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87. Mit

Gretta«

Seite K

internationale A«WW fit Sport und 6M

Frankfurt a. M., 27. Mai.

Olympische Spiele. Die Vorarbeiten tu den großen internationalen olympischen Spielen, die am 10., 11. und 12. Juni in der Arena auf der internationalen Ausstellung für Sport und Spiel abgehalien werden, sind im vollen Gange. Das Ausland beteiligt sich äußerst zahlreich und mit den besten Vertretern. Namentlich die Verhandlungen mit der französischen Athletik Union haben zu einem guten Ergebnis geführt. Frankreich läßt sich in fast allen Uebungen durch erste Kräfte vertreten. Ebenso haben die reich dotierten Konkurrenzen bekannte Sportsieute aus Belgien, England und Ungarn veranlaßt, zu den olympischen Spielen zu melden. Es steht fest, daß daS Frankfurter Meeting in diesem Jahr von keiner ähnlichen Veranstaltung in Deutschland übertroffen werden wird. Meldungen sind zu richten an Herrn Albert Wämser, Frankfurt a. M., Friedbergerlandstraße 103.

Der Besuch der Sportausstellung. In den letzten Tagen hat sich der Besuch der Internationalen Aus­stellung für Sport und Spiel gehoben. Neben den artistischen Attraktionen werden wohl besonders die turnerischen Vor­führungen dazu beigetragen haben. Die Ausstellungsleitung hat sich ms dankenswerter Weise dazu entschlossen, von heute ab für die Dauerkarten denselben Preis anzusetzen, der vor Eröffnung der Ausstellung im Vorverkauf dafür bezahlt wurden. Es kosten somit: Herrenkarten 10 Mark, Damen- karten 8 Mark nnd Jugendkarlen 5 Mark.

Milchverkauf auf der Sportausstellung. In einigen Tageszeitungen ist darüber berichtet worden, daß zwei junge Mädchen nach Genuß von Milch, die sie in der Ausstellung getrunken haben, erbaust seien. Der Milchans- schank, den die gemeinnützige Gesellschaft für Milchansschank für Rheinland und Westfalen in Düsseldorf eingerichtet habe, sei auf Veranlassung der Polizei geschlossen worden, bis festgestellt sei, ob die Erkrankung der beiden Mädchen mit dem Genuß schlechter Milch zusammenhänge. Es wird uns folgendes mitgeteilt : Gestern nachmittag wurde der Milch, autzschank der Düsseldorfer Gesellschaft auf der Sport­ausstellung genau geprüft, doch haben sich keinerlei Anhalts­punkte dafür ergeben, um behaupten zu können, daß die Er­krankung der beiden Mädchen, die übrigens inzwischen wieder völlig gesund sind, auf den Genuß schlechter Milch zurück- zurückziiführen sei. Der Milchausschank ist sofort wieder von der Polizei freigegeben worden. Dem Publikum soll bei dieser Gelegenheit geraten werden, die Milch nur in so­genanntem „überschlagenen Zustand" zu trinken; kalte Milch ist für den überhitzten Körper noch weit gefährlicher wie kaltes Wasser. Von den beiden Mädchen, die hier in Be­tracht kommen, ist es nachgewiesen, daß sie beide von der Milchverkäuferin eiskalte Milch verlangt haben. Bei dem Kinderfest, das am 1. Juni abgehalten wird, wird es gut sein, wenn sowohl von den Eltern, wie von den Lehrern die Kinder rechtzeitig vor dem Genuß eiskalter Milch ge­warnt werden. Die Gesellschaft hat es sich zum Grundsatz gemacht, nur dann kalte Milch zu verabfolgen, wenn diese ausdrücklich verlangt wird. Im allgemeinen wird dem Käufer nur warme Milch angeboren und verkauft.

F ü n f z i g p f e n n i g t a g in der Sportausstellvng. Für den nächsten Sonntag, 29. Mai, ist eine große bengalische Vierfarbenbeleuchtung des ganzen Festgeländes festgesetzt. Für den ganzen Tag beträgt der Eintr.tl 50 Pfg. Von 12—1 Uhr ist großes „Promenadcnkonzert" in der Festhalle.

