die Hitzwelle, die seit einigen Tagen die Ostseite der Vereinigten Staaten heim­gesucht hat, macht sich seit gestern von neuem bemerkbar und hat bereits eine Anzahl Todesopfer gefordert, darunter 5 in Philadelphia und 3 in der Provinz. Die New-Porker Be­völkerung hat zum größten Teil die Stadt verlassen. Der

I Soldaten und Mönche, Staatsmänner und Großkaufleute in den Geschicken Osteuropas eine fast führende Rolle gespielt, bis mit dem Zustande des Gesättigtseins der sittliche Verfall eintrat und die verhängnisvolle Kehrseite dieser Mönchs­herrschaft grell zum Vorschein kam. Gegen die ursprüng­lichen Absichten der Gründer schloß sich der Orden früh ab gegen das bürgerliche Element und nahm schließlich nur noch Ritterbürtige auf in seine Reihen. Eine Korporation von Hagestolzen mußte er sich immer von neuem aus den Söhnen des deutschen Adels rekrutieren. Fremd kamen sie ins Land. Und da ihnen das Verständnis für die Bedürfnisse und be­rechtigten Eigenheiten der eingesessenen Bevölkerung vielfach ganz abging, wurden sie auch als Fremde empfunden und gehaßt, zumal sie die Geschäfte des Ordens immer eigen­nütziger und einseitiger betrieben und in einer Weise auf­traten, die damals wohl in West- und Süddeutschland schon Brauch war, aber hier auf Kolonistenboden, wo freiere Luft wehte und wehen mußte, nur schaden konnte. Sie zerfielen mit dem einheimischen Adel; sie versuchten, den Handel ihrer Städte und deren Zusammenhang mit der mächtigen Hansa zu vernichten; sie verübten in Zeiten des Geldmangels viele Willkürlichkeiten und verstanden es schlechterdings nicht mehr, ihr Interesse mit dem der Stände in Einklang zu bringen. Als der Pole kam, der schon längst mit haßerfülltem Neid die wirtschaftliche und politische Größe des nordischen Rivalen betrachtet hatte, kam er den Untertanen der Mönchsritter willkommen. Die Katastrophe war da.

Heute warten die Polen auf ein zweites Tannenberg. Wir werden ihnen zu begegnen wissen!

Humoristisches.

Vollmondschein. Frau (zu ihrem Mann) : „Du geh 'mal mit hinauf, da ist ein Student, der sich das Zimmer ansehen will ... setz aber Deine Mütze ab, damit es etwas heller aussieht!" ,

Durch die Blume. Herr : „Meine Wiege hat in Rom gestanden!" — Fräulein: „Wirklich? . . . mir hat *''" Wahrsagerin prophezeit, ich würde mal einen gebore Italiener heiraten t"

________________________________ernt» durch die Hitze angerichtete Schaden beziffert sich nach der „Tribune" auf ungefähr 1 300 000 Dollars.

Acht Personen vom Schiff ins Meer gestürzt. Als der Küstenschoner „Remora" mit 30 Reisenden an Bord in den Hafen von Brest einfuhr, wurde er von einem Windstoß getroffen; acht Personen stürzten ins Meer, von denen vier gerettet werden konnten.

Grausame Rache. In Ajaccio verwundete ein Schuff­macher namens Andreany, der mit der Familie Trigara in Feindschaft lebte, fünf ihrer Mitglieder, darunter ein zehn Monate altes Kind, durch Messerstiche lebensgefährlich. Eine Person ist bereits gestorben. Andreany wurde verhaftet.

Große Unterschleife bei einer Münchener Grotz- hanvelsfirma. Bei der Münchener Firma Deigmayer, einem der größten Geschäfte am Platze, haben zwei Kutscher im Verein mit mehreren Personen und einem Fellhändler als Hehler seit Jahr und Tag bedeutende Unterschleife verübt. Sie werden auf mindestens 60000 Mark geschätzt; andere Angaben sprechen von 200 000 Mark. Zunächst sind die beiden Kutscher und der Hehler verhaftet worden.