Das Kinderfest. Wir weisen darauf hin, daß die Anmeldung zur Teilnahme an dem Kinderfest am 1. Juni bis zum Samstag den 28. Mai abends spätestens eingelaufen sein müssen. Das Programm hat eine interessante Er­weiterung erfahren. Vor Beginn des Tanzes werden Mit­glieder des Rheut-mainischen Verbandstheaters unter Leitnng des Herrn Hauser den Kindern auf der Schaubühne einen Schwank vorführen. Zum Schlüsse wird der Vergnügungs­park: die Rodelbahn, die Teufelsmühle, die Glasbläserei, das Hippodrom und vor allem das Kasperletheater seine Pforten öffnen. Alles weitere besagen die blauen Plakate.

Heidelberg gegen Frankfurt. Samstag, nach­mittags 5 Uhr, wird der Heidelberger Hockey Klub und der

Frankfurter Fußball-Klub Germania 1894 sich in einem Hockey-Wettkampf in der Arena auf der Internationalen Ausstellung für Sport und Spiel messen.

Drahtnachrichten

Das Schicksal der Wahlrechtsreform-Vorlage.

Berlin, 26. Mai. Ueber die heutigen Sitzungen der Fraktionen im Abgeordnetenhaus erfährt die „Wiesb. Ztg.": Die Konservativen haben beschlossen, einen Antrag einzu­bringen, wonach die alte Form der DriNelung (die Dritte- lung nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses) wieder hergestellt werden soll. Infolgedessen werden nunmehr auch die Nationalliberalen einmütig gegen die Vorlage stimmen. Die Negierung wird unter diesen Umständen, da, wie be­kannt, auch das Zentrum die Beschlüsse des Herrenhauses für unannehmbar ansieht, wahrscheinlich am morgigen Freitag im Abgeordnetenhaus erklären, auf die Weiterberatung der Vorlage keinen Wert zu legen. Die heutigen Verhandlungen innerhalb der nationalliberalen Landtagsfralion sollen, wie wir hören, in durchaus versönlichem Sinne geführt worden sein, und zwar auch schon, ehe man von den konservativen Beschlüssen Kenntnis erlangt hatte.

Berlin, 27. Mai. Nach den gestrigen Beschlüssen der Fraktionen des Abgeordnetenhauses hat die Wahlrechtsvorlage in der Fassung des Herrenhauses auf Annahme im Abge- ordnetenhause nicht zu rechnen. Die Vorlage wird nicht in die Kommission zurückverwiesen werden. Der Entscheidung im Plenum wird spätestens morgen entgegengesehen.

Zur Bauarbeiteraussperrung.

Berlin, 27. Mai. Die neuen Einigungsverhandlungen für das Baugewerbe beginnen heute Vormittag im Reichstage.

Kiel, 27. Mai. Hier haben die ausgesperrten Bauarbeiter gestern eine eigene Baumaterialienhandlung eröffnet.

Englische Gäste.

Berlin, 27. Mai. Gestern Abend traf der Lordmayor von Birmingham in Begleitung von sechs Mitgliedern des Stadtrates in Berlin ein. Die Herren teilten mit, in Bir­mingham seien große Eingemeindungsfragen zu lösen und sie wollten deshalb in Berlin, Wien, München, Mannheim, Ulm, Frankfurt a. M. und Düsseldorf sich umsehen, dabei wollten sie auch Fragen der Bauordnung studieren und hofften Material hierfür besonders in der Bauausstellung zu finden.

Verunglückt.

Karlingen, 27. Mai. Auf Schacht 5 der Saar- und Mosel-Bergwerksgesellschaft in Merlenbach verunglückten gestern mittag 3 Bergleute durch niedergehende Gesteinmassen. Zwei kamen mit erheblichen Verletzungen davon, ein Dritter wurde getötet, konnte aber bis gestern abend unter dem Gestein noch nicht hervorgebracht werden.

Schwerer Unfall in der französischen Marine.

Paris, 26. Mai. Nach einer offiziellen Mitteilung hatte der „Pluviose" 25 Mann Besatzung, darunter drei Offiziere. Die Schleppdampfer und Torpedoboote find um 9 Uhr abends wieder zurückgekehrt, ohne etwas neues zu berichten. Das Wetter ist schön.

Calais, 26. Mai. Um 5 Uhr 30 Minuten begab sich das Unterseeboot „Ventost" an die Unfallstelle. Zwei Taucher ließen sich vergeblich in die Tiefe, nach zwei Stunden kehrte das Boot nach dem Hafen zurück und berichtete, daß es un­möglich sei, mit dem „Pluviose" die Verbindung aufzu­nehmen und in Erfahrung zu bringen, ob die Besatzung noch am Leben sei. Es bestätigt sich, daß sich an Bord des „Pluviose" 27 Mann befanden, darunter zwei Offiziere und der Kommandant Prat von der Unterseebootstation Calais.

Calais, 26. Mai. Der „Pluviose" war um 12 Uhr 80 Minuten zu einer Uebungsfahrt ausgelaufen und tauchte um zwei Uhr unter. AlS sich daS Boot unter Wasser be­fand wurde es von dem Dampfer „Pas deS Calais ange­rannt. Während der Dauer von zehn Minuten ragte der Vorderteil des „Pluviose" drei Meter aus dem Wasser her­vor. Dann verschwand daS Boot ganz. Nach der Havarie des Dampfers zu schließen war, der Zusammenstoß außer­ordentlich. heftig und der Pluviose muß durchbohrt worden sein.

Paris, 27. Mai. Ueber den Untergang des Untersee­bootes „Pluviose" wird aus Calais von heute morgen ge­meldet: Den Tauchern ist es bisher noch immer nicht ge- hmaen, das gesunkene Unterseeboot zu erreichen. Die er«

forderlichen NettungSvorrichtungen werden erst heute nach« mittag aus Cherbourg eintreffen. Dann wird der Versuch gemacht werden, den „Pluviose" mit Hebeketten zu befestigen. Aber bestenfalls wird es erst morgen früh möglich sein, ihn an die Meeresoberfläche zu bringen. Ein Passagier deS Vostdampsers „Pa de Calais" erzählte einem Berichterstatter: Der Kapitän des Dampfers ließ sofort nach dem Zusammen­stoß ein Rettungsboot mit 7 Matrosen ins Meer. Dieses fuhr an den aus dem Wasser herausragenden Rumpf bet „Pluviose" heran und führte mit Rudern kräftige Schläge gegen die Wand desselben, um Lebenszeichen von der Mann- . , schaft zu erhalten. Aber es erfolgte keine Antwort. Die Mannschaft deS Unterseebootes, von dem nur ein Drittel deS riickwärtigen Teiles zu sehen war, dürfte entweder durch den heftigen Zusammenstoß betäubt oder nach dem Hinterteil geschleudert worden sein. Einige Minuten später sahen wir, wie das Rettungsboot sich von dem Pluviose entfernte, der nunmehr langsam verschwand. Es war ein entsetzlicher, atem­raubender Anblick.

Schutz.

London, 27. Mai. Die „Morning Post" meldet au6 Washington: Dem kommandierenden Offizier der Flotten­macht der Vereinigten Staaten an der Küste von Nikaragua wurde die Weisung erteilt, allen amerikanischen Schiffen, sowie dem Eigentum und den Interessen der Amerikaner in BlufieldS vollen Schutz zu gewähren, wenn nötig, durch die Landung von Marinesoldaten.

Im Scherz!

Brünn, 27. Mai. Der Oberleutnant Redelhammer zielt» mit einer Browningpistole, die er für ungeladen hielt, im Scherz auf die Frau des Bankdirektors Schimek. Plötzlich entlud sich die Pistole und traf die Frau in die Brust. Als der Oberleutnant sah, was er angerichtet hatte, schoß er sich eine Kugel in den Kopf, bie ihn sofort tötete. Die Frau ist lebensgefährlich verletzt.