Auch eine „Eheirrung". Von einer unter höchst sonderbaren Umständen geschlossenen Ehe, die schließlich für nichtig erklärt wurde, wißen Berliner Blätter zu berichten: Vor kurzem starb in Köln der 84jährige Landgerichtsrat a. D. Rudolf P., der im Lauf seines langen Lebens eine wertvolle Gemäldegalerie und andere Kunstschätze gesammelt hatte. In seinen letzten Lebensjahren wurde der alte Rat geistes­krank. Mit Rücksicht auf sein hohes Alter sah die Familie zunächst von einer Entmündigung ab. Sie mußte sich im Sommer 1909 aber doch dazu entschließen, da man die Ent­deckung machte, daß aus der Gemäldegalerie des alten Herrn, der nur in der Gesellschaft seines Dienstmädchen- lebte, mehrere wertvolle Bilder verschwunden waren. Im Laufe des Verfahrens stellte sich eine ebenso überraschende wie peinliche Tatsache heraus: der alte Rat, der Zeit seines Lebens auf standesgemäßes Auftreten hielt, war schon über Jahr und Tag verheiratet, und zwar nicht mit einer Dame der Gesellschaft, sondern mit feinem eigenen Dienstmädchen. Darob natürlich große Entrüstung bei den Erben. Kein Mensch hatte von dieser Eheschließung, für deren Rechts- gültigfeit die unanfechtbaren amtlichen Dokumente vorlagen, eine Ahnung. „Frau Rat", die fast dreißig Jahre in den Diensten des Landgerichtsrats gestanden hatte, redete ihren Herrn nach wie vor „Herr Rat" an und schaltete im Haus des Kranken als dessen Gattin nicht anders, denn als An­gestellte. Die Eheschließung war mit großem Geschick vorbe­reitet worden. Zunächst wurde eine Zeit gewählt, in der der langjährige Hausarzt des Landgerichtsrats, der den Zu­stand des Patienten genau kannte, auf einige Tage verreist war. Dann wurde ein fremder herbeigerufen, der nichts­ahnend ein Attest ausstellte, daß Landgerichtsrat P. sich in­folge seiner Altersschwäche in Lebensgefahr befinde und des­halb die Eheschließung keinen Aufschub dulde. Dieses Attest ermöglichte es einem mit der Familie des Dienstmädchens bekannten Stadtsekretär in Köln, die Trauung in der Woh­nung des Rats ohne vorheriges Aufgebot in Stellvertretung des Standesbeamten oorzunehmen. Bei der Inventarauf­nahme ergab sich, daß „Frau Rat" einen Franz Hals und einige altdeutsche Gemälde aus der burgundischen und Kölner Schule veräußert hatte. Mehrere ander» Gemälde konnten durch die in Köln und Berlin ansässigen Verwandten des Landgerichtsrats von Kunsthändlern eingeklagt werden. Die Verwandten des Rates erlangten in dem Entmündigungs­verfahren ein obsiegendes Urteil: der Rat wurde für geistes­krank erklärt und unter die Aufsicht eines Vormundes ge­stellt. Dann wurde die Klage auf Nichtigkeitserklärung der Ehe angestrengt. Auch hier erlangten die Erben ein für sie günstiges Urteil: die Ehe wurde für ungültig erklärt, weil Landgerichtsrat P. zur Zeit der Eheschließung geisteskrank und folglich nicht im Besitz feiner geistigen Kräfte gewesen sei. Der Fall wäre zu gunsten der Erben längst erledigt, wenn nicht Landgerichtsrat P. gestorben wäre, bevor daS Urteil rechtskräftig wurde. Da nun auf Grund des § 628 der Zivilprozeßordnung eine Ehe nicht mehr geschieden wer­den kann, wenn der eine der beiden Ehegatten tot ist, so bleibt die gesetzlich geschloffene Ehe bestehen und daS früher« Dienstmädchen darf sich weiter „Frau Rat" nennen. Den Erben bleibt vorläufig nichts anderes übrig, al5 auf Grund desselben Materials, mit dessen Hilfe sie die Gütigkeit der Ehe anfochten, einen gerichtlichen Kampf um den Nachlaß zu führen.

Eisenbahn-Zusammenstoß.

Cleveland (Ohio), 4. Juli. Heute nachmittag stießen 25 Meilen südlich von Dayton ein Schnellzug und ein Güter­zug zusammen. Dem Vernehmen nach wurden 25 Personen getötet und 75 verwundet.

Cleveland lOhio), 4. Juli. Die Zahl der bei dem Eisenbahnzusammenstoß in der Nähe von Dayton getöteten Personen ist höher, als zuerst angenommen wurde. 36 Leichen sind bereits geborgen worden.

Dchiffsuachrichteu.

Bremen, 3. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kleist" ist gestern in Colombo etngetroffen.

Für Errichtung eines Unterkunftshauses auf

dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein

Gelegentlich eines Ausfluges der Schule

zu Marköbel gesammelt . . 8.05 Mk

Bertha Kaufmann, Niederrodenbach . 0.50 „

B.-T. „Gasthaus 3 Rinder", Hanau 0.25 „ Drei Paar Strümpfe . . . 0.25 „

Zwei Buchbergfreunde und eine Buch­bergfreundin . . -

Weil die Fernsicht gestern so überaus klar und prächtig

Waren die Turmbesucher entzückt ganz mächtig!

Und tief gerütjrt - tecrlM“au&

Sagte ein feier: f^ f^r »

Und gerne stifteten sie rf»»«» ;

Ungenannt, A Brodenbach SCgSS eÄ ir- M°d--r°d°nb°ch

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® 1 Zusammen bis jetzt 14.05 MI.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion deè „Hanauer Anzeigers''^