Ausschreitungen AuSstândiger.

Pari», 27. Mai. Die streikenden Steinbrucharbeiter in M e r y durchschnitten 13 Telegraphen- und Telephondrähte und verdarben die Eisenbahnsignale. Streckenwärter besserte» unter dem Schutz von Dragonern den Schaden auS.

Patent-Erteilungen.

Nr. 221 019. Elektrischer Webstuhlantrieb mit federnder Mitnehmervorrichtung zwischen dem antreibenden und dem getriebenen Teil. Fellen LGuilleaume-Lahmeyer- werke Akt.-Ges. in Frankfurt a. M., vom 6. April 1908 ab. — F. 25 294. Kl. 86c.

Nr. 223 027. Verfahren zur Darstellung von Spanna­trium. Deutsche Gold- u. Silber-Schetde-An- st a l t norm. Rößler in Frankfurt a. M., vom 19. August 1909 ab. — D. 22 068. Kl. 12t.

Nr. 221 887. Verfahren zum Färben mit Schwefel- farbstossen; Zus. z. Pat. 199 167. Farbwerke vor«. Meister Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom 18. Januar 1907 ab. — F. 22 852. Kl. 8m.

Nr. 222 352. Verfahren zum Befeuchten von Garn mittels DurchtreibenS feuchter Luft. Fa. Benno Schilda in Hersfeld, vom 14. August 1909 ab. — Sch. 33 482. Kl. 76c.

Nr. 222 349. Vorrichtung zum Falzen und Einstecken von Briefbogen in Briefumschläge. Ernst Schneider in Frankfurt a. M., Landqrafenstraße 39, vom 9. September 1908 ab. — Sch. 30 924. Kl. 70b.

Nr. 222 791. Auf der Radkapsel zu befestigender Kilometerzähler. Heinrich Ernst Fleischmann in Frank­furt a. M., Schillerstraße 17, vom 5. Juni 1909 ab. — F. 25 589. Kl. 42p.

AuS-üge aus dem Amtsblatt der Königliche» Regierung zu Cassel.

Hesseldorf. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Hesseldorf belegenen, im Grund­buch« von Hesseldorf zur Zeit der Eintragung des Versteige- rungsvermerkes auf den Namen des Fabrikarbeiter- Peter Hach (Konrads Sohn) in Hesseldorf eintragenen Grund­stücke am 11. Juli 1910, vormittag- IO1/» Uhr, durch bai Königliche Amtsgericht zu Wächtersbach — an der Gerichts- stelle, Zimmer Nr. 1 — versteigert werden.

Volksfest Hanau = Kaiserhol. = Vom TS Mai hls 5. Juni Grosse Ueberrascliungen.

5- Täglich Konzerte ^JJ der bayerischen Oberlandler Kapelle D’Isartaler.

Die neuesten Schlager.

18982o

Zum I. Male hier.

■ Weit übertrieben 3

sind die von interessierter Seite neuerdings wieder aufgestellten Behauptungen über die

Hl schädlichen Wirkungen des Bohnenkaffees. Ein Surrogat aus gebrannter Gerste oder Rüben etc. hergestellt, vermag niemals den echten guten Bohnenkaffee zu ersetzen. Guter Bohnenkaffee, mässig genossen, wirkt nicht schädigend auf die Gesundheit, sondern übt vielmehr einen wohltätigen Einfluss auf Verdauungsorgane und Nervensystem aus. Eine medizinische Kapazität, Herr Geheimrat Professor G., welchen man als einen der grössten Gegner des Kaffees hinstellen wollte, antwortete auf eine diesbezügliche Anfrage: „Kaffee

Mi in vernünftiger Menge genossen, hat eine ausgezeichnet erfrischende und durchaus gesunde Wirkung“. Es bedarf wohl keiner Frage, dass dieses nur von guten Qualitäts-Kaffees gilt.

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